
Neun schwarze Spieler in der deutschen Startelf. Zwei weiße. Und am Ende eine 0:1-Niederlage gegen Griechenland: Vielleicht wäre die anschließende Diskussion nicht ganz so ausgeartet, wenn Deutschland den vermeintlichen Fußballzwerg aus dem Stadion geschossen hätte; wenn dort also, überspitzt gesagt, neun kleine Pelés gestanden und die Griechen schwindelig gespielt hätten. Aber das war so nicht. Ganz im Gegenteil.
Deutschland verlor in Augsburg 0:1. Dimitris Kourbelis erzielte in der 74. Minute das einzige Tor. In der deutschen Startelf standen Alexander Nübel, Yann Aurel Bisseck, Jonathan Tah, Joshua Kimmich, Felix Nmecha, Kevin Schade, Josha Vagnoman, Bambasé Conté, Nathaniel Brown, Karim Adeyemi und Younes Ebnoutalib. Und schon sind wir mitten in einer Diskussion, bei der in Deutschland zuverlässig die Sicherungen durchbrennen.
Auf der einen Seite stehen diejenigen, die bereits die Frage, warum sich manche Fans mit einer solchen Nationalmannschaft schwer oder überhaupt nicht identifizieren können, unter Rassismusverdacht stellen. Auf der anderen Seite gibt es Leute, die am liebsten keinen einzigen schwarzen Spieler im deutschen Trikot sehen würden. Ich halte beides für falsch. Selbstverständlich kann ein schwarzer Deutscher genauso deutsch sein wie ein weißer. Erst recht, wenn er, so wie die meisten schwarzen Nationalspieler, eine deutsche Mutter hat und in Deutschland geboren wurde. Und wer Deutscher ist, darf Deutschland vertreten. Punkt. Doch damit ist die Debatte noch lange nicht beendet.
Eine Nationalmannschaft ist kein Verein
Eine Nationalmannschaft ist etwas anderes als Real Madrid, Manchester City oder Bayern München. Von einem internationalen Spitzenverein erwartet niemand, dass seine Spieler die Bevölkerung seiner Heimatstadt repräsentieren. Ich bin als Hamburger Ende der 70er Jahre mit dem Hamburger Sport-Verein fußballerisch sozialisiert worden. Und während in der Meisterelf von 1960 noch zehn gebürtige Hamburger spielten, war es 1979 kein einziger mehr. Doch bei einer Nationalmannschaft steckt die Nation bereits im Namen. Und Nation bedeutet für viele Menschen mehr als einen Eintrag im Pass. Sie verbinden damit Sprache, Kultur, Erinnerungen, Kindheit, Heimat und – ja – auch das Gefühl, die eigenen Leute auf dem Platz zu sehen. Das mag man für altmodisch halten. Aber dieses Gefühl existiert.
Stellen wir uns einen Zuschauer vor, der am Sonntagabend mit Bier und Chips auf dem Sofa sitzt. Der will zwei Stunden Fußball gucken. Abschalten. Er will gerade nicht über Migration, Integration, Parallelgesellschaften, Kriminalität, das „Stadtbild“ oder irgendeine andere politische Debatte nachdenken. Und dann sieht er eine deutsche Nationalmannschaft, die völlig anders aussieht als die Mannschaft seiner Kindheit. Natürlich ist die gedankliche Verbindung zur Migration von 2015 sachlich schief. Unsere schwarzen Spieler sind weder für Angela Merkel verantwortlich noch für 2015, für illegale Einwanderung, für Parallelgesellschaften oder für eine Migrationspolitik, die etwa 80 Prozent der Menschen in Deutschland ablehnen. Und dennoch kann diese Assoziation im Kopf eines Zuschauers entstehen. Das ist den Spielern gegenüber nicht fair, schon klar, aber ein Gefühl verschwindet nicht, nur weil es unfair ist. Man kann versuchen, einem Menschen zu erklären, dass manche Dinge nichts miteinander zu tun haben. Man kann ihm widersprechen. Man kann ihn im besten Fall zum Nachdenken bringen. Was man aber nicht kann: ihm vorschreiben, was er beim Anblick einer Mannschaft empfinden soll. Und deshalb sollten wir endlich zwischen zwei Dingen unterscheiden: Ein Gefühl der Fremdheit zu empfinden oder auszusprechen ist etwas anderes, als einem anderen Deutschen aufgrund seiner Hautfarbe das Deutschsein abzusprechen. Diese Grenze ist für mich entscheidend.
Ja, mir wäre es lieber, es wäre alles noch so wie früher!
Und jetzt wird’s persönlich. Ich bin Jahrgang 1969. Die Nationalmannschaft meiner Kindheit und Jugend sah ein bisschen anders aus. Zwar gab es auch damals ein paar schwarze deutsche Fußballer. Erwin Kostedde beispielsweise, Sohn eines schwarzen amerikanischen GIs, war 1974 der erste schwarze Spieler der Nationalmannschaft. Aber solche Spieler waren die Ausnahme. Und ganz ehrlich: Mir wäre es lieber, es wäre heute noch so. Mir wäre eine Nationalmannschaft lieber, die ich bereits an ihrem Erscheinungsbild als deutsche Mannschaft erkenne – so, wie man bei vielen Nationalmannschaften anderer Teile der Welt ebenfalls auf den ersten Blick eine gewisse regionale oder nationale Vertrautheit empfindet. Nicht, weil ich einem schwarzen Deutschen sein Deutschsein absprechen möchte. Nicht, weil ich eine Hautfarbenquote fordere. Sondern weil das Deutschland meiner Kindheit mein Bild davon geprägt hat, was sich für mich vertraut und heimisch anfühlt.
So empfinde ich es. Und gleichzeitig weiß ich: Es ist nun einmal, wie es ist. Deutschland hat sich verändert. Die Nationalmannschaft hat sich verändert. Und wenn ein schwarzer Deutscher auf seiner Position der beste Spieler ist, dann gehört er in diese Mannschaft.
Amerika widerlegt die einfache Erzählung
Oft bekommt man in dieser Diskussion zu hören: Deutschland sei eben inzwischen auch ein Einwanderungsland. Man müsse sich nur daran gewöhnen. Irgendwann spiele ethnische Herkunft ohnehin keine Rolle mehr. Da lohnt ausgerechnet der Blick in die Vereinigten Staaten – jenes klassische Einwanderungsland, das bei solchen Diskussionen gerne als Vorbild genannt wird. Auch dort hat jahrhundertelanges Zusammenleben ethnische Unterschiede im gesellschaftlichen Leben keineswegs vollständig bedeutungslos gemacht. 2023 sagten 63 Prozent der erwachsenen Amerikaner in einer Pew-Erhebung, alle oder die meisten ihrer engen Freunde hätten dieselbe ethnische Zugehörigkeit wie sie selbst. Unter weißen Amerikanern waren es 70 Prozent, unter schwarzen Amerikanern 62 Prozent. Ähnliches zeigt sich bei der Partnerwahl. Unter schwarzen Amerikanern, die 2015 frisch geheiratet hatten, hatten 18 Prozent einen Partner einer anderen ethnischen Gruppe. Bei weißen frisch Verheirateten waren es elf Prozent.
Gleichzeitig ist wichtig: Diese Anteile sind über die Jahrzehnte erheblich gestiegen. Das beweist weder, dass Menschen verschiedener Herkunft nicht zusammenpassen, noch sagt es irgendetwas über einen konkreten Menschen aus. Es zeigt lediglich: Die Vorstellung, ethnische Identität löse sich in einem Einwanderungsland irgendwann einfach in Luft auf, ist zu simpel. Menschen überschreiten solche Grenzen jeden Tag. Sie schließen Freundschaften, verlieben sich und gründen Familien. Dennoch kann Herkunft für Identifikation eine Rolle spielen. Warum sollte ausgerechnet der Fußball davon vollkommen unberührt sein?
Wer Integration fordert, muss sie auch anerkennen!
Wechseln wir die Perspektive. Und hier müssen gerade Leute wie ich konsequent sein. Wir verlangen Integration. Wir kritisieren Parallelgesellschaften. Wir kritisieren Menschen, die jahrzehntelang in Deutschland leben, aber kaum Deutsch sprechen, sich diesem Land nicht verbunden fühlen oder seine gesellschaftlichen Regeln ablehnen. Wir fordern Eigenverantwortung, Disziplin, Leistungsbereitschaft und Anpassungswillen. Richtig? Okay. Tja, dann sollten wir aber auch anerkennen, wenn Menschen genau das leben.
Während andere Jugendliche am Freitagabend feiern gehen, steht am Samstag ein Spiel an. Während Freunde ausschlafen, geht es zum Training. Jahrelang bestimmen Konkurrenz, Disziplin und Verzicht den Alltag. Wer sich aus Tausenden Talenten bis in eine deutsche Nationalmannschaft durchsetzt, hat eine herausragende Leistung gebracht. Sicher, ein Profivertrag ist kein Integrationszertifikat. (Und es gibt selbstverständlich auch Negativbeispiele, ich erinnere nur an Mesut Özil und Antonio Rüdiger.) Aber kaum jemand kann ernsthaft behaupten, diese Jungs hätten sich in einer Parallelwelt eingerichtet und nichts aus ihren Möglichkeiten gemacht. Im Gegenteil. Sie sprechen unsere Sprache. Akzentfrei. Sie sind in unserem Fußballsystem groß geworden. Sie spielen in unseren Vereinen. Viele sind hier geboren und haben ihr gesamtes Leben hier verbracht. Deshalb steckt in dieser Debatte ein Widerspruch, den auch meine eigene politische Seite aushalten muss: Wir können nicht jahrelang Integration und Leistungsbereitschaft fordern und anschließend bei Menschen, die beides in außergewöhnlichem Maße zeigen, so tun, als zähle am Ende doch nur ihre Hautfarbe. Wer Integration fordert, muss Integration auch anerkennen, wenn sie vor ihm steht.
Warum war Deutschland eigentlich so erfolgreich?
Damit kommen wir für mich zum sportlich viel interessanteren Teil. Deutschland gehört zu den erfolgreichsten Fußballnationen der Geschichte. Aber waren wir bei all unseren Erfolgen immer die technisch beste Mannschaft der Welt? Nö. 1954 galten die Ungarn als überragende Mannschaft. 1974 begeisterten die Niederländer mit ihrem „Total Football“. Auch bei anderen Turnieren gab es Mannschaften, die schöner oder technisch spektakulärer spielten. Deutschland war bis 2014 fast immer ganz vorn mit dabei. Warum? Darauf gibt es sicherlich viele Antworten. Aber für mich gehört eine ganz entscheidend dazu: die berühmten deutschen Tugenden. Disziplin. Kampf. Verbissenheit. Organisation. Niemals aufgeben. Einen Rückstand nicht akzeptieren. Und dieser beinahe wahnsinnige Wille, ein Spiel noch zu gewinnen, das eigentlich schon verloren scheint. Der Gegner konnte besser Fußball spielen. Aber Deutschland war erst geschlagen, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hatte. Das war über Jahrzehnte Teil der deutschen Fußballidentität. Und ich glaube – ausdrücklich: ich glaube, ich kann es nicht wissenschaftlich beweisen –, dass Deutschland einen beträchtlichen Teil seiner historischen Erfolge genau dieser Mentalität verdankt.
Und damit komme ich zu einer Beobachtung, bei der ich ganz bewusst dazuschreibe: Das ist meine subjektive Beobachtung. Keine Statistik. Keine Studie. Mir fällt bei schwarzen Spielern seit Jahren etwas auf. Wenn eine hundertprozentige Torchance vergeben wird, sehe ich erstaunlich häufig anschließend ein Lächeln oder Grinsen.
Mittlerweile achte ich sogar darauf. Ein schwarzer Spieler läuft allein auf den Torwart zu, schießt vorbei – und ich ertappe mich bei dem Gedanken: Lächelt er jetzt? Nach meiner Wahrnehmung passiert es sehr häufig. Karim Adeyemi ist für mich ein Beispiel dafür. Aber keineswegs das einzige.
Wut auf sich selbst
Vielleicht gehen manche Spieler schlicht lockerer damit um. Vielleicht ist es Verlegenheit. Vielleicht Scham. Vielleicht Anspannung. Vielleicht ist das Lächeln eine vollkommen unbewusste Reaktion auf Stress. Ich weiß es nicht. Und deshalb wäre es unseriös zu behaupten, daraus ließe sich ablesen, einem Spieler sei die vergebene Chance egal. Das behaupte ich ausdrücklich nicht. Aber ich kann beschreiben, was ich als Fußballfan sehen möchte. Seeler, Beckenbauer, Matthäus – Wut!
Wenn ich an Uwe Seeler denke, an Franz Beckenbauer oder Lothar Matthäus, dann kann ich mir schwer vorstellen, dass einer von ihnen nach einer vergebenen Hundertprozentigen lächelnd abgedreht wäre. Was ich mit diesen Spielern verbinde, ist etwas anderes: Wut. Wut auf sich selbst. Scheiße! Den hätte ich machen müssen. Vielleicht ein Fluch. Vielleicht ein Schlag auf den Rasen. Und anschließend: Jetzt erst recht. Genau das sind für mich deutsche Fußballtugenden. Nicht irgendeine Hautfarbe. Sondern diese Verbissenheit. Eine vergebene Großchance muss wehtun. Und als Zuschauer möchte ich sehen, dass sie wehtut. Natürlich kann ein schwarzer Spieler genauso verbissen sein. Natürlich kann ein weißer Spieler vollkommen lethargisch auftreten. Fußballmentalität liegt nicht in der Hautfarbe. Aber Kultur und Tradition werden weitergegeben. Und deshalb interessiert mich die Frage, ob eine Mannschaft jene Mentalität noch weiterträgt, die dieses Land über Jahrzehnte sportlich ausgezeichnet hat. Denn vielleicht liegt genau hier ein Teil des Problems.
Können deutsche Tugenden verschwinden?
Traditionen werden nicht genetisch vererbt. Sie werden vorgelebt. Eine Generation zeigt der nächsten, was von ihr erwartet wird. Trainer vermitteln es Spielern. Ältere Profis vermitteln es jüngeren. So entsteht eine Fußballkultur. Und eine Fußballkultur kann deshalb auch verschwinden. Wenn irgendwann niemand mehr vermittelt, dass eine Niederlage wehtun muss, dass Leistung etwas Positives ist und dass Gewinnen verdammt noch mal besser ist als Verlieren, dann hilft uns auch die glorreichste Fußballgeschichte nichts. Und genau an diesem Punkt geht die Diskussion für mich weit über Migration hinaus. Denn vielleicht hat Deutschland noch ein ganz anderes Problem.
Haben wir Angst vor Wettbewerb bekommen? Schauen wir in den Kinderfußball. Der DFB hat seine Spielformen im Nachwuchs grundlegend verändert. In der G- und F-Jugend werden keine Meisterschaftsrunden mehr ausgetragen. Stattdessen gibt es unter anderem Spielfeste und Festivals. Der DFB begründet das ausdrücklich damit, den Ergebnis- beziehungsweise Leistungsdruck im Kindesalter zu reduzieren und die individuelle Entwicklung sowie den Spaß stärker in den Vordergrund zu stellen. Gewonnen und verloren wird bei den einzelnen Spielen allerdings weiterhin.
Man kann das pädagogisch wunderbar begründen. Ich sehe es trotzdem kritisch. Denn wann soll ein Kind lernen, mit Niederlagen umzugehen, wenn nicht als Kind? Wann lernt es, dass jemand anderes besser sein kann? Wann lernt es, nach einer Niederlage nach Hause zu gehen, sich zu ärgern, am Dienstag härter zu trainieren und am nächsten Wochenende wiederzukommen? Sport ist Wettbewerb. Es gibt Sieger und Verlierer. Und daran ist nichts Unmenschliches. Im Gegenteil: Vielleicht gehört gerade die Erfahrung, zu verlieren und trotzdem weiterzumachen, zu den wertvollsten Lektionen, die Sport einem jungen Menschen geben kann. Der DFB sagt ausdrücklich, dass auch in den neuen Spielformen weiterhin gewonnen und verloren wird. Das sollte man der Fairness halber erwähnen. Aber ebenso ausdrücklich soll der Meisterschafts- und Ergebnisdruck bei den Jüngsten reduziert werden. Und genau darüber darf man streiten. Muss man sogar. Ich wünsche mir wieder mehr Leistungsgedanken. Mehr Wettbewerb. Mehr Ehrgeiz. Irgendein US-Trainer, ich glaube, aus dem Basketball, vielleicht war’s aber auch Gene Hackman in dem großartigen Sportlerdrama “Freiwurf”, sagte mal: „Gewinnen ist nicht alles – es ist das Einzige!“
Vielleicht beginnt das Problem viel früher
Deshalb wäre es mir zu einfach, Deutschlands sportliche Probleme seit dem WM-Titel 2014 nur auf einzelne Spieler oder deren Herkunft zu schieben. Vielleicht beginnt der Verlust jener alten deutschen Fußballmentalität viel früher. In einer Gesellschaft, die sich zunehmend schwertut mit Konkurrenz. In einem Nachwuchssystem, das Kinder vor zu viel Ergebnisdruck schützen möchte. In einer Kultur, in der Gewinnenwollen manchmal verdächtig wirkt und jeder vor allem ein gutes Gefühl haben soll. Ich weiß nicht, ob das der Grund für Deutschlands sportliche Probleme ist. Doch eines ist offensichtlich: Eine Nationalmannschaft wird nicht wieder Weltklasse, indem man ihre Spieler nach Abstammung sortiert. Sie wird Weltklasse, wenn die besten verfügbaren Spieler eine Mentalität entwickeln, die sie im entscheidenden Moment über sich hinauswachsen lässt.
Und was bedeutet das nun für neun schwarze Spieler? Damit sind wir wieder bei diesem bemerkenswerten Bild aus Augsburg. Neun schwarze Spieler in einer deutschen Startelf. Mir wäre, das habe ich offen gesagt, eine Nationalmannschaft optisch lieber, die stärker jener meiner Kindheit und Jugend ähnelt. Diesen Satz nehme ich nicht zurück. Aber nun, um mal Angela Merkel zu zitieren, sind sie nun mal da. Und deshalb interessiert mich am Ende etwas anderes viel mehr als ihre Hautfarbe: Was machen sie aus unserem Trikot? Wenn ein schwarzer deutscher Nationalspieler in der 93. Minute einem verlorenen Ball hinterherjagt, als hinge sein Leben davon ab; wenn er sich für seinen Nebenmann in einen Zweikampf wirft; wenn eine Niederlage ihn sichtbar ankotzt; wenn er nach einer vergebenen Großchance nicht aufgibt, sondern beim nächsten Angriff wieder da ist – dann verkörpert er jene alten deutschen Fußballtugenden genauso wie einst irgendein weißer Nationalspieler. Dann ist er einer von unseren Jungs. Nicht weil ich plötzlich vergessen hätte, dass er anders aussieht als Uwe Seeler. Sondern weil eine nationale Identität eben nicht ausschließlich daraus besteht, wie jemand aussieht. Sie besteht auch daraus, was jemand verkörpert.
Beide Seiten müssen etwas aushalten
Vielleicht ist das der Punkt, an dem diese völlig vergiftete Diskussion endlich interessant werden könnte. Die eine Seite muss aushalten, dass Menschen nicht sämtliche Prägungen ihrer Kindheit auf Knopfdruck ablegen. Dass Identität auch mit Vertrautheit zu tun hat. Dass jemand sagen darf: Mir wäre das Erscheinungsbild der Mannschaft meiner Jugend lieber. Das allein macht noch niemanden zu einem Menschen, der schwarzen Deutschen ihre Staatsangehörigkeit oder ihre Rechte absprechen möchte. Die andere Seite muss allerdings ebenfalls etwas aushalten. Nämlich die Tatsache, dass Deutschland sich verändert hat. Dass schwarze Deutsche Deutsche sind. Zumindest die, die Deutsche sein wollen.
Und dass jemand, der jahrelang Integration fordert, nicht anschließend diejenigen zurückweisen kann, die integriert sind, Leistung bringen und dieses Land vertreten wollen – nur weil ihm ihre Hautfarbe nicht gefällt. Man kann ein Gefühl haben und gleichzeitig wissen, dass daraus kein Anspruch gegenüber anderen entsteht. Das ist kein Widerspruch. Das ist Erwachsensein.
Es ist, wie es ist
Das Deutschland meiner Kindheit kommt nicht zurück. Die Nationalmannschaft meiner Kindheit ebenfalls nicht. Ich kann darüber traurig sein. Ich kann bestimmte Veränderungen bedauern. Ich kann sagen, was mir persönlich lieber wäre. Aber es ist nun einmal, wie es ist. Und deshalb lautet die entscheidende Frage für mich nicht: Wie bekommen wir wieder eine Nationalmannschaft, die genauso aussieht wie 1974?
Sondern: Wie bekommen wir wieder eine deutsche Nationalmannschaft, die spielt wie eine deutsche Nationalmannschaft?
Eine Mannschaft, die kämpfen kann. Die es hasst zu verlieren. Die nach einer vergebenen Hundertprozentigen wütend wird. Die noch in der 90. Minute an einen Sieg glaubt. Die nicht aufgibt. Die unbedingt gewinnen will. Und bei der irgendwann nicht mehr zuerst darüber gesprochen wird, ob neun Spieler schwarz sind. Sondern darüber, dass elf Spieler auf dem Platz stehen, bei denen die Menschen vor dem Fernseher wieder dieses alte Gefühl bekommen: Das sind unsere Jungs.
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18 Kommentare
Zum Glück habe ich Sportveranstaltungen, und damit auch Fußball, noch nie etwas abgewinnen können. Begeisterung oder Ärger darüber existiert daher bei mir nicht.
Das ist bei mir auch der Fall. Aber, hier geht es eigentlich nicht um Sport.
@Nationalmannschaft nicht mehr wie die eigene anfühlt
weil es nur noch „die Mannschaft“ ist -Söldner, die gegen Geld den Ball treten !
Aber es sind keine ethnischen Deutschen – sie stehen anders zu Deutschland.
Ist wie die Dorfmannschaft – oder früher die großen wie Bayern München u.a. – mit Spielern die dort verwachsen waren, dort geboren, dort aufgewachsen waren.
Als dann die Söldner kamen, die gegen Geld dort den Ball traten, mögen die Spielerfolge – zumindest teilweise gewachsen sein – aber sie vertraten nicht mehr das Dorf/Stadt, sondern die Finanzkraft – und das ist etwas anderes.
Und das ist mit der „Mannschaft“ genauso – sie sind hier, weil es Leute gibt, die viel Geld dafür ausgeben – sie vertreten einige Investoren, nicht aber das deutsche Volk – als die, die – um im Duktus der Todesraute zu sprechen – schon länger hier leben !
Aber mir kann es egal sein – ich interessiere mich nicht für Fußball und habe mich nie dafür interessiert !
Ich habe nur mal erlebt, wie bei einem Länderspiel die Zuschauer nur von dem hüfthohen Geländer vom Spielfeld getrennt waren und alles war toll bis zu der Abschlußrunde beider Mannschaften, der sich dann die vordersten Zuschauer anschlossen.
Und ich sehe heute, wie die Zuschauer in Käfigen gehalten werden, mit Pyrotechnik, Böllern und Flaschen auf den Platz werfen und es lustig finden, das Spiel mit unsportlichen Mitteln zu stören.
Ich finde nicht, das ich da etwas verpasse – drum – für mich fühlt sich das nach einfach nichts an, nach einem Geschäftsmodell – mir ist es gleich !
Wir Deutsche haben in der Vergangenheit eine schreckliche Schuld auf uns geladen.
Wir müssen diese Schuld ausgleichen.
Darum brauchen wir mehr Neger in der deutschen Nationalmannschaft.
Weißer Fußball ist doch voll Nazi.
Geht gar nicht.
😜
Die DFB-Elf muss unbedingt noch viel diverser werden. Zum Beispiel brauchen wir noch dringend eine feministische DFB-Präsidentin, quasi eine Baerbock-Kopie im DFB-Vorstand. Dann brauchen wir noch unbedingt ein paar Transgender und non-binäre in der Startelf und Jürgen Klopp sollte bei weiteren Misserfolgen unbedingt durch einen kompetenten „weiblichen Penisträger“ ersetzt werden, der Ahnung von Fussball hat. Dann wird der (moralische) Sieg ganz sicher unser sein.
Achja und Fussball-Weltmeister zu werden sollte nicht das Hauptziel der DFB-Elf sein, sondern die DFB-Elf sollte danach streben Moralweltmeister zu werden. Die Haltung muss stimmen. Das ist viel wichtiger…
😉 😉 😉 😁😁😃
Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel.
Er spricht mir voll aus dem Herzen und teile alles uneingeschränkt.
Ich verneige mich vor den „schwarzen“ Deutschen, die durch Leistung den Weg in die DFB Elf geschafft haben.
Gleichzeitig offenbart es genau das Problem unsere Gesellschaft: Leistungswettbewerb zählt nichts mehr und genau darum wird niemand härter trainieren, mehr arbeiten, mehr lernen, mehr Freizeit opfern und mehr Leidenschaft entwickeln. Hauptsache gemütlich im Durchschnittsbrei mitschwimmen, bereits ab dem Kindesalter. Zurückgebliebene werden bis auf das letzte unterstützt, Hochbegabte dafür wie Aussätzige behandelt. Das Ergebnis spiegelt sich überall wieder, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft und im Sport
Spielt da überhapt irgendein Biodeutscher mit, oder sind das alles Zugereiste? Grundsätzlich spiegelt die Mannschaft die Gesellschaft wieder. „Bräsig“ und „Selbstverliebt“, aber keine Eier in der Hose. Die Jungs verdienen zu viel und haben keinen Kampfgeist mehr. Das fing mit der Regenbogenfahne an und endet in der Versenkung. Die Jungs spielen nicht für Deutschland, denn Deutschland gibt es nicht mehr. Früher nannte man das Nationalstolz, heute ist das alles voll Nazi und Buntland wird auch im Fußball abgewickelt.
„Die Jungs verdienen zu viel“. Das wird immer wieder behauptet. Es mag ja auch stimmen. Aber sie bekommen ihre Gehälter nicht vom Steuerzahler. sondern von ihren Fans. Zugegeben: Vom Zwangsgebührenzahler kommt auch noch ein Teil. Deshalb sind mir ihre Gehälter akzeptabler, als die Gehälter der gebührenbezahlten TV-Bosse und anderer steuerbezahlten Nichtsnutze.
Zur Begriffsklärung: Der Begriff Nation stammt von dem lateinischen Wort natio ab, was so viel wie „Geburt“, „Herkunft“ oder „Volksstamm“ bedeutet. Es leitet sich von dem Verb nasci („geboren werden“) her.
Wenn diese Begriffserklärung stimmt, dann haben wir mit 9 Spielern mit Migrationshintergrund und nur zwei Ethnodeutschen eben keine Nationalmannschaft. Sie ist dann wirklich nur „die Mannschaft“, wie es vor gar nicht so langer Zeit noch hieß.
Und fragt Euch doch mal selber: wer zwei Pässe hat, welchem Land gehört dann die Loyalität? Man kann nicht Diener zweier Herren sein! Also doch wohl eher dem Land, in dem man geboren ist, oder etwa nicht? Wenn es anders wäre, wozu bräuchte man dann „Intergration“`?
Wird ein türkischer Nationalspieler mit deutschem Pass als eingebürgerter Deutscher gegen seiner türkischen Landsleute 100% Leistung geben? Haben wir doch schon bei Özil gesehen, dass das nicht passiert!
Nee, das hat alles nichts mit Rassismus zu tun. Es geht nicht um die Hautfarbe oder die Farbe der Augen und Haare. Es geht um die kulturelle Prägung und um Nepotismus. Und auf dieser Basis kann man eindeutig feststellen, dass gewisse Kulturen nicht zur westlichen Kultur passen und auch nie passen werden. Entweder man belässt die Menschen in dem ihnen angestammten Kulturraun oder es kommt zum Kulturkampf, zur Auseinandersetzung, wer die dominierende Kultur sein will. Und da befinden wir und gerade, nur dass dies noch viele Naivlinge in unserem Land nicht begriffen haben.
Da bekommt der Begriff DOPPELPASS doch gleich eine ganz andere Bedeutung. Spielen können sie den nicht, dafür haben sie aber 9 davon in der eigenen Mannschaft.
Eine Erklärung ist ja vielleicht die Umbenennung von Nationalmannschaft in „La Mannschaft“
ZITAT: „Wer Integration fordert, muss Integration auch anerkennen, wenn sie vor ihm steht.“
BlaBlub. Ich fordere weder eine Invasion noch eine Integration der Invasoren. Ich fordere Remigration.
ZITAT: „Deutschland hat sich verändert“
In der Tat. Zum Beispiel hat Deutschland keine Fußballnationalmannschaft mehr. Eine Viele-viele-bunte-Smarties-Mannschaft vielleicht, aber keine Nationalmannschaft. Außerdem wird die deutsche Gesellschaft systematisch zerstört, ebenso die Industrie, die Diplomatie, die Intellektualität und vieles andere mehr. Nichts davon erkenne ich an.
„Was auch immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao durch den man euch zieht auch noch zu trinken“
E.Kästner
Will heißen: Das Problem ist weder ein Spieler (also kann sich der Autor auch irgendwelche Rassisten-Distanzeritis gleich ganz sparen), noch der ganze Brot & Spiele-Zirkus an sich sondern dessen Konsument, also der sich diesen, natürlich aus bewußter reiner Provokation, vorgesetzten Blödsinn noch hineinzieht oder schlimmer, dafür gar bezahlt statt das einfach zu ignorieren.
Solange die Schafe also diesen stinkenden Kakao in dem sie gebadet werden noch genüßlich in sich rein saufen, sind bald gar die Torstangen statt banale weiße Rohre irgendwelche schwarzen Afrikaner und die wahren Übeltäter in Politik feixen sich schlapp & feiern weitere Zerstörungserfolge.
Wer jetzt noch aus Modegründen die deutschsprachige Elf huldigt der ist selber Schuld und braucht sich nicht wundern das die Ketten im Brot& Spieleapparat immer enger werden. Es ist nichts weiter als Ablenkung und Humankapital da jeder Spieler beliebig aufgekauft wird und es ist genau der Wink mit dem Zaunpfahl das bei dem Teufelsprojekt Agenda 2030 jeder Erdenbürger beliebig hin und hergeschoben wird wie Großkonzerne einen Sklaven brauchen auf dem Planeten. Sklaverei und eine Feudalherrschaft im digitalen Zeitalter sind nu noch eine Frage der Zeit und der blitzschnelle Untergang wie im Science-Fiction da die Gier nach macht und Geld unendlich ist. Riesige Dampfpilze werden den Welthunger stillen und als neue Jahreszeit gibt es nuklearen Winter. HASTA LA VISTA, BABY!!! THE END…
Ein herausragender Artikel. Hier meine Gedanken dazu. Ich glaube, dass auch noch etwas anderes eine Rolle spielt: Die heutigen Nationalspieler stehen sich emotional nicht so nahe wie die Nationalelf 1974. Die kannten sich von mehreren Bundesligabegegnungen, selbst wenn sie in gegnerischen Mannschaften spielten. Heute spielen allzuviele im Ausland. Doch nicht nur das: bei gleicher Sozialisation in einem gleichen kulturellen Umfeld spielt auch Unterschwelliges eine Rolle, die „vibrations“, also das emphatische Hineinfühlen in den Mitspieler, in eine Spielsitiuation, die dazu führen kann, dass schon im voraus Spielzüge der Mitspieler erahnt werden. Das klappt heutzutage wohl nicht mehr so gut, weil die mentalen Unterschiede zu groß geworden sind und erst recht bei multikultureller Vorsozialisation. Es fehlte dann zu viel von dem Verbindenden mit dem Mitspieler.
„Doch bei einer Nationalmannschaft steckt die Nation bereits im Namen.“ Deshalb – vermute ich – wurde unter Teammanager Oliver Bierhoff (eingeflüstert von der Grökaz?) der Begriff „Nationalmannschaft“ vorübergehend abgeschafft und sie hieß nur noch „Die Mannschaft“.
Bei den Elitekickern mit Doppelpass habe ich den Verdacht, dass sie sich für die deutsche Nationalmannschaft entscheiden, weil sie sich eine Erhöhung ihres Marktwertes erhoffen.
Und sonst? Es soll ja Klimawahnsinnsapostel geben, die in der Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes der deutschen Nationalkicker den ultimativen Beweis für den Klimawandel bzw. die „Erderhitzung“ sehen 😉
Kimmich ist übrigens auch ein Halbdeutscher, also 1:10.
Begeisterung für das eigene Land, wie bei Effe, Rudi und Klose (der Pole ist) ist etwas anderes, als es viele der heutigen Glattgeschliffenen haben. Daher fehlt ihnen der Kampfgeist und nicht weil sie schwarz sind. Rüdiger ist so eine Kampfmaschine, wenn auch kulturell absolut undeutsch.
Für mich hat sich Fussball, seit er politisch geworden ist, fast erledigt. Es waren sowieso immer nur die Nationalspiele, die mich interessiert haben. Aber seit „Zeichen setzen“ etc. beim Fussball wichtig geworden ist, interessiert mich Fußball nur noch (siehe oben: fast), weil ich mir wünsche, dass die „Mannschaft“ möglichst rasch und spektakulär ausscheiden möge. Je früher, desto größer meine Genugtuung. Unsere Jungs haben doch mit Zeichen setzen, Armbinde zeigen, hinknien, Augen und Mund zuhalten usw usw doch schon den moralischen Gipfel erreicht. Müssen dann auch noch Spiele gewonnen werden? NEIN ———- Interessant ist übrigens, dass ein Mensch mit leicht bräunlicher Hautfarbe, dessen einer Elternteil also farbig ist, der in seiner Bräune von jedem Intensiv-Sonnenanbeter weit übertroffen wird, als SCHWARZ bezeichnet wird. ———– Weiterhin finde ich es interssant, daß in der Werbung farbige Menschen sehr ungleich auf die verschiedenen Produktsorten verteilt sind. Da wo´s Spass macht, geht es farbig zu. Da wo es ernst wird (Gesundheit z.B.), bleibt es „weiss“. In der deutschen Leitmedienszene allerdings, bei den Krimis, die ich seit Jahrzehnten nicht meht angucke (wie den gesamten Rest übrigens auch), gibt es fast immer den Alibi-Migranten. Meistens „schwarz“, damit es auch jeder sofort versteht, wie bunt wir sind (sein sollen).