
Gestern war Heiligabend. Heute ist der erste Weihnachtsfeiertag. Draußen ist es still, und genau das ist der richtige Moment, um einmal nüchtern festzustellen, wo wir in unserem Deutschland stehen. Nicht empört, nicht aufgeregt, nicht polemisch – sondern sachlich konstatierend. Nicht als Schlagzeile, sondern als Zwischenbilanz, als Status quo. Was hat uns die Vergangenheit beschert? Was haben uns Jahre politischer Selbstbeschäftigung, moralischer Überhöhung und lobbygetriebener Entscheidungen hinterlassen?
Diese Republik wird seit Jahren von Politikern geführt, die ihre Eigeninteressen und die ihrer jeweiligen Netzwerke mit einer Konsequenz verfolgen, die man bewundern könnte, wenn sie dem Land dienen würde. Der Bürger hingegen dient als Finanzierungsquelle, als moralische Projektionsfläche und als stiller Dulder. Das ist keine Momentaufnahme. Das ist das Ergebnis eines langen Weges. Und dieser Weg wird gerade an Feiertagen besonders sichtbar.
Profiteure vs. Leistungsträger
Man sitzt zusammen, mit Familie, Freunden, Bekannten, bei Kaffee, Kuchen oder einem Glas Wein, und merkt plötzlich, dass man nicht mehr über alles sprechen kann. Nicht, weil man sich nicht mag, sondern weil sich die Gesellschaft in zwei Lager aufgespalten hat. Früher wurde bei Festen gelacht, gestritten, diskutiert, und am Ende fühlte man sich trotzdem verbunden. Heute verläuft oft eine unsichtbare Trennlinie am Tisch: Auf der einen Seite die, die und die an ihrem lebenslangen Grundvertrauen in Politik, Medien und Justiz tapfer festhalten, auf der anderen Seite jene, die aus leidvoller Erfahrung, Horizonterweiterung, oder weil sie die Narrative hinterfragen, erkannt haben, auf welchem Irrweg wir sind. Auf der einen Seite die, vom Staat leben oder ihn als selbstverständlich gegebenen Versorger betrachten, und auf der anderen Seite jene, die dafür sorgen, dass dieser Staat überhaupt leben kann.
Unkritische und Kritische. Profiteure und Leistungsträger. Zwei Welten, die einander immer weniger verstehen, weil sie ein völlig unterschiedliches Verhältnis zu Arbeit, Verantwortung und Realität haben. Und genau deshalb reden sie nicht mehr offen miteinander. Dabei ist die wirtschaftliche Realität in diesem Land nur noch furchterregend. Deutschland verliert seine industrielle Substanz – nicht plötzlich, sondern schleichend. Jahr für Jahr. Energie ist viel zu teuer, Verfahren sind zu langsam, die Verwaltung ist zu schwerfällig, und jede neue Regelung, Vorschrift, Verordnung liest sich, als sei sie von Menschen geschrieben worden, die noch nie Verantwortung für einen Betrieb, eine Lohnliste oder eine Investitionsentscheidung tragen mussten.
Notwendige Kritik als öffentliches Ärgernis
Die Politik spricht von Transformation – die Realität ist zunehmende Abwanderung. Während draußen im Land Produktionshallen dunkler werden, werden drinnen die Parolen immer strahlender: “Energiewende”, “Zeitenwende”, “Haltung”, “Resilienz”. Begriffe, die beruhigen sollen, weil die nötigen Entscheidungen ausbleiben. Schulden zur Überdeckung der Missstände sind dabei das universelle Beruhigungsmittel dieser Epoche: Man überdeckt strukturelles Versagen mit Milliarden und Abermilliarden, bis niemand mehr erkennt, ob hier noch gestaltet oder weiter vertagt wird. Wer auf diese katastrophale Entwicklung hinweist, bekommt selten eine inhaltliche oder Antwort, zumeist bekommt er ein Etikett verpasst: Schlechtredner, Schwarzseher, Defätist, neuerdings sogar (ausgerechnet von Linken) “Vaterlandsverräter”. Und natürlich: Schwurbler.
So wird notwendige Kritik zum öffentlichen Ärgernis, Mahnungen werden zum ein Makel, aus Widerspruch wird ein Risiko – und die öffentliche Debatte verkümmert in einem immer engeren Korridor, in dem viele lieber gleich ganz schweigen, um keinen sozialen Preis zahlen zu müssen.
Das alles geschieht im Namen der Demokratie oder – genauer gesagt – im Namen dessen, was manche “unserer Demokratie” nennen; ein Begriff, der Besitz anzeigt, wo eigentlich Verantwortung stehen müsste. Wer nicht dazugehört, soll draußen bleiben; nicht, weil er Unrecht hat, sondern weil er stört. Aber gibt nicht “unsere Demokratie”. Es gibt nur Demokratie für alle – oder eben keine Demokratie. Deshalb sind Brandmauern antidemokratisch. Sie trennen nicht nur Parteien, sondern kappen Debatten, Gespräche und sogar den freien Austausch im Familien- und Freundeskreis.
Zurück zur offenen Debatte
Man merkt das gerade an Weihnachten besonders deutlich. Denn Wahrheit ist in diesem Land oft das, was unangenehm ist, also wird sie vermieden.
Das ist die eigentliche “schöne Bescherung” der vergangenen Jahre: Nicht nur hohe Preise, marode Infrastruktur und ein Sozialstaat, der so tut, als könne er unbegrenzt verteilen, während die Wertschöpfung schwindet – sondern eine politische Klasse, die sich von der Wirklichkeit abgekoppelt hat, weil Wirklichkeit unbequem ist, und Deutschland durch eine Abfolge von inszenierten ideologischen Dauerkrisen gespalten hat wie nie. Flüchtlingskrise, Corona-Krise, Klimakrise, Ukrainekrise: Stets gab es nur die eine, moralisch unfehlbare und politisch legitime Sichtweise, alle anderen machten sich verdächtig und wurden zu Rechtsextremen, Schwurblern, Leugnern gestempelt. Die Gesellschaft ist vergiftet wie nie.
Das muss man sich an diesem ersten Weihnachtsfeiertag einmal bewusst machen. Nicht um zu verzweifeln – sondern um einzuordnen. Dies ist der Stand der Dinge. So sieht es aus. Und wenn wir so weitermachen, sieht es bald noch schlechter aus. Aber vielleicht liegt darin auch eine Form von Trost: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, heißt ein altes Sprichwort. Nur wer den Zustand erkennt, kann ihn ändern. Nicht mit falscher Moral, nicht mit noch mehr leeren Parolen – sondern durch ein Zurück zur offenen Debatte, weg vom Schubladendenken hin zur Sach- und Inhaltsebene und zu einem nüchternem Interessenausgleich. Und zu einer Politik, die wieder dem Bürger dient, statt ihn zu belehren und zu erziehen. Das wäre ein realistisches Weihnachtsgeschenk.
- Klicken, um auf Telegram zu teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Telegram
- Klicke, um auf X zu teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
- Klick, um auf Facebook zu teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
- Klicken, um auf WhatsApp zu teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
- Klicken, um einem Freund einen Link per E-Mail zu senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
- Klicken zum Ausdrucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken









11 Antworten
Und der Herr gießt noch mehr Öl ins Feuer: Voßkuhle fordert Klarnamenpflicht im Internet; betrifft Leserbriefe.
https://www.tagesspiegel.de/politik/offentliche-diskussionen-im-netz-entgiften-vosskuhle-fordert-klarnamenpflicht-im-internet-15079460.html
Der Herr hat die Konsequenzen seiner Forderung in seine Forderung nicht eingepreist.
„………………………..alle anderen machten sich verdächtig und wurden zu Rechtsextremen, Schwurblern, Leugnern gestempelt. Die Gesellschaft ist vergiftet wie nie.“
Nur das eben nun die wirklich „die Vergifteten“ die Realitätsleugner sind.
Es handelt sich jetzt sozusagen um eine Pandemie der Herzmuskelentzündeten – mit den fatalsten Konsequenzen und wenn so manch Schaf selbst nun DAFÜR mir die Schuld geben will nach dem Motto, man hätte eben noch mehr warnen sollen, nun, dann kann man da ja erst recht nicht mehr helfen und sollte es vor Allem auch gar nicht mehr versuchen.
PS: Wieviele Unzen Silber gibt es derzeit für 500ml saubere Blutspende ?
Umsonst (wie früher durchaus gerne gemacht) gibt´s da jedenfalls nix mehr 🎅🎅
Ich plädiere für eine mRNA-Impfung gegen Herzmuskelentzündung.
Hervorragend analysiert und auf den Punkt gebracht!
Ein Zurück zur Vernunft kann es unter den gegebenen Umständen jedoch nicht geben. Dazu wäre es erforderlich, daß das Syndikat, welches sich den Staat zur Beute gemacht hat, ein Einsehen hat und sich schuldig bekennt.
Das werden wir wohl nie erleben. Eher werden sie noch hartnäckiger ihre Ziele verfolgen, und wenn es sein muss, auf „Teufel komm raus“. Wenn der dann rauskommt, bekommen sie schließlich den gerechten Lohn für ihr gottloses Treiben.
Danach wird es vermutlich keine Demokratie mehr geben, denn diese hat die gegenwärtigen Zustände erst möglich gemacht.
Man stelle sich vor, auf einem Schiff würde die Demokratie eingeführt: Dieses Schiff käme wegen endloser Debatten und „Abstimmungen“ nirgendwo an. Den Kapitän würde man als Autokraten bezeichnen und absetzen. Es würde jemand zum kommissarischen Schiffsführer ernannt, der zwar gut reden kann aber von Schiffsführung keine Ahnung hat.
Schließlich gingen die Vorräte zur Neige, der Schiffskoch würde dafür verantwortlich gemacht und eingesperrt, die Besatzung würde sich in zwei Lager spalten und sich gegenseitig bekämpfen. Die letzten Fähigen würden sich mit den vorhandenen Rettungsbooten davonmachen und die Unfähigen dem Untergang überlassen.
An etwa dieser Stelle sind wir gerade. Eine Wiederholung des Irrweges ist also überflüssig. Es wird nach dem Zusammenbruch des Systems darum etwas ganz anderes und neues kommen.
Wir dürfen gespannt sein!
Diese Republik wird seit Jahren von Politikern geführt, die ihre Eigeninteressen und die ihrer jeweiligen Netzwerke mit einer Konsequenz verfolgen, die man bewundern könnte, wenn sie dem Land dienen würde. Der Bürger hingegen dient als Finanzierungsquelle, als moralische Projektionsfläche und als stiller Dulder. …
…Flüchtlingskrise, Corona-Krise, Klimakrise, Ukrainekrise: Stets gab es nur die eine, moralisch unfehlbare und politisch legitime Sichtweise, alle anderen machten sich verdächtig und wurden zu Rechtsextremen, Schwurblern, Leugnern gestempelt. Die Gesellschaft ist vergiftet wie nie. …
:::
Völlig richtig. Und als Ergänzung:
:::
Diese Grafik erklärt, wie eng der Trusted Flagger HateAid und linke Parteien miteinander verstrickt sind
https://www.nius.de/analyse/news/diese-grafik-erklaert-wie-trusted-flagger-hateaid-und-linke-parteien-miteinander-verstrickt-sind
Das ist gewollt!
Nach dem alten römischen
Grundsatz.
Teile und herrsche.
+++++
An Weihnachten mache ich
immer was meine Frau will.
Damit bin ich all die Jahre sehr
gut gefahren.
Nach Weihnachten mache ich
wieder das was ich will.
Und wenn man keine Frau hat?
Wie wollen Sie Menschen bekehren, die selbst jetzt noch lieber in ihrer Seifenblase leben und die Realität beharrlich ignorieren?? Ich attestiere den Allermeisten eine verzerrte Wahrnehmung und dem Nachhängen einer träumerischen Illusion, die nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun hat! Man sieht nur noch das, was man sehen will! Zu viele sind gefangen in ihrem kleinen Cyberspace bestehend aus Dorf/Medien/Arbeit: In dem einen will man nicht unangenehm auffallen, das andere glaubt man bedinungslos und das Dritte will man nicht verlieren. Jegliche Meinung wird eliminiert und ausgemerzt. Genauso werden aus Menschen Idioten gemacht, genauso ist die „Mehrheit“ wieder zum Fundament aller Problematiken geworden!
Ich kann Ihnen nur zustimmen. Mein Bruder liest schon seit Jahren keine einzige meiner Artikelempfehlungen der alternativen Medien, und schneide ich am Telefon ein politisches Thema an oder äußere lediglich einen Kommentar, schreit er mich an!!!
Argumente hat er keine. Sein einziges Argument lautet: “ Das behauptest du, daß die Nachrichten nicht stimmen!“ Er geniert sich für mich, weil ich gegenüber unserer weiteren Verwandtschaft, die genauso hirngewaschen ist wie mein Bruder, kein Blatt vor den Mund nehme, jedoch auch von dort nie eine Antwort erhalte. Entsprechend wählte mein Bruder erst grün „aus Verantwortung für eine gute Zukunft meines Enkels“, in der letzten Bundestagswahl wechselte er zur SPD. Dabei war er Beamter, bezieht jetzt eine gute Pension und ist absolut nicht der Typ, der gerne Geld für Dritte ausgibt und beispielsweise Menschen mit geringerem Einkommen unterstützt. Er hat zwar nie für seine Pension Einzahlungen von seinem Einkommen leisten müssen, echauffiert sich aber jedes Jahr darüber, wieviel Geld er an den Staat für seinen Anteil an einem Mietshaus abdrücken muß. Bei unserem kürzlichen Telefonat vor Weihnachten erklärte mir mein Bruder allen Ernstes, der geplante Krieg gegen Rußland sei notwendig, weil Deutschland bzw. die Nato nicht zulassen können, daß Rußland Langstreckenraketen direkt an der Grenze zur Nato installieren könne. Ich erklärte trotz meiner Fassungslosigkeit noch amüsiert, daß der Westen genau diese Bedrohung Rußland jahrelang in immer schärferer Weise zugemutet habe und trotz aller Warnungen Rußlands seine Politik unverändert fortgesetzt habe. Da flippte mein Bruder komplett aus, für ihn nicht das erstemal, für mich aber das letztemal. Ich ziehe jetzt einen Strich. Wir waren uns nie sonderlich nah, aber daß die politischen Verhältnisse dazu in der Lage sein würden, auch den Rest unserer Beziehung zu unterminieren, hätte ich mir nicht träumen lassen.
Dabei ist mir bis heute unklar geblieben, ob mein Bruder tatsächlich so dumm ist, wie es scheint, oder ob er eine derartige Angst vor der Realität hat, daß er – solange es geht – Schutz sucht bei der Darstellung der öffentlich-rechtlichen Medien. Die Frage ist, was er tut, wenn dieser „Schutz“ durch die nackte Realität bricht.
Solche Leute kenne ich auch.
Entweder blockieren sie oder beleidigen.
Das einzige Argument, das sie haben, ist:
„Die Mehrheit hat Recht.“
Für diesen Unsinn werden sie eines Tages teuer bezahlen müssen. Aber das wollen sie auch nicht hören.
Da kann man nix machen. Mittlerweile meide ich den Kontakt zu diesen Leuten.
Das hilft zwar denen nicht, aber mir.
🤗
Die“ Mehrheit“ ist immer das Fundament der Idioten…