Wie vorhergesagt: Brasilien kippt nach links – Lula schlägt Bolsonaro

Lula-Anhänger (hier in Belo Horizonte) sind völlig aus dem Häuschen über den Wahlsieg ihres Kandidaten (Foto:Imago)

Es zeichnete sich schon länger ab, doch nun ist es tatsächlich so gekommen, wie wir es in den alternativen Medien bereits skizziert hatten: Bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen hat der linke Herausforderer (und Ex-Präsident) Lula da Silva den amtierenden Präsidenten Jair Bolsonaro in einer spannenden Stichwahl geschlagen. Zunächst sah alles überaus positiv für den Rechtskonservativen aus, doch dann holte da Silva immer weiter auf. Das lag vor allem daran, dass die Stimmen in den Hochburgen der Linken erst später ausgezählt wurden. Spätestens als dann 99 Prozent der Stimmen ausgewertet waren und “Lula”, wie ihn seine Anhänger kurz nennen, mit mehr als 1,5 Prozentpunkten uneinholbar vorne lag, brach der Jubel im linken Lager los. Er fand seinen Widerhall auch in den linken Feuilletons Europas, wo man mit einem hochkorrupten Sozialisten als Retter und Lichtgestalt der Demokratie feiert, weil er den „Tropen-Trump” geschlagen hat.

Allerdings könnte ihnen bald schon die Freude im Hals stecken bleiben – denn Lula ist nicht nur vermeintlicher Retter des Regenwaldes und Bezwinger des reaktionären Feindbildes Bolsonaro, sondern vertritt auch Ansichten, die bei uns im „Schwurbler-“ und „Delegitimierer”-Umfeld verortet werden: So steht Lula speziell in der Frage des Ukraine-Kriegs alles andere als Gewehr bei Fuß an der Seite des Westens. Wiederholt machte er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskjy für den russischen Angriff mitverantwortlich; in Deutschland gälte er damit als verachtenswerter „Putinist” und „Russlandversteher”. Auch für die USA ist der Wahlsieg da Silvas daher ein herber Verlust – denn dieser zählt zu den entschiedensten Gegnern der US-„Kanonenbootdiplomatie“ und der neoimperialistischen Regime-Changes Washingtons unter dem Deckmantel der „Demokratisierung”, so wie sie 2014 mit dem Märchen vom „Euromaidan“ (der faktisch ein Putsch war) auch die Ukraine betraf und so einen wesentlichen Mitgrund für den heutigen Krieg lieferte. Vor nicht allzu langer Zeit hätte er damit bei Deutschlands Grünen und Linken offene Türen eingerannt, ehe diese dann 2022 zu den leidenschaftlichsten NATO-Bellizisten und Waffennarren mutierten.

Deutsche Linke: Absurde Dämonisierung Bolsonaros, Heldenverehrung Lulas

Doch derlei dialektische Brüche werden zur Stunde, im Siegestaumel über den finsteren Satan Bolsonaro, noch ausgeblendet; noch feiern die weltweiten Salonbolschewiken ihren alten und neuen Helden erst einmal und überhören die kritischen Misstöne. So wie man auch von den bereits erwähnten Vorwürfen der Korruption und Vetternwirtschaft gegen Lula nichts hören möchte – obwohl diese bei weitem nicht ausgeräumt sind. Demgegenüber kann man Bolsonaro – von seinen Feinden und der ARD konsequent als “Rechtsextremist” beschimpft – ja vieles vorwerfen; doch die Horrorszenarien, die man nach seinem Einzug ins Präsidentenamt 2018  an die Wand malte, sind allesamt nicht eingetroffen: Weder wurde der komplette Regenwald abgeholzt noch alle Indigenen ermordet, noch krepierten in Brasilien weite Teile der Bevölkerung aufgrund der angeblich „uneinsichtigen” (aus heutiger Sicht: hochvernünftigen) Corona-Politik des Präsidenten, noch löste Bolsonaro die die ultimative Klimakatastrophe aus.

Vielmehr blieb eher alles beim Alten: Die auch nach vier Jahren Bolsonaro ungelösten, weiterhin virulenten Probleme des größten und bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Staates – eine unfassbar hohe Mordrate, allgegenwärtige Bestechung,  Menschen- und Drogenhandel, prekäre Verhältnisse für weite Teile der Bevölkerung – sind nicht verschwunden. Hier ist leider dieselbe „Kontinuität” angesagt, die Brasilien auch schon während der vorherigen Amtszeiten da Silvas prägte und wohl weiterhin prägen wird. Denn an der Realität in den apokalyptischen Slums und Favelas des Landes ändert sich nichts – ganz gleich, wer gerade Präsident ist.

(Unter Verwendung von Passagen eines Beitrages von Opposition24)

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6 Kommentare

  1. Warten wir doch mal ab, ob Bolsonaro und seine Anhänger, die ja auch nicht wenige sind, sich das so gefallen lassen. Bei dieser „Wahl“ traten dieselben Ungereimtheiten auf wie seinerzeit bei der US-Wahl 2021. Lula hat nicht gewonnen, weil die linken Stimmen zuletzt ausgezählt wurden, wie der Artikel behauptet, (woher soll man denn wissen, wo die linken Stimmen sind, die Wahl war doch geheim, oder?) Nein, der Anstieg der pro-Lula -Stimmen zum Schluss hatte seine Begründung darin, dass man erst sehen musste, wieviele Stimmen Bolsonaro bekommt, damit man die nötige Stimmenanzahl für Lula hinzufälschen konnte, und zwar nur soviel, dass es nicht auffält. Interessant übrigends auch der exorbitant angestiegene Datenverkehr zwischen den USA und Brasilien am Wahltag. Wahlmaschinenbeeinflussung? Beim Militär dürfte Bolsonaro jedenfalls deutlich mehr Anhänger haben als Lula, der korrupte, rechtskräftig verurteilte Mafioso. So jemand sollte sich eigentlich gar nicht mehr zur Wahl stellen dürfen! Aber selbst in Deutschland wurden ja starfrechtlich verfolgte Typen wie Fischer oder Scholz in hohe Ämter gehievt. Die sind besonders geeignet dafür, weil erpressbar!

    In Brasilien ist das letzte Wort noch nicht gesprochen!

    • @Angermann – Stimmt! Empfinde ich vor Ort genau wie Sie es beschreiben. Die zweifelhaften Typen, vor allem in der obersten Justiz, kommen genauso an die Schalthebel wie das in D über eine gewisse Genossin mit dem BVG passiert ist. Das hat die selbe Handschrift, da steckt mehr dahinter als ein paar überdrehte Kommunisten. Interessant wäre das genauer zu wissen mit dem Datenverkehr. haben Sie da Quellen? Bei der Wahlauszählung konnte man beobachten: knapp 2% Punkte Vorsprung von Bolso, dann alle 5 Minuten 0,05% Punkte weniger, ab dem Kippunkt 50% dann 0.03% Punkte und zum Schluß 0,02% Punkte auf 50,90%. Konstant – nie schwankend. Alle anderen Kandidaten die auf Länderebene gewählt wurden, war das leicht schwankend aber nicht diese eigenartige Tendenz eines linearen Abschmelzens eines Vorsprungs! Die Leier das wären die Stimmen vom Nordosten gewesen, die später ausgezählt wurden, passen nicht mit den Auszählungen der Länderebene zusammen, denn das läuft im selben Moment. Also mit äußerster Vorsicht aber dieser Wind der da weht bringt einen schrecklichen Geruch mit sich…

  2. Diese Wahl in Brasilien hat eine so grosse Beachtung erfahren wie kaum eine andere Wahl in Südamerika. Prinzipiell ist es aber bei solchen von Korruption geplagten Ländern fast egal wer regiert. Man kann nur hoffen, dass der Regenwald jetzt weniger abgeholzt/brandgerodet wird als vorher. Aber sonst?

  3. Danke der Artikel trifft es, bis auf eine wesentliche Ausnahme, das Ding mit der Korruption. Ich lebe hier seit 12 Jahren und habe noch nie „Propina“ also Bestechungsgeld für irgendwas gezahlt. Die Korruption ist dort so schlimm wo Kommunisten wüten, das konnte man in den Zeiten von Lula/Dilma in der Politik und in der Verwaltung sehen, die ja heute noch stramm auf links gedrillt sind. Da laufen ganz offiziell Dinger, die nicht dienlich sind. Bolso wollte das ja reformieren, aber die globale Corona-Inszenierung hat auch hier vieles über den Haufen geschmissen. Der jetzt angeblich gewählte „Radikalgenosse“ nimmt ja gerne Steuergelder und baut für absurde Preise in kommunistischen „Paradiesen“ wie Kuba, irgendwo in Afrika oder Venezuela irgendwelche Häfen oder Flughäfen. Im eigenen Land werden jedoch unter seinem Regime die Löcher in jeder Hinsicht immer größer. Im Grunde ist das nicht anders wie in der DDR 2.0; die Eigenen vergackeiert man und in den Bruderländern spielt man großen Marxisten mit Spendierhosen. Oder anderes Beispiel, kauften die PTler bei Uncle Sam eine verrottete Raffinerie die keine 300 Mio wert war für schlappe 1.2 Mrd USD. Das ist alles bis heute nicht richtig aufgeklärt und wird jetzt vollends vernebelt. Das alles hat ein ferngesteuertes System, es ist unübersehbar! Allerdings nimmt das die Hälfte der Bevölkerung hier nicht so ohne weiteres hin, während der anderen Hälfte es offensichtlich egal ist. Das Muster kommt einem wie aus D bekannt vor, nur scheinen es in D 95% zu sein. Die Linken werden noch bei den Protesten hyperventilieren, das ist sicher! Wie es ausgeht, weiß keiner! Und von 33 Mio. Hungernden wie es der Genosse über die linke Massenpresse verlautbaren lies, ist mir auch nichts bekannt. Im Nordosten (da ist es feuerrot) reicht es für das teure Bier nicht, die magere Grundsicherung deckt das nicht ab. Im Nordosten wird auch schneller gestorben als anderswo. Wie auch immer kein halbwegs vernünftig arbeitender Brasilianer wünscht sich diesen saudummen Kommunismus zurück, ich kenne so gut wie keinen, jedenfalls nicht wie es in diesem Wahlergebnis zu sein scheint. Der Einfluß der Globalisten wird auch hier größer, das ist nicht mehr zu übersehen und das ist äußerst alarmierend!

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