Wenn ein „Südkurier“-Chefreporter den eigenen Aktivismus preist…

Wenn ein „Südkurier“-Chefreporter den eigenen Aktivismus preist…

Nach der täglichen Morgenlektüre bleiben zuweilen mehr Fragen als Antworten… (Symbolbild:Pixabay/Andrys)

Woran kann man einen Journalisten von einem Aktivisten unterscheiden? Ganz einfach: Schon beim ersten Satz. Diese banale wie gleichermaßen auch subtile Erkenntnis bewahrheitet sich in unendlich vielen Beispielen vermeintlich „kritischer“ Artikel, die meine Zunft nicht selten in der Absicht dessen geschrieben und veröffentlicht werden, was der große „Tagesthemen“-Anchorman Hanns-Joachim Friedrichs einst als das „Sich-Gemeinmachen mit irgendeiner Seite“ anprangerte. Und so brauchte es nur wenige Buchstaben, um die Stoßrichtung eines kürzlichen Beitrags von Benjamin Brumm im Konstanzer „Südkurier“ zu entlarven.

Darin stieg mit der wenig kaschierenden Formulierung in seinen Meinungsbeitrag ein: „Rassisten und Demokratiefeinde sitzen heute in den Reihen deren Umfragen Stärken bis stärksten Partei“. Superlative gleich zu Beginn, kein Zweifel mehr daran, wohin die Reise führen soll. Da arbeitet sich jemand konsequent an der Spaltung einer Partei ab, die die zwischen Bodensee und Hegau zuletzt immer wieder in die Schlagzeilen geraten war.

Stürzen auf Skandale

Die Namen mehrerer Funktionäre, so Brumm, stünden demnach mittlerweile in Gerichtsakten. Philipp R. aus Friedrichshafen und André R. aus Singen gehören dazu. Erstgenannter sei rechtskräftig verurteilt worden, weil er „Geflüchtete“ mit einer Gaspistole bedroht hatte. Zweitgenannter ist vor dem Oberlandesgericht mit Blick auf eine Haftstrafe wegen Körperverletzung in Revision gegangen, warte dennoch auf die Ernennung zum Stadtrat am Hohentwiel. Und tatsächlich ist – welch Wunder – sogar bei der Alternative für Deutschland nicht alles Gold, was glänzt! Doch wie besessen und fixiert muss man sein, sich an Personalien festzubeißen, davon zu sprechen, dass sich immer mehr Mitglieder wegen „Nazi-Parolen“ und „plumpem Rechtsextremismus“ abwenden würden?

Ohne Wortgewalt scheint es nicht zu gehen, wenn der Kollege auch auf den Fall „Eisenhut“ undogmatisch zur Sprache kommt. Der sich wegen Volksverhetzung durch die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mit Ermittlungen konfrontiert sehende Landtagsabgeordnete soll in einer öffentlichen Veranstaltung von „Fachkräften im Messerstechen und Vergewaltigen“ gesprochen haben. Inwieweit sich hieraus eine Anklage wegen ausländerfeindlicher Hetze ergibt, ist derzeit noch offen. Die Unschuldsvermutung hätte man also durchaus prominent erwähnen müssen.

Aus der fanatischen Ergebenheit für „das Gute“ keinen Hehl gemacht

So etwas war natürlich nicht zu erwarten von einem Schreiberling, der zwar eine lokaljournalistisch „steile“ Karriere hingelegt hat, aber sich mit seiner derzeitigen Fokussierung auf Investigatives vor allem einen Namen als Handlanger von NGOs macht. (Hoffentlich nur) ehrenamtlich engagiert Brumm sich natürlich im Bündnis „Konstanz für Demokratie – Klare Kante gegen Rechts in Stadt und Landkreis“, welches wiederum enge Verbindungen zu ähnlich gelagerten Organisationen pflegt. Dazu gehören die üblichen Verdächtigen des linken NGO-Sumpfs:  Amnesty International, die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ oder die „Amadeu-Antonio-Stiftung“.  Man organisiert Demonstrationen, betreibt nach eigenen Angaben „Aufklärungsarbeit“ und stellt „Wahlkampfaktionen“ gegen die AfD auf die Beine.

Völlig undistanziert berichtet der – laut Selbstdefinition – „Chefreporter für Audiences“ von genau diesen Veranstaltungen, der auf der Website seiner Heimatzeitung mit der Erkenntnis untertitelt wird: „Nach einigen Jahren abseits des Journalismus weiß er heute: Leidenschaften muss man folgen“. Mit dieser Passion ist offenbar der Tatendrang für „das Gute“ gemeint, wenn der studierte Germanist (!) davor warnt, die Unterstützung für die Blauen sei inzwischen „kein Ossi-Problem mehr„.

Zeitung und Autor mit gesinnungsethischem Gesamtanspruch

Mit seinem Tenor passt Brumm bei seinem Blatt bestens ins Team. Der „Südkurier“ hat wie viele Tageszeitungen mittlerweile einen penetranten Linksdrall entwickelt: Er gendert beharrlich, passt sich der medialen Überzeugung an, sich als Polier an der der Brandmauer betätigen zu müssen – und wenn es um das Thema illegale Migration und die immer gnadenloser hereinbrechende Realität geht, hält man sich mit Blick auf die Negativkonsequenzen und „falsche Nähe“ fortwährend bedeckt. Gewaltkriminalität mit überproportionalem Ursprung im nichtdeutschen Täterkreis wird kleingeredet oder gar verschwiegen, hinsichtlich der wirtschaftlichen Stimmungslage verbreitet man entgegen der Fakten Optimismus zugunsten einer schlagfertigen Regierung.

Wer die Berichterstattung – nicht nur beim „Südkurier“ mit angemessenem Skepsis und Zweifeln verfolgt, vermisst allzu häufig den einordnenden Kontext von Zitaten, findet stattdessen die Aneinanderreihung extraordinärer Rhetorik. Ausgewogenheit ist nicht zwingend die Stärke jener, die bisweilen die Grenzen zwischen Kommentar und Information auszutesten, den Klimax zu besteigen versuchen. Und selbst unter subjektiven Kriterien sollte die Reflexion des individuellen Vokabulars normalerweise zum Standard gehören. Doch diese Anspruchshaltung scheint im Jahr 2025 obsolet.

4 Antworten

  1. Danke schön , dass Sie meine Lokalzeitung für mich gelesen haben, den Bezug des Südkurier habe ich vor sieben Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Ab und zu juckt es mich natürlich schon , zu lesen , wie die augenfälligen Tatsachen verdreht im Südkurier dargestellt werden, aber aus grundsatzlichen Überlegungen lehne ich es ab , Geld dafür zu bezahlen um angelogen zu werden. Das waren noch Zeiten als Gerd Appenzeller Chefredakteur beim nämlichen Blatt war. Aber Tempi passati !

  2. Wahlrechtsentzug für Höcke ???
    SPD-Minister und CDU-Senatorin offen für AfD-Verbot in Thüringen
    „Über ein Verbot der AfD wird immer wieder diskutiert. Jetzt erklären zwei Politiker aus Thüringen und Berlin ihre Sicht auf die Dinge. Ein Landesverband sollte demnach nicht mehr existieren. Würde die AfD eines Tages regieren, will Unionspolitikerin Badenberg auswandern.

    Thüringens Innenminister Georg Maier von der SPD und Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg von der CDU haben sich offen für ein Verbotsverfahren gegen die Thüringer AfD von Björn Höcke gezeigt. „Ich spreche mich für die Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen diesen Landesverband aus“, sagte Badenberg der „Süddeutschen Zeitung“. Sie forderte zudem, darüber zu reden, „ob wir bei Björn Höcke die Möglichkeiten der Grundrechtsverwirkung nutzen – die auch zum Entzug des aktiven und passiven Wahlrechts führen kann“.“
    https://www.n-tv.de/politik/SPD-Minister-und-CDU-Senatorin-offen-fuer-AfD-Verbot-in-Thueringen-id30085661.html

  3. Den Südkurier , oder sündenkurier, haben früher meine Eltern abbontiert aber die leben schon lange nicht mehr, durch solche Argumente ect. schaffen sie sich selber ab. Braucht keiner mehr…..

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