Was bisher geschah…

Das Deutschland-Haus: Nicht nur die Substanz, auch die Fassaden bröckeln (Symbolbild:Pixabay)

Der Mensch gilt als soziales Wesen. Soziales Verhalten hat Vorteile. Arbeitsteilung, Ernährung, Fortpflanzung, Abwehr von Gefahren gelingen in der Gemeinschaft besser. Die digitale Revolution, die entstehende Informationsgesellschaft, die lange Abwesenheit von Weltkriegen, das Fehlen existenzieller Herausforderungen sorgten in den letzten Jahren vor allem im entwickelten Westen für das Verschwinden vieler bedeutsamer Gemeinschaften. Darunter Phänomene, die unser Leben teils über Jahrtausende bestimmten.

Mit dem Christentum befindet sich die prägende abendländische Glaubensgemeinschaft schon seit geraumer Zeit in Auflösung. Die damit verbundenen Skandale, psychischen Verwüstungen und karitativen Defizite muss man nicht mühsam aufzählen. Auch die gewohnte staatliche Klammer, die ethnisch zumeist einigermaßen homogene Nation verschwindet. Ihre gesetzgeberische Kompetenz wird an intransparente supranationale Organisationen delegiert. In eine Sphäre, die zwar in international aufgestellten Berufsfeldern und der politischen Administration existiert, nicht aber in den Köpfen der sesshaften, höchst unterschiedlich sozialisierten Europäer.

Totalitarismus und Verschwendung

Der Widerspruch ergibt sich aus dem Bestreben globaler Unternehmen, die ihre Gewinne vornehmlich auf grenzenlosen Absatzmärkten mit möglichst uniformen, gläsernen, berechenbaren Konsumenten erzielen und dem sehr viel enger sozialisierten Bürger. Im Ergebnis weiß kein Mensch „unten“ mehr, wer irgendwo „oben“ eigentlich über seine Zukunft entscheidet. Eine derartige Entfremdung zwischen politischem Vertreter und kulturell verwurzeltem Bürger kann auf Dauer nicht funktionieren, jedenfalls nicht auf demokratische Weise. Wo Kontrolle und Transparenz fehlen, herrschen über kurz oder lang Totalitarismus und Verschwendung.

Auch die beruflichen Gemeinschaften zerfallen zusehends. Den Arbeitsalltag bestimmen Fluktuation, Firmenpleiten, Zeitarbeit, Minijobs, Homeoffice, Umschulungsmaßnahmen, Sozialhilfen. Den Gemeinschaften aus den Bereichen Sport und Kultur, also den Vereinen, geht’s kaum besser. Sie klagen über wegbrechende Mittel und fehlende ehrenamtlich Engagierte. Und selbst der Nukleus alles Sozialen – die Familie als „Zelle der Gesellschaft“ – funktioniert nicht mehr. Sie bricht auseinander, weil sie weder ökonomisch noch als demografische Daseinsfürsorge als notwendig erachtet wird. Besonders die „typisch deutsche Kleinfamilie“ wird als überholt dargestellt, wie man den bissig bis gehässigen Kommentaren unzähliger polyamouröser Zeitgeistredakteurinnen des Feuilleton entnehmen kann. Vermutlich auch, weil es zu gefährlich wäre, die den öffentlichen Raum mehr und mehr dominierenden „Großfamilien“ ähnlich geringschätzig zu begleiten.

Beinahe-Zwitter mit volatilem Hormonhaushalt auf Sinnsuche

Mit dem Verschwinden der in klassischen Familien verankerten Rollenbilder und Verhaltensweisen ändern sich de facto, will heißen: wissenschaftlich messbar, auch die tatsächlichen biologischen Dispositionen. Sie gehen nicht etwa, wie überall behauptet in vitaler Buntheit auf, sondern im genauen Gegenteil: Sie gleichen sich einander an. Die natürliche Bipolarität des Menschseins scheint – jedenfalls im Westen – am Ende angelangt. Sie wird abgelöst durch einen zunehmend ausgewogenen Cocktail aus männlichen und weiblichen Hormonen, der die Begründung für all die absonderlichen Bilder liefert, die uns täglich überfluten, und die zu begreifen, sich der Verstand weigert. Was wir sehen, ist keineswegs nur die ideologische Agenda einer Minderheit (die wirkt als Katalysator) sondern auch das Ergebnis der tatsächlichen Veränderung der Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft.

Mit anderen, härteren Worten: Der moderne, auf Konsum, Unterhaltung und schnelle Bedürfnisbefriedigung ausgerichtete Westen fördert nach dem instinktbefreiten Zeugungsunwilligen sukzessive nun den zeugungsunfähigen Zeitgenossen zutage. Einen Beinahe-Zwitter mit volatilem Hormonhaushalt, der seine geschlechtliche Zugehörigkeit immer öfter nach aktuellem Gefühlszustand wählt und verzweifelt nach Sinn sucht, wo keiner mehr ist. Zweimal im Jahr – so will es das Gesetz – kann der anthropologische Homunkulus sein verschwommenes Geschlecht jetzt selbst bestimmen. Und diese tragische Bestandsaufnahme wird nicht als Alarmsignal einer genetisch lebensuntüchtigen letzten Generation gewertet sondern als Ankunft der dritten Art gefeiert.

Akute Zerfallsprozesse

Es verschwinden also die Machos und es verschwinden die Frauen, deren innere und äußere Weiblichkeit einem den Schlaf rauben könnte. Teigige, ratlose Männchen und im Kasernenhofton schnarrende Begleiterinnen mit Beinen wie Bohrpfähle stoßen mich täglich im Discounter meines Vertrauens auf die Unabänderlichkeit dieser Entwicklung. Ich wage also die These, dass die mit Kopfschütteln begleiteten politischen Initiativen nicht nur programmatisch-zeitgeistige Verirrungen sondern veritable Spiegelbilder akuter Zerfallsprozesse sind.

Der beschriebene Verlust an Gemeinschaft, das Bröckeln des sozialen Kitts bringt natürlich ein ungeheures Sehnen nach Orientierung und Wiederaufnahme in eine Herde hervor. Am besten – Überraschung – eine, deren Ziele moralische Reputation und Vergebung aller Sünden verspricht. Das Angebot dafür ist reichlich. Besonders in Deutschland, dem Land des betriebsamen Fleißes, der nun abgewählten Kleingarten-, Kegel-, Angel- und Züchtervereine, der sozialen und der sozialistischen Bewegungen sucht die Jugend nun nach einem neuen fühlbaren Obdach.

Kultische Angebote fürs schwarze Loch der sozialen Leere

Und so ist es kein Wunder, dass gerade in Deutschland die kultischen Angebote das schwarze Loch sozialer Leere füllen. Betrachtet man die Prozessionen der „Fridays for Future”-, der „Black Lives Matter”- oder der Queer-Bewegung, „Ende Gelände”, „Letzte Generation” und „Xtinction Rebellion”, dann fällt auf, dass dort im wesentlichen Kinder oder Spätpubertierende auftauchen, die mit infantilen Ritualen und eingängigen Symbolen agieren. Pink und Rosa, Einhorn und Eisbär, Sonnenblume und Regenbogen, geballte Fäuste und viel kämpferisches Pathos dominieren, Anleihen aus Märchen-, Fabel- und Abenteuerwelten. Simple Erzählungen, mit denen man alle die einfängt, von denen man erwarten darf, dass nüchterne Abwägung, Rationalität und Logik oder angeeignetes Wissen noch nicht zu Störfaktoren gereift sind. Wir wollen jetzt „Wählende“ mit 14!

Man schaue mal genau hin – die Demos bestehen in überwältigender Mehrheit aus Mädchen im Teeniealter nebst einer Anzahl zugehöriger, adoleszierender Buben. Die auf den Bühnen vor ihnen schon richtig gut funktionieren, heißen Carla, Luisa, Greta, Ricarda oder Carola. Wenn Sie mal groß sind, werden sie so wie Anne, Sandra, Marietta, Maybritt, Claudia oder Saskia. Und noch etwas später geht ihnen eventuell dann ein spätes Licht auf.

Die Exorzisten verstehen keinen Spaß

Es sind Jünger nützlicher, sektenähnlich organisierter apokalyptischer Bewegungen, mit dem sich das Geld umverteilen lässt, das Notenbanken über Jahre haben herabregnen lassen. Denn sie korrespondieren vortrefflich mit globalistischen Konzepten der Allianz aus Wirtschaft, Politik und Medien. Die zugehörigen Hohepriester verbreiten nach uraltem Muster Ängste und verkaufen dann ihre Rettungskompetenz. Es erstaunt, wie wenig den naiven, teils schrillen Gefolgschaften die privaten, auf höchst konventionelle Weise privilegierten Lebensumstände derjenigen auffallen, die sie von hoher Bühne zu täglichem Verzicht, zivilem Ungehorsam oder auch schon mal unzivilisierter Gewalt gegen alle aufrufen, die sich dem Great Reset, dem Green Deal, der One World verweigern oder sich gar als Kritiker exponieren. Wer die globalistischen Umbaubewegungen in Frage stellt, landet am Pranger oder im Knast. Die Exorzisten verstehen keinen Spaß. Aber der Strom nützlicher Idioten wird so schnell nicht versiegen… die aktuelle Leistungsbilanz aus den Schulen ist beruhigend desaströs.

Momentan ändert sich allerdings die Geschäftsgrundlage. Es fühlt sich an wie vor einem Orkan. Die einen packen die Koffer, die anderen Notstromaggregate, Gasflaschen, Kanister und Wasserkästen in den Keller und Bargeld in die Schrankwand. „Wir sind Prepper!”, könnte „Bild” titeln. Auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die, die uns diese Situation eingebracht haben, hat man sich trotz jahrelanger Warnungen nicht verständigen können. Aber dass da etwas kommen wird, spüren jetzt auch die letzten Schlafmützen. Nun ist ihr ‚Wir schaffen das‘ also Realität. Wer heute durch deutsche Großstädte streift, sieht ein Land, bei dem der Reset-Knopf ausreichend lange gedrückt wurde und das nun erschreckend schnell – fast möchte man sagen: endlich – herunterfährt. Die unaufhörlichen Notstände kommunaler und nationaler Tragweiten, ob nun als „Nazi-”, „Klima-” oder „pandemischer Notstand”, werden allmählich durch einen tatsächlichen Notstand abgelöst.

Schildaeske Energiewende

Allerorten fehlen trotz der riesigen Migrationsströme der letzten Jahre die Arbeitskräfte. Wir blicken auf vier Millionen Einwanderer, aktuell sechs Millionen Leistungsempfänger, finden aber keine dreitausend Mitarbeiter für die kollabierenden Flughäfen oder gar ausreichend Personal für Bau, Gastronomie, Pflege oder Landwirtschaft. Es veröden Innenstädte, rosten Bahntrassen und Brücken. Das letzte deutsche Unternehmen ist aus den Top-100 der Marktkapitalisierung gefallen. 2017 waren dort noch sieben Konzerne vertreten. Die unternehmerische Kreativität, der einzige verlässliche Quell des Wohlstands hat Deutschland verlassen. Die Sozialkassen leeren sich.

Strom- und Benzinpreise befinden sich dank einer schildaesken Energiewende schon seit längerem an der Weltspitze. Rekordinflation greift um sich. Deutschland hat dem Treiben der Europäischen Zentralbank so lange zugesehen, bis ein Funke den Großbrand entzünden konnte. Eine konzertierte Geldentwertung scheint nun unausweichlich. Fahren, Heizen, Duschen und Essen könnten schon bald rationiert werden.

Neue Tagesabläufe für den staatsbediensteten Pöbel im Outback

Die aus dem – von Medien vehement geforderten – politischen Inzest hervorgegangene Regierungskoalition skizziert schon mal den Tagesablauf für den noch nicht staatsbediensteten Pöbel draußen im herbstlichen Outback: Warmwasser von Sieben bis Neun und dann nochmal abends. Wenn’s gut läuft. Als Disclaimer stets vorangestellt, dass das plötzliche Unbill im Land keineswegs auf die seit Jahren kritisierte Misswirtschaft zurückzuführen, sondern höheren Gewalten namens „Putins Krieg” und Corona geschuldet sei. In gespielter Demut lässt man freilich auch schon mal durchblicken, dass es sich im Grunde ja so oder so um unsere Buße für eine verschwenderische Lebensweise über Jahrzehnte handele, die wir besser heute als morgen als eine Hans-im-Glück-Geschichte begreifen müssten. Infantilität allerorten.

Mit nichts in der Hand…ins Abenteuerland!” Mit anderen Worten – wenn sich unsere Kinder auf Autobahnen festkleben und andere sauer erarbeitetes Geld säckeweise davontragen, dann ist all das nur zu unserem Besten. Man muss nicht immer negativ sein – man kann auch fröhlich frieren! So ganz Unrecht haben sie damit nicht, die Volksbelehrer. Langfristig gesehen. Nun kommt er also: Der Leidensdruck. Fast möchte man nochmal laut ausrufen: Endlich! Die Geisterfahrt ging erstaunlich lange gut. Unsere behauptete Übernatürlichkeit markierte den Anfang vom Ende. Ein erstaunlich fahrlässiger Umgang mit dem Geschenk des Lebens.

4 Kommentare

  1. Zwei Dinge wurden meiner Meinung nach mindestens vergessen:
    1. Zustrom von Tausenden und Abertausenden arbeitswilligen hochqualifizierten Fachkräften.
    2. Corona bis zum Ende der uns bekannten Menschheit.
    Ich denke (fürchte), es können aber noch Gründe sein:

  2. Je dümmer ein Volk desto doller! Die Deutschen lassen sich Alles, wirklich Alles was sie besitzen einfach freiwillig wegnehmen. Es gibt kein dümmeres Volk im Universum.

  3. Der Deutsche braucht’s anscheinend knüppeldick. Und auf geht’s, abermals in den Abgrund. Ich lese die Scherben dann nicht mehr auf. Bin seit Jahren/Jahrzehnten „Nazi“, „immer so negativ eingestellt“. Nun lehne ich mich zurück und „genieße“ den Untergang dieses Irrenhauses BRD. Es wollte kaum jemand hören, nun sollen und werden sie fühlen, die „hier schon länger lebenden“. Mit dieser Gesellschaft habe ich längst abgeschlossen. Auf in den Abyss!

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