
Die USA führen einen Piratenkrieg gegen Venezuela, der aus Sicht vieler Experten klar völkerrechtswidrig ist. Fast 100 Zivilisten sind in internationalen Gewässern von der US-Marine als angebliche Schmuggler ohne jeden Beweis “terminiert” worden. Inzwischen werden auch zivile Schiffe wie Öltanker geentert – also obendrein eine Seeblockade, die ebenfalls völkerrechtswidrig ist. An der Drogenschmugglerthese ist zwar was dran – aber nicht so, wie die US-Regierung das der Welt erzählt. Wenn man sich die Karte anschaut, liegen da ein paar Tausend Kilometer Wasser zwischen Venezuela und den USA und der Weg wird obendrein durch einen Haufen Staaten versperrt, durch deren Hoheitsgewässer die Boote müssen; und das mit auf Hochgeschwindigkeit ausgelegten Außenbordern? Halten einen die US-Boys die Weltöffentlichkeit etwa für so blöd, wie sie selbst offenbar sind?
Venezuela ist sicher – wie jedes andere mittel- und südamerikanische Land – tief in den Drogenhandel verstrickt; aber wenn Drogenboote unterwegs sind, treffen die sich im Inselgewirr mit Frachtern, auf die die Ladung umgeladen wird. Deren Ziel ist vorzugsweise Europa – durch den Panama-Kanal kommend in diese Richtung unterwegs – und allenfalls ein kleiner Teil geht in Richtung USA. Ist der Militäreinsatz – unter mutmaßlicher Verübung von Kriegsverbrechen wie des nochmaligen Beschusses der nach dem ersten Angriff überlebenden Schiffbrüchiger – also nur vorgeschoben? Inzwischen hat Trump selbst die Katze aus dem Sack gelassen – und es ist wie immer: Es geht um die Ressourcen und Bodenschätze anderer Staaten, die sich die USA aneignen wollen.

Hugo Chávez war zwar ein sozialistischer Volkstribun, aber war es leid, dass sein Land von US-Konzernen ausgeplündert wurde, ohne dass ein entsprechender Anteil im Land verblieb (ein Problem, das auch viele Afrikaner haben). Zumindest war dies der Vorwand für die Verstaatlichung der Mehrheitsanteile von westlichen Petrolkonzernen in 32 Ölprojekten. Betroffen waren ExxonMobil, ConocoPhillips, Total (Frankreich), Statoil (Norwegen, heute Equinor), Chevron und BP. Die Reaktionen der Konzerne darauf fielen unterschiedlich aus; ConocoPhillips und ExxonMobil – die „Prozessierer“-Fraktion – weigerten sich, die neuen Bedingungen zu akzeptieren und prozessieren bis heute. ConocoPhillips erwirkte 2019 einen Schiedsspruch von 8,7 Milliarden Dollar; ExxonMobil bekam bereits 2014 1,6 Milliarden Dollar zugesprochen. Doch beide lehnen weiterhin die ursprünglichen Enteignungsbedingungen ab
Zu der Fraktion der „Akzeptierer“ gehört Chevron, das die neuen venezolanischen Regeln akzeptierte und als Minderheitsbeteiligter im Land blieb. Der Konzern konnte seine Geschäfte unter den neuen Bedingungen fortsetzen – offenbar als einzige der großen US-Firmen. Und schließlich gab es noch die “Stillen”, Total und Statoil: Beide europäische Konzerne akzeptierten die neuen Bedingungen ebenfalls und blieben teilweise in Venezuela engagiert. Ihre Reaktion war weniger öffentlich konfrontativ, wobei sie intern Kompensationsabkommen verhandelten. Venezuela argumentiert, dass die Verstaatlichungen nach innerstaatlichem Recht erfolgten und Entschädigungen angeboten wurden. Die Konzerne, die prozessieren, sehen dies hingegen als entschädigungslose Enteignung und fordern vollständige Marktwert-Kompensation. Diese Nuance wird in aktuellen politischen Debatten ignoriert, um eine pauschale „Enteignungsgeschichte“ zu konstruieren, die die Rechtmäßigkeit der venezolanischen Maßnahmen pauschal negiert und die US-Aggression als gerechtfertigt darstellt. Weltpolitisch ist es mal wieder das übliche Spiel: Wenn sich Russland oder China aus nachvollziehbaren sicherheitspolitischen Gesichtspunkten (alle spätestens dann berechtigt, wenn umgekehrt der Westen und die USA aus vorgeblich denselben Gründen ihre Finger im Spiel haben) absichern, ist das völkerrechtswidrige Aggression; wenn die USA ähnliche Spiele treiben, ist natürlich alles im Sinne der Menschlichkeit, der Demokratie und was einem sonst noch für Allgemeinplätze in den Sinn kommen. Venezuela überfallen – gut, Ukraine überfallen – böse?
Uneingeschränkter U-Boot-Krieg auch seitens der Ukraine
Womit wir bei einem weiteren Punkte wären, der keinen interessiert: Die Ukraine betreibt inzwischen so etwas wie einen uneingeschränkten U-Boot-Krieg – nur nicht mit U-Booten, sondern mit Überwasserdrohnenschiffen. Zivile Schiffe, die in irgendeiner Weise Kontakt zu Russland haben, sind die Ziele: Drohnenboote, die nur begrenzte Geschwindigkeit entwickeln müssen, aber mangels Mannschaft fast beliebig lange auf See sein können und dabei auch extreme Reichweiten haben, greifen inzwischen im Schwarzen Meer (unter Missachtung der türkischen Wirtschaftszonen), im Mittelmeer und im Atlantik vor der westafrikanischen Küste ohne Vorwarnung an. Dabei handelt es sich ebenfalls eindeutig um Kriegsverbrechen – und zwar nicht nur gegen Russland wie durch wiederholte Flugdrohnenangriffe auf Zivilgebiete und Zivilisten, sondern auf völlig Unbeteiligte. Denn weder bei den Eignern noch Reedern noch Besatzungen, geschweige denn den meisten anderen an diesem ziemlich verworrenen Geschäft Beteiligten handelt es sich um Russen.
Uneingeschränkter U-Boot-Krieg gehört ja quasi zum deutschen Brauchtum; neide Male wurden dadurch die USA in Weltkriege hineingezogen – und so schließlich dem deutschen U-Boot-Traum der Stöpsel gezogen. Das Problem dieses Mal liegt darin, dass die USA quasi Teil der U-Boot-Mannschaft sind. Deshalb kann das noch sehr lange so weiter gehen. Aber, logisch: Weil die USA beteiligt sind, ist natürlich völkerrechtswidrig völlig legal und ethisch korrekt…
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10 Antworten
@Was auch niemanden interessiert
nun ja – amerikanische Interessen gehen die Deutschen ja auch nichts an, wie es schon der Bundeskanzler Frahm erfahren mußte, als er nach Militärtransporten in Hamburg fragte – und die Rohstoffe in ihre Hand sichern, sei es Venezuela oder vor Israel und GAZA im Mittelmeer, dann schweigen willige transatlantischer Diener, wie es von ihnen erwartet wird.
Da muß man Habeck mal loben – er hat den deutschen Status einmal offengelegt !
…und wen interessiert es das Brüssel brennt… seit 3 Tagen protestieren die Bauern, ebenso in Frankreich aber die Medien schweigen.
War zufällig Jemand mal in Venezuela? Worüber keiner spricht, in Venezuela sind auch Russen, die Chinesen haben dort wie auch nun im Iran ihr neues Radarsystem stationiert. Damit ist der Tarnkappenvorteil der USA weg. Einen Abschuß einer US Drohne gab es ja schon. Und die Hisbollah ist auch im gößerem Umfang in Venezuela vertreten. Der Generalsekretär der United Socialist Party of Venezuela (PSUV), Diosdado Cabello, prophezeite, die USA in 10 Tagen zu besiegen. Die USA sprechen zwar von Drogen, Erdgas und Erdöl aber ich vermute, hier läuft noch ein anderes „Spiel“. Weit her geholt – die USA Friedensinitiative mit Rußland ist vielleicht ein Kuhhandel, wo andere Konfliktgebiete aufgeteilt werden könnten. Das Problem sind nur die vielen Akteure mit eigenen Interessen auf dem Parkett.
Das ist wie damals Anfang 60 – er Jahre.
Wer lässt schon im Vorhof seines
Landes Gefährder zu.
Maduro ist ein alstreiner Kommunist
und sehr gefährlich.
Venezuela ist reich an Erdöl.
Aber es fehlen die Ersatzteile.
Außerdem haben die eine sehr
hohe Kriminalitätsrate und auch
Korruption.
So ist es. Und sie sind mitverantwortlich für den Menschenhandel Richtung USA.
In der venezolanischen Regierung sind nun mal viele mit arabischen Wurzeln. Und es ist ihr Rassismus.
Was auch niemanden interessiert: Die Venezuala-Militäroperation der USA
…find ich gut Punkt
Ja eben. Wenn ich mit Informationen gefüttert werde wie: „… mit Frachtern, auf die die Ladung umgeladen wird. Deren Ziel ist vorzugsweise Europa – durch den Panama-Kanal kommend in diese Richtung unterwegs – und allenfalls ein kleiner Teil geht in Richtung USA. „, dann frage ich mich, woher diese Information stammt und ob sie nicht dem Wunschdenken des Autors bzw. dessen beabsichtigter Meinungsmache entspringt. 🙁
Ob die diesjährige Friedens-Nobelpreisträgerin María Corina Machado da helfen könnte?
Trump doch nicht die Rettung?
https://tkp.at/2025/12/21/trump-doch-nicht-die-rettung/
„Venezuela argumentiert, dass die Verstaatlichungen nach innerstaatlichem Recht erfolgten und Entschädigungen angeboten wurden.“ (Zitatende)
„Innerstaatliches Recht“ = Willkür
„Entschädigungen angeboten“ = „Friss oder stirb“
Na ja!
Verträge müssen eingehalten bzw. sind nur gemäß der Vertragsklauseln zu kündigen und die Förderanlagen gehören den Unternehmen, die sie finanziert und gebaut haben.