
Was wäre eigentlich, wenn wirklich zutreffen würde, was die politmedialen Auguren der globalen “Eliten“ predigen, und die heißen Tage im Juli und August 2026 wirklich auf das Konto der „menschengemachten Klimakatastrophe“ gingen? Wenn sie also nicht einem immer dagewesenen knackigen Sommer geschuldet wären, der seinem Namen alle Ehre macht, sondern dem von uns verursachten CO2-Ausstoß anzurechnen wären? Dann müssten die, die uns jahrein – jahraus mehr klimasozialistische Zumutungen auferlegen, in beträchtlichen Erklärungsnöten stecken. Denn dort, wo es ihren Narrativen in den Kram passt, spielen Emissionen und CO2-Einsparungen plötzlich so gar keine Rolle mehr.
Ein aktuelles Beispiel, wie hunderttausende Tonnen CO2 (unnötig) in die Luft geblasen werden: Zwischen Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad an der Ostsee verläuft nicht nur eine Eisenbahn durch die sogenannte Suwalki-Lücke, ebenso kreuzen zwei Straßenverbindungen und eine Eisenbahnlinie zwischen Polen und Litauen diesen Korridor. Die wichtigste Verbindung ist dabei die Europastraße 67, genannt Via Baltica. Eigentlich ist die Suwalki-“Lücke” eine sinnwidrige Wortschöpfung, denn eine Lücke bedeutet Unterbrechung; aber unterbrochen ist hier nichts, jedenfalls keiner der Verkehrswege. Der rund 100 Kilometer lange und 65 km breite Korridor wurde vielmehr von der Politik und Militärs zu einem angeblichen taktischen Nadelöhr hochstilisiert, wie diese einschlägige Quelle eindrucksvoll aufzeigen dürfte.
Sperren, die vor allem CO2-Schleudern sind
Nicht nur diesen Korridor entlang werden nun Panzersperren mittels sogenannter „Drachenzähne“ errichtet. Dasselbe geschieht an der 200 Kilometer langen Grenze von Polen zu Kaliningrad hin – als ob in dieser kleinen russischen Exklave unzählige Panzer stationiert seien, die Europa jederzeit überrollen könnten. Darüber hinaus wird auch die polnische Grenze zu Belarus hin mit den hässlichen Barrieren ausgestattet. Aber vorliegend geht es weniger um die Vergewaltigung der Natur mit Panzersperren durch diese Neuauflage des Westwalls im Osten der NATO-Einflusszone – sondern es geht eben um diese ökologischen Folgen dieser paranoiden Infrastruktur, jedenfalls nach der Logik der Klimaalarmisten, die politisch fast immer identisch sind mit den blinden und russophoben Ukraine-Unterstützern: Die besagten “Drachenzähne“ sind nämlich berüchtigt als gewaltige CO2-Schleudern.
Diese Beton-Monstren mittlerer Dimension – es gibt sie in fünf Größen – wiegen jeweils 1,4 Tonnen. Sie werden im Abstand von rund zweieinhalb Metern aufgestellt, damit kein Panzer durchspazieren kann. Aber nicht nur in einer Reihe, sondern versetzt in bis zu drei Reihen tief (siehe Abbildung in dem bereits zitierten Bundeswehr-Beitrag). Doch rechnen wir einmal nur mit durchschnittlichen Zweierreihen: Auf insgesamt 700 Kilometern Länge des zu sichernden Grenzgebiets kommen somit 560.000 dieser Scheusale zusammen. Dafür werden 760.000 Tonnen Beton gegossen. Das entspricht einem Volumen von 327.000 Kubikmetern. In diesen sind rund 82.000 Tonnen Zement enthalten. Bei der Herstellung einer Tonne Zement fallen rund 60 Prozent CO2 an, also knapp 600 Kilogramm. Der Grund wird hier ausgeführt: „Einerseits werden für den Brennvorgang, bei dem das Ausgangsmaterial Kalkstein zu (Zement-) Klinker gebrannt wird, sehr hohe Temperaturen benötigt (1.450°C). Dies führt zu einem hohen Brennstoffverbrauch und damit zu hohen energiebedingten Emissionen. Andererseits führt die chemische Reaktion beim Brennen zu einer Freisetzung von CO2, weil eine Entsäuerung des Kalksteins stattfindet. Zudem entstehen Emissionen durch den Stromverbrauch beim Mahlen und den Transport der Rohstoffe und der Endprodukte. In Summe ergibt sich ein durchschnittliches Treibhausgaspotential von 587 kg CO2-Äquivalenten pro Tonne Zement in Deutschland.“
Wofür das alles?
Und dann sind diese Schwergewichte noch lange nicht an der Grenze platziert: Auf dem Weg von der Betonfabrik dorthin sind hunderte Tieflader im Dreischichtbetrieb viele Monate im Einsatz. Im Kofferraum eines klimafreundlichen Tesla fände nicht einmal einer diese Zähne Platz. Die polnischen Panzersperren an der Ostgrenze der NATO verursachen nach obiger Berechnung also allein in der Produktion 50.000 Tonnen CO2, plus weitere Emissionen bei Transport und Verlegung. Was die Frage aufwirft: Wenn CO2 wirklich “Hitze” verursacht – wem soll hier eigentlich eingeheizt werden? Der Bevölkerung, die mehrheitlich schon längst nicht mehr an das Klimanarrativ glaubt? Wenigstens wird das CO2 hier im Westen produziert, nicht in Russland. Mich würde interessieren, was unser grüner Panzer-Toni Hofreiter zum diese Komplex meint, sofern er zu solchen Reflexionen intellektuell überhaupt fähig ist…
Und wofür das eigentlich alles? „Die bisher in Kaliningrad stationierten Verbände der russischen Landstreitkräfte haben … in der Ukraine schwere Verluste erlitten. Insgesamt sind die militärischen Ressourcen Russlands – trotz bedeutender Anstrengungen bei der Kriegswirtschaft und Rüstung – weiter abgebraucht worden. Die wichtigste Veränderung aber ist eine strategische: Mit dem Beitritt Finnlands und Schwedens zur NATO 2023/24 haben sich die regionalen Kräfteverhältnisse und die Erstreckung der Ostflanke verändert,“ meldete die Bundeswehr am im Juli vergangenen Jahres. Sprich: Russland wurde konventionell geschwächt – und musste weiter „Federn lassen“. Bereits 2023 beschloss die Bundesregierung die Aufstellung eines dauerhaft und in unmittelbarer Nähe zum Suwałki-Korridor stationierten Gefechtsverbands, der Panzerbrigade 45. Diese Burschen lungern jetzt nicht mehr in ihren dorthin transportierten Panzern rum, sondern verlegen mit dem Polen zusammen die „Drachenzähne“. Vielleicht freuen sich die Russen sogar darüber: Denn diese Panzersperren sind vom Baltikum aus Richtung Osten eine genauso effektive Hürde wie umgekehrt, da sie Panzer von allen Seiten stoppen können. Damit spart sich Putin die 9,7 Milliarden Euro, die Polen und die NATO gemeinsam für die neuen Zähne ausgeben.
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5 Kommentare
Wenn man genau hinsieht, ist es da, aber doch recht gut versteckt. Eine Tonne Beton enthält rund 150 kg Zement. Im Text wird beides auf den ersten Blick gleich gesetzt.
760 kt Beton sind rund 380 Zwölffamilienhäuser oder 150 Windräder. Zugegeben, nicht wenig — so gigantisch aber auch wieder nicht.
Ein Beton Ihres Zementanteils von 15 % Zement würde von einem schweren Panzer zerkleinert. Die Hersteller legen einen „fetteren “ Zementanteil von 25 % zugrunde. Aber Sie haben Recht, wenn der Betonverbrauch mit z.B. dem Wohnungsbau verglichen wird. Dann wären es 7.600 Wohnungen, die mit dem Zement gebaut werden können. Und wenn man die „Betonköpfe“ in Berlin ebenfalls dem Wohnungsbau zugute kommen lassen würde …? Wobei sich die Frage stellt, wieviel Wohungen noch, bei einer abnehmenden einheimischen Bevölkerung?
Kleine Berichtigung:
„Polen zu Kaliningrad“
Richtig: Polen zu Ostpreußen, z.Z. unter russischer Verwaltung.
In den 90-er Jahren sprach ich mit einer älteren Kollegin (altes Bundesgebiet), und sie macht runde Augen, dass ich als Ungar ihren Herkunftsort, Königsberg kenne. „Diese hier…“ – winkte sie auf die jüngeren Kollegen.
Das CO2, das beim Brennvorgang aus dem Gestein freigesetzt wird, nimmt der Beton beim Aushärten wieder auf. Nur das CO2, das für den Brennvorgang, für den Muschelkalkabbau, Transport usw. frei wird, darf hier berechnet werden.
Bitte, ich habe gerne geholfen. Nächstes Mal aber besser im Chemieunterricht aufpassen.
Wenn das zuträfe, dann bräuchte man die ganzen „Klimmzüge“ zur CO2-Vermeidung gar nicht, wie die CO2-Abscheidung bei der Zementherstellung und dessen Verpressung in der Nordsee? Im Übrigen ist es schwer verständlich, dass im ersten Satz das CO2 beim Brennvorgang duch die Aushärtung kompensiert werde, aber im zweiten Satz der Brennvorgang berechnet werden darf. Aber zugegeben, ich bin kein Chemiker, aber ein guter Analytiker, dem Widersprüche nicht verborgen bleiben.