Was uns fehlt

Elizabeth II., 1926-2022 (Foto:Imago)

Wenn Vertrautes schwindet und wir mit der Vergänglichkeit selbst fundamentaler, scheinbar ewigwährender Konstanten konfrontiert werden, zwingt uns dies zum Innehalten und Nachdenken über das, was im hektischen, reizüberfluteten, ego- und gegenwartsbezogenen schnelllebigen Alltag einer globalen „Eventgesellschaft“ so oft untergeht: Werte, Identität, Tradition, Herkunft, Zukunft. Der Tod der britischen Königin, die wie ein zeitloser Stabilitätsanker in immer chaotischeren und stürmischeren Zeiten eines weitreichenden kulturellen und zivilisatorischen Umbruchs gewirkt hat und selbst für die Generation unserer Großväter immer schon „die Königin“ gewesen ist, bedeutet psychologisch eine Form von Entwurzelung – nicht nur in Großbritannien und den Ländern, deren Staatsoberhaupt sie war, sondern auch bei uns in Deutschland, wo die Monarchie vor 100 Jahren beseitigt wurde.

Es ist kein Zufall, dass gerade in Deutschland – und zwar auch jenseits des Boulevards und von royalen Kitschillustrierten – die Anteilnahme am Tod der Queen so groß ist. Das liegt nicht daran, dass sie einem deutschen Adelsgeschlecht angehörte und ihr eigentlicher Familienname Sachsen-Coburg und Gotha lauten würde, hätte vor 105 Jahren ihr Großvater König Georg V. diesen nicht in Windsor geändert – was nicht nur der damaligen antideutschen Stimmung im tosenden Ersten Weltkrieg geschuldet war, sondern auch einem kurz zuvor erlassenen Gesetz des in Coburg regierenden Familienoberhaupts Herzog Carl Eduard, der alle Mitglieder des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha im Ausland von der Thron- und Erbfolge ausgeschlossen hatte (der Herzog hatte damit seine bedingungslose Treue zu Reich und Kaiser ausdrücken wollen). Erst dadurch wurde die britische Königsfamilie „very british”, nur so konnte die Identifikation des Volkes mit der Krone unter Georg VI. und später dann unter seiner Tochter Elizabeths derart vertieft werden. Tatsächlich blieb, wohl auch wegen ihrer Erfahrungen im zweiten Weltkrieg, Elizabeths Verhältnis zu Deutschland immer distanziert: Sie besuchte das Land nur sieben Mal – im Schnitt einmal pro Jahrzehnt. Das ist nicht viel.

Der tiefe Respekt der Deutschen

Dass die Deutschen stets solch tiefen Respekt vor Elizabeth hatten und ihr Tod hierzulande aktuell für weit größere Betroffenheit sorgt, als wenn irgendein anderes ausländisches Staatsoberhaupt das Zeitliche segnet (selbst „Bild“ widmete heute seine gesamte Zeitungsausgabe ausschließlich ihrem Tod, ohne irgendeine sonstige Nachricht), liegt auch daran, dass gerade in den letzten 20 Jahren immer mehr Menschen in diesem Land schmerzlich vor Augen geführt worden ist, in welchem Maße uns genau das fehlt, wofür in Großbritannien die „peculiar institution“ der Monarchie steht: Nationale Symbolik. Patriotismus. Ein echtes „Wir-Gefühl“. Eine Versinnbildlichung dessen, was ein Staat verkörpert und was ihn ausmacht. Eine Klammer, die einer zerfallenden, zunehmend heterogenen Bevölkerung Zusammenhalt gibt. Eine Essenz der Nation. Etwas, das mehr ist als die Summe seiner Bestandteile und größer ist als einzelne Personen, als irrlichternde mediale Selbstdarsteller und politische Ego-Shooter. Etwas, das länger trägt als flüchtige Moden, als die eitle Selbstinszenierung von Eliten. Eine Instanz, die uns Demut und Zusammengehörigkeit vermittelt.

Ein solches Integral existiert bei uns nicht. Es herrscht stattdessen eine verächtliche Respektlosigkeit vor der eigenen Geschichte, vor den Werten unserer Vorfahren, vor all denen, die vor uns kamen und deren Wirken (mit allen Höhen und Tiefen, Erfolgen und Fehlleistungen) uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind – und sie taten es übrigens in dem nicht minder überzeugten Glauben, das moralisch Gebotene und Richtige zu tun, so wie es die Heutigen für sich in Anspruch nehmen. Zeitgeist, Paradigmen, Prioritäten ändern sich stetig; umso überlebenswichtiger ist da ein gemeinsamer Identifikationspunkt, ein common ground, ein horizontal und vertikal wirkendes unsichtbares Band, das die Gemeinschaft der Heutigen wertbeständig mit ihren Ahnen verbindet.

Die Idee des größeren Zusammenhangs

Für all das steht in Großbritannien die Monarchie. Es muss jedoch nicht zwingend ein gekröntes Haupt sein, das diese Funktion innehat; in Amerika sind es die kultische Verehrung der US-Constitution und ein quasireligiöser Verfassungspatriotismus, der die Nation verbindet – ganz gleich, welchen sprachlichen oder Migrationshintergrund, welchen Glauben und welche kulturelle Sozialisation die jeweiligen US-Bürger aufweisen.

Ein solcher innerer Kitt des Zusammenhalts, der in Deutschland nach dem Dritten Reich noch eine Zeitlang (ungefähr zwei Generationen lang) ebenfalls bestand und der durch Sprache, kulturelles Gedächtnis, Bewusstsein einer Abstammungsgemeinschaft und teilweise auch das bis Corona scheinbar begründete Vertrauen in die Unantastbarkeit von Grundgesetz und Grundrechten aufrechterhalten wurde, wird bei uns – im Prinzip schon seit der Jahrtausendwende, zunehmend in den letzten Jahren – konsequent und gründlich aufgeweicht, wird in einem linksradikalen und kulturmarxistischen Säurebad aufgelöst und zersetzt. Der sogenannte „kulturelle Überlieferungszusammenhang“ wird geschleift. Ein einst homogener Volkskörper wird überführt in ein Potpourri zentrifugaler, ihrerseits untereinander fremder und misstrauender Parallelgesellschaften. Kernfamilie, Abstammungslinien und Herkunft werden staatlich geschleift und verleugnet (freilich nur bei autochthonen Deutschen). Es herrschen babylonische Sprachverwirrung und ein Nebeneinander von Weltanschauungen, Wert- und Ehrbegriffen. Identität und Wertschätzung für Brauchtum sind erfolgreich zuerst der Lächerlichkeit preisgegeben, dann als völkisch und ausgrenzend intoxikiert worden. Traditionen, Zeremonien, Rituale, Hoheitszeichen, Uniformen wurden als rückständig und unzeitgemäß verhöhnt. Quoten, Gendersprache, Bildungsverfall und Wokeness sorgen für Zertrümmerung gewachsener Institutionen und Zerrüttung geistiger Restsubstanz.

Zersetzungswerk der zynischen Globalisten als Gegenentwurf

Minister, die im Regenparka würdelos zur Amtseinführung radeln oder Politiker, die im Lotterlook im Parlament herumgammeln , werden heute als bescheiden und unprätentiös gefeiert – obwohl all das, was sie hier mit Füßen treten, einst einen Sinn hatte: Etikette, Erhabenheit und Feierlichkeit staatlicher Akte sollten nicht zuletzt den Regierenden einst selbst verdeutlichen, dass ihr Amt größer und bedeutsamer ist als sie selbst. Exakt darin liegt auch der Grund für den Pomp und Prunk von Monarchien, für die dort gepflegte Grandezza und Prachtentfaltung: Diese huldigen längst nicht mehr dem Monarchen, sondern all dem, was dieser vertritt und verkörpert: Das Gemeinwesen als höheres Prinzip, als Seele des Landes.

Deshalb ist es auch kein Wunder, dass zynische globalistische Materialisten diese politische Brauchtumspflege heute als operettenhaften, anachronistischen Klamauk verächtlich machen. In Wahrheit steht sie für eine weitaus größere Idee: Die nämlich der stolzen, tapferen, auch trostspendenden Nation, die selbst in schwersten Krisen zusammenhält; die alle gesellschaftliche Spaltung überwindet und ihre widerstreitenden und unterschiedlichen Einzelelemente integriert oder versöhnt.

Und genau dafür stand in Großbritannien – und sinnbildlich eben auch weltweit, als Herrin des Commonwealth – die Queen. In dieser Rolle ist sie über sich selbst hinausgewachsen, mit einer nur noch staunenswerten und heute beispiellosen Pflichterfüllung und Aufopferungsbereitschaft auf Lebenszeit. Ganz so, wie sie es bereits 1950, zwei Jahre vor ihrer Inthronisation, ihrem Volk als junge Prinzessin versprochen hatte. Sie ist sich, ihrem Haus und der Monarchie treugeblieben.

Politische Polarisierung unter Charles III.?

Ob ihr skandalumwitterter Sohn Charles diesem Beispiel auch nur annähernd gerecht werden wird, mag dahinstehen; selbst im Falle einer ähnlich hohen Lebenserwartung wie seiner Mutter und Großmutter ist schon jetzt klar, dass seine Regentschaft um Dekaden kürzer andauern wird. Zudem wird Charles III., der bisherige „Prince of Great Reset”, ein absehbar viel politischerer König sein als irgendeiner seiner Vorfahren der letzten 100 Jahre. Sein ideologisches Bekenntnis zu grünen Agendazielen wie der Bekämpfung des angeblich menschgemachten Klimawandels oder „Nachhaltigkeit“ mögen ihm vielleicht den Jubel linker NGO’s einbringen; doch es hatte schon seinen guten Grund, warum seine Mutter in 70 Jahren auf dem Thron jegliche Positionierung zu irgendeinem politischen Lager konsequent vermieden hat: Nur so konnte sie sich stets den Respekt ihres gesamten Volkes erhalten. Bei Charles ist nicht auszuschließen, dass er das Königshaus zunehmend einer gesellschaftlichen Polarisierung aussetzen wird.

Und diese Polarisierung nimmt natürlich auch in Großbritannien stetig zu – nicht zuletzt durch eine auch dort unaufhaltsame Bevölkerungstransformation, fortschreitende Islamisierung und einen inneren Kontrollverlust – und auch nicht erst seit dem Brexit. Es entbehrt in diesem Kontext nicht einer gewissen Auffälligkeit und Tragik, dass die Queen ausgerechnet in dem Maße körperlich abzubauen und ihr Alter zu spüren begann, wie die „Cancel Culture” auch im Vereinigten Königreich Einzug hielt mit ihrer selbstgerechten, anmaßenden Geschichtsverachtung, die sich in vandalischen Bilder- und Denkmalstürmen auslebte – natürlich stets unter dem üblichen Unfehlbarkeitsanspruch, so wie bei allen radikalen Fanatikern.

Und gerade weil die tausendjährige Krone eben nicht nur die Blütezeiten, sondern auch die Schattenseiten der britischen Geschichte symbolisiert, vor allem den Imperialismus des Empire im Viktorianischen Zeitalter, droht sie von in jeder Hinsicht „wertlosen” Kulturmarxisten selbst dereinst in die Tonne getreten zu werden (woke Professoren nutzten heute ihren Tod bereits für üble Hassattacken auf die endlich verewigte „Kolonialistin”). Möglicherweise hat Elizabeth ja geahnt, dass deswegen nicht nur ihr Lebenslicht, sondern auch die Zukunft der Monarchie am Erlöschen ist; und vielleicht hat ihr das ja – neben Corona, den Impfungen und dem Verlust ihres Ehemanns letztes Jahr – den Rest gegeben. Eines ist gewiss: Sie wird uns fehlen. Viel mehr, als es uns allen heute bewusst ist.

19 Kommentare

    • Mit Charlie dem besten Tampon aller Zeiten und Mad Lizzy Truss könnte das britische Inselschiff endgültig der Titanic Gesellschaft leisten.

      Schottland, rettet euch!!!

      SOS ist angesagt.

    • @Wolfgang K.
      Ich halte weder was von Menschen verachtenden Globalisten noch von
      sog. Adeligen, die heute u.a. sehr gut auf Steuerzahlerkosten leben (EU), auch von Geldern aus Deutschland.
      Frankreich hat es im Rahmen ihrer Revolution 1789… richtig gemacht.
      Da ging es den Absolutisten, sprich vorwiegend dem Hochadel, praktisch
      und effektiv an den Kragen ohne Wiederkehr.
      Es steht schon im Buch der Bücher, „du sollst neben mir keine Götter haben“ und
      ich verstehe die Menschen nicht, die solch einem Adel oder irgendwelchen selbst ernannten Fürsten, die früher Piraten gewesen sind, noch hinterher laufen.
      Der Hochadel und auch das Fürstentum in Monaco ist zu ihrem Reichtum
      durch Kriege, Diebstahl, sprich Piraterie, gekommen.
      Die Vorfahren der o.a. haben sich durch Morde, Raub, Piraterie ihr Vermögen angeeignet. Alles nachzulesen in guten Büchern oder/und im Netz !
      Pfui !

      • Absolut richtig!
        Deshalb sollte sich für jeden echten Demokraten eine Verherrlichung der Monarchie und des Adels an sich von selbst verbieten. Es stellt eine Beleidigung aller früheren Freiheitskämpfer dar – ob ohne Erfolg, wie die Bauernkriege oder mit Erfolg, wie durch die französische Revolution. Der Adel ist nicht durch Menschenfreundlichkeit und Barmherzigkeit zu seinen Vermögen gekommen. Und dass die Queen eine der reichsten Frauen der Welt war und ihr Nachfolger nun als Mann eben auch dieser ist, und, wenn ich richtig informiert bin, einem König in Großbritannien das Land „gehört“, da hört bei mir jegliches Verständnis auf. Das hat Tradition. Schon bei den Römern gab es „Kaiser-Provinzen“ (wie Palästina zum Jahr 1) oder „Senats-Provinzen“, die dem Senat zur Ausplünderung zustanden. Für den Betroffenen ändert sich dadurch nichts.
        Jeder übermäßige Reichtum ist über die Maßen der Unmenschlichkeit und der Ausbeutung (England: Kolonien!) „verdächtig“!

  1. Es wird nie eine Klammer bevölkerungsübergreifend mit einer heterogenen Bevölkerung geben. Weder in Deutschland, noch anderswo. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass Muslime in den USA furchtbar stolz auf das Land sind und sich eine Fahne in den Garten stellen würden. Bei der schwarzen Bevölkerung kann ich mir das auch nicht vorstellen, von Ausnahmen abgesehen. Ich glaube auch nicht, dass in GB Muslime heulend vor dem Palast gestanden haben und Blumen abgelegt haben, in Massen meine ich. Im Fernsehen habe ich z.B. nur Weiße gesehen. Das kann Zufall sein, das gebe ich zu. Andere Ethnien nehmen alles mit, haben aber ihre eigene Community. Die Muslime sind noch völlig anders, weil die niemanden außer ihren Gott und Mohammed (noch ein paar andere aus der Familie) huldigen. Deutschland hat keinen Einwanderungshintergrund und kann schon gar nicht mit den USA verglichen werden. Dass Deutschland so verrückt ist nach dem englischen Königshaus hat m.E. andere Gründe. Es ist der Glamour, den vor allem Diana ins Königshaus für eine Zeit gebracht hat und William und Kate und auch die dumme Tussi Meghan. Und vielleicht ist es die stille Sehnsucht der Deutschen, wieder einen König haben zu können, weil dann vielleicht alles besser werden würde. Einen König der noch die deutschen Tugenden anerkennen und sie selbst haben würde. Als ich im Westen am Anfang in der Pfalz in einem mittelständischen Familienunternehmen arbeitete, meinte der Chef davon, dass Deutschland einen aufgeklärten und klugen Monarchen bräuchte und das war 1991. Die Freien Sachsen liebäugeln auch damit. Ich glaube, dass es heutzutage das Machtvakuum, was in Deutschland besteht, innerlich die Sehnsucht nach früher hervorruft. Machtvakuum deshalb, weil die deutsche sogenannte Regierung keine Regierung ist, sondern fremde Befehle zu 1000% ausführt und weil diese sogenannte Regierung nicht nur aus Befehlsempfängern besteht, sondern aus lauter Dummköpfen, wo keiner von denen sein Metier auch nur ansatzweise versteht. Auch wenn die Menschen äußerlich sich ergeben, innerlich sind sie voller Zorn. Das merkt man, wenn man in Geschäften oder im Wohnhaus sich mit den Menschen unterhält. Sie sind zornig, wissen nur nicht, wie sie ihren Zorn nach außen tragen können und mutlos werden sie dadurch. Das britische Königshaus ist Kontinuität und innerliche Stärke. Das vermissen die Menschen. Unter Charles III. wird sich das auch alles ändern, weil er ein WEF-Mann ist. Er täte gut daran, auf den Thron zu verzichten.

    • Man muss sich mal klarmachen, was Charles auf dem Kerbholz hat:
      – Er hat das Städtchen „Poundbury“ gegründet, finanziell ein Disaster, überteuert gebaut, scheußliche neo-viktorianische Architektur mit „tradition“ aber ohne Sinn und Verstand für den Nutzen bestimmter Gebäude oder Traditionen.
      https://en.wikipedia.org/wiki/Poundbury

      Immobiliengeschäfte von Prinz Charles, ebenfalls geschäftlich nicht solide:
      „Property deals involving Prince Charles and Tory donor Lord Brownlow under investigation
      Havisham Properties spent £1.7 million buying up houses in Knockroon, Ayrshire, to bail out the Prince’s failed eco-development
      https://www.telegraph.co.uk/royal-family/2022/07/03/property-deals-involving-prince-charles-tory-donor-lord-brownlow/
      Er finanziert seinen Blödsinn aus einem Einkommen, das er aus dem Duchy of Cornwall zieht. Das Einkommen kommt durch hohe Mieten, Pachtverträge, dem Verkauf von Bioprodukten, aber auch finanziellen Investitionen und sonstigem Mist zustande.
      Die Finanzen des Duchy of Cornwall werden nicht von staatl. Wirtschaftsprüfer geprüft:
      „The official expenditure of the Prince of Wales is not audited by the National Audit Office. “
      https://en.wikipedia.org/wiki/Duchy_of_Cornwall#Taxation
      Gelegentlich wird er wegen seines Geschäftsgebarens „erwischt“
      „A day after Prince Andrew settled a sexual assault lawsuit, the police announced they were investigating a charity led by Prince Charles.“
      https://www.nytimes.com/2022/02/16/world/europe/andrew-prince-charles-charity.html
      Er ist Umweltaktivist, ebenfalls ohne Hirn und Verstand: dass Pestizide Pflanzen schützen, hat er nicht kapiert. Dass moderne industrielle Wirtschaft und Landwirtschaft Wohlstand schafft, hat er ebenfalls nicht kapiert. Charles möchte irgendeine Form des viktorianischen Englands von Jane Austen haben, daher seine albernen, „traditionellen“ Immobiliengeschäfte. Er hat nicht kapiert, dass moderne Häuser nicht mehr aussehen wie vor 200 Jahren, dass es sinnvoll ist, moderne Materialien zu verwenden, dass die Menschen andere Bedürfnisse haben als vor 200 Jahren und dass der Hausbau daran angepasst werden muss.

      Ich vermute, Prinz Charles wird ein absolut rückwärtsgewandter Monarch sein, ähnlich dem letzten deutschen Kaiser, der sehr sehr sehr viel Wert auf das Tragen von Uniformen legte, deren Design ebenfalls altmodisch und unpraktisch war und der abgesehen von modernen Waffen eigentlich ein Monarch für das 18. Jahrhundert gewesen wäre. Vermutlich hat er es sehr bedauert, dass er keinen Brustharnisch mehr tragen konnte.
      Originalzitat von Vollpfosten Kaiser Wilhelm II: „Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd.“

    • Für jeden realitätstüchtigen Menschen ist es klar, dass sich das Herrschaftssystem längst im Stadium der Verbrecherherrschaft befindet.

      Die Queen war eine medial geschaffene Projektionsfigur, vergleichbar mit den Hollywood-Love-Stories, womit eine Welt vorgegaukelt wurde, die infantilen Wünschen nach einer liebenden Elternfigur entspricht, welche Schutz und Sicherheit gibt und um das Wohl der Schutzbefohlenen besorgt ist.

      Dieser Feudal-Kitsch befriedigt in den heutigen infantilisierten Gesellschaften Massenbedürfnisse.

      Mit der gesellschaftlichen Realität hat dies nichts gemein. Im Zustand einer gesellschaftlichen Krise wächst die irrationale Sehnsucht nach längst untergegangen Zeiten. Auch Oswald Spengler war ein Adelsanhimmler.

      Interessanterweise stößt die Feudal-Hype auch und besonders in der Schweiz große Resonanz, was auf allgemeine politische Infantilisierung und ein Fehlen von republikanisch-bürgerlich-liberalen Bewusstsein hinweist. Wie überall, spielen auch hier die Medien eine entscheidende Rolle.

  2. was uns fehlt ist ein „Dirty Harry“, der wieder Recht und Ordnung herstellt – auch wenn er dabei gegen Politik, Justiz, Polizei und Militär antreten muß !
    Ok – vielleicht eher Rambo oder John Matrix !
    Anders wird es Jahrhunderte dauern !

    • Dirty Harry? – aber doch nicht etwa der „Harry“ der da seine „Megan“ durch die Klatschpresse hofiert?
      Gib bitte diesen dämlichen Führerglauben auf, keiner dieser Freaks die sich da zu Göttern erheben sind selbstlos oder nehmen diese „Bürde“ zum Wohle des Volkes auf sich.
      Da kommt keiner der uns errettet, das müssen wir schon selbst machen, sorry, aber wir sind Millionen, sogar Milliarden und knicken vor wenigen Einzelnen ein, das ist wirklich lächerlich…

  3. Damit hat sich eine Prophezeihung erfüllt, das unfassbare geschieht, Prinz Charles ist nun König von Großbritannien, Holy shit, jetzt klappert es aber gewaltig auf den Logenbänken!

  4. Ich bin keine Freundin der Monarchie, für mein Empfingen ist sie längst aus der Zeit gefallen. Was Queen Elizabeth angeht, sie verkörperte die Werte des alten Europas und mit ihrem Tod stirbt auch dieser Teil mit ihr. Europa liegt ebenfalls im Sterben, das Europa, welches die Älteren noch erlebt haben, aufgebaut und geschaffen haben.

  5. Man mag in der Queen ein Stabilitätsfaktor sehen, aber ich denke, damit wird ihre Person überschätzt. Für einen derartigen Personenkult, wie er bereits zu ihren Lebzeiten und nun mit ihrem Tod ausbricht, sehe ich keinen Anlass. Als wäre ihr Tod, das wichtigste Ereignis in diesen Zeiten.

    Ich will gar nicht in Frag stellen, dass sie ein nette, charmante Dame war, deren Tod zu recht zu Trauer Anlass gibt. Es dürfte aber vor allem die britische Mentalität sein, die die Britten derart loyal zu ihrem Königshaus stehen lässt. Sie hat nie regiert, trug keine öffentliche Verantwortung und mit ihrer Familie hat sie stets den royalen Abstand zum Volk gehalten, den das Volk – merkwürdiger oder natürlicherweise – geradezu verklärt. Auch dass in Deutschland sich nun Trauer über ihren Tod verbreitet, wäre keines Wortes der Kritik wert, wenn da nicht ein absolut irreales Bewusstsein zum Vorschein käme.

    Das irrationale Übermaß lässt auf mangelndes eigenes Nationalgefühl schließen, denn Deutschland selbst wurde die Monarchie unter Lügen abgezwungen. Zudem vermag ich auch nicht ganz übersehen, dass sie entweder die reichste Frau der Welt war oder zumindest eine der reichsten. Und wo derartiger gigantischer Reichtum ist, frage ich mich immer – auch bei der katholischen Kirche als größten Grundbesitzer des westlichen Welt -, auf wessen Kosten kam und kommt den dieser Reichtum zustande? Jedem Milliardär sei sein Vermögen gegönnt, aber wenn sich dieses weit darüber hinaus bewegt, hält sich meine Begeisterung und Empathie für diese Person in Grenzen. Dann kann ich kaum die fehlende Solidarität mit ärmeren Mitmenschen übersehen.

    Total verfehlt in diesem reflexartigen übernationalen Trauermodus, der alle Politiker, Medien und auch das deutsche Volk angesichts ihres Todes befällt, ist exemplarisch eine Halbmast-Beflaggung vor dem Europa-Parlament. Nachdem Großbritannien aus der EU ausgetreten ist, grenzt dies für mich an Geistesverwirrung. Was gibt es da seitens der EU als Institution zu betrauern?

    Das einzige, was ich diesem Trauer-Rummel abgewinnen kann, ist die Erkenntnis, dass wohl auch in Deutschland eine Monarchie nicht die schlechteste Regierungsform wäre. Ein aufgeklärter Monarch hätte sein Land jedenfalls gewiss nicht derart verraten, wie es die angeblichen Volksvertreter samt ihrer Regierung gegenwärtig tun. Aber das ist eine andere Geschichte …

    Möge man sie in Würde und Anerkennung für ihr Lebenswerk bestatten und lasse sie in Frieden ruhen!
    Und dieses Ereignis mit seinen „Folgen“ als Anlass zum Nachdenken nehmen …

    • Das haben die Queen und Angela Merkel gemeinsam: nix getan und sich in eine Aura des mysteriösen Genies gehüllt, mit Hilfe der Presse. Jeder konnte sich bei den Damen das vorstellen, was ihm genehm war, denn die Damen haben nie etwas konkretes geschaffen, sondern bestenfalls dem Ausverkauf, der Zerstörung und dem Verfall zugesehen.
      Die Queen wusste, dass sie nicht fähig war und nicht viel tun konnte, und dass ihr Job im wesentlichen Show-Business war, das hat sie gut gemacht, aber mehr war da nicht.

      Die Versäumnisse der Queen sind eine lange Liste, hier mal ein paar Punkte:

      Die Queen hat Thatcher nicht zurückgehalten, als die mit aller Macht die Bergbaugebiete des Nordens de-industriealisiert hat, so dass dort jetzt noch die Arbeitslosigkeit hoch und die Wirtschaft zerstört ist. Das war vorhersehbar. Die Deutschen haben es besser gemacht: Bergbau langsam zurückgebaut, soviele Unternehmen gerettet wie möglich, die mit Zeit und Krediten neue Geschäftsfelder erschließen konnten, die Bergarbeiter z.T. in Frühpension, z.T. in die Umschulung und z.T. durch Ausbildungsstopp von jungem Bergarbeiter-Azubis und künstlich geschaffener Knappheit an Bergarbeitern, so dass die „alten“ noch Jobs in den noch nicht geschlossenen Mienen fanden. In Deutschland ehemaligen Bergbaugebieten ist die Arbeitslosigkeit durchschnittlich und es gibt noch Unternehmen. Das ist so in England genau andersherum.

      Die Queen hat Thatcher nix entgegengesetzt. Auch die desaströse Verteidigung der Falkland-Inseln, die teuer war und die Großbritannien absolut gar nichts gebracht hat, hat sie nicht verhindert.
      Die Londoner „Finanzindustrie“ zerlegt genüsslich britische Firmen und betreibt im wesenlichen asset-fledderei bei britischen Firmen in finanziellen Schwierigkeiten. Da hat die Queen nix getan.
      Als Migrantengangs junge britische Mädchen gegroomt haben mit Alkohol und Drogen, und sie dann missbraucht und vergewaltigt haben, und als die Polizei und die Sozialarbeiter nix getan haben, da hat die Queen nichts und garnichts dazu gesagt.
      Die Queen hatte kein Problem mit Großbritanniens Teilnahme am Irak-Krieg, unter anderem nachdem ein brit. Atom-Inspekteur, der dem Irak attestiert hatte, keine Massenvernichtungswaffen zu bauen, im Wald in einer Schlinge um den Hals hängend gefunden wurde. Da hätte die Queen vielleicht aufmerken sollen und ihren kriegswütigen Premier Blair zurechtstutzen sollen.
      Als Prince Andrew im Prinzip von Epstein bereitgestellt minderjährige Zwangsprostituierte benutzt hat, da hat die Queen nichts getan, sondern ihrem Päderasten-Sohn noch durch diese schwere Zeit geholfen.
      Mein Respekt vor der Dame hält sich schwer in Grenzen.

  6. Wenn man die Bilder in Fernsehen sieht (Trauer um die Queen, Jubel über Charles III), kann´s einem doch nur wieder grausen darüber, wie emotionell steuerbar und deshalb ganz unberechenbar die Massen sind.

  7. Diese kranke, widerliche und nicht für voll zu nehmende Göre
    sollte besser die Klappe halten.
    Alles was dieses Element anpackt, ist mit Gewinnmaximierung,
    viel Geld, insbes. für die Eltern und die Menschen verachtenden
    Globalisten verbunden.

  8. Die Königin von England war mir als deutschem Patrioten seit jeher egal und interessierte mich nicht.

    Wenn ich mich angesichts ihres Ablebens ein wenig mit ihr beschäftige, sehe ich nichts positives für Deutschland an ihr. Hat sie sich jemals entschuldigt für das großflächige Einäschern historisch gewachsener deutscher Innenstädte? Mir ist nichts dergleichen bekannt.

    Dass alle Mainstream-Medien die letzten Tage voll waren mit Themen über sie und die Royals, spricht nicht für diese Medien aber auch nicht für Deutsche, die sich mit derlei Schmonzenz berieseln lassen.

    Internetfund: die Einschätzung eines offensichtlich national-gesinnten Engländers:

    „Als diese … den Thron bestieg, war das UK noch zu 99.7% weiß. Als sie ging, waren englische Kinder in Schulen überall in der Minderheit. Pakis vergewaltigten jährlich 40.000 englische Kinder und alle 5 der größten Agglomerationen waren mehrheitlich braun“ <<

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