
Der arme Wal Timmy kämpft in der flachen Ostsee vor Poel um sein Leben – und was macht Deutschland? Statt entschlossen zu handeln, versinkt alles wieder im üblichen Sumpf aus Bürokratie, Gutachten, Zuständigkeitsstreit und „Experten“, die sich gegenseitig absichern. Ein 12-Tonnen-Wal liegt im Sterben, weil sein eigenes Gewicht die Organe zerquetscht – und statt alles Menschenmögliche zu versuchen, wird diskutiert, abgewogen und letztlich zugeschaut. „Der Sterbeprozess ist bereits eingeleitet“, heißt es. Man könne nichts machen, alle Maßnahmen brächten mehr Leid als Rettung.
Die Genehmigung zur Rettung wird daher aus Tierschutz- und Tierwohlgründen nicht erteilt. Also sieht man lieber dem Tier lange beim leidvollen Sterben tatenlos zu, als das Leid durch Rettungsversuche zu vergrößern? Das ist pervers. Der sterbende Wal in der Ostsee ist ein trauriges Sinnbild für unser Land: Wenn es wirklich drauf ankommt, wenn schnelles und mutiges Handeln gefragt ist, dann siegt die deutsche Beamtenmentalität. Hauptsache, niemand trägt Verantwortung! Hauptsache, alles ist rechtlich wasserdicht! Auch wenn ein majestätisches, außergewöhnliches Tier dafür qualvoll verendet.
Viel reden, nicht handeln
Es geht nicht nur um den sterbenden Buckelwal. Es ist genau wie mit allen anderen Krisen: Erst wird viel geredet, dann folgen die Gutachten – und dann wird nichts getan. Der arme Timmy zeigt uns gnadenlos, wohin diese Haltung führt. Wann wacht Deutschland endlich auf und lernt wieder, dass in echten Notfällen Taten statt Papierkram zählen?
Für das Museum in Stralsund, das die Obduktion vornehmen und anschließend das Walskelett ausstellen wird, ist dieser seltene Fall eines großen Wals, der in der Ostsee stirbt, opportuner als eine Rettung – wenn auch ungewollt. Und die Tierschutzverbände? Die singen bereits im “Der Wal stirbt”-Chor. Ich blende an dieser Stelle einmal die fachlichen Aspekte wie tierärztliche Risikoabwägung oder die einhelligen Expertenpositionen etwa des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung an der Tierärztliche Hochschule Hannover (ITAW) oder der Whale and Dolphin Conservation gGmbH (WDC) weitgehend aus und bin mal ganz emotional: Das alles ist kaum zu ertragen – wenngleich allerdings auch aus der Entfernung zugegebermaßen schlecht zu beurteilen. Doch nicht nur das kleine, gerechtigkeitsfanatische und tierliebende Mädchen in mir wünscht sich eine Rettungsaktion, bei der Timmy irgendwie doch noch direkt in den Atlantik verbracht wird.
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10 Kommentare
die Regierung hat noch weitere Wale bestellt um vom eigenen Versagen abzulenken.
So will es der GRÖVAZ (größter Versager aller Zeiten)
das Problem in unserem Land ist das kleine heulende Mädchen und andere Naseweise inzwischen überall mit bestimmen und nach Emotionen gehandelt wird
Man hat doch mehrere Versuche unternommen, das blöde Vieh wollte aber immer wieder zurück und ist wieder gestrandet. Irgenwann ist halt mal Schluss mit den ganzen Massnahmen.
Ist wie die Vogelrettung bei Ölkatastrophen, die geretteten und gereinigten Tiere krepieren trotzdem alle, nur ein paar Tage später.
das Problem sind die Langwellenunterwasserantenn für die U-Boot Kommunikation die das Navigationssystem der Wale stören.
Es ist doch merkwürdig das immer dann Wale stranden wenn das Böse Land USA wieder einen Krieg angezettelt hat.
Wahrscheinlich sterben jeden Tag irgendwo in den Weltmeeren Wale. Wenn man es aus relativer Nähe beobachtet, mag es manchem zu Herzen gehen. Aber dass es der sterbende Wal regelmäßig in die aktuellen Nachrichten der „Leitmedien“ schafft, sagt viel über deren Zustand aus. Boulevard. Sensationen. Ablenkung vom völligen ReGIERungsversagen.
Saugbagger chartern und Schwimmrinne saugen oder den Wal mit künstlichen Wellen bewegen.
Es fehlen Leute wie der Typ letztens, der den festgefrorenen Schwan gerettet hat.
Bagger waren doch schon im Einsatz und insofern sogar erfolgreich, als der Wal anschließend wieder in tieferes Wasser gelangen konnte.
Was ich nicht verstanden habe, ist, weshalb die Leute, die den Wal anschließend zurück in die Nordsee leiten wollten, ihre Aktion mit zunehmender Dunkelheit einfach abbrachen und den Wal wieder sich selbst überließen mit der Folge, daß er am nächsten Morgen noch weiter als zuvor in die Ostsee hineingeschwommen war.
Ich hätte es ebenfalls gerne gesehen, wenn zumindest noch ein weiterer Rettungsversuch gestartet worden wäre. Den natürlichen Tod eines Wals im Meer kann man sicher nicht vergleichen mit dem sich tagelang hinziehenden Todeskampf des besagten Buckelwals auf einer Sandbank. Das muß Folter für das Tier sein.
Lehrvorführung, wie man das Sterben eines Staates geschickt und gewinnbringend vermarkten kann.
Was ist, wenn der Wal nur ein ruhiges Plätzchen zum Sterben gesucht hat, weil er ahnte, daß sein Ende kommen wird?
Kann man das Tier denn nicht in Ruhe sterben lassen? Ist Sterben etwa verboten?
„Der Sterbeprozess ist bereits eingeleitet“ trifft auch auf den Industriestandort Deutschland und die deutsche Nation zu. Diese unfähige Regierung beschleunigt den Prozess nur noch.