Winnetou wird nochmal gestorben

Die Rothaut, die nicht mehr zuhaut: Die linke Kulturkamarilla will es so (Symbolbild:Pixabay)

Ein begeisterter Karl-May-Leser war vermeintlich in einen neuen May-Band vertieft; Ein Bekannter riss ihn aus seiner Lektüre mit der Frage: „Was liest Du denn gerade?“ – „Karl May natürlich“, war die Antwort, als er das aufgeschlagene Buch zur Seite legte. „Da steht aber Karl Marx auf dem Buchrücken“, bemerkte der Störenfried. – „Was sagst Du da, Karl Marx?! Jetzt wundert mich auch nicht mehr, dass bisher keine Indianer drin vorkamen…“, ärgerte sich der May-Fan. Aber Spaß beiseite …

Karl May war ein begnadeter Schriftsteller, der mit seinem vielseitigen Halbwissen und seiner ausgeprägten Phantasie Millionen junger und auch älterer Menschen in den Bann ziehen konnte. 96 klassische „grüne Bände“ zählt sein Lebenswerk. Im realen Leben machte er sich mit verschiedenen Gaunereien und der „widerrechtlichen Benutzung fremder Sachen“ einst straffällig. Damals bedeutete dies eine Außenseiterrolle; heute könnte er mit einem solchen Sündenregister problemlos politische Karriere machen, Ministerämter bekleiden und es sogar zum Bundeskanzler bringen. Mit dem Karl May einst eigenen Halbwissen ließen sich heute komplette Regierungsmannschaften stellen – von deren -frauschaften gar nicht zu reden. Und es sind heute die Medien, die die Rolle des damaligen Schriftstellers May übernehmen – und ebenso die Heldentaten unserer neuen Häuptlinge verkünden.

Querdenker anderer Art

Neulich wurde auch mein Enkel auf drei Winnetou-Bände im Bücherschrank aufmerksam, nahm sie heraus und verschlang sie anschließend förmlich. Just zu diesem Zeitpunkt kommen „Querdenker” der anderen Art auf die Idee, eine Winnetou-Neuauflage des Ravensburger Verlags speziell für Kinder zum No-Go zu erklären (sie auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen trauen sie sich noch nicht): Weil die neuen Bücher nicht grün gebunden sind wie die May-Klassiker? Nein, den Kulturfundamentalisten geht es um mehr. „Kulturelle Aneignung und Übernahme von fremdenfeindlichen Stereotypen aus der Kolonialzeit“ lautet die Anklage für die beiden May’schen Winnetou-Bücher – und demnach auch für das zum gleichnamigen Film erschienene Ravensburger-Buch „Der kleine Häuptling Winnetou. Und der Verlag? Bekennt sich schuldig und nimmt die Klassiker aus dem Programm.

Werden bald also auch Deutschkurse für Ausländer verboten, weil es damit um die organisierte Aneignung der deutschen Sprache geht – eines unserer Kulturgüter? Und werden nun auch keine Bücher mehr in andere Sprachen übersetzt, weil man damit schließlich die Sprachkultur der Schriftsteller exportiert? Ein weiterer Anklagepunkt lautet, Indianerinnen würden im Buch mit Ahnen und Tieren sprechen. Na sowas! Steht nun auch das „Sprechen“ mit Hunden oder Katzen auf dem Index? Und, so ein weiterer Vorwurf, es sei ein unerträgliches kulturethisches Vorurteil Mays, dass seine Indianer als strotzend vor Gold geschildert würden. Achse -dann stimmt es vielleicht auch gar nicht, dass die Spanier den weiter südlicher lebenden „Native Americans“ einst ihr Gold abgeluchst haben oder es tonnenwiese raubten?

Dumm wie Kartoffeln, nicht wie Kaktusbrot!

Indianern darf man künftig auch keine „Waffendeals mit Gaunern“ mehr anlasten. Die damaligen „Roten“ sollen sowas nicht gemacht haben. Wirklich nicht? Dafür praktizieren es die Rot-Grünen von heute umso mehr. Mehr noch: Winnetous Feinde seien damals „dumm wie Kaktusbrot“ gewesen, ist in der Kindersprache des Buches zum Film zu lesen. So etwas geht natürlich gar nicht; dieses Prädikat darf man nur uns Einheimischen anhängen, denen von der ex-türkischen Antidiskriminierungsbeauftragten Ferda Ataman der Intellekt von „Kartoffeln“ nachgesagt wird. Aber immerhin sind Kartoffeln bekömmlicher als Kaktusbrot und sicher auch nicht dümmer.

Dass ein Türke, Mehmet Kurtulus, im Film den Häuptling Intschu-Tschuna spielen darf, wird hingegen nicht als kulturelle Verfremdung angesehen. Was natürlich an der heutigen Realität vorbeigeht: Damals warf sich der „rote“ Winnetou vor den „weißen” Old Shatterhand und rettete ihm das Leben, indem er die Kugel eines Ganoven abfing. Spätabends im Ersten meinte einer dazu: „Total falsch, der weiße Mann hätte den Indianer zu erschießen gehabt!“ Ein Glück, dass solche Geistesblitze nicht tödlich sind.

Kapitulation vor den Kulturrevolutionären

Heute retten Rote – in Berlin und anderswo – die Weißen nicht mehr; im Gegenteil: Die politisch Roten geben uns Weißen und Weisen den Rest. Und der bisher erfolgreiche Ravensburger Verlag knickt vor der regenbogenfarbenen Kulturrevolution ein. Die Bücher zum Film werden wohl eingestampft oder im nächsten Winter als Ersatzbrennstoff versteigert. Und es ist vielleicht nur eine Frage der Zeit, dass auch der Film geächtet wird und auf dem Index landet. Übrigens: Im Jahr 1803 verlor die Stadt Ravensburg ihre reichsstädtische Selbständigkeit und wurde bayerisch. Jetzt, 220 Jahre danach, droht Ravensburg mit seiner Kapitulation vor den Kulturrevolutionären auch seine Unschuld zu verlieren.

Die abstruse neue Kulturrevolution im Lande jedenfalls wird immer skurriler, und es stellt sich die Frage: Wann frisst sie ihre geistigen Kinder? Muss ich meine klassischen Karl-May-Bücher nun auch verschwinden lassen – so wie unsere Eltern und Großeltern damals Bücher, die dem nationalsozialistischen Zeitgeist nicht mehr entsprachen?

 

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7 Kommentare

  1. Zu dem ehemaligen Volk der Dichter und Denker eine notwendige woke Neuinszenierung bei Friedrich Schiller: „Der dunkel pigmentierte, indigen aus Afrika stammende Mensch hat seine Schuldigkeit getan. Der dunkel pigmentierte, indigen aus Afrika stammende Mensch kann gehen“.

  2. Leute, kauft Karl-May-Bücher! Die Preise könnten ins Astronomische steigen, jedenfalls so lange die heutige Großeltern-Generation noch lebt.

  3. Als sich der Zirkus Sarrasani 1927 mit seinem neuen Programm vorstellte, befanden sich unter den Teilnehmern seiner rassistischen und kulturunsensiblen Völkerschau auch Indianer (sic!), und zwar vom Stamme der Sioux. Der Zirkusgründer Hans Stosch-Sarrasani, der zeitweise in Radebeul lebte, schrieb Karl Mays Witwe Klara am 4. Dezember 1927:

    „Es wird Sie sicher interessieren, daß meine (sic!) Indianer (sic!!!) die gleiche Begeisterung für die Werke Ihres Mannes empfinden, wie die deutsche Leserschaft und die übrige Welt. Die Rothäute (uups!) haben den Wunsch geäußert, das Heim Ihres Mannes (sic!) kennenzulernen, der ein so glühender und leidenschaftlicher Verehrer ihrer Rasse (hui!) war. Voller Dankbarkeit wollen sie dem Grab des Mannes, der ihr temperamentvollster Bewunderer gewesen ist, huldigen …” Weiterlesen:
    https://www.klonovsky.de/2022/08/apropos-karl-may-aus-dem-verkehr-ziehen/

  4. Wer die Axt an die Kultur, Kunst, Literatur oder sonstigen Ausprägung menschlicher Ausdrucksformen legt, ist ein dummer Faschist. Wo gerügt und verboten wird, wird bald auch verbrannt. Wenn dann Bücher brennen, brennen bald auch Menschen. Nicht gleich morgen, aber vielleicht schon übermorgen.

    Es kommt auch nicht darauf an, ob es sich dabei um hohe oder niedrige Ausprägungen handelt, da jede Anmaßung zur Beurteilung und Einforderung von Konsequenzen schon der Schritt über den Graben ist. Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit, Pressefreiheit – spielt das alles keine Rolle mehr? Wehret den Anfängen! Mehr Courage wünscht man sich z.B. bei einem Verlag dann schon.

    Bei allem, was ich bisher um Karl May herum gelesen habe, habe ich sogar den Eindruck, dass nicht einmal seine Verteidiger sein moralisches Anliegen zu würdigen wissen. Ob man seine Charakterisierungen und seine Ausdrucksweisen als Kitsch ansehen mag oder doch einen ehrlichen Kern darin entdecken kann, ist gleichgültig.

    Statt das letztlich Harmlose in seinen oder zahlreichen anderen Werken zu skandalisieren, empfehle ich doch einmal in das Fernseh-Programm zu blicken. Mit Zorn registriere ich, dass auf allen Sendern – auch den öffentlich-rechtlichen – „Mord“ zu einer Haupt-Unterhaltungssparte geworden ist. Krimis schön und gut, aber in einer derartigen Häufung zeigt es nur, dass diese Gesellschaft offenbar krank ist oder krank gemacht werden soll. Da sehe ich ein erheblich größeres Defizit als bei einem Winnetou oder sonstigen literarischen Figuren. Aber wenn man schon einen strengen Maßstab an die Figuren Karl Mays anlegt, warum rügt man dann nicht auch seine sonstigen Gestalten, wie einen Engländer Sam Hawkins, der durch Gekichere auf eine Geistesstörung schließen lässt oder sonstige skurrile Typen? Offenbar, da diese Weiße sind, und als solche keinerlei Schutz verdient haben.

    Man beschäftigt sich mit Kleinigkeiten und am besten mit Rassismus und Feminismus, damit ja niemand auf den Gedanken kommt, bei lebenswichtigen Dingen mal genauer hinzusehen.

  5. Heute morgen bei Bild online gelesen:
    „ARD zieht Schlussstrich-
    Zeigt keine Winnetou-Filme mehr“

    So arbeitet Mainstream im Sinne
    von unsäglichen dummen Minderheiten, auch im
    Interesse von irrsinnigem grün-rot.

  6. Und wehe, ich sehe nochmal einen Amerikaner in „Im Westen nichts Neues“! Nix John-Boy als Bäumer! Nix Ernest Bognine als Katzinky! Das ist unsere Kultur! Himmelstoß nochmal!

  7. Es ist ja nicht das 1. Mal in jüngster Geschichte, wo Bücher vernichtet worden. Nach 1933 geschah das 1990. Bücher aus der DDR wurden weggeworfen. Dabei machte man vor nichts halt. Es gab aus dem Prisma Verlag z.B. tolle Bücher über Stationen in der Menschheitsgeschichte. Die waren toll aufgemacht, mit Schwarz-weiß-Fotos drinnen, von z.B. antiken Bauwerken u.ä. Ich habe in diesen Büchern viel von der Steinzeit und vom alten Griechenland gelernt. Dazu kamen noch eine Menge anderer hochwertiger Bücher. Wie habe ich doch das Kinderbuch „Blauvogel“ verschlungen, wo ein Weißer in den einen Indianerstamm aufgenommen wurde. Erst raubten sie ihn von den Weißen und dann integrierte sich der Junge in den Stamm. Es war ein tolles Buch. Alles fort. Die Deutschen haben wahrscheinlich eine Ader dafür Bücher für irgendein System verantwortlich zu machen und sie zu beseitigen. Viele der Bücher die weggeschmissen worden sind, gehörten auch mit, von der Ausstattung her, zu den Schönsten Büchern der Welt. Der deutsche Untertanengeist ist das Schlimmste für Deutschland.

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