Wenn Grüne es tun, ist es irgendwie richtiger…

Narrenfreiheit aus „moralischer Überlegenheit“ (Symbolbild:Unsplash)

Wir leben in einem Staat, in dem hektischer Aktionismus an der Tagesordnung ist. Das allerdings ist nicht allein den Grünen anzulasten; eine gewisse Neigung dazu gab es schon im Nationalsozialismus. Man nennt es „vorauseilenden Gehorsam“, den Trend, jede politische Mode rechtzeitig aufzuspüren und ihr hinterherzulaufen. Auch das ist keine grüne Spezialität: Derzeit kommt etwa wieder das Thema „Wehrpflicht“ in die Hitliste der dringend zu erledigenden Dinge. Es ist sicherlich angesichts der Ukraine-Krise keine dumme Idee, sich über Deutschlands Wehrfähigkeit ein paar Gedanken zu machen, aber die Art und Weise, in der das geschieht, hat etwas Schamloses. Das Thema scheint plötzlich vom Himmel gefallen zu sein, als habe es nie Diskussionen um verrottendes Fluggerät und nicht rollende Panzer gegeben – oder die Anschaffung um die Ecke schießender Schnellfeuergewehre. Das ist alles vergessen, wenn Markus Söder nun plötzlich innerhalb eines Jahres eine funktionierende Armee aus dem Boden stampfen will:

(Screenshot:Twitter)

Mit dem Umschwung ist allerdings keinerlei Einsicht verbunden, früher etwas falsch gemacht zu haben. Probleme türmten sich auf, so wie sich nun die Energiepreise in schwindelerregende Höhen schrauben. So etwas wie Vorsorge wurde nicht getroffen, erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, gibt man sich als großer Kümmerer, der Probleme aus dem Weg räumt, die man ohne die versäumte Vorsorge gar nicht oder nicht in diesem Maße hätte. Die Bundesregierung plant jetzt etwa Rabatte beim Benzinpreis – das kann man sich nur leisten, wenn man diesen vorher mit insgesamt 65 Prozent besteuert. Man bekommt also ein Bröckchen dessen wieder, was man dem Staat vorher als Brocken bezahlt hat. Das ist wirklich großzügig!

Im Falle der Überschwemmung des Ahrtals liegen die Dinge natürlich weitaus komplizierter; sicherlich kann man Anne Spiegel nicht für alle Flussbegradigungen und die Zubetonierung von Uferbereichen verantwortlich machen, die seit Jahrzehnten stattgefunden haben. Selbstverständlich sind diese aber nach grüner Diktion auch nicht maßgeblich verantwortlich für die Katastrophe. Der Klimawandel muss es gewesen sein! Und weil der Klimawandel an allem schuldig ist, besteht aus deutsch-grüner Sicht natürlich keinerlei praktischer Handlungsbedarf, sondern lediglich die Notwendigkeit, ideologisch zu re(a)gieren. Aber selbst das hat Anne Spiegel nicht vermocht; vielmehr hielt sie es nicht für nötig, die Bewohner rechtzeitig zu warnen, obwohl zu diesem Zeitpunkt schon bekannt war, dass erste Campingplätze bedrohlich unter Wasser standen. Aus Angst vor einem Image-Schaden gab sie Entwarnung – aber bitte gegendert! Für die Klimajugend kein Problem und erst recht kein Skandal:

(Screenshot:Twitter)

Natürlich kann es jedem Politiker passieren, eine Situation falsch einzuschätzen (obwohl in diesem Fall die Flut schon an die Tür klopfte). Wenn ihm die Bürger allerdings am Herzen liegen, sollte er anschließend – wenn er schon nicht zurücktritt – wenigstens seine Fehleinschätzung analysieren. So würde ein normaler Arbeitnehmer reagieren, der sich für seine Firma engagiert, aber – durch welche Umstände auch immer – Bockmist angestellt hat. Zumindest würde er sich im stillen Kammerlein in Grund und Boden schämen.

Oft genug haben wir es gerade bei den Grünen in den letzten Jahren erlebt: Ihr Selbstbewusstsein ist weitaus besser entwickelt als ihr Verantwortungsgefühl, von ihrer „Sachkenntnis” und ihrer Wahrheitsliebe ganz zu schweigen. Es ist menschlich, seinen Hintern retten zu wollen, wenn man Mist gebaut hat. Aber darum geht es den grünen Damen und Herren nicht, denn dazu müsste erst einmal eine realistische Lageeinschätzung stattfinden, die aber konsequent ausbleibt. Ob Ricarda Lang, Annalena Baerbock oder jetzt Anne Spiegel – es ist ihnen einfach egal, ob sie Unfug anstellen oder erzählen. Anlass für eine persönliche Weiterentwicklung ist all dies nicht – und wird die Kritik zu laut, muss wahlweise „Frauenfeindlichkeit“ oder ein „rechter Shitstorm“ dahinter stecken. Auch wenn die Gegenargumente noch so stichhaltig sind: Die Kritiker sollen sich mal nicht so anstellen!

Blanke Kaltschnäuzigkeit

Bedenkt man, dass es in diesem Fall um immerhin 135 Menschenleben ging, ist das schon kein politischer Leichtsinn mehr, sondern einfach blanke Kaltschnäuzigkeit. Die Bienchen- und Blümchenpartei, die sich vorgeblich noch um das kleinste Lebewesen auf deutschem Boden sorgt, hat es eben mit den eigenen Artgenossen nicht so. Ich persönlich würde ihnen im Zug noch nicht einmal mein Gepäck anvertrauen, wenn ich zur Toilette müsste.

Im Zuge der Ukraine-Krise werden derzeit einige heilige Kühe geschlachtet. Manchmal kommt dabei sogar eine vernünftige Idee heraus – wenn man etwa überlegt, die Bundeswehr wieder betriebsbereit zu machen oder die Laufzeit von deutschen Kernkraftwerken zu verlängern, um die Energiekrise abzumildern. Aber meist sind das nur Zufallsfunde, die nichts mit langfristiger Planung zu tun haben. Vielmehr sollen sie selbst geschaffene Probleme aus dem Weg räumen. Das ist ungefähr so, als würde man einen Einbrecher dafür loben, dass er nach der Tat wenigstens die Tür ordentlich abgeschlossen hat.

6 Kommentare

  1. Ein Staat braucht eine funktionierende Wehrpfliicht. Das sieht man wieder an der Ukraine.
    Doch nicht die Wehrpflicht ist das wichtige. es ist die Schlagfähigkeit, also die Verteidingungfähigkeit des Staates.
    Dazu kommt die „Erziehung“ der Jugendlichen. In dieser, heutigen Zeit gibt es leider nur Egoismus. Hippy hopp, Genuss, ….
    Dem ist in unseren Tagen alles bei der Jugend unterzuordnen.
    Eine Gemeinschaft kommt aber ohne Sicherheit und gegenseitige Anerkennung nicht aus.
    Also: Wehgrpflicht!
    Für Frauen und Männer!!!!

  2. Markus Söder aka Idi Alpin in Bestform, sinnentleert und faktenbefreit.

    In 1 Jahr müssen alle Waffengattungen wehrbereit sein, Ersatzteile und Munition.

    Herr Söder, für die im Durchschnitt funktionierenden 3 Helikopter und 2 Eurofighter und die eine Fregatte klappt das auch sicherlich. Aber nicht mit der Anschaffung neuen Gerätes.

    Von den 100 Mrd. die unsere Kanzlermarionette nun bewilligt hat wird USA Kriegsgerät gekauft, die USA wollen schliesslich Geld verdienen darum geht es doch eigentlich.

    Nun sollen F-35 angeschafft werden… Genau, jener Flieger der schon 2000 Milliarden $ verschlungen hat und trotzdem eine Fehlerliste hat mit mehr als 500 Einträgen.
    Anschaffungspreis 400 Mio., 3 Triebwerke incl. weil geht schnell kaputt (Und wie schon der Eurofighter steht die F35 mehr im Rep-Hangar als das sie fliegt) und US Technikern weil alles geheim an dem Teil.
    Und die deutschen Piloten mwssen erstmal 6 Monate Schulung machen auf dem Teil.

    Söderle, schon vor 30 Jahren hat die BW zu wenig Geld gehabt und seitdem wurde immer mehr kaputt gespart, 30 Jahre mal im Schnitt ca 20 Mrd. zuwenig, da fehlen alleine 600 Mrd.

    Plus das man hat alles verrotten lassen und nichts neues entwickelt wurde, das verdoppelt den Preis gleich mal locker.

    Und die Stahlwerke und Giessereien von vor 30 Jahren sind auch nicht mehr da und auch nicht die Munitionshersteller. Schon vor 10+ Jahren war bekannt das es nur noch genug Munition für EINEN EINZIGEN TAG echten Krieg gibt, EPA Packs für 1 Woche.
    Vor etwa 15 Jahren haben ein paar Manager PRIVAT die letzte Firma in DE aufgekauft die noch in der Lage sind Zündvorrichtungen für Grossmunition zu fertigen.

    Von den fehlenden AKWs für den enorm steigenden Strombedarf mal garnicht zu reden.
    Wenn wir die nächsten 20 Jahre 120 Mrd/Jahr in die BW stecken KANN sie in 20 Jahren wieder so bereit sein wie sie es vor 30 Jahren war.
    Dabei MUSS jegliche Korruption vermieden werden sonst wirds erheblich teurer, siehe Massengeldgrab Eurofighter, F-35, Zumwalt…

    Aber so gehts in DE, 30 Jahre lang tun Linke und Grüne Vollidioten in Zusammenarbeit mit Roten Socken so als ob die Welt ein grosser Streichelzoo sei und plötzlich wundern sie sich warum der Bär brummig wird wenn man ihn permanent von allen Seiten reizt….

    Und dann kommen noch mehr Idioten, solche wie Idi Alpin, diesmal aus allen Lagern und schreien hysterisch rum das man jetzt das Geld ausgeben muss um eine Steinschleuder zu Kaufen damit sie dem Bären Furcht einflössen können, aber da muss man erstmal den Ast finden aus dem die Zwille gemacht wird… und danach Steine suchen. Und rundschleifen.
    Und dabei aufpassen das der Bär einem nicht das Schleifpapier wegnimmt.

    Deutschlan, lieb Kindergarten und Hort der vollverblödeten.

    • es geht nicht um die bunte Wehr – es geht ums Geschäft. Da sollen möglichst viele Milliarden nach USA verschifft werden.
      Und natürlich versucht Söder, sich für die NWO-Wende zu plazieren, wenn die Zahl der Plätze am Futtertrog sinkt und der WEF nur noch ein paar Plätze zu vergeben hat – die Reise nach Rom !

  3. High, jetzt wo so viel Waffenzeugs angeschafft werden soll und entsprechend Provisionen fließen dürften, wäre auch Herr Söder gern Verteidigungsminister. Es könnte ihm aber wie einem seiner Vorgänger, F. J. Strauß, gehen. Freundlichst Fiete

  4. Hmm ! Kleiner Grenzverkehr nach Dänemark boomt . Weil dort Benzin und Diesel über 50 Cent billiger ist !
    Daran erkennt man deutlich das unsere Kraftstoffpreise Regierungsgemacht und Gewollt sind .

  5. Hier werden zwei Themen munter durcheinander geworfen – und nicht erwähnt, was beide verbindet: Geld und Handlungswille. Im Ahrtal beides amtlich eher spärlich – beim Militär bombastisch.

    Gegen wen soll den eigentlich so gigantisch aufgerüstet werden? Schon seit Jahren erlaubte ich mir den Scherz, dass für den Fall, dass Russland gegen Deutschland oder wieder einmal umgekehrt Deutschland gegen Russland tatsächlich Krieg führen will, nichts Gravierendes zu befürchten sei. Beide Heere sind so marode, dass sie sich erschöpft, unterkühlt, unterversorgt und orientierungslos in Polen gemeinsam an einer Imbissbude anstellen müssen. Wie sich in der Ukarine zeigt, ist die russische Schlagkraft äußert begrenzt. Das darf man nun nicht mit Raketenbeschuss oder Einsatz einer Atombombe verwechseln. Natürlich besteht da Angst-machendes Potential, wie man bei Beschießungen schon sieht. Aber eine Übernahme aufgrund militärischer Erfolge ist absurd. Dies gilt erst recht, wenn man die „örtliche Sprache“ nicht spricht. Auch Hitler hätte sicherlich Öl aus der Ukraine abpumpen oder Weizen einkassieren können, aber Russland (bis Hintersibirien) hätte er trotzdem nicht „erobert“. Darauf kam es ihm wohl auch gar nicht an.

    Wir brauchen meinentwegen eine Armee – aber keine diletantische Pflichtarmee, sondern, wenn schon, eine professionelle. Möglichst ohne die Korruption, die in den oberen Etagen offensichtlich seit Jahrzehnten ein und ausgeht. Jetzt zeigt sich wieder einmal wie „blank“ unsere Politiker dastehen.

    Die 100 Milliarden würden der deutschen Infrastruktur (Brücken; Schulen; Kanalisationen; Krankenhäuser ohne Gewinn-Stress etc.) durchaus guttun. Einen Flieger (FF dingsbums) für über 50 Millionen kann man am Boden schon mit einer Panzerfaust zu Schrott schießen … Nur mal so gedacht.

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