
Die AfD wird von 50 Prozent (!) aller Männer gewählt. Bei Frauen kommt sie nur auf 39 Prozent. Auch bei der Wählergruppe der 35- bis 69-Jährigen kommt die Siegmund-Partei auf etwa 50 Prozent, bei der Generation 70+, die in Sachsen-Anhalt fast ein Viertel der Gesamt-Bevölkerung ausmacht, stürzt der Anteil dann dramatisch auf 31 Prozent ab. Die “Gender-Gap” ist auch bei den Wählern der CDU bemerkenswert: Die regierenden, nun auf 17,2 Prozent halbierten Christdemokraten kommen bei den Männern des Landes gerade noch auf 15 Prozent, bei den Frauen sind es immerhin 19 Prozent. Noch dramatischer ist ein Altersgruppenvergleich: Bei den 18- bis 59-Jährigen wählt nur jeder Zehnte (!) die CDU, die über 60-Jährigen heben sie mit 27 Prozent Zustimmung dann aus dem Status einer Splitterpartei wieder nach oben. Die künftige Irrelevanz der CDU ist damit schon demographisch besiegelt. 14 Prozent der 18 bis 34-Jährigen wählen die Linke, bei den mittleren Altersgruppen sind es gerade mal 7 Prozent. In der Wählergruppe 70+ kommen sie dann wieder auf zweifellos DDR-nostalgische 11 Prozent. Merke: Bei den politisch zurechnungsfähigen Erwachsenen hat Links relativ wenig zu melden.
Interessant auch ein Blick auf die Erststimmen und Wahlkreise: Die AfD liegt in 217 von 218 Gemeinden vorn und gewinnt 38 von 41 Wahlkreisen. Würde man dieses 92,8-Prozent-Ergebnis der Parlamentszusammensetzung zugrundelegen, stünden der AfD 77 von 81 zu vergebenden Sitzen zu. Da ihr prozentualer Zweitstimmenanteil aber lediglich 39 Sitze erlaubt, erhält die nur lediglich ein zusätzliches Direktmandat über den Wahlkreisweg. Zwei Direktmandate in Halle und eines in Magdeburg gehen mit Erststimmenanteil von 30–40 Prozent an die Linke; hier kommt die AfD nur auf ein Viertel der Stimmen. Der Hintergrund ist eine deutlich jüngere Sozialstruktur, die nicht durch Wertschöpfung, sondern durch Hochschulen, Kultur, Dienstleistungen und Verwaltung geprägt ist.
Politischer Paradigmenwechsel nur angedeutet
Eine Randnotiz vom Wahlabend: Der in der ARD-Wahlrunde zugeschaltete AfD-Chef Tino Chrupalla wird von den wütenden Wahlverlierern Luigi Pantisano (Linke), Franziska Hoppermann (CDU) und Tim Klüssendorf (SPD) bei jedem seiner Statements regelrecht zugebrüllt. Als er seinerseits einmal dem SPD-Generalsekretär widerspricht, wird er vom Moderator umgehend gemaßregelt. Leider fällt Chrupalla nicht ein, die dreiste Behauptung Klüssendorfs, sämtliche Geldflüsse an NGOs lägen ja “transparent” auf dem Tisch, mit dem Verweis auf die nach wie vor unbeantworteten 551 Fragen und der ausdrückliche Weigerung Klingbeils zu kontern, eine Statistik zu eben diesen Geldflüssen vorzulegen, weil diese Arbeit viel „zu umfangreich und zeitintensiv“ sei. Ein bedauerliches und schweres Versäumnis.
Wenn Ulrich Siegmund trotz Popstar-Status, euphorisierendem Wahlkampf und einer noch nie dagewesenen Unzufriedenheit mit der Regierungskoalition in Berlin trotzdem nicht auf eine absolute Mehrheit kam, dann lag das also an Frauen, der Generation 70+ und den eher urban geprägten Wählermilieus der beiden Großstädte Halle und Magdeburg. Insgesamt deutet die Wahl zwar einen politischen Paradigmenwechsel an; da in Sachsen-Anhalt allerdings die Voraussetzungen für eine Politikwende unter Führung der AfD auch so günstig waren wie nirgendwo sonst in der Bundesrepublik, scheint der Leidensdruck der Deutschen für eine Abwahl der neuen sozialistischen Einheitspartei Deutschlands insgesamt noch immer nicht auszureichen.
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10 Kommentare
Da kommt mir spontan in den Sinn, dass die Generation 70+ tendenziell häufiger betreut wird und beim Ausfüllen der Wahlzettel fremder Unterstützung bei der Briefwahl bedarf. Vielleicht spielt dies ja nicht nur in seltenen Ausnahmefällen eine Rolle, sondern beeinflusst messbar das Ergebnis? Nur so ein Gedanke, dem man vielleicht nachgehen könnte…
@scheint der Leidensdruck der Deutschen für eine Abwahl der neuen sozialistischen Einheitspartei Deutschlands insgesamt noch immer nicht auszureichen.
ich weiß nicht, das klingt so nach Mitleid !
Irgend jemand sagte mal :
Wahlen sind kein Gesellschaftsspiel
Es war alles vorhersehbar und wurde verkündet, jährlich steigende CO2 Bepreisung, (in 6 Wochen kommt die nächste Runde),Mauterhöhungen,Verbrennerverbote, Lieferkettengesetz, Deutschlandhass , ideologisierte Bildung, ungesteuerte Migration etc.
Es war alles vorhersehbar und wurde verkündet, jährlich steigende CO2 Bepreisung,Mauterhöhungen,Verbrennerverbote, Lieferkettengesetz, bargeldabschaffung, Zensur, Deutschlandhass , ideologisierte Bildung, ungesteuerte Migration etc.
doch nicht einmal die direkt betroffenen AN haben sich richtig informiert oder sich die Mühe gemacht, die Folgen zu bedenken.
Und Lord Acton kommentierte mal Politiker so :
‚Macht korrumpiert‘. Weniger bewusst ist uns, dass die Macht häufig auch dumm macht und Torheit erzeugt; dass die Macht, Befehle zu erteilen, häufig dazu führt, das Denken einzustellen; dass die Verantwortlichkeit der Macht in dem Maße schwindet, wie ihr Handlungsspielraum wächst.
Mir scheint, es ist eher der Mangel an Verstand, der schon in den Milgram-Experimenten demonstriert wurde und rund 80% der Bevölkerung betrifft !
WAHNSINN! Wahl Sachsen-Anhalt muss NEU ausgezählt werden!
Neuauszählung ist völlig legitim und richtig, keinen Aufreger wert. Natürlich wird man auch ohne konkreten Hinweis alle Wahlkreise prüfen, die eine Veränderung im Ergebnis bringen könnten, ganz normal und auch nicht neu -das gibt es bei jeder Wahl.
Was ich wichtiger fände, sind die Phänomene bei der Briefwahl: diese fördert weit größere Unterschiede zutage und legt grundsätzliche Probleme nahe, vor allem das der unbeobachteten und unbeeinflussten Wahl. Ich weiß nicht, ob es mehr als bloße Gerüchte sind, aber es sollen bspw. auch Menschen gewählt haben, die (bspw. aufgrund schwerer Demenz) selbst gar nicht in der Lage sind, sich überhaupt irgendwie zu äußern. Das stelle ich mir etwa so vor, dass die Wahlbeteiligung in einem Pflegeheim oder Hospiz bei 100% liegt, und das Ergebnis für eine bestimmte Partei wahlweise ebenfalls bei 100% oder bei einer anderen 0% beträgt. Nun erlaubt die Wahl es nicht, die abgegebenen Stimmen einzelnen Wählern oder auch nur Adressen zuzuordnen -was gut und richtig ist- weshalb dies nur durch einen erneuten Wahlvorgang unter geänderten Bestimmungen sinnvoll wäre. Eine dieser Bestimmungen könnte sein, die Briefwahl wieder zur im Einzelfall begründeten Ausnahme zu machen, etwa wenn der Wähler durch Krankheit oder Behinderung daran gehindert wird, zum Wahllokal zu kommen. Alle Anderen müssen ins Wahllokal, bei zeitweiser Abwesenheit (beruflich, Urlaub…) gern auch einige Wochen vorher, aber eben im Wahllokal, wo die geheime und unbeeinflusste Wahl sichergestellt ist. In den Fällen, in denen Briefwahl unumgänglich ist, müssen dann eben Wahlhelfer zu den Briefwählern zu den Wählern hin (gern auch in Begleitung von Wahlbeobachtern), um sicherzustellen, dass die Wahl geheim und unbeeinflusst erfolgt. Das wäre dann auch eher eine Fernwahl als eine Briefwahl, aber um Begriffe will ich nicht streiten.
Es ist gut möglich, dass sich dann die Wahlergebnisse drastisch verschieben. Dann -und nur dann- sind sie aber real.
@Wenn Ulrich Siegmund trotz Popstar-Status, euphorisierendem Wahlkampf und einer noch nie dagewesenen Unzufriedenheit mit der Regierungskoalition in Berlin
und nicht vergessen gegen das Trommelfeuer aller Medien und das ständige gebashe der Dienste und Justiz sowie des Trommelfeuers der wirtschaftlichen Erpressung und Arbeitsplatz Verluste von AFD-Anhängern !
Es ist keine Gleichheit, sondern ein Anschwimmen gegen stärkste Strömung, knapp vor offener Staatsgewalt !
Unter gleichen Bedingungen ist zu erwarten, das die AFD heute wie die CSU zur Zeit Strauss die 60% überschreitet und für die Mitglieder des pädophilen Plündererclubs den Verlust aller Privilegien bedeutet! Man denke nur an die Politik von Kentler und Frühsexualisierung bis Cum-EX, Corona und Kriegstreibereien !
Medien-ZÄSUR! Siegmund ABSAGE bei Lanz! Höcke bricht Interview ab!
So viel zu anonymen Wahlen
Die Wahlen sind anonym. Solche „Erkenntnisse“ sind Hochrechnungen aus Befragungen, die punktuell unmittelbar nach der Wahl durchgeführt werden. Solche Befragungen sind natürlich nicht mehr ganz anonym, aber i.d.R. nicht mehr rückverfolgbar, haben aber auch nur eine eher grobe Aussagekraft.
Oho, oho, es liegt nicht pauschal an der Generation 70+, sondern an Teilen dieser Generation möchte ich betonen Bin kein Sachsen-Anhalter, aber 70+ und arbeite mit meinem Wahlkreuz an der Verminderung der Altparteien.
ARD – Tagesschau Propaganda in einfacher Sprache! (und für Kinder)