Was man in einem deutschen Krankenhaus so erlebt…

Was man in einem deutschen Krankenhaus so erlebt…

Lieber Gott, lass mich hier heil rauskommen… (Symbolbild:Shutterstock)

Wegen einer kleinen Operation musste ich ins Krankenhaus. Wenige Tage zuvor waren die Voruntersuchungen fällig. Doch anscheinend wurden alle Patienten zur gleichen Zeit einbestellt, – denn ich fand mich bei der Anmeldung in einer kleinen Schlange wieder. Was verwunderte: Die elektronische Patientenakte ist in diesem Krankenhaus wohl noch ein Fremdwort; jedenfalls würde noch nicht funktionieren, wie mir gesagt wurde – über ein Jahr nach ihrer Einführung. Es waren drei Abteilungen aufzusuchen, die Hälfte der Fragen zu persönlichen und gesundheitlichen Angaben wurden mehrfach gestellt, weil die Abteilungen untereinander noch nicht einmal miteinander verknüpft sind – 50 Jahre nach Einführung des Computers in der Verwaltung.

Am Tag der Operation musste ich um 6:30 Uhr „antanzen“. Doch die Türen der Station öffneten sich erst um 7:25 Uhr. Gibt es etwa schon frühmorgens unerklärliche Verzögerungen, so wie bei der Bahn? Die OP sollte dann 11:30 Uhr stattfinden. Zuvor wurde ich vom operierenden Chirurgen auf dem Patientenzimmer aufgesucht und es wurden Einzelheiten besprochen. Nach über drei Stunden Wartezeit war ich dann endlich dran – allerdings bei einem anderen Chirurgen, dem ich in aller Kürze zusammengefasst alles noch einmal alles sagen wollte, was ich seinen Vorgängern berichtet hatte, aber die Narkose hat das abgekürzt. Zum Glück verstand jedoch auch dieser Chirurg sein Handwerk, die OP verlief gut.

Warten auf Godot

Meine eigenen, regelmäßig einzunehmenden Medikamente sollte ich nicht mehr einnehmen, sondern nur die von der Krankenhaus-Apotheke gerichteten. Deshalb hoffte ich, ein nach der OP vorübergehend zu tragendes Hilfsmittel schon im Krankenhaus gestellt zu bekommen. Das war jedoch nicht der Fall. Gott sei Dank hatte ich vorgesorgt und dieses selbst mitgebracht. Auf einem anderen Gebiet war die Klinik dann wiederum recht großzügig: Weil ich wegen der Narkosedosis mitteilte, dass ich ein Weingenießer sei, bekam ich Weinschorle angeboten – was ich jedoch dankend ablehnte. Anscheinend ist man recht schnell als Alkoholiker abgestempelt… Wasser reichte mir, doch dieses in ein Glas einzuschenken, war aus den fehlkonstruierten Kännchen nicht möglich, ohne einen „Wasserschaden“ auf dem Nachttisch und dem Boden anzurichten. Wie man als Einkäufer solche Kännchen bestellen kann, ohne für die Fehlentscheidung haftbar gemacht zu werden?

Am Tag darauf sollte noch eine andere Untersuchung durchgeführt werden. Der Stationsarzt wollte mich bei der Sonographie anmelden, ich solle warten und würde gerufen. Nach über zwei Stunden Wartezeit begab ich mich dann selbst zur Abteilung, aber diese hatte mich noch gar nicht auf dem Schirm. Man habe vergessen, mich anzumelden, aber ohne Auftrag ging nichts. Also wieder zurück auf die Station und dort gefragt, ob jemand anders gnädigerweise den Auftrag erteilen kann, weil der Chef gerade operierte. Es fand sich schließlich ein Stationsarzt dazu bereit – und nach drei Stunden fand die Untersuchung dann endlich statt, Dauer: keine fünf Minuten. Der elektronische Befund sollte in spätestens zehn Minuten auf meiner Station sein, daraus wurde dann eine halbe Stunde, bis er endlich auf dem Bildschirm gefunden wurde. Geschenkt.

Betriebe der freien Wirtschaft wären schon pleite

Meine Entlassung verzögerte sich natürlich um diese drei Stunden – zum Ärgernis dessen, der mich abholen sollte. Zwar wurde mir der Entlassbrief ausgehändigt, aber am Ausgang fiel mir ein, dass mir eigentlich gesagt worden war, man würde mir noch Medikamente mitgeben. Die hatte mir aber keiner gegeben.. Also zurück auf die Station – und die Suche dort begann von neuem. Die postoperativen Medikamente fanden sich schließlich in einem Oberschrank, unter zig anderen vorgerichteten Medikamenten. Eine systematische Suche war der Dame in Weiß nicht möglich – weil die Boxen intelligenterweise nicht gekennzeichnet waren.

Bleibt als Fazit: Die Ärzte verstehen ihr Geschäft, soweit ich das beurteilen kann, auch die Sprachverständigung bei nichtdeutschen Medizinern in der Klinik untereinander und mit den Patienten funktioniert hier passabel – aber dafür ist die Ablauforganisation chaotisch. Früher wäre so etwas in Deutschland unvorstellbar gewesen. Ist das nur in diesem Krankenhaus so? Ich weiß es nicht, aber habe die Vermutung, dass das kein Einzelfall war. Würden jedenfalls Betriebe so arbeiten, wären sie wohl längst pleite. Hier verhindert das die Krankenhausfinanzierung…

16 Kommentare

  1. Das ist nicht nur in deutschen Krankenhäusern so. So ähnliche Erfahrungen hab ich auch in Österreich gemacht. War für eine Herzablation um 8:00 einbestellt, wurde um 12:30 aufgerufen, aber da wartete man im Operationssaal schon auf mich. Aufenthalt im KH solte 4 Tage dauern. Am Abend der OP wurde um 22:00 der (sehr schmerzhafte) Druckverband von der Leistenvene abgenommen, dann kümmerte man sich nicht mehr um mich. Am nächsten Tag um 9:00 kam eine Ärztin, hat den Blutdruck gemessen und mich nachhause geschickt. Als ich meine Sachen zusammenpackte, wartete schon die nächste Patienin auf das Bett…. So geht Nachsorge nach Herzeingriff!

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  2. Das ist normal. Ich wurde am Tag vor der Untersuchung 2x angerufen, ich möge bitte pünktlich um 7:30 Uhr in der Abteilung sein. Ich sei der erste Termin. Pustekuchen, um 7:00 dort gewesen, wurde weggeschickt zur Anmeldung. Wartezeit 30min. Anschließend auf Station, dort durfte ich bis 10:00 Uhr warten, dann hatte ich ein Zimmer. Nach mehrmaliger Nachfrage der Station wurde ich um 15:00 Uhr zur Untersuchung gefahren, nur um dort bis 16:00 Uhr auf dem Gang zu warten. Bis dahin war ich noch nüchtern! Die Untersuchung dauerte 30 Min. Essen in Form zweier Brötchen gab es am nächsten Morgen. War auch verkehrt, ich hätte nur einen Joghurt bekommen sollen. Ich habe mich an diesem Tag selbst entlassen. Keinen Tag länger in dieser Hütte! Es handelt sich um ein großes Unikrankenhaus und ich bin privat versichert….

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  3. Pfleger sind Analphabeten aus Timbuktu… Medizinisches Fachpersonal ist über die Feiertage keines anwesend… Krankenhäuser sind soziale Hotspots und für jeden Penner zugänglich… Dazu: Hygienische Zustände, Sicherheit, fachliche Kompetenz der Ärzte… Solche Zustände wünscht man nur noch denen, die sowas auch noch forcieren – wie in jedem gesellschaftlichen Bereich heutzutage!

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  4. Ähnlich wie bei GEZten Medien ,ihr müsst ja kommen ! Hatte einen Zahnarzt der mir sagte er können Wurzelbehandlung ohne Betäubung machen!! Nach ersten Drill sagte ich fullstop ! Habe mich abgewischt bin raus ,er sowas habe er noch nicht erlebt ! Ich ,als Kunde habe doch das Recht auf schmerzfreie Behandlung! ER Kunde ? Ich ja da ich an den Kosten ja beteiligt bin, daher auch den Arzt wechseln kann und werde. Er Mund auf bis ich heraus war.. Kunde ? Frechheit Service zu verlangen! Nächster Arzt da bin ich heute noch, hatte ihm aber von dem „Ereignis“ erzählt. Standpunkt und Reklamewirkung helfen !

  5. Haben sie die elektronische Patientenakte?

    Ich habe sofort widersprochen, bei gesundheitlichen Daten hört der „Spaß“ auf…diese Daten sind begehrt und wer meint, dass sie in irgendwelchen Clouds sicher wären ist sehr naiv.

    Ich hatte auch ohne elektronische Patientenakte nie irgendwelche Probleme, Herr Lauterbach hatte damals nebenbei erwähnt, dass die Daten für die Forschung an Big Pharma weitergeleitet werden, natürlich anonym.

    Sehr vertrauenswürdig.

    Kann man die schon im Darknet kaufen?

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    1. Elektronnische Patientenakte ist so wie so überflüssig. Als ich das 2. mal ins Krankenhaus eingeliefert wurde und den Arztbrief erhielt da stellte ich fest das alle Daten vom Ersten mal mit darin enthalten waren. Also kursieren alle Daten innerhalb einer Krankenhauskette in den Datenbanken. Auch die Fehleinschätzungen.
      Denen was erzählen sinnlos. Die in ihrer Selbstherrlichkeit hören so wie nie zu.

  6. In einer großen Klinik muss nach der Operation vor der Entlassung ein Ultraschall gemacht werden, dann noch Rücksprache mit dem Chirurgen, Dauer ca. 3 Std. Anschließend auf Station den Arztbrief abholen. Für Medis und Krankschreibung ist der Hausarzt zuständig. Aus Kostengründen mit Öffis zur Hausarztpraxis um Krankschreibung und Anordnung für Medis und Antibiotika zu erhalten, dann zur Apotheke die Medis abholen. Anstatt sich von der Operation zu erholen, von mittags bis abends unterwegs, mehr als 8 Std.!

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  7. Ich will hier nicht ins Detail gehen. Ich schrieb schon darüber. Nach meinen 2. Krankenhausaufenthalt, besonders nach dem Letzten, nur hohes Fieber und keinerlei Symptome. Bin ich zu der Überzeugung gekommen ich werde lieber zu Hause sterben als meine letzten Tage als Versuchskarnickel im Krankenhaus zu verbringen, bis die letzten Worte kommen “ jetzt machen wir aber nichts mehr“ dann ist das Todesurteil gesprochen. Ende der Versuche. Wie auch schon in der Verwandtschaft geschehen.
    Nach dem Letzten Krankenhausaufenthalt wurde ich mit Antibiotika voll gepumpt ohne Diagnose mit den Folgen habe ich heute noch zu kämpfen.
    Als ich jede weitere Behandlung, ohne Diagnose, mit Antibiotika verweigerte warf man mich einfach raus, ohne mal nach anderen Ursachen zu sehen die ich mal ins Gespräch brachte.
    Übrigens 3 Familienmitglieder haben die Weißkittel auf dem Gewissen, wegen ständiger Fehldiagnosen, was die auch noch teilweise zugaben.
    Ein bei der Geburt, ein mit 45 Jahren und ein mit 64 Jahren.
    Da ist das Vertrauen im Eimer.

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  8. UNSER GESUNDHEITSSYSTEM LIEGT IM KOMA!!!!….Die kostenlose Bereitstellung von Kassenleistungen für Nichteinzahler und „ILLEGALEN“10 MILLIONEN– ASYLTOURISTEN müsste sofort entfallen ! Dann wäre auch genug Geld für die Beitragszahler vorhanden , die den Topf immer wieder füllen müssen ! Dasselbe gilt auch für die vorher vom Rentner in 50Jahren eingezahlten Rentenleistungen ! Im Grunde ziemlich einfach , wenn man nur will !

    Solange die CDU diese Politik macht, kann es keine „Reform“ geben! 12 Milliarden im Jahr für die Ukraine, ein „zinsloser“ Kriegskredit von 90 Milliarden neulich, 800Tausend Ukrainer im Bürgergeld, 800Tausend Syrer im Bürgergeld, 400Tausend Afghanen, die Kriege sind aus! 100Tausend Iraker, 10Tausende Türken, Kurden, Palästinenser, Iraner, you name it! Deutschland wird systematisch und kriminell ausgeplündert & überfremdet! Seine Regierungen, eine nach der anderen, taugen nichts und gehören sofort in die Wüste geschickt!!! Aber dazu bräuchte es den Bürger, der sich nicht ständig „VERWÄHLT“ und das seit 1933 Weimarer Republik!!!! Das ist „geistiges Versagen“ auf höchster Ebene!!!

    Es gibt viele, die vom Gesundheitssystem massiv profitieren -siehe Ruewe- aber auch viele illegale „ASYLTOURISTEN“ die gar nicht da sein dürften,, die in diesem System originär nichts zu suchen haben. Und wenn Merz das Strassenbild erwähnt, aollte man das Praxenbild analog dazu nicht vergessen. Die Kassen hatten mal Milliarden Überschüsse und es hatte nichts damit zu tun, dass die Deutschen gesünder waren. „Stattdessen solle ein Primärarzt, meist der Hausarzt, die Zuweisung übernehmen.“ Ja, mein Hausarzt schrieb mir eine Überweisung zum Facharzt, ich rufe dort an, um einen Termin zu vereinbaren. Das war Anfangs Februar 2025. Die Antwort: Wir sind ausgebucht bis Dezember! Verwechseln wir möglicherweise ‚Freie Arztwahl‘ mit ‚keine Arztwahl‘?
    Es braucht eine NEUE Politik OHNE hirnlose, „LINKE POLITNULLEN“.

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  9. Sei froh, dass die OP statt gefunden hat….Eine Bekannte sollte Anfang Januar operiert werden , bis jetzt, März, immer wieder abgesagt!

  10. Alles was hier geschildert wird, habe ich oder in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis so oder so ähnlich schon erlebt. In Deutschland geht eben alles, aber auch alles den Bach runter. Übrigens ein Krankenhaus in unserer Nachbarstadt (Ruhrgebiet) nennt man im Volksmund Bosporusklinik. Sie können sich sicher denken warum.

  11. Kein Einzelfall. Mir hätte diese Unfähigkeit fast mein Leben gekostet. Hätte man meine Beschwerden ernst genommen, eine ordentliche Diagnose gestellt, hätte die Krankenkasse eine Woche Intensivstation und drei Tage Normalstation sparen können. Anstatt Ärzte für ihre Fehlleistungen zu bezahlen, müssten sie für die nicht notwendigen Kosten zur Rechenschaft gezogen werde . Ich lebe zwar noch, habe nun aber einen bleibenden Schaden.

  12. In den 90-er Jahren hatten wir (ich und Familie) sehr positive Begegnungen mit dem deutschen Gesundheitssystem – im Gegensatz zum ungarischen. Heute scheint es sich zu nivellieren.

  13. Anläßlich eines OP-Termins wurde ich am Aufnahmeschalter angewiesen, mein Gepäck (3 Tage geplanter KH-Aufenthalt) in der zentralen Schließfachanlage zu deponieren und das Fach mit selbstgewähltem Code zu verschließen. Begründung des Verfahrens: Von der Aufnahme geht es sofort in die Anästhesie – Hygiene ist zu gewährleisten. Nach der OP sollte ein Pfleger meinen Koffer aus dem Schließfach abholen : Koffer nicht auffindbar – aber Schließfach korrekt mit meinem Code zu öffnen gewesen. Schließfachanlage nicht überwacht!! Liege mit der KH-Verwaltung wegen Schadenersatz vor Gericht; Verwaltung behauptet, die SF-Benutzung Sei keineswegs zwingend geewesen und insofern der Diebstahl meines Koffers der Eintritt eines allgemeinen Lebensrisikos.

  14. Krankenhäuser und Kliniken sind nur Privatanstalten und genau deswegen mit Rückendeckung durch Krankenkassen können sie sich diesen Horrorzirkus erlauben auf das der Rubel rollt für Direktoren und Personal. Das chronisch kranke Patienten gesund werden sollen das ist ein Mythos. Lieber legt man mit Falschbehandlungen und Psychoterror eine Schippe drauf auf das sie Dauergast sind und bleiben bis der Tod sie scheide. mfg