
Wo immer ich mich umhöre: Der Lieblings-Nationalfeiertag der Deutschen ist der 9. November 1989, und zwar in lebhafter Erinnerung an den Mauerfall vor nunmehr 36 Jahren. Leider wurde dieser Tag als Nachfolger für den 17. Juni – dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in Ost-Berlin und der DDR – als Feiertag abgelehnt, wegen der angeblichen Konkurrenzsituation zum 9. November, dem „Schicksalstag der Deutschen„, der für eine ganze Reihe schicksalsträchtiger nationaler Ereignisse steht:
- 9. November 1848: Die Revolution von 1848 ist gescheitert, die Erschießung des Demokraten Robert Blum in Wien markiert das Ende der bürgerlichen Revolution in den Staaten des deutschen Bundes von 1848;
- 9. November 1918: Ausrufung der Republik – vergeblich, denn der Revolutionsbewegung zur Abdankung des Kaisers und Proklamation der Republik in Berlin war kein Erfolg beschieden;
- 9. November 1923: Hitlerputsch – vergeblich, der Versuch von Hitler und Ludendorff, in München mit dem Marsch zur Feldherrnhalle die Macht zu ergreifen, misslang;
- 9. November 1938: Reichspogromnacht – Synagogen und Einrichtungen jüdischer Bürger wurden zerstört und Juden ermordet;
- 9. November 1989: Die Berliner Mauer fällt nach 28 Jahren Teilung der beiden deutschen Staaten.
Beispielloses freudiges Ereignis
Die Bilder jubelnder Menschen mitsamt all den “Mauerspechten” gehen am 9. November 1989 um den Globus. Ein dermaßen freudiges Ereignis, das die ganze Welt in ihren Bann zog, gab es in der deutschen Geschichte noch nicht. Man sollte es zur Freude der Deutschen festhalten, um als Nationalfeiertag Jahr für Jahr in Erinnerung zu rufen: Lasst uns die deutsche Einheit in den jetzigen Grenzen bewahren und vor allem ausgelassen feiern! Nur fünf Jahre vor dem Mauerfall hatte Richard von Weizsäcker in seiner Antrittsrede als Bundespräsident am 1. Juli 1984 die Deutschen aufgemuntert: „Unsere Lage, die sich von der der meisten anderen Nationen unterscheidet, ist kein Anlass, uns ein Nationalgefühl zu versagen.“ Mit der Begrifflichkeit um „Nation“ ging es von Weizsäcker gewiss nicht um einen überholten Nationalismus im Sinne von „Wir sind besser als die anderen“, sondern um einen Nationalismus der Sorge um den Zusammenhalt und Erhalt der freiheitlich-demokratischen Grundordnung im eigenen Land. Schließlich gilt das Diktum von Ralf Dahrendorf „oberhalb des Nationalen ist keine Demokratie möglich“ nicht nur für Franzosen und US-Amerikaner, sondern selbstverständlich auch für Deutsche.
Leider hat Deutschland keine Revolution zu bieten wie etwa Frankreich mit dem 14. Juli 1789. Umso wichtiger ist ein Datum, mit dem sich möglichst breite Schichten des deutschen Volkes voll Stolz identifizieren können. Ich fahre jedes Jahr am „Quatorze Juillet“ über die Grenze ins Elsass nach Colmar, einfach um mich von der unbeschwerten Stimmung der Franzosen an diesem Tag anstecken zu lassen. Und eine solche Unbeschwertheit könnte der Tag des Mauerfalls als Feiertag der Deutschen liefern. Doch was machen wir stattdessen aus dem 9. November, unserem Schicksalstag, im Jahr 2025? Ich möchte dies an drei Reden der vergangenen Woche aufzeigen.
Steinmeiers Publikumsbeschimpfung der Ostdeutschen
Zunächst zur Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum 9. November 2025. Anstatt der gescheiterten Revolution 1948, der Novemberpogrome am 9. November 1938 oder auch des Mauerfalls am 9. November 1989 zu gedenken, unternimmt der Bundespräsident eine parteipolitische Hetze gegen die größte Oppositionspartei im Land. Damit widerspricht Steinmeier dem auch auf der Website des Bundespräsidenten beschriebenen parteipolitischen Neutralitätsgebot. Die Rede des Bundespräsidenten ist ein Affront gegen die deutsche Einheit in Form eine Art von Publikumsbeschimpfung der östlichen Bundesländer. Steinmeier müsste eher hinterfragen, warum gerade Menschen mit solch langer Diktaturerfahrung heute das Gefühl haben, in eine DDR 2.0 zu geraten.
Der vielgescholtene, mittlerweile 84 Jahre alte Alexander Gauland ging in seiner Rede auf der Buchmesse “Seitenwechsel” in Halle an der Saale am 9. November 2025 auf die Frage ein: „Welcher 9. November ist nun der wichtigste?” (siehe hier ab Minute 17:06). Dazu führte er das Gleichnis aus dem Märchen vom Dornröschen an: Nach der Geburt der Prinzessin äußerten mehrere Feen ihre Wünsche. Die 13. Fee wünschte der Prinzessin „den Tod“ und die 12. Fee „100 Jahre in einen tiefen Schlaf fallen“. Dieser Wunsch der 12. Fee entspricht dem Tag des Mauerfalls am 9. November 1989, denn er hat für Alexander Gauland „den totalitären Fluch dieses Datums ins Versöhnliche abgemildert. Mit diesem Tag 9. November 1989 der Freiheit, der Einheit und der Demokratie ist die vertrackte deutsche Geschichte am Ende noch einigermaßen gut ausgegangen. Deshalb wird der 9. November 1989 für mich der eigentliche Nationalfeiertag bleiben.“
Nationaler Selbsthass der Linken
Nun zur dritte Rede zum 9. November 2025: In einem Rückblick auf die deutsche Geschichte zitiert Karlheinz Weißmann den eher linken Zeithistoriker Professor Arnulf Baring, der sich „…entschieden für den 9. November als zukünftigen ‚Tag der deutschen Einheit‘ aussprach. Alle üblichen Einwände – der Zusammenhang mit dem Datum des Hitler-Putsches von 1923 und dem Pogrom von 1938 – wischte er beiseite. Für ihn war entscheidend, daß der 9. November seit 1989 für einen Höhepunkt der nationalen Geschichte stehe, geeignet, die Deutschen mit Stolz zu erfüllen, weil sie ein tyrannisches Regime beseitigt hatten. Und solcher Stolz sei notwendig, um die Stellung Deutschlands in Europa zu bestimmen und nach der formellen auch die innere Einheit zu vollenden.“
Doch in der Euphorie der ersten Monate unmittelbar nach dem Mauerfall waren die „Vaterlandsverächter“ nur kurz verstummt; schon bald wurden die Widerstände der Antipatrioten gegen einen Nationalfeiertag am 9. November immer lauter; „die politische Linke neigt seit den 1960er Jahren zum nationalen Selbsthass”, stellt Weißmann fest. Somit war der Tag des Mauerfalls als Nationalfeiertag passé; er musste schließlich dem 3. Oktober, dem Datum der pompösen Einheitsfeier im Berliner Reichstag 1990, weichen. Man nehme sich die Zeit und höre sich unvoreingenommen insbesondere die beiden Reden von Frank-Walter Steinmeier und Karlheinz Weißmann direkt hintereinander an, um dann selbst zu urteilen: Welcher Vortrag entspricht dem 9. November als dem „Schicksalstag der Deutschen“ wohl eher und ist der historischen Tragweite des Datums wohl würdiger und angemessener?
Versöhnen und verbinden
Übrigens: In einem sehr weiten Blick zurück, vor 17 Jahren, zeigt sich, dass sogar die Grünen (!) einmal für den Tag des Mauerfalls als Nationalfeiertag plädierten. Der grüne DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz sagte in einer Rede am 24. Januar 2009: „Die Wiedervereinigung fand am 9. November statt. Als die Berliner Mauer von beiden Seiten der Stadt überwunden wurde und sich die Menschen in den Armen lagen. Es war ein Akt der Selbstbefreiung des Volkes, der friedlichen Protestbewegung der DDR und nicht das Werk der großen Politik.“
Wir brauchen in diesem Land einen Bundespräsidenten, der für alle Deutschen spricht und von ihnen allen geachtet werden kann. Und der es vermag, neutral zu repräsentieren, Ost und West zu einen, zu versöhnen, zu verbinden, Sorgen zu teilen, zur Diskussion anzuregen und so für den Inneren Frieden im Land beizutragen – in einem Land, in dem es der Mauerfall vom 9. November 1989 vermag, „die Deutschen mit Stolz zu erfüllen“ (so Arnulf Baring). Frank-Walter Steinmeier kann all dies nicht. So urteilt Richard David Precht im Podcast mit Markus Lanz am 14. November 2025 über die Rede des Bundespräsidenten denn auch kurz und knapp: „Das kann man Kindergartenkindern erzählen.”
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7 Antworten
Hab gehört, daß an dem besagten 9. November der Prof(ph)et Muhamad aka Mohamet aka Muchamad (der Typ, der mit den Männern von Al Zutt rumgemacht hat) Geburtstag hat.. JAHAHA das wird ein Feiertag, ganz sicher. freu mich
Habe heute gelesen, dass in Leipzig eine „Fußball-Demo“ abgehalten wurde. Dabei bin ich bald verreckt vor Lachen. Es ist unglaublich wie sich die Dummdeutschen winden und drehen, damit man bloß nicht den Elefanten im Raum erwähnen muss und jetzt diesen Dreck auch noch zu einer fußball-demo hochstilisiert. meine Fresse was laufen hier nur für Bekloppte rum. Leipzig alles klar die Hochburg der Bekloppten im Osten.
Eine „Reichskristallnacht“ (Reichspogromnacht) verbietet schlichtweg und vollkommen zu Recht leider jeglichen „Feiertag“!
Ein „Staatsgedenktag“ wäre allerdings allemal fällig – und zwar indem man das gesamte Spektrum (!) der deutschen Geschichte würdigt.
Leider wäre da bei den heutigen Politkern der Systemparteien allerdings das Scheitern schon vorprogrammiert! Deswegen lassen sie es auch. Wie könnten sich die heutigen Kriegstreiber zum Thema Krieg, zu Staatsführung, zu Volk und Vaterland oder zu Wohlstand und Fortschritt äußern, ohne sich dabei auch für den Einfältigsten ersichtlich, nur total lächerlich zu machen?
In keinem einzigen anderen Land der Welt wird so eine unhistorische und unhinterfragte „Schuld-Kultur“ betrieben wie in Deutschland. Die Staatsverbrechen anderer Regierungen und politischen Führern (!) aufzuzählen erspare ich mir, weil dies jeglichen Rahmen sprengen würde. Die angeblich und widerlegbare „deutsche Alleinschuld“ an gar zwei Weltkriegen wird immer wieder neu befeuert und instrumentalisiert, ohne auch nur ansatzweise einmal über den Tellerrand, sprich Vorgeschichten und Abläufe und die daraus resultierende verlogenen Geschichtsschreibung nachzudenken.
Eine Zeit zwischen 1914 und dem 1.September1939 gibt es einfach nicht – und keinerlei Dokumente oder Aufzeichnungen, es sei denn …
Abgesehen von Vorbereitungen dafür, mußte es aus freimaurerischer Symbol-Sichtweise ein Datum sein, daß ihr Mitwirken an dieser „Befreiung“ drastisch zum Ausdruck bringt.
Ihr könnt ruhig darüber lächeln:
03.10. 1990 nach ihrer Logik in Summe gleich 23.
23 , eine ihrer führenden Numeriken, denn 2 3
2 geteilt durch 3 ergibt 0,666…. 3x die 6, ihre Zahl des Biestes …
Solange man andauernd in die Vergangenheit schaut und diese zelebriert, bleibt man darin stecken und hat keine Zukunft.
Na das ist aus meiner Sicht schnell erklärt: kein Ureinwohner soll sich mit seiner Herkunft, Geschichte und Identität befassen da alles Richtung Teufelsprojekt Agenda 2030 geht dem willenlosen Einheitsmenschen zu erschaffen der wurzellos und in Sektenmanier zum Sklaven dressiert wird. Hand in Hand mit der Medienmafia wird dieser Wahnsinn ausgestrahlt der noch schädlicher als Tschernobyl ist. Wer sich wehrt und gegen den Strom schwimmt ist Nazi und Rassist so wie früh im Namen der Kirche der Adel Hexen und Ketzer bestimmte die seine Machenschaften durchschauten. Gerade auf unserem Grund& Boden wird wegradiert oder neusprachlich gecancelt wo es nur geht mit der Tuntifa und dem Regenbogenfetzen. Wir Restdeutschen sind nur Versuchskaninchen in diesem Wahnsinn. Sind wir von der Karte sind alle EU-Nachbarn mit dieser diabolischen Kost fällig der Börseneliten von Übersee. Hört das deutsche Herz aufzuschlagen dann stirbt Europa und so die ganze Welt. mfg
Der 9. November wäre der Feiertag für uns alle gewesen auch und ganz besonders für und mit unseren jüdischen Mitbürgern…. Es hätten nämlich die Einheitsfeierlichkeiten jedes Jahr in einer anderen Kirche stattfinden können und 1990 hätten wir in einer Synagoge angefangen und dann katholische und dann evangelische und so weiter von oben nach unten und von Ost nach West einfach immer wieder eine andere… Das wäre auch super für die Versöhnung gewesen. Der 9. November ist und bleibt einfach unser aller Schicksalstag und deshalb wäre es nur richtig er wäre Nationalfeiertag.