
Was geht im Iran eigentlich vor sich? Die ehrliche Antwort: Man weiß es nicht genau. Umso mehr lohnt der Blick auf das, was sich im iranischen Machtapparat tatsächlich von außen beobachten lässt. Während der Krieg mit Israel und den Vereinigten Staaten in eine fragile, von gegenseitigen Drohungen und Verhandlungen über die Öffnung der Straße von Hormus geprägte Phase eingetreten ist, baut Teheran erkennbar seine Sicherheitsarchitektur um. Das ist kein nebensächliches Personalspiel. Es geht hier um die Frage, wer den iranischen Staat nach den schweren Schlägen gegen seine militärische und politische Führung tatsächlich kontrolliert. Eines lässt sich dabei inzwischen mit einiger Sicherheit sagen: Von einer Mäßigung des Regimes kann gegenüber der Zeit vor dem US-israelischen Angriff keine Rede sein. Im Gegenteil.
Die Ernennung von Mohsen Rezaei zum Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates ist dafür das deutlichste Signal. Der frühere Kommandeur der Revolutionsgarden (IRGC) gehört zu den erfahrensten und zugleich ideologisch härtesten Figuren des iranischen Machtapparats. Reuters berichtete, dass ihn der neue Oberste Führer Mojtaba Khamenei zusätzlich zu seinem Vertreter im Sicherheitsrat machte. Rezaei ersetzt Mohammad Bagher Zolqadr, der seinerseits zum politischen Berater Khameneis aufrückte. Diese Umbesetzungen stellen keine zufällige Rochade dar: Rezaei steht für eine Sicherheitsdoktrin, in der die Revolutionsgarden nicht lediglich ein Teil des Staates sind, sondern dessen eigentliche Machtversicherung. Seine Berufung fällt zudem in eine Phase, in der die Verhandlungen über die Zukunft der Straße von Hormus eine strategische Dimension angenommen haben. Teheran versucht, seine Kontrolle über die wichtigste Energiewasserstraße der Welt als Druckmittel gegenüber Washington einzusetzen. Noch am Donnerstag behauptete der Basij-Chef Hossein Taeb laut “Reuters“, Iran kontrolliere die Meerenge vollständig.
Der eigentliche Gegner könnte im Inneren sitzen
In dieser Situation ausgerechnet Rezaei an die Spitze des nationalen Sicherheitsapparates zu setzen, ist eine klare Botschaft: Die Sicherheitsinteressen des Regimes haben Vorrang vor jeglichen politischen Öffnungsversuchen. Auch die Besetzung der Revolutionsgarden weist in diese Richtung: Ahmad Vahidi steht inzwischen an der Spitze der IRGC. Seine Karriere ist eng mit dem Sicherheits- und Militärapparat der Islamischen Republik verbunden. Die Revolutionsgarden sind damit nicht geschwächt, sondern versuchen, ihre beschädigte Führungsstruktur zu konsolidieren, wie auch “Sepah News” einordnet. Diese Konsolidierung ist der entscheidende Punkt. Es geht um Zementierung, nicht Veränderung. Man sollte die iranische Führung auch nicht mit einem normalen Ministerium verwechseln, bei dem der Austausch einzelner Generäle lediglich eine Personalentscheidung ist; in der Islamischen Republik sind die Revolutionsgarden zugleich militärische Organisation, wirtschaftlicher Machtfaktor, Nachrichtendienst, ideologisches Instrument und Garant des Regimes. Wenn ihre Führung nach einem Krieg neu geordnet wird, geht es deshalb nicht nur um die militärische Befehlskette, sondern ums Überleben des gesamten Systems.
Besonders interessant ist deshalb die Rolle der Basij-Miliz: Hossein Taeb, der ehemalige Geheimdienstchef der Revolutionsgarden, ist wieder eine zentrale Figur des Sicherheitsapparates. Und gerade Taeb steht wie kaum ein anderer für die innere Repression des iranischen Systems – ein klares Signal nach innen. Ein Regime, das sich seiner eigenen Bevölkerung sicher wäre, müsste seinen repressiven Apparat nicht gleichzeitig mit dem militärischen neu justieren. Iran befindet sich jedoch wirtschaftlich unter enormem Druck, die Infrastruktur und militärischen Kapazitäten sind durch den Krieg beschädigt, und die gesellschaftliche Unzufriedenheit ist keineswegs verschwunden. Die Basij sind deshalb nicht nur eine Reserve für den äußeren Krieg. Sie sind vor allem ein Instrument für den Krieg im inneren. Wer glaubt, dass eine Waffenruhe automatisch politische Entspannung bedeutet, verwechselt die Front mit dem eigentlichen Konflikt. Die iranische Führung muss zwei Kriege gleichzeitig führen: einen gegen ihre äußeren Gegner – und einen um die Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft im eigenen Land.
Gefährliches Vakuum
Noch interessanter als die öffentlich verkündeten Ernennungen sind allerdings jene Positionen, bei denen Informationen fehlen.
Nach den schweren Schlägen gegen die iranische Führung besteht ein erhebliches Problem: Teheran muss nicht nur neue Kommandeure finden. Es muss Personen finden, denen es vertraut. Das ist ein fundamentaler Unterschied. Ein Geheimdienst kann einen General ersetzen. Schwieriger ist es, einen neuen Nachrichtendienstchef zu finden, wenn gleichzeitig die Sorge besteht, dass ausländische Dienste tief in die eigenen Sicherheitsstrukturen eingedrungen sein könnten. Gerade deshalb sind Lücken im iranischen Sicherheitsapparat politisch bedeutsam. Sie können auf Personalmangel hindeuten, auf Misstrauen innerhalb der Führung – oder auf eine bewusste Abschottung, bei der Informationen nur noch über einen kleinen Kreis laufen. Für Israel wäre das kurzfristig eine gute Nachricht. Langfristig ist es das keineswegs: Denn ein iranisches Regime, das sich von einer offenen Gesellschaft weiter entfernt, seine Sicherheitsdienste stärkt und seine Macht auf einen immer kleineren Kreis loyaler Hardliner konzentriert, wird nicht automatisch berechenbarer – im Gegenteil: Ein Regime, das sich eingekesselt fühlt, kann gefährlicher werden. Und genau deshalb ist die Entwicklung schlecht – nicht nur für Israel, sondern für die ganze Region.
Zweifellos hat Israel mit seinen militärischen Schlägen die iranische Machtstruktur schwer getroffen. Doch militärische Erfolge und politische Stabilität sind zwei verschiedene Dinge. Es wäre deshalb ein gravierender Fehler, aus der Schwächung einzelner iranischer Kommandeure auf eine Schwächung des Systems insgesamt zu schließen. Teheran versucht gerade das Gegenteil: Es ersetzt gefallene oder ausgeschaltete Führungspersonen durch Männer, deren Loyalität gegenüber der Islamischen Republik außer Frage steht. Es stärkt die Revolutionsgarden. Es bringt erfahrene Hardliner in die zentralen Sicherheitspositionen. Und es hält gleichzeitig die Straße von Hormus als strategischen Hebel in der Hand. Diese Entwicklung sollte nicht unterschätzt werden. Für Israel bedeutet das, dass die iranische Bedrohung keineswegs verschwunden ist. Für die Vereinigten Staaten bedeutet es, dass jede Verhandlung über Hormus nicht nur eine wirtschaftliche, sondern eine sicherheitspolitische Frage ist. Für die Golfstaaten bedeutet es, dass ein geschwächter Iran keineswegs automatisch ein weniger gefährlicher Iran ist.
Was folgt aus der Schwächung
Für die Iraner selbst könnte die Entwicklung womöglich sogar am nach. Denn wenn sich ein Regime nach einem militärischen Schock nicht öffnet, sondern seine repressiven Strukturen verstärkt, entsteht eine gefährliche Spirale: wirtschaftliche Krise, gesellschaftliche Unzufriedenheit, außenpolitische Konfrontation – und darauf eine noch härtere innere Repression. Die eigentliche Frage, die sich stellt, ist daher nicht, ob das iranische Regime nach den Schlägen Israels und der Vereinigten Staaten geschwächt wurde; natürlich wurde es das. Die entscheidende Frage lautet: Was folgt nun aus dieser Schwächung? Ein Iran, der zu einer politischen Neuordnung bereit wäre, könnte aus der Krise einen Ausweg suchen. Doch ein Iran, der seine militärische und politische Macht bei Revolutionsgarden, Sicherheitsapparat und Basij konzentriert, dürfte sich eher für den entgegengesetzten Weg entscheiden. Und leider sprechen alle bisherigen Personalentscheidungen eher für Letzteres.
Genau darin liegt die Ironie dieses Krieges: Man kann die militärischen Fähigkeiten eines Regimes erheblich beschädigen – und gleichzeitig dessen politische Führung dazu bringen, sich noch fester in den Händen jener Kräfte zu verschanzen, die seit Jahrzehnten für seine aggressive Außenpolitik und seine brutale Innenpolitik stehen. Das wäre schlecht für Israel – aber eben nicht nur für Israel. Es wäre auch schlecht für das iranische Volk, schlecht für die Stabilität der Golfregion, schlecht für den Welthandel und die internationale Schifffahrt. Und schlecht für jeden künftigen Versuch, aus einer militärischen Konfrontation irgendwann eine politische Neuordnung entstehen zu lassen. Der gefährlichste Iran ist nicht zwangsläufig der stärkste. Das könnte vielmehr der Iran sein, der glaubt, nur noch durch Härte überleben zu können.
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8 Kommentare
Wieder das ewige hin und her und könnte sein.
Für mich ist das von Anfang an klar das der Iran ein Islamistischer Staat ist der nicht zimperlich mit seinen inneren und äußern Feinden umgeht. Tramp machte den Fehler das er dachte er könnte den Iran mit seinen Tricks als Immobilienhai besiegen. Religiöse Fanatiker kommt man nicht so einfach bei. Das ist Fakt. Jede Betrachtung von außen kann nur zu Fehleinschätzungen führen und endet wieder einmal in Rumgesülze.
Zitat: „Jede Betrachtung von außen kann nur zu Fehleinschätzungen führen und endet wieder einmal in Rumgesülze.“ (Zitatende)
Es gibt mindestens zwei „Außenbetrachtungen“, die keine „Fehleinschätzung“ zulassen:
– Das Absprechen der Existenzberechtigung gegenüber Israel (ganz offiziell aus dem heraus, was das Verbrecher-Mullah-Regime als „Parlament“ deklariert) sowie die Finanzierung der bestialischen Gräuel des 7. Oktober 2023.
– Die Bestrebungen dieser Verbrecher, Atomwaffen herzustellen.
Damit liegen auch die beiden Motive für Trumps Iran-Krieg offen: Die Loyalität gegenüber Israel und die Beibehaltung des westlich-internationalen Konsenses bzgl. der iranischen Atombewaffnung. (Wenn ich das richtig mitbekommen habe, wird ersteres vehementer kritisiert von dem isolationistischen Teil der MAGA-Bewegung als letzteres.)
Dass auch Trump „Fehleinschätzungen“ bzgl. der innenpolitischen Situation tunlichst vermeiden will, erkennt man daran, dass er nie und nimmer einen Regime-Change durch Bodentruppen erzwingen werden will. Viel zu unklar ist die innenpolitische Situation, insbesondere der Zustand der Opposition und der Rückhalt dieses Verbrecher-Regimes in der iranischen Bevölkerung. Da wird Trump Ihnen recht geben.
Trump hat (wenn man es durch die Brille des Grenznutzens sehen will) mit optimalem Einsatz Optimales erreicht: Das Mullah-Regime ist faktisch geschwächt und es wird auf absehbare Zeit keine Atomwaffen herstellen können. Möglicherweise wiederholen die USA in einigen Jahren einen solchen Militärschlag, außer die nächste Republican-Regierung wird das Trump’sche Strategiepapier noch mehr in Richtung Isolationismus verschieben. Dann wird die Zukunft des iranischen Verbrecher-Regimes eine europäische Angelegenheit werden. Bei dem europäischen links-woke-islamischen Zeitgeist ist das eine grauenhafte Vorstellung — jedenfalls für mich.
Ihre Betrachtung ist doch recht einseitig. Es gibt noch mehr Regime die verbrecherische Ambitionen haben. Die näheren Zusammenhänge Ihnen zu erklären wäre so als wenn man einem Blinden die Farben erklärt. Die ganzen Zusammenhänge der von ihnen angeführten Argumente ins einigermaßen richtige Licht zu rücken würde den Rahmen hier sprengen. Übrigens was Trump da macht ist auch eine verbrecherische Weltpolitik wirtschaftlich wie militärisch. Nur mal so neben bei bemerkt.
Sie haben meinen Kommentar nicht verstanden oder wollen das nicht.
Zitat: „Übrigens was Trump da macht ist auch eine verbrecherische Weltpolitik wirtschaftlich wie militärisch.“ (Zitatende)
Ich habe deutlichst geschrieben, dass sich Trump dem westlich internationalen Konsens angeschlossen hat, demgemäß es zu verhindern gilt, dass der Iran Atomwaffen herstellt. Trump schließt sich diesem Konsens nicht „verbrecherisch“ an, wie sie behaupten und werten, sondern konsequent, wie ich behaupte und werte.
Lassen wir es doch einfach so stehen, dass Sie es für weltpolitisch in Ordnung halten, dass dieses Verbrecher-Regime über Atomwaffen verfügt, und ich eben NICHT.
Auch die Loyalität der USA gegenüber Israel ist letztlich eine ethisch-moralische Frage der Weltpolitik.
Ihre selbstgefällig zeitgeisteingelullte Sicht versperrt Ihnen die Sicht auf Ihre eigenen blinden Flecken, die Sie projezieren. Nichts haben sie vorzutragen, das bedenkenswert wäre, meine nun wiederholt vorgetragenen Standpunkte zu reflektieren. Alles, was zu erkennen ist, ist angedeutete, stereotype USA-Kritik.
Dass sogar im obigen Artikel „Iran“ und „iranisches Regime“ teils als Synonyme verwendet werden, zeigt in der Tat wie wenig wir über das „Innenleben“ des Iran wissen. Dies wiederum zeigt auch, dass es zur Vorgehensweise von Trump keine Alternative gibt: Schwächung der militärischen Schlagkraft des Regimes und möglicherweise Schwächung des Regimes. Nichts weiter. Alles weitere geschieht durch das iranische Volk — oder geschieht gar nicht.
Dass die Zufälle der Geographie diesem Verbrecher-Regime die Straße von Hormuz geschenkt haben, ist eben so. Diese Störungen der Weltwirtschaft sind hinzunehmen. Sie sollten m.E. an den weltpolitischen Zielen bzgl. des Iran nichts ändern:
– Der Iran darf keine Atomwaffen haben.
– Kein Staat der Welt darf einem anderen Staat das Existenzrecht absprechen.
Dies sind eigentlich weltpolitische Ziele einer übernationalen Organsation. Aber was will man heute ernsthaft von der Versager-Organisation UNO erwarten, dieser Organisation mehrheitlich nicht- und antidemokratischer Staaten? Aufgabe der UNO wäre es auch, das bestehende internationale Abkommen für die Straße von Hormuz durchzusetzen. Aber? Nichts geschieht von dieser Versager- und Absahner-Organisation.
@Rasio Brelugi
„Alles weitere geschieht durch das iranische Volk — oder geschieht gar nicht.“
Man kan einen Regime-Change nicht herbeibomben. Genau das haben schon viele Experten weltweit, auch europäische, US-Amerikanische, sowie Russische und Chinesische schon Anfang März diesen Jahres so gesagt.Es war klar, dass Trump mit seinem Vorhaben einen Regime-Change zu vollziehen, scheitern würde.
Trump hat genau das Gegenteil erreicht. Er hat das Mullah-Regime gestärkt. Die gemäßigten Kräfte innerhalb des Mullah-Regime wurden sogar durch die Hardliner in den letzten Monaten ausgetauscht. Das sagen inzwischen auch viele westliche Journalisten und Reporter weltweit, auch russ. und chinesische!
Mit den Bombardierungen hat er nichts erreicht.
Selbst die Mullah-Gegner sind empört über die großen Bombardements der USA , weil viele US-Bombardements die Zivileinrichtungen im Iran zerstört haben. Darüber habe ich schon vor ein paar Monaten hier auf Ansage geschrieben.
Und selbst Trump hat vor ein paar Wochen laut in einem Interview zugegeben, dass das Mullah-Regime überhaupt nicht geschwächt wurde, nachdem er sich gewundert und zugleich darüber empört hat, dass bei der Beerdigungszeremonie von Ali Chamenei Anfang Juli insgesamt ca. 40 Millionen Iraner teilnahmen, weil es im gesamten Iran Kundgebungen für die Beerdigungszeremonie von Ali Chamenei gab. Dort wurde er überall als ein großer religiöser Führer gewürdigt und die Menschenmengen haben ihm dort zugejubelt.Trump war perplex , doch seine Geheiemdiensten haben das bestätigt,dass es stimmt. Offenbar hat das Mullah Regime doch noch einen sehr großen Rückhalt in der Bevölkerung im Iran. Und Trumps Krieg hat überhaupt nichts positives Richtung Regime-Change im Iran bewirkt.
Trump ist halt auch nur ein dummer NeoCon. Er ist überhaupt kein MAGA.
„Aber was will man heute ernsthaft von der Versager-Organisation UNO erwarten, dieser Organisation mehrheitlich nicht- und antidemokratischer Staaten? Aufgabe der UNO wäre es auch, das bestehende internationale Abkommen für die Straße von Hormuz durchzusetzen. Aber? Nichts geschieht von dieser Versager- und Absahner-Organisation.“
Zu dieser Hormus-Blockade wäre es gar nicht erst gekommen, wenn USA und Israel gar nicht erst den Angriffskrieg gegen den Iran entfesselt hätten.
Trump wollte ja unbedingt den großen Führer spielen. Er hat nicht einmal auf seine Berater gehört, die ihn von diesem Krieg gegen den Iran abbringen wollten.
Stattdessen will er jetzt weiterhin an seinen Zielen festhalten und am liebsten alles erledigen:
Ukraine helfen den Krieg gegen Russland zu gewinnen, In Kuba einen Regime-Change durchführen, Grönland annektieren. Er hilft weiterhin Israel!
Außerdem sieht er bei Israels offensichtlichen Kriegsverbrechen in Südlibanon und Gaza einfach weg (im Schatten des Irankrieges). Und nebenbei lässt er noch Somalia bombardieren. Trump hat komplett den Verstand verloren. In diesem Punkt gebe ich den ehemaligen MAGA-Anhängern um Tucker Carlson zu 100% Recht!
Zitat: „Es war klar, dass Trump mit seinem Vorhaben einen Regime-Change zu vollziehen, scheitern würde.“
Sie sind völlig falsch informiert. Trump hat den Regime-Change im Iran nie als Kriegsziel ausgegeben, auch wenn er natürlich gesagt hat, dass der Sturz des verbrecherischen Mullah-Regimes ihm sehr passen würde. (Die KI sucht Ihnen ohne Aufwand alles raus, was Trump zum Regime-Change im Irak gesagt hat; das ist sehr klärend.)
…
Zitat: „Selbst die Mullah-Gegner sind empört über die großen Bombardements der USA , weil viele US-Bombardements die Zivileinrichtungen im Iran zerstört haben.“
Ja, was denken Sie denn, was Krieg ist? Was denken Sie denn, was mit den deutschen Steuergeldern in der Ukraine alles angerichtet wird? Und wenn die USA eine Brücke zerstören, die militärische Relevanz hat, dann zerstören sie nicht nur die militärische, sondern auch die zivile Relevanz der Brücke. Wenn Trump das US-Bombardement selbst im realistischen Rahmen weitergetrieben hätte, stünde auf der Insel Kharg (mit der zentralen Öl-Verladeinfrastruktur des Iran) kein Stein mehr auf dem anderen.
…
Zitat: „Mit den Bombardierungen hat er nichts erreicht.“
Das sehe ich anders. Er hat das Mullah-Regime finanziell und militärisch geschwächt. Dass dieses Verbrecher-Regime trotzdem einen großen Rückhalt in der iranischen Bevölkerung hat, hat Sie offensichtlich verwirrt. Jedenfalls macht die von mir so bewertete Schwächung dieser Verbrecher es unwahrscheinlicher, dass diese weiterhin solche bestialischen Terroranschläge wie den 7. Oktober finanzieren werden.
…
Zitat: „Zu dieser Hormus-Blockade wäre es gar nicht erst gekommen, wenn USA und Israel gar nicht erst den Angriffskrieg gegen den Iran entfesselt hätten.“
Ach was! Lassen wir es doch einfach so stehen, dass Sie gerne den Iran seine verbrecherischen Terrorakte weiterfinanziert gesehen hätten für einen reibungslosen Ablauf der Weltwirtschaft — und ich eben nicht. Ich bin bereit 50 Cent pro Liter an der Tankstelle mehr zu bezahlen (auch wenn mir das nicht leichtfällt), wenn dadurch ein weiterer 7. Oktober unwahrscheinlicher wird. Aber jeder hat eben so seine weltanschaulich-ethischen Prioritäten.
…
Zitat: „Ukraine helfen den Krieg gegen Russland zu gewinnen, In Kuba einen Regime-Change durchführen, Grönland annektieren. Er hilft weiterhin Israel! … Und nebenbei lässt er noch Somalia bombardieren. Trump hat komplett den Verstand verloren.“
Wenn man auf der Schiene der stereotypen USA-Kritik unterwegs ist, kann man das so sehen. Das ist so schön einfach. Auch ich schüttele den Kopf darüber, aber angesichts einer Welt, die eher einem Augiasstall gleicht.
Ich bin mir sicher, dass die nächste Republican-Regierung der USA den Isolationismus des aktuellen Strategiepapieres der US-Administration noch weiter ausbauen wird. Ich bin mir unsischer, ob wir dann in einer besseren Welt leben werden.
Amerika hat Interessen. Amerika verhandelt aus Prinzip nicht, Amerika diktiert. Für ALLE auf der anderen Seite des Tisches bedeutet das: Entweder man macht das Knie krumm und kuscht, oder man macht sich gerade. Das geht – Vietnam und Afghanistan sind Beispiele für Option zwei.