
Hochverschuldete europäische Herrscher haben sich meist für den Krieg entschieden, selbst wenn der Konkurs meist dennoch eintrat. Aber man konnte dann wenigstens „den Krieg“ oder noch besser den Kriegsgegner für einen Staatsbankrott verantwortlich machen. Der Ostblock machte 1989 eine Ausnahme. Ansonsten zog man mit einem Krieg das Risiko eines noch größeren Desasters vor, um den finanziellen Offenbarungseid wenigstens hinauszuschieben. Westeuropa steht jetzt einmal wieder am Scheideweg. Die Würfel scheinen längst gefallen zu sein. Die Abfolge von Ereignissen, die wir heute “Geschichte” nennen, beruht durchweg auf wirtschaftlichen Gegebenheiten. „Zeitenwenden“ werden meist von wirtschaftlichen Sachzwängen hervorgerufen. Die deutschsprachige Geschichtsschreibung verkennt dies seit jeher. Entsprechend stolpern wir mit den jeweiligen Machthabern oder Galionsfiguren durch die Jahrhunderte, ohne die wahren Zusammenhänge zu erkennen.
Nicht vorrangig Machthunger oder die Psychopathologie einzelner Herrscher erklären Kriege, sondern finanzielle Schieflagen, die nicht mehr durch eine stärkere Ausplünderung der eigenen Bevölkerung ausgeglichen werden können. Fehlende Einnahmen soll die Unterwerfung eines anderen Territoriums liefern. Es sind also die Finanziers, die seit Jahrhunderten das politische Spielfeld dirigieren. Wenn ein Staat mit seinen Bodenschätzen und dem Bruttosozialprodukt seiner Bewohner den Finanzbedarf nicht mehr besichern kann, fordern die Geldgeber weitere Sicherheiten, die es nur andernorts gibt. Ist die Überschuldung so angewachsen, dass eine Rückzahlung der Verschuldung nicht mehr zu leisten ist, müssen die Finanziers auf einen Teil ihrer Kredite verzichten oder den Staat zu einer Eroberung drängen.
Europa stand schon einmal am Abgrund
Ende des 15. Jahrhunderts war die finanzielle Situation der führenden europäischen Mächte vermutlich genauso kriegs- oder konkursreif wie heute: Die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen hatte 1453 den Ost-West-Handel weitgehend zum Erliegen gebracht. Damit versiegte auch der für Europa so essentielle Tauschhandel von Silber gegen Gold aus dem Osten. Die Produkte des Fernhandels konnten nur noch unter dem Preisdiktat des Mamluken-Clans über Ägypten bezogen werden. Damals gab es außer dem Staatsbankrott oder dem Krieg gegen die unfreundlichen Nachbarn noch die Möglichkeit einer transatlantischen Expansion: die Eroberung von Zivilisationen auf anderen Kontinenten.
Dem Ernst der Lage entsprechend setzte man alles nicht nur auf eine, sondern auf zwei Karten: den Seeweg nach Indien um Afrika nach Osten unter Führung der Portugiesen und die spekulativere Route nach Westen unter Patronanz der Spanier. Nur mit der Aussicht auf die in Indien erwarteten Werte waren Geldgeber bereit, weiter in die chronisch überschuldeten europäischen Eliten Geld zu investieren. Dabei war klar, dass nur Raub die Kredite besichern konnte. Ein fairer Handel war wegen der langen Transportwege und entsprechend hohen Kosten durch Schiffshavarien nie das Ziel der europäischen Expansion. Was bis heute als „Entdeckungen“ beschönigt und verherrlicht wird, waren grausame Unterwerfungen und damit Kriege, die nur fern der Heimat stattfanden.
Die Rückkehr der Eroberungen nach Europa
Ludwig XIV. ist vor allem wegen seiner verschwenderischen Prachtentfaltung in die Geschichtsbücher eingegangen. Seine ständigen Kriegszüge gegen benachbarte Territorien werden demgegenüber untergewichtet, als hätten sie nichts miteinander zu tun. Das chronische Staatsdefizit konnte aber nur besichert werden, wenn gewaltsame Übergriffe auf die Niederlande, die Pfalz, österreichische Gebiete und Spanien als Besicherung des wachsenden Kreditbedarfs in die Waagschale der Banken geworfen werden konnten. Hätte sich der französische Hof auf seine tatsächlichen finanziellen Ressourcen beschränkt, wäre den Europäern viel erspart geblieben. Die Engländer hingegen hielten sich mit kriegerischen Aktivitäten bis zum 19. Jahrhundert nur dank der Ausbeutung ihrer Kolonien zurück. Dies änderte sich mit der Bekämpfung des revolutionären Frankreich unter Napoleon Bonaparte, da die feudale Finanzasymmetrie aller Aristokratien gefährdet war. Seither müssen die Engländer jede Gelegenheit auf dem europäischen Kontinent nutzen, um ihr finanzielles Kartenhaus vor dem Einsturz zu bewahren. Die Finanziers der City of London fordern unbarmherzig ihre Darlehen ein – ob die für eine aristokratische Oberschicht oder heute eine Fassadendemokratie.
Krieg ist vorgezeichnet, wenn eine Staatsverschuldung ungebremst steigt und die kritische Grenze von 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes überschritten ist. Dem Kriegsgeheul gehen immer die Rufe nach steigenden Staatsausgaben und Aussetzung einer Schuldenbegrenzung voraus. So ist es auch jetzt wieder. Wird dann ganz offen auf Pump militärisch aufgerüstet, ist die Messe für ein friedliches Zusammenleben gelesen. Wegschauen verhindert nichts.
Dr. med. Gerd Reuther ist Radiologe, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Dr. phil. Renate Reuther ist Historikerin. Gemeinsam haben sie die Eroberung von und durch Europäer neu aufgearbeitet in ihrem Buch „Die Eroberung der Alten und Neuen Welt. Mythen und Fakten.“
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10 Antworten
Merz-CDU, Trump-Verrat & Russland // Dr. Markus Krall
@Zum Konkursverwalter oder in die Schlacht?
„Hochverschuldete europäische Herrscher haben sich meist für den Krieg entschieden, selbst wenn der Konkurs meist dennoch eintrat. Aber man konnte dann wenigstens „den Krieg“ oder noch besser den Kriegsgegner für einen Staatsbankrott verantwortlich machen. Der Ostblock machte 1989 eine Ausnahme. Ansonsten zog man mit einem Krieg das Risiko eines noch größeren Desasters vor, um den finanziellen Offenbarungseid wenigstens hinauszuschieben.“
Hmmm, was ist mit der Staatsschuldenkrise von Griechenland im Jahre 2010?
Damals planten die Eurokraten und die griechischen Regierungspolitiker keinen neuen Kriege und keine neuen Expansionen, so viel ich weiß.
Auch Japan kämpft seit vielen Jahren mit einem gigantischen Schuldenberg (noch viel größer als das von Griechenland im Verhältnis zum BIP) . Außerdem kämpft Japan seit vielen Jahren mit der Deflation und gegen die wirtschaftlich konjunkturellen Probleme. Trotzdem planten die Japaner keine neuen Kriege, seit dem der Schuldenberg und die stagnierende Wirtschaft in Japan mit zum großen Problem geworden sind.
Die französische Staatsverschuldung liegt aktuell bei 115 Prozent [1.].
Macron und Starmer haben letzte Woche „eine gemeinsame nukleare Abschreckung“ beschlossen. Zur Theorie taktischer Atomschläge als Folgerungen aus den Dogmen des kalten Kriegs [2.]. Die Produktion des russischen „Nußbaum“ ist nach erfolgreichem Test in der Ukraine laut TAS in die Serienfertigung übergegangen. Mehr zur Oreschnik-Rakete [3.]
Der deutsche Pistolero will Typhon-Raketen mit 2000 Kilometern Reichweite kaufen. WELT-Online schwadroniert von 1000 Kampfpanzern für Deutschland!
..und Trump grinst sich eins.
Und so wird es dann wirklich gemacht, low cost, da reicht pro Drohne ein Smartphone:
..Die US Air Force begann im Jahre 1998 mit der Erforschung eines autonomen Drohnensystems, genannt LOCAAS (Low Cost Autonomous Attack System). Dieses Drohnensystem nutzt einen Algorithmus, der auf dem Modell von Craig Reynolds basiert, um als Schwarm fliegen zu können. Sobald bis zu 192 Drohnen von einem Tarnkappenbomber abgeworfen werden, beginnen sie sich elektronisch untereinander zu verständigen und greifen feindliche Truppen im Schwarm an [4.].
Lesetip:
Stanislaw Lem, 1964, „Der Unbesiegbare“ [5.]
„..Auf der Suche nach einem vermissten Erkundungstrupp werden zwei Aufklärungsflugzeuge von einer Wolke aus metallischen Partikeln vernichtet. Die fliegenden Partikel verhalten sich schwarmähnlich und greifen mit starken magnetischen Feldern an. Mit derartigen Feldern kann auch der beobachtete Gedächtnisverlust hervorgerufen werden. Die Partikel scheinen keine eigene Intelligenz zu haben und lediglich als Schwarm zu koordinierten Aktionen fähig zu sein. …“
Bastelanleitung aus der Ukraine:
Mikrowellen-Waffe aus dem Magnetron handelsüblicher „Mikrowellen“.
TIP vom Kybernetiker: externe|frequente|rotierende Magnetfelder um den Ringresonator für variable Frequenz, aber VORSICHT: Lebensgefahr! [6.] [7.]
Frage an Radio Eriwan: Warum unterhält der ÖRR so viele Radio- und Fernsehsender?
Antwort: Als passives Radar oder Passivradar [8.].
Enttarnt jeden Tarnkappen-Bomber !!
[1.] So, 13. Juli 2025 TichysEinblick: „Frankreich im Schuldensog“ von Thomas Kolbe
[2.] 15. Juli 2025 Anti-Spiegel: „Wie die USA einen möglichen Atomkrieg auf Europa begrenzen wollen“ von Thomas Röper
[3.] Dezember 30, 2024, UNCUT-NEWS: „Mit der Oreschnik-Rakete endet die Ära der Flugzeugträger“ von Peter Haisenko
[4.] Wikipedia, Schwarmverhalten
[5.] Wikipedia, Der Unbesiegbare
[6.] Youtube, Selbstgemachte Kanone aus Mikrowelle
[7.] Wikipedia, Magnetron
[8.] Wikipedia, passives Radar
Nur ein III. WK löst diese Probleme….
@Dem Kriegsgeheul gehen immer die Rufe nach steigenden Staatsausgaben und Aussetzung einer Schuldenbegrenzung voraus.
ja – und dazu gehören dann wohl auch die Billionen des Merz !
Aber sie haben die Kriege des letzten Jahrhunderte ausgelassen, deren ungeheure kriegsbeute an Patenten, Produktionsverfahren und Wissenschaftlern den Siegern über 30 Jahre Reichtum sicherten – von 1960 bis 1980 – als nach dem Ausfall der Wissenschaftler dann der wissenschaftliche Niedergang begann.
Und heute stehen die Sachen schlecht – der liebe Gott hat zwar die Rohstoffe bei den Russen vergraben, aber die möchten sich nicht so ausplündern lassen!
Und einen wissenschaftlich-technischen Vorsprung wie im3. Reich gibt es heute in keiner anderen Nation mehr zu plündern.
Damit steht fest – es können zwar Kriege geführt werden, aber die Beute wird reichlich minimal sein – für die Eliten ist die kommende Kriegszeit die Endzeit ihrer macht. Den nächsten Frieden werden sie nicht erleben !
Leider wird dies nicht die Endzeit fuer Globalisten und sogenannte Eliten werden, diese wissen seit Tausenden von Jahren zu ueberleben und oft sind dies die selben Familien, mit ihren geheimen Stammbaeumen und Vernetzungen.
Sie haben oft weitere Wohnsitze in Suedamerika wie z.B. Bush family oder Murksel, in Australien und Neuseeland oder auf Pazifik und Atlandic Inseln.
Auch bei einem Atombombenabwurf auf der Nordhalbkugel waeren sie suedlich des Aequators weitgehend sicher. Dass der Nordpol zur miliaerischen Sicherheitszone erklaert wurde und sich dort amerikanische Militaer befindet hat sicher auch seine Gruende.
Wenn Kriege die finaziellen „Eliten“ ärmer machen würde – es gäbe keine.
Typisch die Aufgabenteilung zwischen Trump – für seine Rüstungsindustrie – und Merz. Er liefert die Waffen und Außen-Merz presst dafür die Deutschen aus.
Die Reichen und Mächtigen gewinnen immer im Krieg – die Völker zahlen – mit Geld und Blut.
Sie gewinnen nur, weil man sie dabei unbehelligt lässt. Man kann sie aber auch wie bei unseren germanischen Vorfahren dazu zwingen, auf dem Gaul als erster ins Gefecht zu ziehen (da tuts ein gewöhnliches Seil, hoch leben die Ropeskipper! jetzt seh ich auch den Sinn an dieser Sportart). Alleine die Gäule täten mir leid!
Aber man könnte sie ja auch auf Panzer oder Raketen binden.
Den „Herrschern“ schwimmen auf allen Gebieten die Felle davon undes wird an einen Krieg kein Weg mehr vorbei führen, es sei denn, Gott läßt mal en paar Wochen Gehirn regnen.
EU-Haushalt
Bundesregierung lehnt von der Leyens‘ Zwei-Billionen-Euro-Etat ab
Zwei Billionen Euro soll das nächste langfristige EU-Budget nach Willen der EU-Kommission umfassen – eine deutliche Steigerung zum vorherigen Haushalt. Die Bundesregierung hält den Vorschlag von Ursula von der Leyen nicht für vermittelbar.
Die Bundesregierung lehnt den Vorschlag von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für den nächsten langfristigen Gemeinschaftshaushalt der Europäischen Union ab. Ein umfassender Aufwuchs des EU-Etats sei nicht vermittelbar in Zeiten, in denen die Mitgliedsländer mit erheblichen Anstrengungen bemüht seien, ihre Haushalte zu stabilisieren, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. „Daher werden wir den Vorschlag der Kommission nicht akzeptieren können.“
Die deutsche CDU-Politikerin von der Leyen will den mehrjährigen EU-Haushalt deutlich aufstocken – etwa um zusätzliche Investitionen in Sicherheit und Verteidigung zu ermöglichen.
Dem Willen der Kommission zufolge soll der Etat für die Jahre 2028 bis 2034 rund zwei Billionen Euro umfassen – das sind etwa 800 Milliarden Euro mehr als derzeit für die laufende siebenjährige Budgetperiode veranschlagt sind.
In dem Haushalt werden Obergrenzen der jährlichen Ausgaben der EU sowie deren Verwendung festgelegt. Als wirtschaftsstärkster Mitgliedstaat steuert Deutschland in der Regel knapp ein Viertel der Mittel bei.
Kommission will neue Einnahmequellen schaffen
Die vorgeschlagene Budgeterhöhung könnte allerdings zumindest teilweise auch über neue Einnahmequellen finanziert werden: Um den Druck auf die nationalen Haushalte zu verringern, will die EU-Kommission sogenannte neue Eigenmittel schaffen.
So schlägt sie unter anderem eine Abgabe auf nicht für das Recycling gesammelten Elektroschrott vor. Weiterhin sieht sie eine Abgabe für große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro vor. Auch diese finde bei der von der Leyens Parteifreund Friedrich Merz angeführten Bundesregierung keine Unterstützung, teilte Kornelius weiter mit.
https://www.welt.de/wirtschaft/article256413020/eu-haushalt-bundesregierung-lehnt-von-der-leyens-zwei-billionen-euro-etat-ab.html