When the train left the station oder: Der Sonderzug nach Gleiwitz

When the train left the station oder: Der Sonderzug nach Gleiwitz

Roadmap Richtung nirgendwo: Deutschland und seine Bahn (Symbolbild:Grok)

Deutschlands Weichen sind wieder einmal auf eine schiefe Bahn Richtung Ostfront gestellt. Auch in den Zentralstationen und entlang der Schienen herrscht Bombenstimmung. Napalm liegt in der Luft. Zeitenwende halt. Blicken wir auf eine lustige “Zugfahrt” von München nach Stuttgart und zurück! Zum Jahresende kündigte die neue Bahnchefin Evelyn Palla radikale Einschnitte an. Am Ende des McKinsey & Roadmap-Sermons drohte sie ihrer derangierten DB an, sie ruckzuck „auf links zu drehen.“ Als erstes Ergebnis der Rotation wurde dem Zaungast eine leicht beleidigte Frau Nikutta von der DB-Cargo präsentiert, obwohl diese gerade Tausende Leute entlassen hatte und zudem ein Minus von lediglich drei Milliarden vorwies; alles Bilanzen, für die man im Neuen Deutschland normalerweise für den Sanierungs-Oscar nominiert wird. Wenigstens erfuhr man nebenbei, dass die DB tatsächlich noch etwas mit dem Güterverkehr zu tun hatte. Jetzt, nach 100 Tagen Einarbeitung und der Begehung des Stuttgart-21-Kraters, würde Frau Palla am liebsten gleich dort versinken, um am anderen Ende der Welt wieder aufzutauchen.

Etwa zur selben Zeit, also im Spätherbst 2025, meldete sich der lange Zeit zurückhaltend agierende und allerhöchste Bahnchef Carsten Breuer zu Wort; ,manche kennen den nebenberuflichen 17. Generalinspekteur der Bundeswehr noch als „Corona-General“, der über seine Gefreiten Merkel, Spahn und Wieler die Masken und Schlingen immer fester anzog und es fast geschafft hätte, die freiwillige Impfpflicht in das Grundgesetz zu katapultieren. Der ein wenig an den mittleren Mielke erinnernde Miles & More-Militär jagt atemlos zwischen Brüssel, Washington, Kiew, Berlin und Vilnius hin und her, um die resolut-hybriden Westwerte zu verteidigen. Dennoch schaffte es der dreifache Familienvater neulich in vollem Ornat in die Bütt des ARD-“Morgenmagazin”-Kabaretts. Unter dem frenetischen Jubel des greisen Studiopublikums stellte er die baldige deutsche Beteiligung an einem Dritten Weltkrieg in Aussicht. Als eine rundum verzückte Moderierende hinzufügen wollte, dass für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt irgendeine Gefahr bestehe, saß der oberste Feldherr schon wieder in seinem Leopard 2A6 zurück nach Kursk.

Fentanyl-Zombies und monologisierende Penner

Ob Business oder aus “pleasure”: Wer heute einen deutschen Bahnhof betritt, wird schlagartig von einer Sehnsucht nach der verlorenen Zeit überfallen. Die Rede ist vom Lockdown, jener tiefenentspannten, sprachlosen und vermummten Kollektivmeditation, die feinere Nasen mit den Fruchtaromen des Sagrotan-Spektrums assoziieren. Rund um den Hauptbahnhof der Olympiastadt München sieht es nach dem Nebelwinter besonders desolat aus. „Die Stadt, der Müll, der Tod“ würde Fassbinder sagen oder „das Grauen!“ die Stimme Brandos. Doch das hier ist kein Kino, sondern ein multikulturelles Reality-Format. An den Randbereichen der Hallenruine halten sich die zaushaarigen Alten auf, gebeugt und gelbhäutig und meistens mit Krücken und Rollatoren ausgestattet. Überflüssig und ausgemustert starren sie auf die konfusen Vorgänge auf den Anzeigetafeln. Vor den Ticketschaltern haben sich lange Schlangen gebildet, gesäumt von Fentanyl-Zombies, monologisierenden Pennern, balkanischen Bettlern, maghrebinischen Pushern und gestrandeten Backpackern. Alle anderen in diesem maschinenhaften Getriebe sind an das Netz gebunden. Viele junge Leute tragen plumpige Kopfhörer und bahnen sich roboterhaft ihren Weg, den ihre hüfthoch getragenen Navigationtools empfehlen. Eventuell bieten sie auch eine Art moralischen Kompass. Auch die pickligen Bundeswehrburschen mit ihren knackvollen Rucksäcken vertrauen in gebückter Haltung ihren Verteidigungs-Apps.

Eierköpfige und gertenschlanke IT-Profis tänzeln angewidert Richtung Bahnsteig und hinterlassen Wortspikes wie „Session“, „Potentials“ „High End“ oder „Team Spirit.“ Jeder redet hier und alle fuchteln und quatschen in diesem Weißwurst-Kurdistan, Mütter, Schüler, Influencer, Aktivisten und Grauhaardackel. Es stinkt nach Gestank und ein abnormer Geräuschpegel martert. Überall Hoodies, halblange Hosen, löchrige Turnschuhe, Nasenringe und die sonstigen dumm-woken Post-Hippie-Mutationen. Im allgemeinen Mut zur Hässlichkeit fällt auch der männliche Haarschnitt ins Auge, dieser dialektische Stilmix aus Wehrmacht, Kalifat und Unterwerfung. Auf diesem Gebiet haben die muslimischen 5-Euro-Scherenschleifer ganze Arbeit bei ihren einheimischen Konkurrenten geleistet. Vor dem Barbershop drüben posieren präpotente Ehrenmänner breitbeinig wie Söder und blicken abwechselnd auf ihre Goldhandys und so manche Paare und Passanten. In ihren Blicken wohnt pure Verachtung angesichts des Konglomerats aus Gutmenschen und Gebrechlichen.

”Gott ließ uns fallen“

Don’t touch me!“ zischt eine an und für sich schwer bewaffnete Bundespolizistin mit Pferdeschwanz in Richtung eines Talahons, der eine offenbar eben gestohlene Schneekugel wurfbereit hält. Ihr Streifenpartner droht, so lese ich es an seinen Lippen ab, mit einem „Wichsgriffel hoch“ und nimmt eine John-Wayne-Pose ein. High Noon, Munich, Mainstation. Dramatisches Funkknacken. Sirenen. Die Rolltreppe spült eine Einheit neuer Kräfte herbei. Brüllen. Geschubse. Festnahme. An der Sperrholzwand klebt ein altes Wahlplakat der bayerischen SPD: „Hol dir deine Zukunft zurück!“ Rund um einen Abfalleimer geraten sich zwei alte Frauen wegen des Leerguts in die Haare. Die Atmosphäre in dieser Halle ist ein Taumeln aus Verwahrlosung, Aggression, Tristesse, Resignation und Rücksichtslosigkeit, halb Spannungsfall, halb Halloween. Alarm herrscht seit Jahren schon in unseren Bahnhöfen und entlang der Schienen. Tödliche Entgleisungen, tödliche Zusammenstöße, defekte Weichen und Oberleitungen, explodierende Stellwerke, gesperrte Brücken, Messerattentate, Schlägereien, Vergewaltigungen, vollgekotzte Toiletten, bespuckte Kontrolleure, brennende Bordbistros. Anstelle des nostalgischen „Everyone talks about the weather – not us!“ sind die meisten Leute heute einfach nur froh, wenn sie relativ unbeschadet in der Nähe ihres Ziels ankommen.

1952 verfasste Friedrich Dürrenmatt die Kurzgeschichte „Der Tunnel“: Auf seiner Stammstrecke bemerkt ein junger Mann, dass der Zug außergewöhnlich lange durch einen ihm bis dato nie aufgefallenen Tunnel fährt. Er macht sich auf den Weg zur Lokomotive und stellt fest, dass weit und breit kein Führer zu sehen ist. Indessen nimmt die Geschwindigkeit ständig zu und dem Jungen wird klar, dass er und alle anderen in die Katastrophe rasen; wie später bei Jethro Tull: „God, he stole the handle, and the train, it won’t stop going, no way to slow down…“ Dürrenmatts finaler Satz damals: „Nichts. Gott ließ uns fallen und so stürzen wir denn auf ihn zu.“ Die Gegenwart muss sich mit bescheideneren Bonmots abfinden. Etwa der Friedrich-Merz-Weisheit „Frieden gibt’s auf jedem Friedhof“. Die Stimmung in den Bordrestaurants erinnert an rollende Aussegnungshallen. Es gibt die zwei obligaten Suffköpfe, den erwähnten IT-Eierkopf und die leicht pikierte Dame mit der offenen “Süddeutschen” und einer treuen Louis-Vuitton-Neverfull-Tasche. Die restlichen leblosen Augenpaare tauchen ein in meerblau leuchtende Displays. Je nach Grad der Elektro-Impulse und Dopaminstösse zucken die Gesichtsmuskeln. Dem Kopfschütteln folgt ein Ruck der Selbstbeherrschung: Nein, wir lassen uns unsere Art zu leben von niemandem nehmen!

Expressive Banalität

Am Nebentisch erklärt die Servicekraft die defekte Kaffeemaschine mit einem gestrigen Vorfall; irgendwas mit spitzen Gegenständen, Blut, Bundespolizei. Bei jedem Fauchen der Türen richten sich die Augen kurz auf und wollen wissen, ob da einer erscheint, schreit, sticht, spuckt oder einem das Seitenbacher-Müsli wegisst. Konnte man einst, etwa in Richtung Augsburg, diese Art von Unbehagen mit einem tröstenden Blick ins Freie vertreiben, auf vorbeiziehende weidende Kühe, gelbgoldene Blätterorgien, grüne Wälder, aufgepflügte Äcker, Fachwerkhäuser, Schrebergärten und Trauerweiden, ist inzwischen die erlösende Sicht versperrt. Langsam, unmerklich und unaufhaltsam sind in den letzten Jahren Zehntausende von Betonkisten vorgerückt, lieblos kolorierte Einzellerkästen, Zementschachteln mit Schießscharten und winzigen Stahlgitterbalkonen. Sind das Depots, Büros, Außendienstlerbuden, Flatrate-Puffs oder geplanter Leerstand von morgen? Und wer plant, genehmigt und baut das eigentlich? Wer genau wohnt oder arbeitet hier? Unser ICE „Donauwalzer“ steht seit einer gefühlten Stunde auf dem Abstellgeleis. Endlich rast aus der Gegenrichtung ein endloser Güterzug mit verschnürtem Militärgerät und dicken Fässern an uns vorbei, Richtung Kattowitz und Lviv. Wie hieß meine erste TV-Sendung noch gleich… “Hunde, wollt ihr ewig leben?

In Donaunähe werden mit für Deutschland ungewohntem Elan weitere Flachdach-Hallen und barackenartige Speditionslager erstellt. Ohne Unterlass wird Erdreich bewegt, Zement gemischt und vollbeladene Trucks schleichen durch den Morast. Überall sieht man Kräne, Bagger, Pumpen, Bohrer und Walzen. Im trüben Neonlicht gibt es Tankstellen und die Logos der Netto-, Penny- und Lidlmärkte. Ein Fitnesszentrum wirbt großflächig für ein Frühlingsdiscount-Paket in Sachen Selbstverteidigung. Im Ulmer Bahnhof dann ist der Blick auf das Münster durch schallhemmende Mauern verdeckt. Sie sind, wie fast jede freie Fläche in diesem von einer mysteriösen Transformation befallenen Land, über und über mit stimmungszermürbenden Graffitis übersprüht. In ihrer expressiven Banalität erinnern diese Existenznachweise der Gegenkultur durchaus an das gesundheitspolitische Wirken von Dr. Lauterbach, dem führenden Viren- und Impfkomödianten sowie Experten für staatlich zertifiziertes Round-Up-Cannabis (eine Chemikalie, die ursprünglich als Rohrreinigungsmittel konzipiert worden war).

Wo versickert das ganze Geld?

Womit wir auch schon auf der schiefen Bahn Richtung Stuttgart 21 wären, an deren Ende ein mustergültiges Gruselkabinett lauert: Oettinger („We are all sitting in one boat“), Mappus, Wissmann, Grube, Mehdorn, Merkel, Kefer, Pofalla, Geissler. Sie alle umklammerten den Spaten, um diesem unterbelichteten Stuttgart einen zum Jahrtausendprojekt verklärten Tiefbahnhof in das Gedächtnis zu stechen. Dieser sollte als neue, eurozentrale Schaltstelle, als globaler Herzschrittmacher fungieren am Kreuzweg von Istanbul und Rotterdam und auch von Genua und Lissabon. Zwar würde dieser schwäbische Suezkanal mit stolzen 1,8 Milliarden Euro zu Buche schlagen, doch dafür, so die pfiffigen Gründerväter, könne man ihn schon 2021 in Betrieb nehmen. Stand Februar 2026 nun rechnet man mit einer partiellen Inbetriebnahme so um 2032 herum und mit Ausgaben in Höhe von etwa 20 Milliarden Euro, die laut Gericht zum größten Teil von der DB übernommen werden müssen, die wiederum, laut eigenen Angaben kurz vor dem finanziellen Kollaps steht.

Aber was heißt heute schon Kollaps? „The Times they are a changing“ und bei den Kretschmanns und Klingbeils fallen 500 Milliarden-Schecks wie Herbstblätter in die Container. Noch im Sommer 2015 ließen sich die Wüstenrot-Wutbürger nicht so leicht abwimmeln: Wieso dauert das so lange? Wohin versickert das ganze Geld? Was machen die da oben aus unserer Schwäbischen Eisenbahn? Ganz da oben im Kanzlerthron saß eine glühende Europäerin und richtete ihre kalten Augen auf das Geschehen im überfüllten Budapester Bahnhof. Hier musste „sofort, unverzüglich“ gehandelt werden – und mit einem Knopfdruck wurden die Weichen auf ungebremsten Zulauf gestellt. Zug nach Zug rollte heran und gab den Millionenopfern der NATO-Farbrevolutionen eine neue Heimat. Ein Großteil der schwäbischen Streetfighter leiteten ihre Zweifel angesichts des Gefahrguts ungefiltert in die Katharsis der Willkommenskultur um und redeten sich ein, man würde solidarisch vom Ende her denken, irgendwie.

Im Winde verweht

Am folgenden Tag fuhr mein Zug über Karlsruhe nach Baden-Baden auf die Minute pünktlich ab. Das Bistro war blitzblank gefegt, im Hintergrund lief die „Zauberflöte“ und es duftete nach frischem Kaffee und Butter-Croissants. Ich erkundigte mich bei der Bordstewardess nach dem Grund dieses Rückfalls in alte Gewohnheiten. „Ach, wissen Sie, dieser Zug endet in Basel und wenn er dort nicht punktgenau und halbwegs vorzeigbar anrollt, gehen an der Grenze einfach die Gatter herunter.“ So geht man auf kluge Art mit Schurkenstaaten um, dachte ich mir. Da auch das WLAN funktionierte, gelangte ich aus irgendeinem Grund auf die Homepage von Roderich Kiesewetter, der auf spektakuläre Art meinen Ostalb-Heimatwahlkreis in Berlin am Köcheln hält. Ein Küchenfoto zeigt ihn nebst Gattin beim Paprikaschneiden und dem Motto: „Als evangelischer Christ liegt mir die Bewahrung der Schöpfung am Herzen.“ Womöglich ist weit unterhalb des Hauses sogar ein Extrabahnhof für ihn eingerichtet auf dem von einigen Verschwörern behaupteten High-Speed-Subway, der Wiesbaden, Ramstein und Stuttgart unsichtbar verbinden soll.

Immerhin befinden sich bei Vaihingen die Patch Barracks, also das EU-Hauptquartier der NSA und die Euro-Zentrale aller US-Kräfte sowie aller militärischen Spezialeinheiten. Rund um die Basis herum, lese ich, haben sich in letzter Zeit sehr viele regionale High-Tech-Tüftler-Firmen aus Luft- und Raumfahrt angesiedelt und scheinen ihre Produktpaletten nach und nach umzurüsten. In den nahen Möhringer Kelley Baracks sind mehr als 30.000 US-Kombattierende stationiert. Sogar die stets NATO-affine Stuttgarter Presse moniert, dass sämtliche Anfragen zu Sinn und Zweck des Camps seit Jahrzehnten im Winde verwehen. Im hessischen Wiesbaden wurde 2022 die Koordinierungszentrale des Ukrainekriegs etabliert und seit 2024 mehr oder weniger zu dem offiziellen Kriegsministerium gegen Russland ausgebaut, wie sich Frau Baerbock zutreffend verplapperte. Pro Jahr sorgen 31 NATO-Mitgliedsstaaten mit jeweils 40 Milliarden Dollar dafür, dass diese Bude in Schwung gehalten wird. Und zur Air Base Ramstein ist ohnehin alles gesagt, obwohl niemand etwas Genaues weiß, außer dass man gut beraten ist, dort am Zaun keine Selfies zu machen.

Das obligate Grauen

Man wird beim Surfen immer wieder von überraschenden Wellen erwischt, wie etwa jene in Form eines militärischen Neubaus in der Nähe des pfälzischen Betzenbergs, bei Ballfreunden auch als rote Hölle bekannt. Das dortige US-Armeehospital Rhine Ordonance Barracks ist das flächenmäßig größte Krankenhaus außerhalb der USA. Von den im Bauplan angegebenen 5.000 Räumen erwiesen sich nach gründlichem Studium nur 200 als mit Betten und medizinischem Equipment ausgestattet. Nimmt man den aus Steuermitteln gestemmten Etat und legt – inklusive neuer Straßen, Brücken und Tiefetagen – eine Höhe von 2,2 Milliarden Euro als Maßstab an, schlägt jedes Krankenzimmer mit gut 10 Millionen zu Buche. Man muss ja nicht gleich die Iran-Contra-Keule schwingen, aber so eine Hütte kann man günstiger haben. Im Gegensatz zur Zarin Katharina II, die sich 1787 von Fürst Potemkin auf der Krim die optischen Täuschungen prächtiger Kulissen vorführen ließ, macht man sich im Deutschland 2025 nicht mehr die geringste Mühe, das Elend der Stadt- und Landbilder zu vertuschen. Der Lack ist ab und da helfen auch keine Projektionen irgendwelcher Zig-Milliarden-Sondervermögen. Im Bahnhof des legendären Kurorts Baden-Baden erwartet einen das obligate Grauen: Dreck, Halbstarke, Graffitis, defekte Lifte, zerbrochene Fenster, verrammelte Geschäfte. Es fehlt nur noch der Duft von Napalm.

Im Juli ordnete Dr. Bruno Most, Brigadegeneral des Gesundheitswesens der Bundeswehr wem auch immer an, sofort, unverzüglich alte Züge in ambulante Waggons umzurüsten, um so Zehntausenden von Verwundeten oder Toten ein Dach über den Kopf zu bieten. Auch sei man mit Lufthansa, der DHL und dem Bahnvorstand in der Planung, um so schnell und so viel wie möglich an ankommenden NATO-Truppen und schwerem Gerät an die Ostfront zu befördern. Während Kriegsminister Pistorius den seriellen Kasernenbau ankündigt und sich in täglichen Bulletins militärphilosophisch dem Ritual des freiwilligen Opfers annimmt, mogeln sich, mittelmäßig abgestimmt seltsame Fachleute oder Ex-Generäle an den Bühnenrand und verschieben den Kreuzzug von 2029 nach 2028, dann 2027 und erhöhen kurz darauf auf 2026. In diesem Sinne wusste Eberhard Zorn, Militärexperte für Aufbruchsstimmungen aller Art, dass das Ganze aber auch schon heute Abend losgehen könnte – frei nach “Gimmie Shelter” der Stones von 1969: “War, children, is just a shot away, rape, murder…shot away.

Die Nationale Märklinbahn rollt in in selbstgeschaufelte Löcher

Aber das alles verfängt noch nicht so richtig. Die Leute gehen millionenfach in Vereinsfarben in die Stadien, buchen für kommenden Sommer die geliebten Balearen platt und wählen immer wieder genau so, wie das der Begriff “Stimmvieh” nahelegt. Derweil lässt Herr Tiesler, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz, landesweit für 25 Milliarden Euro im Jahr Bunkerräume für eine Million Schutzsuchende in Schienen- und Bahnhofsnähe ausbauen, mit einem Quadratmeter pro Person und Vorrat für 14 Tage mit Notküchen, Toiletten, Wasserpumpen, Strom und Luftreinigung. Mit diesen chirurgischen Eingriffen ins Stadtbild ließen sich auch die hunderttausenden rotweiß abgesperrten Baustellen erklären, auf denen man fast nie einen Werktätigen sieht, aber dafür jede Menge Dixie-Klohäuschen. Beim Weitersurfen stieß ich auf einen kleinen Artikel in einer donauschwäbischen Lokalzeitung und fand eine plausible Erklärung für den Wildwuchs dieser Zementschachteln: Ganz offenkundig werden die ohnehin insolventen Kommunen genötigt, schienennahe Grundstücke und bestehende Objekte oder Bauruinen aufzukaufen, damit dort im Schnellverfahren neue Einsatzzentralen, Lager- und Fertigungshallen, Bunker und Logistikgebäude erstellt werden. Um die Bevölkerung nicht zu verunsichern, empfiehlt man den beauftragen Maklern, als „Head of Industrial and Logistics“ zu agieren.

No way to slow down…“: Seit wann genau hat der große transsibirische Zug eigentlich schon Fahrt aufgenommen? 2005? 2015? 2022? Ab wann setzte der Zugriff einer mächtigen unsichtbaren Hand auf das Netzwesen ein? Unsere nationale Märklinbahn rollt derweil in selbstgeschaufelte Löcher. Die Bahnhöfe Stuttgart und München werden absolute Megadesaster; ausgehebelt derzeit sind die Strecken Hamburg-Berlin, Mannheim-Frankfurt, Freiburg-Offenbach als Teil von Basel-Karlsruhe sowie der Brennernordzulauf. Täglich werden neue Strecken abgemeldet und pro Jahr kommt man lässig auf 200.000 ausgefallene Züge.

Zustände wie in Gaza

Dass es auch anders geht, konnte man bei der logistischen Verlegung der Panzerbrigade 45 nach Litauen innerhalb der angesetzten sechs Wochen erfahren: Dort, rund um Vilnius fühlten sich auch schon 1941 die SS-Divisionen ganz wie zuhause. Positives Feedback gibt’s auch von der Cargostrecke zwischen Berlin und Rotterdam. Im dortigen Hafen sind für unbefristete Zeit ganze Blöcke von Anlegestellen für Versorgungsschiffe aus der USA, UK und Canada reserviert… “no way to slow down…” Angesichts der Zustände von Flug- und Wasserhäfen, Brücken, Straßen, Schienen, Schulen, Unis, Wohnungen, Industrien, Politik, Medien und des Energiesektors kann ein vernunftbegabter Beobachter nur zu dem einen Schluss kommen, dass Renovation und Reparation ausbleiben, weil es in absehbarer Zeit noch schlimmer kommen wird und es hier bald ohnehin aussieht wie in Gaza.

Wer jetzt den Kopf schüttelt, mag sich an den Davoser Zauberberg erinnern, von dem aus Klaus Schwabs WEF-Talentschuppenmeute, von Blair, Charles, Baerbock, Fink, Gates über Merkel, Trudeau, Kallas, Macron bis zu Leyen jahrelang mit echsenhaftem Grinsen die Zukunft verkündete: “The Great Reset” und “Build Back Better”. Niemand kann behaupten, dass die Löschung wie Neuprogrammierung des großen Fahrplans unserer sogenannten Zivilisation im Geheimen betrieben wurde. Auf der Rückfahrt: Das gleiche Bild, nur von der anderen Seite. Die Bar im Bistro ist seit Ulm vergittert. Blackout. Flasche leer. “Im Spätherbst wurden drüben die Gundremminger Kühltürme entsorgt”, sagt ein schwäbischer Eingeborener “und da standen im strömenden Regen an die 30.000 Deppen in der Gegend herum. Es gab sogar einen Foodtruck, der hat Sprengwürste mit Senf angeboten. Alle in Superstimmung, hoch die Tassen, wie beim Weihnachtsmarkt. Bei uns ist der Zug endgültig abgefahren.

Donaunebel in Mengeles Heimatstadt

Eine Durchsage erklärt die aktuelle Verzögerung mit Lebewesen, die sich auf den Schienen befänden. Zeit zur Reflektion. War, just a shot away. Wo sind eigentlich die Abermillionen Zeichensetzer, Stimmenerheber und “Unseredemokratie”-Hochhalter? Die schlaflosen Omas, Antifa-Kids, Klimakleber, Arbeiter, Studierende und vor allem die mehrfach Geimpften? Where are the clowns? Send in the clowns! Alles vergessen? Friede, Brecht, Gleichheit, Zweig, Woodstock, Liebe, Böll, Braterski, Picasso, Grass, Schwerter, Jesus, Pflugscharen, Remarque, Brandt, Rinser, Che, Freiheit, Fidel, Imagine-John und Plastic Ono? Es begann mit 5.000 Helmen, und zum dritten Mal in etwas mehr als einem Jahrhundert zieht es die Deutschen weitgehend frei und willig in die magische Ostfalle mit den Parametern Krim, Kursk, Leningrad. Das Deja-Vu erinnert an Karl Marx und die Wiederholung der Geschichte als Farce. Im Osten steht der imaginierte nukleare Untermensch, im sonstigen Europa warten Verrat und Häme, während die transatlantischen Sportsfreunde aus dem Zbginiew Brzeszinski-Stall ein paar Bauern opfern und gedanklich in weiter Zukunft walten. Am Ende der Verwertungskette Wallstreet, London und Brüssel bleibt die Funktion als Schlachtfeld und Aufmarschgebiet.

Bahnhof Günzburg am späten Abend. Donaunebel in Mengeles Heimatstadt. Junge Männer mit großen Kapuzen chillen am Bahnsteig. Die Zeiger der großen Uhr sind herausgerissen. Vor der Spielhalle sieht man im Neonflackern zwei alleinstehende Kinderfrauen. Vielleicht wird ja nicht nur die Bahn von Frau Palla, sondern demnächst gleich das ganze dahin taumelnde Land auf links gedreht. Und wenn sich die giftigen Wolken dann in ein paar Jahren oder Jahrzehnten verzogen haben, dann besuchen uns vielleicht Griechen, Russen und Kenianer und Vietnamesen mit einem Lonely Planet-Guide unterm Arm, machen Selfies von der Feldarbeit einfacher Bauern, von germano-arkadischen Ziegenhirten, dem Gastwirt eines fröhlichen Weinbergs und dem gemeinsamen Detox-Übernachten im dörflichen Misthaufen, ganz so wie es sich für ein hochentwickeltes Degrowth-Vorzeigeland gehört.

6 Kommentare

  1. Jo isso braucht man nix mehr kommentieren, ein Gitter über alles gelegt was wir erleben und erlebt haben. Bleibt nur die eine Frage: Wann fährt er ein, der Zug in Gleiwitz – wenn wir das nur vorher wüssten damit wir noch schnell wegkommen aus Schland bevor es wieder in Schutt und Asche liegt und niemand Schuld war. Solange lasst uns bemühen die alte/neue Friedensbewegung Schwerter zu Flugscharen zu beatmen – vielleicht kömma noch was retten….

  2. Bin letztens nach längerer Zeit im Ruhrgebiet einige Stationen mit der Bahn gefahren. Der Bahnhof in Hamm ist definitiv eine Reise wert für olfaktorische Sadomasochisten, der scharfe Geruch von Urin, gemischt mit diversen Formen von Verfall dringt überall ein und überlagert alles.
    In der Bahn stehe ich am liebsten, denn die Schuhsohlen sind der beste Schutz gegen den ganzen Siff. Die Waggons sind derart versifft, dass es ekelhaft ist, die Haltestangen zu ergreifen, da war es äußerst praktisch, dass auch der ganze Boden widerlich klebrig war, denn dadurch waren die Haltestangen gar nicht mehr nötig. Immerhin hatten meine Schuhe danach auf den ersten Metern aus dem Ziel-Bahnhof heraus einen fantastischen Grip. Welch ein gutes Gefühl, dort herauszukommen, jedes Mal.
    Später ging mir dann durch den Sinn, was es bedeutet, wenn das ganze Land nur noch steht, weil der Boden so versifft und klebrig ist, das Land also nur noch von Filz und Schimmel zusammengehalten wird? Viel Spaß beim Aufräumen, wenn einem dann alles ungewollt unter den Fingern zerbricht. „geistreicher lateinischer Spruch zum Einsetzen“

  3. Ein schöner Rundumschlag.
    „Nur die Allerdümmsten wollen mehr als sie können“ –
    oder „Scheitern für Fortgeschrittene“.

  4. Militärexperte überrascht Lanz mit Offenbarung – der ist baff
    https://www.prisma.de/news/tv/Bei-Lanz-Militaerexperte-Carlo-Masala-warnt-Wir-haben-eine-Verrohung-des-politischen-Diskurses,48183878

    “Nach mehrfachen Attacken auf Politiker diskutierte Markus Lanz mit seinen Talkgästenüber die Verrohung der politischen Debatte in Deutschland. Militärexperte Carlo Masala schockierte den Moderator dabei mit einer erschreckenden Aussage.

    Nach dem gewaltsamen Übergriff auf SPD-Mann Matthias Ecke diskutierte Markus Lanz in seinem ZDF-Talk über die zunehmende Gewalt gegen Politiker. Im Studio war auch der Militärexperte Carlo Masala. Von dem wollte der Moderator wissen, ob solche Bedrohungen ausschließlich Politiker betreffen würden oder auch Personen wie ihn, gerade dann, wenn es um Äußerungen zum Ukraine-Krieg ginge. „Werden sie bedroht“, fragt Lanz. Masalas Antwort verdutze den Moderator sichtlich.

    „Ich werde bedroht. Regelmäßig. Ich habe auch Vorträge unter Polizeischutz gehalten, weil im Vorfeld angekündigt wurde, da mal vorbeizugehen und dem Masala zu zeigen – das war jetzt halt in Sachsen zum Beispiel – was die Ostdeutschen über Kriegstreiber denken“, so der Militärexperte. Lanz ist baff: „Im Ernst?“
    Masala: „Ab 2:00 Uhr morgens ist meine Mail-Inbox voll Drohungen“

    Dann führt Masala weiter aus: „Ich bekomme das über Emails, ich bekomme das über Telefonate. Ich kenne das auch von Kollegen und Kolleginnen, die genau das Gleiche durchleben. Wenn man etwas äußert, wird man mit einem Schwall von Drohungen, verbalen Entgleisungen, bis hin zu Morddrohungen regelmäßig konfrontiert. Je nachdem, was ich hier sage, um es mal ganz klar zu sagen, Sie werden ja relativ spät ausgestrahlt, ab 2:00 Uhr morgens ist meine Mail-Inbox voll von solchen Drohungen.“”

    Mein Kommentar: Wieder kommt diese Keule gegen die “bösen barbarischen” Ostdeutschen zum Einsatz.
    Es reicht !
    Vor allem FOCUS, der Focus der seit Jahren mit übelstem vulgären Jargon gegen Ostdeutsche schimpft, sie beleidigt, denen ständig unterstellt, dass sie immer noch nicht verstanden hätten, wie Demokratie funktioniert.
    Der Focus hatte mal vor ca. 10 Jahren eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, wo politische Forscher und Focus-Journalisten gemeinsam zum Schlussfazit gekommen sind, dass die Ostdeutschen fremdenfeindlich und Nazi-verseucht sein sollen und zwar weil die Ostdeutschen angeblich ihre NS-Zeit bis heute immer noch nicht aufgearbeitet haben, während die Westdeutschen das angeblich sehr wohl getan hätten.

    Welch ein Schwachsinn
    Die Mainstream Presse setzt ihre Hetze gegen die Ossis fort.
    Kriminologe sicher: DDR Erziehung schuld am Fremdenhass in Ostdeutschland
    https://www.focus.de/politik/deutschland/jeder-zweite-uebergriff-auf-fluechtlingsheime-im-osten-kriminologe-sicher-ddr-erziehung-ist-schuld-am-fremdenhass_id_4923287.html

    Diktaturen aus NS und SED Zeiten nie richtig aufgearbeitet. Deshalb sei Ostdeutschland anfällig für Rechtsextremismus
    https://www.focus.de/politik/deutschland/demokratiedefizit-und-rechtsextremismus-nach-chemnitz-vor-der-landtagswahl-in-sachsen-warum-afd-und-pegida-im-osten-staerker-sind_id_9529244.html

    Über so einen Schwachsinn kann ich nur lachen, vor allem in West-Deutschland sind die Bayern Schlusslicht , was die AUfarbeitung der NS-Zeit angeht. Denn im Kalten Krieg war es eine US AMerikanische Besatzungszone,wo viele NS-Kriegsverbrecher aus Osteuropa Unterschlupf fanden und von den Amis (von der CIA) hofiert und für den Kampf gegen den Kommunismus rekrutiert wurden.
    In Bayern hatte sich auch der berühmte ukrainische Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges Stepan Bandera versteckt und wurde von den Amis sehr gern wie ein Held hofiert. Genau der Stepan Bandera, der vom heutigen prowestlichen antidemokratischen ukrainischen Nazi-Regime wie ein Held verehrt wird!
    Achja fragt mal die Polen, was die über die ukrainischen Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges denken (Stichwort: Massaker von Wolhynien), dann werdet ihr schnell feststellen , wie schlecht in einigen Teilen West-Deutschlands die NS-Zeit und die Nachkriegszeit des Kalten Krieges aufgearbeitet wurde!

  5. Seit gestern ist es sehr schwierig, ansage.org zu erreichen.
    Der Download startet mit etwa 50 kB/sec, fällt dann auf unter 1 kB/sec und schließlich auf Null. Danach erscheint ERR_TIMED_OUT.

    Etliche Versuche später bin ich endlich „drin“, manchmal auch nicht.
    Gleiches erlebe ich auf Unser Mitteleuropa und anderen alternativen Nachrichtenseiten.
    Alle übrigen Seiten dagegen gehen problemlos auf.

    Ich benutze übrigens zwei verschiedene Browser, und bei beiden habe ich dasselbe Problem.
    Woran mag das liegen?