
In einer Zeit, in der politische Debatten zunehmend durch Moralisierung, Lagerdenken und die Ausgrenzung abweichender Meinungen geprägt sind, legt der Wissenschaftler Prof. Dr. Werner Müller, der auch auf Ansage! des öfteren schreibt, mit seinem neuen Buch “Früher links, jetzt rechtsextrem?” eine ebenso mutige wie erhellende Zeitdiagnose vor. Das Werk ist eine Einladung an all jene, die sich den Blick für die Lebenswirklichkeit bewahrt haben und den Verfall der demokratischen Diskurskultur nicht länger klaglos hinnehmen wollen. Es ist Ansporn für alle jene, die aus dem verborgenen Debattenraum wieder einen öffentlichen machen wollen.
Müllers zentrales Anliegen ist zutiefst idealistisch und von einer bemerkenswerten intellektuellen Unabhängigkeit getrieben. Unbeeinflusst von persönlichen oder institutionellen Interessen gelingt es ihm dank seiner Beobachtungsgabe und rationalen Urteilskraft, die schleichenden Verbiegungen der politischen Weltsicht in den letzten Jahrzehnten präzise offenzulegen. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die besorgniserregende Verengung des Debattenraumes, wobei Begriffe, die einst eine präzise Bedeutung hatten, heute als Kampfinstrumente zur Entwertung des politischen Gegners missbraucht werden.
Vom Klassenkampf zur abgehobenen Symbolpolitik
Müller zeichnet seinen eigenen politischen Weg nach, der ihn einst aus der Friedensbewegung, den Gewerkschaften und der traditionellen Linken prägte. Aus dieser klassenorientierten Perspektive heraus definiert er das Wesen ursprünglicher linker Politik: Das primäre Augenmerk galt stets den materiellen Sorgen, den alltäglichen Nöten und der Würde der arbeitenden Bevölkerung.
Der Autor analysiert den sich beschleunigenden Wandel über die Jahrzehnte: Eine akademisch geprägte „Lifestyle-Linke“ habe die Führung übernommen und die konkreten Sorgen der Werktätigen durch Identitäts-, Geschlechter- und Lebensstilfragen ersetzt. Vieles von dem, was früher unbestreitbare Kernanliegen der Linken waren – Friedenspolitik, Skepsis gegenüber Großkonzernen und Geheimdiensten, Kritik an der Globalisierung sowie der Einsatz für den einfachen Bürger –, sind heute weithin Themen der Rechten. Müller legt offen, dass der entscheidende gesellschaftliche Konflikt längst nicht mehr entlang der verkrusteten Achse „links gegen rechts“ verläuft, sondern vielmehr als ein Ringen zwischen „oben“ (den politischen, medialen und wirtschaftlichen Eliten) und „unten“ (der arbeitenden Bevölkerung) verstanden werden muss.
Die Rehabilitation des Begriffsraums
Ein wesentliches Verdienst des Buches liegt in der differenzierten und sachlichen Schärfung politischer Begriffe. Müller plädiert mit Nachdruck dafür, Worten wie „rechts“, „Populist“ oder „Querdenker“ ihre historische und logische Präzision, ihre eigentliche Bedeutung zurückzugeben. Während die inflationäre Verwendung von Vorwürfen wie „Faschismus“ oder „Extremismus“ echte Gefahren verharmlost, dient sie im heutigen Alltag oft nur dazu, den sachlichen Diskurs zu verweigern und Kritiker moralisch zu ächten.
Auch die Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit selbst zeugt von Müllers Konsequenz: Dort, wo ihm Kritiker womöglich Polemik vorwerfen mögen, erweist sich seine Argumentation bei genauerer Betrachtung als zutiefst sachlich begründet. Die Entlarvung von Begriffen wie „Schwurbler“ oder „Delegitimierer“ ist eine notwendige, analytische Demontage von Werkzeugen, die primär der Machtsicherung und der Stummschaltung abweichender Meinungen dienen. In einer funktionierenden Demokratie, so Müller zu Recht, muss die Legitimität der Mächtigen jederzeit hinterfragt werden dürfen.
Von den „95 Thesen“ zur Reform der Gewaltenteilung
In Anlehnung an Martin Luther verdichtet Müller seine Positionen in 95 Thesen, die als Impuls zur Debatte zu verstehen sind. Er erteilt verordneten Narrativen eine Absage und fordert eine Rückkehr zur Realität und zur Vernunft: Eine Politik, die sich an der Alltagsrealität der Menschen ausrichtet – an funktionierender Infrastruktur, bezahlbarem Wohnraum, verlässlicher Bildung, innerer Sicherheit und Frieden – statt an ideologischen Projektionen. Auch Müllers Blick auf die Wissenschaftsfreiheit und die Medienlandschaft überzeugt: Er zeigt auf, wie Karriereängste und Verflechtungen mit finanziellen oder politischen Interessen echtes unabhängiges Denken erschweren.
Konstruktiv und vorausschauend zeigt sich der Autor in seinen Vorschlägen für eine Erneuerung der Institutionen. Um die demokratische Ausgewogenheit wiederherzustellen, skizziert er ein Modell von fünf getrennten Gewalten – ergänzt durch eine unabhängige „Informative“ (für einen staatsfernen, pluralen Medienraum) und eine „Edukative“ (zur Förderung eigenständigen Denkens an Bildungseinrichtungen).
Mehr als eine Bestandsaufnahme
In der Gesamtbewertung ist Werner Müllers Buch mehr als eine Bestandsaufnahme; es ist ein dringender Appell zur demokratischen Erneuerung und eine Mahnung, Wahlergebnisse und den Volkswillen zu respektieren. Als Hoffnungsträger bleiben für ihn die arbeitenden Menschen, deren pragmatischer Blick auf die Dinge am Ende die Grundlage jeder stabilen Gesellschaft bildet. Das Werk ist all jenen wärmstens zu empfehlen, die sich eine intellektuell redliche, ideologisch unvoreingenommene Analyse der gegenwärtigen Krise wünschen und den Mut aufbringen, die Wirklichkeit jenseits vorgegebener Narrative zu betrachten.
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5 Kommentare
Moralität ist erforderlich und wünschenswert. Moralismus ist aufs Entschiedenste abzulehnen!
.
Der Revolutionär von heute
ist notgedrungen reaktionär.
.
hier als Kalenderspruch:
https://neue-spryche.blogspot.com/2017/04/notizen-auf-notsitzen.html
Eine andere Tatsache wird auch oft übersehen oder einfach ignoriert bei der ganzen Debatte über die Islamisten-Clans bei der Linken:
Die etablierten Altaprteien hofieren selbst schon seit Jahrzehnten türkische Islamisten.
Wo war da die Empörung?
CDU, SPD und Grüne zu Besuch bei türkischen Rechtsextremisten
https://www.welt.de/politik/deutschland/article201475574/Moschee-in-Remscheid-Zu-Besuch-bei-tuerkischen-Rechtsextremisten.html
https://afd-fraktion.nrw/2017/11/11/wird-die-cdu-von-grauen-woelfen-unterwandert/
CDU und CSU arbeiten mit türkisch-islamistischen Grauen Wölfen zusammen
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/cdu-und-csu-arbeiten-mit-graue-woelfe-zusammen/
Ich erinnere hier die Kommentatoren noch daran, wie hier in Deutschland in den letzten 7 Jahren die türkischen Erdogan-Anhänger nach den Wahlsiegen Erdogans in der Türkei hier in Deutschland mit Autokorsos und türksichen Flaggen sowie mit „Allahu Akbar“ Rufen ihren islamistischen „Führer“ Erdogan feiern. Kein einziger Politiker der etablierten ALtparteien traut sich dann irgendetwas dagegen zu sagen.
Ich erinnere mich noch sehr gut an eine TV-Reportage von Stern TV beim TV Sender RTL vor ca. 7 Jahren. Es wurde über radikalisierte türkische Anhänger von Erdogan hier in Deutschland berichtet. Ein Reporter war da unterwegs und war mal bei mehreren pro-türkischen Kundgebungen dabei. Dabei wurde er zufällig Zeuge, wie ein türkisch- oder kurdischstämmiger mit deutscher Staatsbürgerschaft hier in Deutschland seit vielen Jahren lebend, der friedlich in ruhigem Ton mit einigen pro-türkischen Demonstranten ins Gespräch kommen wollte, wie er dort von türkischen Erdogan-Anhängern bei der Kundgebung wegen seiner Kritik an Erdogan unter den Demonstranten sofort beschimpft, bepöbelt wurde und der Erdogan-Kritiker bekam sogar Morddrohungen. Sie drohten sogar nicht nur ihn, sondern auch seine gesamte Familie zu töten.
Das alles wurde mit der TV-Kamera eingefangen. Und der TV-Reporter sowie der Erdogan-Kritiker wunderten sich beide danach , warum die Polizei einige Meter weg von der Kundgebung überhaupt nichts unternahmen.
Kein einziger Politiker der etablierten Altparteien hat sich damals nach dieser TV-Reportage kritisch über die Erdogan-Anhänger in Deutschland geäußert. Ist das nicht merkwürdig ???
Erdogan mit seinem Land Türkei sind ja ein wichtiges Mitglied der NATO. Und deshalb lieber alles akzeptieren und runterschlucken,was seine Anhänger hier in Deutschland machen, oder was?
Ich kann mich noch an einen anderen kuriosen Erdogan-Besuch in Deutschland 2018 in NRW erinnern.Ich weiß nicht genau, was der Anlass dieses Besuchs war. Ich erinnere mich nur, dass es zu einem Skandal kam. Damals haben Erdogan’s Bodyguards beim Besuch in eine NRW-Stadt ohne Absprachen mit den deutschen Behörden udn ohne Absprachen mit der deutschen Polizei willkürlich sich dazu ermächtigt Polzeiabsperrungen selbst zu errichten (Kein Witz!). Jeder Passant, der dort vorbeiging oder durch wollte, wurde von Erdogan’s Bodyguards sofort zur Seite geschoben oder weggeschubst.Nur eine einzige Mainstream Zeitung hat damals kritisch darüber berichtet, ich glaube es war die WELT.
Was mich daran wundert, dass kein einziger deutscher Politiker der etablierten Parteien den heiligen Erdogan oder seine Bodyguards dafür kritisierte. Auch die Lokal-Behörden blieben stumm. Nur die örtliche Polizei äußerte sehr leise Kritik damals.
Und dann regen sich genau diese Pseudo-Moral-APostel von den etablierten Parteien über die Islamisten-Clans bei der Linken auf. Ja, genau mein Humor…
Es ist unfassbar!
Naja diese beiden alten Begriffe sind nichts weiter als das römische Prinzip teile und herrsche damit die Oberschicht ihre Ruhe hat und später gab es wirklich Querdenker und Islamisten hinzu auf das auch die systemgewaschene Medienmafia Futter hat um zu berichten damit es Beschäftigung mit Eigenwohl gibt. Alles dreht sich mal 180 Grad wie eben die Situation gerade ist in der Gesellschaft auf dem Planeten. Ansonsten ist alles baerbockmäßig mit 360 Grad. mfg
Remmo wurde weder eingeladen, noch irgendwie empfangen, sondern er kam einfach und wurde nach dem er erkannt wurde vor die Tür gesetzt.
Ganz im Gegensatz zu einst, als er von einem CDU-Abgeordneten generös durch das Abgeordnetenhaus geführt wurde und dies dann als Selfie festgehalten hat. Abgesehen davon dass Remmo nach eigener Aussage CDU, SPD und FDP unterstützt(e).