„Wetten, dass…?“ reloaded: Gutgelaunte weiße Menschen

Auferstanden aus Ruinen: Wetten-Dass-Revival gestern in Nürnberg (Foto:Imago)

Ja, ich gebe es zu, ich habe seit Jahren wieder ZDF geschaut: Wetten, dass…?. Einfach grandios! Schon beim Intro wurde die Sendung gefühlt um zwei Stunden überzogen. Der Eingangsapplaus wollte nicht enden. Und da war er wieder, der Wohlfühlmoment der 80er.
Wohin die Kamera auch schwenkte, fröhliche, gutgelaunte weiße Menschen. Oder, wie eine dunkelhäutige grüne Nachwuchspolitikerin es beschreiben würde: „Diese eklige weiße Mehrheitsbevölkerung“. Egal, denn dann kam Helene Fischer! Da hat sich meine Frau ausgeklinkt. Fortan war ich alleine vor dem TV.

Also ich auf den Kanaren, sie in der sibirischen Eiseskälte Deutschlands. Ach so, vergessen: Kurz vor Helene kam Michelle Hunziker. Ich habe sie erst gar nicht erkannt, da sie wohl kurz vor der Sendung einen Unfall bei ihrem Friseur hatte. Nachdem ich aber ihre Stimme hörte, war das dann auch geklärt. Die erste Wette war klasse: Ein Hund mit ADHS wurde 10 Minuten mit Leckerlis beworfen, die er auch alle fraß. Danach trennte er den Müll fein säuberlich in gelbe, grüne und blaue Tonnen. Das schaffen nicht mal meine neuen Nachbarn. Wette gewonnen! Toll! Wahrscheinlich hat er hinterher dem ZDF in die Deko gekackt, bei der Menge an Leckerlis.

Dann kam der große ABBA-Moment: Benny und Björn, die beiden „B“ von Abba. Sie wetteten so, dass einer von beiden verlieren musste. Da reagierte das ZDF blitzschnell. Wie von Zauberhand stand plötzlich ein schwarzer Quotenflügel von Steinway im Studio, und dann sang Helene Fischer ABBA. Das muss man ihr lassen, für eine Hochschwangere sang sie pitch perfect. Björn und Benny gingen dann leider schon. Der Flieger wartete. Eigentlich hätten sie ja auch mit dem ICE fahren können, aber das ist mittlerweile unter Umständen in Deutschland sehr gefährlich. Ich hatte aber spontan eine Wette für die nächste Sendung: „Wetten, dass 11 von 10 Messerstechern aus einem arabischen Land kommen und keine Bahncard besitzen?“.

Zeit für Dehnübungen

Die nächsten Gäste waren Joghurt und Klaus. Die neuen Stars der jungen Generation. Ich habe die nur einmal gesehen, als sie dieser Schlepperin-Rakete vom Mare Nostrum wertvolle 15 Minuten Sendezeit zur Vergeudung schenkten. Zeit für ein paar Dehnübungen! In meinem Alter wichtig. Erst bei Udo Lindenberg war ich wieder am Ball. Der Altmeister kann’s immer noch. Grandioso! Aber auch er verschwand mit seinem Panik-Orchester zum Flieger, der übrigens mit Salatöl flog (bester Joke des Abends).

Jetzt klinkte sich meine Frau wieder ein und übernahm den Rest der Sendung. Letzter Höhepunkt war das Finale. Zwei Blumensträuße blieben übrig. Whatsapp von meiner Frau: „Der eine Blumenstrauß ging an Britta Elstner, die andere kenn ich nicht!“ Ich Whatsapp zurück: „Das ist Gottschalks neue Thea in jung! Was hast Du eigentlich gekuckt, als Du Dich ausgeklinkt hast?“ Whatsapp an mich: „Phoenix-Doku: London im zweiten Weltkrieg!“ Das passt doch, beide Sendungen fangen mit „W“ an. WK2 und Wetten, dass… könnte man eigentlich rund um die Uhr schauen, mit Mörder-Quote! Obwohl: Mir war die Sendung nicht divers genug. Man hätte doch ein semiprominentes Ens-Individuum finden können, das im falschen Körper lebt oder glaubt, es sei ein Waschvollautomat. Trotzdem ein gelungenes Comeback einer glorreichen Fernsehunterhaltung.

Letzte Whatsapp an meine Frau: „Hat Gottschalk eigentlich neue Zähne?“. Antwort: „Gute Nacht!“.

6 KOMMENTARE

  1. Dieser Brodem aus der tiefsten Gruft der Propagandisten soll Unterhaltung gewesen sein?
    Wieviele Frauen hat denn Gottschalk wieder begrapscht?
    Welche Lockdown und Sumpfsuppen Propaganda für sein geliebtes Regime hat Lindenberg wieder gegrunzt?
    Konnte er stehen, weil unter 5 Promille?
    He, Leute, das ist propagandistischer Volkssturm, sonst nix.
    Gut, daß ich bereits 11 Jahre ohne Televisor bin und daher keinerlei Gefahr laufe, mich mit sowas zu vergiften.
    Leute seid mutig, Leute seid stark, TV aus dem Fenster, spart Euch den Quark!

  2. Sehr schön geschrieben! Danke für die Zusammenfassung, ich wollte mir das nicht antun, bin jetzt aber trotzdem informiert ohne kotzen zu müssen! 😀

  3. An den Verfasser dieses ansage.org-Artikels:

    DER Elmar Hörig?
    DER legendäre SWF3-ELMI, der damals dessen unsterbliche Radio-Show mit „Käpt’n Kip Dotter“ machte?

    Wäre ja ggf. ein Knaller! Der Mann schlug mittels seines ureigenen, dreist-freigeistigen Humors schon immer Bretter vor den Köpfen weg!

    • Mensch, danke! Der Autor ist mir gar nicht aufgefallen! Gut so, Elmi ist ja auf Facebook ständig für 30 Tage am Stück gesperrt worden, weil er als Prominenter nicht die Wahrheit verbreiten darf – dann sieht man sich eben so wieder!

  4. Ich schaue erst dann wieder öffentlich-rechtliches Fernsehen, wenn sie Rudi Carrell wieder ausgraben.

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