Sonntag, 14. Juli 2024
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Weltstadt Berlin: Notdurft im Notdorf

Weltstadt Berlin: Notdurft im Notdorf

Donnerbalken hinter Planen: Weltmännischer Fäkalflair auf Berlins Flaniermeile (Foto:privat)

Was Sie auf dem obigen Beitragsbild sehen, liebe Lesende, ist die Pracht- und Flaniermeile Friedrichstraße in der Hauptstadt der Industrienation Deutschland. Der Nabel der Welt. Sie wissen schon. Checkpoint, Friedrichstadtpalast, Galeries Lafayette, Hotels, Banken, Nobelmarken. Nach der Wende wurde hier geklotzt. Ein Kaff wollte Metropole werden. Oben mitspielen. Eine Weile schien dies zu gelingen. Mit dem beeindruckenden Siegeszug des rotgrünen Senats hielt aber dann sukzessive wieder das vertraute Flair der Bauwagensiedlungen aus Kreuzberg und Friedrichshain Einzug.

Man richtete Baustellen für die Ewigkeit ein, sperrte die Autos und damit den Kapitalismus aus, klebte fröhlich mäandernde Popup-Fahrradwege auf den Asphalt, verteilte ein wüstes Mixed aus Europaletten, Baucontainern, Absperrgittern, Verbotsschildern, Pflanzkübeln und zusammengezimmerten Sitzfavelas aus rohem Holz, und schuf so geschickt ein Ambiente, das selbst unter Punkern und Obdachlosen noch veritables Misstrauen erregte. Die Luxusläden gaben entnervt auf. Die Sprayer übernahmen den Rest. Berlin wollte lieber Kaff sein. Arm und sexy.

Nachhaltiges Kacken im Offenstall

Der nun aktuell neu gebastelte Senat versprach zwar Besserung, hatte aber außer der Öffnung für den Verkehr weder Mittel noch Ideen, um den alten Glanz aufzupolieren. Ganz im Gegenteil. Auf der regelmäßig gesperrten Einkaufsstraße wurden nun kürzlich Verschläge aus Baugerüsten und schwarzen Planen errichtet. In diesen Verschlägen (holen Sie kurz Luft) platzierte man farblich passende Mülltonnen, vor denen ein robuster Sitzbalken montiert wurde. Unten in jeder der Tonnen findet der Ungläubige (der Gläubige natürlich auch) eine großzügige Lage aus feinstem Stroh:

Zurück ins Mittelalter: Einstreu für neubürgerlichen Stuhlgang (Foto:privat)

Sie werden es bereits erraten haben: Es handelt sich um Einstreu für die bunte neue Zivilgesellschaft. Flanierende, Touristen, Staatsgäste können sich hier nach dem Genuss von Fastfood und verdauungsfördernden Getränken, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung, ein fröhliches Stelldichein des nachhaltig wassersparenden Kackens im Offenstall geben. Wenn es noch eines Beweises zum kulturellen Zustand des Siedlungsgeländes Deutschland bedurft hätte, er wäre nun erbracht.

21 Responses

  1. Lachen Sie nicht! Als alter weißer Mann mit Prostataproblemen bin ich in Städten oft auf der Suche nach geeigneten Stellen. So notdürftig das aussieht, ist es doch besser als nichts.

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    1. Da gibt es zu Ihrem Kommentar nun so einige mit “dem Daumen nach unten”.

      Machen Sie sich nichts draus. Auch diese “Männlein” werden mal älter.

      Und dann wird diesen Däumlingen sehr bald das Lachen vergehen.

      Ich freu mich drauf.

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      1. Ich glaube kaum, dass die Daumen runter der Prostataproblematik geschuldet sind. Lassen sie
        ihren Frust und ihre Gehässigkeit woanders ab. Danke!

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    2. an@Jürgen R.
      Ich hatte als ich noch in Berlin wohnte auch das Problem, zwar nicht wegen der Prostata, aber meine Wirbelsäule signalisierte mir, über die Nerven, schon mal fälschlicher Weise eine volle Blase und was nun. Ich fuhr wenn es immer ging mit dem Fahrrad, auch schon mal weite Strecken, um mal schnell eine Möglichkeit zu finden. Jetzt wo ich nur schlecht mit dem Fahrrad fahren kann, hab ich eine andere Lösung gefunden. Unter einer lockeren Latzhose wo man ja an den Seiten eingreifen kann wird eine entsprechende verschließbare Plastikflasche reingeschoben und los geht es. Bei entsprechendem Standort, fällt überhaupt nicht auf. Schon ausprobiert.

  2. Berlin ist würdelos, auch die Bewohner Berlins sind würdelos. Die Bewohner schauen tatenlos zu, wie ihre Stadt der Lächerlichkeit preissgegeben wird. Oder ich hole noch weiter aus, die Deutschen sind würdelos, weil sie tatenlos zusehen, wie ihre Hauptsstadt der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Oder so, das Volk ist würdelos, weil es zusieht, wie ihr Land in den Abgrund getrieben wird. Ich wundere mich nicht, denn das Land ist in der Hand von Anarchisten.

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    1. Sehr geehrter Herr Seibert,
      eben lese ich Ihren Beitrag, den Finger schon auf der “Daumen hoch” Taste, als ich bei Ihrem letzten Wort “Anarchisten” ankam.
      Anarchie bedeutet Herrschaftslosigkeit! Keiner bestimmt über einen Anderen, und jeder lebt seine eigene Freiheit in einem Rahmen, in dem er die Freiheit des Anderen nicht einschränkt. Also ein Idealzustand des sozialen Miteinanders.
      Der Begriff “Anarchie” wurde von denen die Macht über Andere ausüben wollen negativ belegt, und durch Ihre Medien- u. Meinungs-Kontrolle in die Köpfe der Menschen gepresst.
      Mit dem Wort “Demokratie” haben es die Mächtigen umgekehrt gemacht. Dieses Wort wurde positiv belegt, obwohl eine Demokratie die mit Abstand schlechteste Form einer Gesellschaftsordnung darstellt.
      Eine Demokratie ermöglicht es, dass eine Minderheit über eine Mehrheit herrscht, und eine kleine Gruppe, ohne dafür in den Vordergrund treten zu müssen, der Masse ihren Willen, also ihre Agenda aufzwingen kann.
      Gleichzeitig simuliert sie den Menschen ein Mitsprache- u. Mitentscheidungs-Recht, was, wie wir alle Tag für Tag erleben, nicht den Dreck unter den Fingernägeln wert ist.
      Das Wort Demos bedeutet im Ursprung auch nicht Volk, oder wie Herr Andreas Popp einst behauptete Dorf, sondern es beschreibt einen Arbeitsschritt während dem Abkochen von Schaf-Fett. Dabei muss regelmäßig der sich bildende Schaum von der Oberfläche abgeschöpft werden, also den Abschaum.
      In Berlin oder Deutschland erleben wir also keine Anarchie, sondern das Endstadium der Demokratie mit Namen Kakokratie, die Herrschaft der Schlechtesten!

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      1. @Günter 31. Juli 2023 Beim 12:12
        “Der Begriff “Anarchie” wurde von denen die Macht über Andere ausüben wollen negativ belegt,”

        Danke!! Endlich jemand, der weiß, was Anarchie wirklich bedeutet, denn Politik und die tiefenindoktrinierten Bürger nennen immer “Chaos und Anarchie” in einem Zusammenhang.
        Ausgerechnet bei Wikipedia wird -da staune ich nicht schlecht- Anarchie richtig interpretiert, u.a. mit dem Urvater der Anarchie Pierre-Joseph Proudhon zitiert: „Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft.“
        Weiter geht’s richtig: “Landläufig wird Anarchie auch mit einem durch die Abwesenheit von Staat und institutioneller Gewalt bedingten Zustand gesellschaftlicher Unordnung, Gewaltherrschaft und Gesetzlosigkeit angenommen und vor allem in vielen Medien häufig den eigentlichen Sinn verfälschend (!! brig.brei) im Schlagwort „Chaos und Anarchie“ (!! brig.brei) verwendet.”

        “In Berlin oder Deutschland erleben wir also keine Anarchie, sondern das Endstadium der Demokratie mit Namen Kakokratie, die Herrschaft der Schlechtesten!”

        “Eine Demokratie ermöglicht es, dass eine Minderheit über eine Mehrheit herrscht”

        Absolut richtig – kann ich nur unterstreichen! MfG

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      2. Das bringt doch alles auf den Punkt, warum Stellplätze für “das Kacken” benötigt werden in der “Kackokratie”.
        Übrigens ist die Anarchie (nach dem liberalen Bakunin) genau aus diesem Grund gescheitert, weil die Menschen nicht zivilisiert zusammen leben können durch Neid, Eifersucht, Hass und Gewalt!
        Super Beitrag Günter 😊

  3. In Zeiten wie diesen gerät man “im besten Deutschland aller Zeiten” von einer Fassungslosgkeit in die nächste. Sind denn alle verrückt geworden?

    Berlin ist keine Reise mehr wert.

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    1. @Monika Ebner 30. Juli 2023 Beim 22:32
      “Berlin ist keine Reise mehr wert.”

      Nicht nur Berlin! Gesamt-Deutschland, sorry, Migrantenland, ist keine Reise mehr wert – nur noch für Ausländer, Migranten und Flüchtlinge, die unsere Deutschenhasser ins für Fremde gelobte Land en masse holen, um sie mit unseren Steuergeldern gar fürstlich zu alimentieren…

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  4. Wir waren seit 4 Jahren nicht mehr in Berlin Friedrichstraße. Vorher sind wir bis zum Bahnhof Friedrichstraße gefahren um dann ins Konzerthaus oder zu Veranstaltungen in den beiden Dömen oder ins Russische Haus zu gehen. Mit Corona ging das nicht mehr, und nun wollen wir nicht mehr. Das fängt schon im Bahnhof an wo die bedauernswerten Obdachlose immer mehr werden und in allen möglichen Ecken und Nischen “leben” und im Bahnhof die Sprachen der Welt zuhause sind, aber unsere nicht mehr. Wir haben uns von allen Veranstaltungen in Berlin zurückgezogen. Leider. Aber das ist nicht mehr Deutschland.

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    1. Ich lebe zwar nicht in Berlin, aber ich habe mich ebenfalls seit Corona von allem gesellschaftlichen Leben aus Protest zurückgezogen. Dafür gehe ich, soviel wie ich kann, zu Demos.

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  5. Irgenwie sind wir einem surrealen Theater gelandet, in Schilda oder sonstwo. Man fragt sich, ob es eine Scherzmeldung á la erster April sei. So abgrundtief peinlich noch dazu. Ja, der Autor hat recht: Sie wollen Metropole spielen, können aber das Beinchen nicht heben. Nackt und bloß und unsagbar dumm wir stehen da und das internationale Publikum lacht uns zurecht aus. Da sind sie wieder, die doofen Deutschen. In einem Asterix werden wir verhonepiepelt als sich die Deutschen untereinander verfolgen, weil sie zu blöd sind, Freund und Feind zu unterscheiden. Die Autoren zeigen einen weinenden, frustrierten Zenturio, der angesichts der abgrundtiefen Blödheit der Deutschen sagt: “Sie sind alle so dumm und ich bin ihr Chef.” Kein Wunder, daß man im Ausland nicht als Deutscher erkannt werden will.

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  6. Da frag ich mich, was geschieht mit den Länderfinanzausgleich den sie zu Millionen erhalten? Jemand der denken und 1 und 1 addieren kann, weiß es! Berlin war und ist für mich eine verkommene und als Hauptstadt absolut keine Weltstadt bzw Vorzeigestadt. Sie ist behaftet von böser, mordender und gewalttätiger Geschichte die sich immer weiter wohlwollend fortsetzt. Diese Eigenschaften sollen und wollen diese Restposten der dunklen Zeit auch nicht abstellen! Diese Stadt hat schlechte Gene und wird sie auch nicht wieder los, darum wurde sie auch wieder auserkoren die dunklen Zeiten dort wieder aufleben zu lassen. Die Globalisten und Politik ( Lakaien) haben sich seit vielen Jahren darauf eingerichtet und alles geplant, wieder von dort Kriege zu veranlassen, arbeitsfaules Antifapack und die Gastapo anzusiedeln. Diese Stadt ist der schlimmste Fleck Deutschlands!

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  7. Was Sie oben lesen: “Was Sie auf dem obigen Beitragsbild sehen, liebe Lesende, ist…”, liebe Leser, ist widerliches Neusprech, um noch widerlicheres Gender-Gaga zu umgehen. Pfui, pfui, pfui!

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  8. Erinnert mich irgendwie das an die Rinderoffenställe in den LPG en. War eine Lage Stroh vollgeschissen kam eine neue obendrauf usw. War die Grube voll wurde ausgemistet. Ist das hier auch so? Den Rot Grünen ist das zu zutrauen. Denn die machen ja jeden Mist nach.

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  9. Und heimlich des Nachts kommen Landes- und Bundesregierungen und loeffeln emsig , weil sie das auf Stroh Gebettete als Bereicherung des eigenen Schaedelinhaltes erkennen , um es prompt am naechsten Tage als eigene geistige Errungenschaft in den Plenarsaelen zu verteilen . Diese womoeglich etwas steil anmutende Hypothese wird dadurch untermauert , dass es kaum noch selbstaendig Denkende dort aushalten .

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