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Zum Tod von Michail Gorbatschow: Wer zu spät kommt …

Zum Tod von Michail Gorbatschow: Wer zu spät kommt …

Michail Gorbatschow 2.3.1931 – 30.8.2022 (Foto:Imago)

Am Dienstag verstarb hochbetagt im Alter von 91 Jahren Michail Gorbatschow in einem Moskauer Krankenhaus. Frieden seiner Seele. Mit dem Namen des letzten Generalsekretärs der KPdSU verbunden bleiben werden auf alle Zeit zwei Begriffe, die den “Wind Of Change” (Scorpions) seit Mitte der Achtziger Jahre begleitet hatten: “Glasnost” und “Perestroika”, also “Transparenz” und “Umgestaltung” in der Sowjetunion und den damaligen Ostblockstaaten. Gorbatschow hatte erkannt und dann auch eingeräumt, daß die erbitterte ideologische Feindschaft zwischen der Sowjetunion und den USA aufgrund der wirtschaftlichen Unterlegenheit der sowjetischen Planwirtschaft und den Kosten des Wettrüstens mit den USA auf Dauer den sowjetischen Bankrott herbeiführen und die Russen in ewiger Armut halten würde. Das Kalkül des US-Präsidenten Ronald Reagan war aufgegangen. Tatsächlich hatte sich die Sowjetunion sozusagen in Grund und Boden rüsten lassen.

Die wirtschaftliche Lage in den sowjetischen Trabantenstaaten des Warschauer Pakts war ebenso düster. Es bestand kein Zweifel mehr daran, dass die kommunistische Planwirtschaft dem kapitalistischen System hoffnungslos unterlegen war und somit aufgegeben werden musste. Mit seinem Amtsantritt im Jahr 1985 begann Michail Gorbatschow, in der Sowjetunion und den Staaten des Warschauer Pakts für seine Ideen von Glasnost (Transparenz) und Perestroika (Umgestaltung) zu werben. Anfangs begegnete man ihm mit Misstrauen, doch seine Argumente waren überzeugend und schwer zu widerlegen.

Gorbatschows Reformen läuteten, ohne dass dies seine Absicht gewesen wäre, das Ende der Sowjetunion ein. Besonders bekannt wurde ein Zitat von ihm, das er bei einem Besuch in der damaligen DDR, einem der besonders widerständigen Verbündeten, äußerte: “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.” Dieses Zitat wurde zu einem Sinnbild für die unvermeidliche Notwendigkeit von Reformen und den Verfall des kommunistischen Systems.

Gorbatschow hatte ursprünglich an eine Art “Reformation” gedacht, ähnlich wie Martin Luther etwa fünfhundert Jahre zuvor, aber seine Maßnahmen führten letztlich zu einer völligen Transformation und dem Aufkommen einer neuen “Konfession” – einer Öffnung hin zu marktwirtschaftlichen Prinzipien und demokratischen Strukturen. Das kommunistische System kollabierte vollständig, und ironischerweise geschah dies zuerst in den Staaten, die am härtesten an den alten Dogmen festhielten.

In der DDR, Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei und anderen Staaten des Warschauer Pakts führten die Reformen und die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung zu revolutionären Bewegungen, die schließlich das Ende des kommunistischen Regimes einläuteten. Der Fall der Berliner Mauer im November 1989 markierte einen Höhepunkt dieser Entwicklungen und symbolisierte den Beginn einer neuen Ära in Europa. Die friedlichen Revolutionen in diesen Ländern zeigten, dass die Zeit der Planwirtschaft und der autoritären Herrschaft abgelaufen war.

In den Jahren nach Gorbatschows Amtsantritt erlebte die Sowjetunion selbst eine dramatische Veränderung. Die wirtschaftlichen Probleme und die politische Instabilität führten schließlich 1991 zum Zerfall der Sowjetunion. Neue, unabhängige Staaten entstanden, die versuchten, den Übergang zu marktwirtschaftlichen und demokratischen Systemen zu bewältigen, wenn auch mit unterschiedlichen Erfolgen und vielen Herausforderungen. Gorbatschows Visionen hatten eine weltverändernde Dynamik ausgelöst, deren Konsequenzen weit über seine ursprünglichen Absichten hinausgingen und die globale politische Landschaft nachhaltig veränderten.

Held der Zeitgeschichte

Michail Gorbatschow bleibt für alle Zeiten ein Held der Zeitgeschichte, weil er Veränderungen angestoßen hatte, von denen er wissen konnte, daß sie möglicherweise seiner Kontrolle entgleiten würden und eine nicht vorhersehbare Eigendynamik entwickeln. Er ist das Wagnis dennoch eingegangen. Die westliche Welt war von ihm naturgemäß wesentlich mehr begeistert als die Kommunisten in der SU und den Ostblockstaaten, die wegen seiner Perestroika um ihre persönlichen Pfründe fürchten mussten.

Bis zu seinem Tod am vergangenen Dienstag blieb Gorbatschow im eigenen Land deutlich unbeliebter als in der westlichen Welt. Was ihm bis zuletzt in Russland vorgeworfen wurde, war, daß er sein eigenes Land dem westlichen Raubtierkapitalismus wehrlos ausgeliefert hatte. Tatsächlich folgten auf die Amtszeit Gorbatschows jene Wildwestjahre mit ihrer Goldgräberstimmung in der ehemaligen Sowjetunion, in denen der korrupte Trunkenbold Jelzin den Ausverkauf des Landes betrieb, sehr zum Leidwesen der gewöhnlichen Russen. Für sie hatte sich nichts zum Besseren gewendet, eher im Gegenteil.

Erst Wladimir Putin lenkte das Chaos ab 1999 wieder in geordnete Bahnen – und das unter der Bedingung, daß Jelzin eine Amnestie erhielt, die ihn vor strafrechtlicher Verfolgung schützte. Dennoch bleibt es dabei, daß es ohne Gorbatschow nicht jenen sensationellen Aufschwung für die Russen gegeben hätte, der dann mit Wladimir Putin und einem ganzen Jahrzehnt Verspätung seinen Anfang nahm. Auch das heutige Russland hat Michail Gorbatschow viel zu verdanken. Wladimir Putin sieht es ein wenig anders, weswegen er Gorbatschows Beisetzung fernbleiben wird. Immerhin aber verweilte er im Gedenken am Totenbett des Verstorbenen. Putin trauert zwar nicht der Sowjetunion nach, sehr wohl aber dem Status einer Supermacht, der für Russland mit dem Untergang der Sowjetunion verloren gegangen war. Diesen Verlust scheint er Gorbatschow bis zuletzt nachgetragen zu haben.

Danke, Michail Gorbatschow!

Michail Gorbatschow schlug im Westen ab Mitte der Achtziger Jahre ein wie eine “Positivbombe”. Da war plötzlich ein Generalsekretär der KPdSU zu sehen, der sich schon in seinem Auftreten so erfreulich von den finster dreinblickenden Gestalten der Breschnew-Ära unterschied. Gorbatschow hatte einen offenen Blick, konnte lachen und charmante Artigkeiten formulieren. Auch seine Ehefrau, die 1999 verstorbene Soziologin Raissa Gorbatschowa, eroberte mit ihrer freundlichen Art die Herzen der Westmenschen im Sturm. Es gab eine regelrechte “Gorbimania”. Michail Gorbatschows freundliche Natur war Gegenstand verwunderter Analysen im Westen. Wie konnte es sein, daß die finstere Sowjetunion eine solcherart patente Person hervorbrachte? – Ich meine, es wäre Alice Miller gewesen, die damals herausfand, daß Michail Gorbatschow eine sehr liebevolle Kindheit genossen hatte.

Die fortschreitende Perestroika erreichte dann spätestens ab dem ungarischen Sommer 1989 auch die Zuspätgekommenen in Ostberlin, und im Zuge der beginnenden “Wende” in Deutschland wurde Gorbatschow ein immer wichtigerer Gesprächspartner für die westdeutsche Regierung unter Kanzler Helmut Kohl und Außenminister Genscher. Deren amerikanische Counterparts Reagan und Baker waren von Gorbatschow ebenfalls recht angetan. Nach dem Mauerfall in der DDR am 9. November 1989 entwickelte sich zwischen Helmut Kohl und Michail Gorbatschow tatsächlich eine Freundschaft, die getragen war von großem gegenseitigen Vertrauen. Das war damals möglich bei einem Menschenschlag Politiker, der heute längst ausgestorben ist.

Dumm gelaufen

Letztlich war es Michail Gorbatschow, der das entscheidende Einverständnis der Sowjetunion für die deutsche Wiedervereinigung gab, im Vertrauen darauf, dass sich der Westen an die vereinbarten Bedingungen und Zusagen halten würde. Diese Zusagen umfassten unter anderem das Versprechen, die NATO nicht weiter nach Osten zu erweitern. Retrospektiv betrachtet, mag diese Entscheidung naiv erscheinen, da nicht abzusehen war, dass die USA nur wenige Jahre später ihre Meinung ändern und als einzige verbliebene Supermacht ihre geostrategischen Interessen aggressiv verfolgen würden.

In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre begannen die USA, die von ihnen gegebenen Versprechen zu ignorieren. Mit zunehmender Arroganz und dem Gefühl der Unantastbarkeit begannen sie, die NATO-Osterweiterung voranzutreiben und die geopolitischen Vereinbarungen zu untergraben, die einst das Vertrauen Gorbatschows gewonnen hatten. Diese Entwicklung führte zu einer erheblichen Destabilisierung der internationalen Beziehungen und trug zur aktuellen Spannungen zwischen Russland und dem Westen bei.

Diese Missachtung der Versprechen führte letztlich zu einer tiefen Vertrauenskrise und einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. Das damalige Deutschland unter der Führung von Kanzler Helmut Kohl und Außenminister Hans-Dietrich Genscher galt als ein Land der Ehre und des Vertrauens, doch die heutige politische Landschaft hat sich drastisch verändert.

Das moderne Deutschland, insbesondere unter der Führung der sogenannten “Ampelkoalition” aus SPD, Grünen und FDP, wird oft als ein Vasall der amerikanischen Interessen angesehen. Kritiker werfen der aktuellen Regierung vor, sich in einer Art geopolitischer Geiselhaft zu befinden, die wenig Raum für unabhängige Entscheidungen lässt. Dies wird als eine Folge der verfehlten Politik der 1990er Jahre und der mangelnden Bereitschaft der USA gesehen, sich an ihre ursprünglichen Versprechen zu halten.

Die gegenwärtige Situation, in der Deutschland und andere europäische Länder sich befinden, ist das Ergebnis dieser historischen Entwicklungen. Die Versäumnisse der damaligen Zeit haben zu einer geopolitischen Landschaft geführt, die von Misstrauen und Spannungen geprägt ist. Die einstige Hoffnung auf eine stabile und friedliche Nachkriegsordnung in Europa wurde durch die aggressiven geopolitischen Manöver der USA und die mangelnde Souveränität der europäischen Staaten unterminiert.

Diese Entwicklungen haben weitreichende Konsequenzen für die europäische Sicherheit und die transatlantischen Beziehungen. Die Politik der NATO-Osterweiterung und die Missachtung der russischen Sicherheitsinteressen haben zu einer neuen Konfrontation geführt, die Europa in eine unsichere Zukunft blicken lässt. Die Herausforderung besteht nun darin, einen Weg zu finden, um das Vertrauen wiederherzustellen und eine stabile und friedliche internationale Ordnung zu schaffen, die die Interessen aller beteiligten Parteien respektiert.

Das alles war aber längst nicht mehr Michail Gorbatschows Bier. Man darf sich sicher sein, daß er ab Mitte der Achtziger Jahre niemals auf den Westen in der Weise zugegangen wäre, wie er das tat, wenn dort damals bereits solche skrupellosen, wortbrüchigen Kanaillen regiert hätten wie heute. Aber Michail Gorbatschows Diktum gilt heute noch: “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.” Im Westen kommt heute jeder zu spät, der mit dem Aufstand gegen die globalistische Terrorbande noch zögert. Die Zukunft Europas liegt in Eurasien. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Tausend Dank für alles, Michail Gorbatschow!

25 Responses

  1. Nach dem Besuch von Gorbatschow zum 40. Jahrestag der DDR, am 7. Oktober 1989, gab es im Honecker-Staat kein Halten mehr. Ich wünschte mir, dass die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland anlässlich seines Ablebens endlich erwachen.

    Ich verehre Michail Sergejewitsch Gorbatschow und verneige mich.

    Möge er in Frieden ruhen.

    1. Politiker sollte man nicht verehren. Sie haben eine helle und eine dunkle Seite. Er war ein WEF-Mann. Er hat seine Goldseite gehabt und auch sehr große Schwächen, in dem er letztendlich die kleinen Leute verraten hat. Übrigens, er war ein Kommunist durch und durch. Ich habe sein Buch gelesen, was in der DDR wahrlich schwer zu bekommen war. Ich gebe es zu, ich hatte es meinem Chef gestohlen, als er es gelesen hatte. Seine Perestroika war vor allem für seine Kommunistische Partei gedacht. Er war eben nur ein Mensch. Ich habe auch schon mal gelesen, dass er schon vor dem 40. JT der DDR mit dem Westen Kontakt aufgenommen hatte bezüglich der DDR. Ich glaube nicht, dass wir uns durch die Friedliche Revolution befreit haben. Da waren noch ganz andere Sachen im Spiel, die bis jetzt nur bröckchenweise an Tageslicht kommen, wenn überhaupt ganz.

      1. @ Rollenspielerin

        Nach der Wende 1989/90 las ich in einem Spiegelartikel von der Aussage eines Jugendfreundes Gorbatschows, daß dieser bereits während seiner Studienzeit davon gesprochen habe, Deutschland müsse wiedervereinigt werden.

        Das hielt ich damals für eine erstaunliche Weitsicht dieses Mannes und für ein Zeichen seiner Ehrlichkeit und Größe.
        Seit ich den weiter unten verlinkten Artikel über die sowjetische Langzeitstrategie gelesen habe, bekommen jedoch all diese scheinbar positiven Dinge einen negativen Beigeschmack.

        Was Sie über die friedliche Revolution in der DDR schreiben, sehe ich genauso. Trotzdem bleibt es dabei, daß die ostdeutsche Bevölkerung damals sehr viel Mut gezeigt hat, denn über das, was im Hintergrund ablief, wußte sie nichts.

  2. Vergessen wir aber einen anderen Teil aus Gorbatschows Leben nicht. Er hat sich dem WEF ergeben. Er fühlte sich gebauchpinselt, weil ihm der Westen Zucker ins Ende seiner Weisheit geblasen hat. Vergessen wir nicht, dass er Mitte der 1990er Jahr der Einlader für ein Treffen der 500 führenden Politiker, Konzernchefs und Wissenschaftler nach San Francisco im September war. Ich weiß jetzt nicht mehr, ob es 1995 oder 1996 war. Es ist aus Wikipedia entfernt worden. Auf dieser Konferenz, wurden die sogenannten Eliten damit konfrontiert, dass auf der Welt in Zukunft nur noch 20 % der Bevölkerung gebraucht werden und der Rest bespaßt werden müsse. Wir machen gerade mit dem Plan dazu Bekanntschaft: Bevölkerungsreduktion, Geninjektion, Zerstörung der Lieferketten, Energiekrise, Inflation usw. usf. Wir sollen arm aber glücklich sein. Damit hat er eigentlich seine Ideale verraten, worüber er in seinem Buch über Glasnost und Perestroika geschrieben hatte. Er hat auf die normalen Menschen gesch…en. Erst hat er sich vom Westen besch…en lassen, dann korrumpieren. Das ist die andere Seite seines Lebens. Ich war damals sehr enttäuscht über Gorbatschow, auf den wir große Hoffnungen setzten. Ich weiß nicht, ob er uns alle nicht sogar von Anfang getäuscht hat. Möglich ist alles. Bei mir hat er seinen Glanz völlig verloren.

        1. @Interessierter Leser: Man sollte auch nicht vergessen, dass Putin zum WEF gehört. Ich stelle mir das so vor, dass die Hintermänner des WEF schauen, welches Modell für sie am besten ist. Diese Herren gewinnen nämlich immer. Ob sie bedingungslos hinter den USA stehen – nun das weiß man nicht. Das Tableau ist noch nicht vollständig enthüllt. Möglich ist z.Z. alles.

    1. Ob sich Gorbatschow tatsächlich bei den Verträgen bescheißen ließ, oder ob auch das nicht vielmehr Teil der sowjetischen Strategie war, ist die Frage. Die russischen Politiker sind schließlich keine Dummköpfe. Sie wußten ganz genau, daß man Verträge, auf deren Einhaltung man Wert legt, punktgenau schriftlich fixiert.

    2. @Rollenspielerin

      Allein Gorbatschows Teilnahme an der Konferenz in San Francisco besagt noch nichts darüber, welche Konsequenzen die damalige russische Führung daraus für sich zog.

      Putin wird ja ebenfalls immer wieder beschuldigt, eng mit dem WEF zusammenzuarbeiten. Wo er tatsächlich steht und welche Ziele er wirklich verfolgt, werden wir vermutlich in nicht mehr allzu langer Zeit am eigenen Leib erfahren.

  3. Herzlichen Dank an Gorbatschow für ein neues Deutschland – auch wenn die einstigen großen Erwartungen gerade nicht erfüllt wurden! Ein kleines, aber doch gewachsenes Deutschland könnte in Europa eine ganz andere Rolle spielen, wenn nicht andere Interessen Vorrang und nun gar Landesverräter das sagen hätten.

    Da dieser Eintrag für meinen Geschmack zu lasch daherkommt, füge ich meinen bereits unter einem anderem Thema abgefassten Beitrag (da ich sofort einen Beitrag vermisst habe!) hier nochmals ein. In der Tat sollten alle Deutschen Gorbatschow für sein Engagement aus tiefstem Herzen dankbar sein. Ich will vor allem darauf hinweisen, dass unsere „Freunde“ im Westen vom Gedanken einer Wiedervereinigung alles andere als begeistert waren. Aber Brandt hatte mit seiner geschickten Annäherung, die den USA kein Eingreifen ohne massiven Gesichtsverlust gestattet hätte, diese Annäherung vorbereitet. Aber auch das gehört zur Würdigung „Gorbatschow“ – und es muss fairerweise an dieser Stelle halt doch sein – Dank auch an Kohl.

    Auch wenn Stalin und Gorbatschow sicherlich ethisch Welten trennen, so waren beide – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen – dafür, dass Deutschland nicht geteilt bzw. dass Deutschland wiedervereinigt wird. Beide dachten wohl, dass ein starkes Deutschland den angloamerikanischen Imperialismus in Europa mit einer Ostausdehnung stoppen könnte. Sie verrechneten sich leider in der abgenötigten und aufgrund der Kriegs- und Nachkriegspropaganda geförderten blauäugigen „Westsicht“ – und so ist es heute, wie es ist.

    Unter Adenauer wollte man die Trennung – und schuf sie. Unter Kohl konnte man die „Wiedervereinigung“ mit der überraschend großzügigen Unterstützung von Gorbatschow dann in die Wege leiten. Allzu laut konnten die Alliierten dann doch nicht gegen eine Wiedervereinigung stimmen. Immerhin konnte man dies aber in einen Beitritt „um-mogeln“. Alles, was es sinnvollerweise im Osten gab, wurde eliminiert. Diese geopolitische Niederlage wurde jedoch schnell durch eine aggressive Ostpolitik der USA ausgeglichen.

    Gorbatschow wurde vom Westen fallengelassen (keine tiefer gehende Versöhnung, Handel etc. und von seinen Landsleuten quasi als Verräter betrachtet, der vor dem Westen eingeknickt ist und die Position einer Weltmacht weitgehend aufgegeben hat. Seine ethischen Motive wollte keiner sehen. Und so ist es noch heute.

    Ich bin mal gespannt, was anlässlich seiner Beerdigung noch einseitig pro-westlich zusammen-gelogen wird …

    Bereits veröffentlicht:

    Justus 1. September 2022 Beim 18:36
    Ihr Beitrag wartet auf die Moderation
    Ich bin hier thematisch falsch – aber das ist mir ausnahmsweise mal egal: Gorbatschow ist gestorben – und hier findet man kein einziges Wort?! Soll man es also den professionellen Lügnern überlassen, ihn für ihre Sicht der Geschichte zu vereinnahmen? Das hat er ganz gewiss nicht verdient – erst recht nicht von (einem) Deutschen.
    Gorbatschow ist letztlich gescheitert – nicht dass man ihm das als Schuld vorwerfen könnte, sondern weil der Westen in keiner Weise seinen Kurswechsel anerkannt hat. Was hätte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Aufgabe ihres Warschauer Paktes nahegelegen als neue Beziehungen aufzubauen und sein Entgegenkommen gerade in der „deutschen Frage“ zu honorieren? Ausweitung der Handelsbeziehungen, verstärkte Zusammenarbeit – und nicht nur im Weltraum, wo die USA offenbar ihre eigenen Grenzen erkannten. Stattdessen schielte man offensichtlich ganz weit im Westen auf die neu zu erobernden Gebiete und ließ Gorbatschow mit seinem Programm schlichtweg auflaufen. Kein Wunder, dass Russen da ein gespaltenes Verhältnis zu ihm haben. Er hat gerade den Deutschen gegeben, ohne etwas auch nur annähernd gleichwertiges zu bekommen. Das ist tragisch und das ist „USA-Politik“. Um Haaresbreite wäre die West-Ost-Vereinigung am Widerstand Englands gescheitert; die USA und Frankreich zeigten sich zwar wenig begeistert, aber zu überrascht und unentschlossen. Als die Mauer offen war, war es für deren Spiele einfach zu spät und sie mussten gute Minie zum „guten Spiel“ (!) machen.
    Richtig dürfte sein, dass der „Westen“ von der Bereitschaft Gorbatschows, eine deutsche Wiedervereinigung zuzulassen und die imperialen Ansprüche Russlands auf die Länder des Warschauer Pakts aufzugeben, maßgeblich profitierte. Schien es doch als ein Sieg des „Westens“. Schon Stalin – obwohl dieser alles andere als ein Menschenfreund war – wollte Deutschland nach dem Krieg nicht teilen, weil er die Front auf ihn/Russland zurollen sah! Es waren die Westmächte, die die deutsche Teilung nach 1945 vorantrieben (Zonen/DM/Gründung BRD). Doch eine Wiedervereinigung gab es nach Gorbatschows Einlenken doch nicht, sondern (nur) einen Beitritt, der erst nach und nach in seiner Bedeutung richtig verstanden wurde. Von vielen jedenfalls. Ohne nach der Verfassung überhaupt eine Volksabstimmung über eine gemeinsame Verfassung abzuhalten.
    Ihn jetzt gar als Anti-Putin aufzubauen ist grotesk. Auch Putin hat zigfach die Hände zum Frieden ausgestreckt und er wurde dafür einfach missachtet und geradezu beleidigt. Man dichtet ihm und seinem Land an – vielleicht gar zutreffend angesichts der hundertfachen militärischen Überlegenheit der USA – eine Regionalmacht zu sein.
    Mit einem inszenierten 9/11 zeigten die USA, dass es in ihren Augen nie Frieden und gleiche Augenhöhe mit irgendjemandem geben kann. Kriege und finanzierte Unruhen ganz im Stile einer aggressiven Salami-Taktik. Wo ist es denn irgendwo besser geworden, wo sich die USA einmischten? Für diejenigen, die trotz vieler Informationen und Büchern zu diesem Thema immer noch als Traumtänzer unterwegs sind, empfehle ich als „Krönung“: Oliver Janisch, Impossible Mission 9/11 – Wie ein kleines Spezialkommando den größten Terroranschlag der Geschichte durchgeführt haben könnte. Spannend wie ein Krimi und nichts spricht dagegen, das diese Aufklärung nicht der Wahrheit entspricht oder entsprechen könnte.
    Was Sie hierbei von dem vom Autor gewählten Konjunktiv zu halten haben, werden Sie sich selbst am Ende des Buches beantworten können.
    Das einzige, was ich bei alledem beim besten Willen nicht nachvollziehen kann: Was treibt die Grünen in Deutschland an, dass sie sich zu derart verbohrten Russland-Hassern entwickelt haben? Erinnert sich noch jemand, wie die Grünen einst gar als „Freidenspartei“ auf Stimmenfang gingen? Heute sind sie die schärfste geschlossene Kriegspartei. Nein, sie sind nicht nur Putin-Hasser, sondern wie gerade die Einschränkungen der Reisefreiheiten für Russen deutlich machen, gegen dieses Volk. Und wie verlogen nach wie vor gegen russische Minderheiten vorgegangen wird, sieht man überdeutlich in den baltischen Ländern. Einfach ekelhaft und kriminell. Doch das darf nicht bekannt werden.
    Wenn man von dem Lack erst einmal all das „Demokratie- und Menschengeschwätz“ abgekratzt hat, sieht man hinter dieser Politik nur die Fratze des Todes und des Elends. Nicht erst jetzt, sondern schon seit Jahren werden offensichtlich ganz große Pläne vorangetrieben. Die Schlimmsten sind dabei noch diejenigen, die ihre perversen Strategien mit moralischen Gesichtspunkten ihrem grotesk-gläubigen Volk verkaufen können. Souverän – mit einer US-Basis in Ramstein (weltweiter Drohen-Einsatz) im eigenen Land?? Hat jemand das Wort „Abhängigkeiten“ schon einmal versucht zu erläutern???

    1. “Herzlichen Dank an Gorbatschow für ein neues Deutschland”

      Das ist kein neues Deutschland, sondern der Schatten eines Deutschlands, wie es es noch nie gegeben hat.

      Danke Gorbatschow?

      Hat sich “Deutschland” verbessert? Nein.
      Hat sich die Welt nach Gorbatschow gebessert? Nein.
      Ist endlich Frieden und Glück über die Menschen gekommen? Nein.
      Ist der Islam losgebunden worden? Ja.

      Soll er, Gorbatschow in Unfrieden ruhen. Auch er wird zur Verantwortung gezogen.

      1. @ Rudolf Müller
        Genau das ist der Punkt! Nach den hohen Erwartungen in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung begann der zuerst schleichende und danach immer offensichtlichere Niedergang Deutschlands, während Deutschlands Parteienkartell immer weiter nach links rückte, sodaß mittlerweile immer öfter zu lesen ist, in Wirklichkeit habe die DDR die BRD geschluckt, indem diese seit der Endlosregierung der Hardcore-Kommunistin Merkel immer mehr das Gesicht einer linken Diktatur angenommen hat. Zugleich gehen die USA als Weltmacht unter, während Rußland und China dabei sind, diese Rolle zu übernehmen. Damit könnte die Umsetzung der erwähnten sowjetischen Langzeitstrategie womöglich tatsächlich erfolgreich abgeschlossen worden sein.

        Ob und wie künftig die WEF-Pläne möglicherweise nicht von den USA, sondern von China und Rußland umgesetzt werden, werden wir sehen. Festzuhalten ist, daß die WEF- bzw. die Agenda 2030-Pläne, der Kapitalismus sowie der Kommunismus aus der Feder derselben Hintergrundkräfte stammen, die man besser nicht nennt. So wie es aussieht, wird der Kampf zwischen Kapitalismus und Kommunismus jetzt auf die nächste Stufe gehoben. Ob das, was Putin und Xi planen, tatsächlich besser ist als das, was Klaus Schwab und Co als Zukunft für die Menschheit vorgesehen haben, bleibt abzuwarten. Das chinesische Regime ist alles andere als menschenfreundlich.

  4. Bösartige Bestien an den Schalthebeln der Macht haben wiederholt das über Jahrhunderte gute Verhältnis des Deutschen und Russischen Volkes zerstört.

    Napoleon, Wilhelm II. , Adolf Hitler. und jetzt Annalena Baerbock

    UND NICHT ZU VERGESSEN DIE USA IN DEREN AUFTRAG HEUTE BAERBOCK HANDELT !!

    Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman bestätigt am 4. Februar 2015, dass die USA seit mehr als 100 Jahren die deutsch-russische Zusammenarbeit mit allen Mitteln verhindern wollen.

    Dazu ist ihnen jedes Mittel recht, inclusive vorsätzlicher Lügen bis zum Krieg. Dieses Video (13 Minuten) unbedingt ansehen.

    http://www.youtube.com/watch?v=gcj8xN2UDKc

    STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern !!!

    1. Adolf Hitler und die UdSSR waren ein Missverständnis.
      Die USA steckten dahinter.
      Sie wollten, dass sich die Deutschen und der Iwan aufrieben, um dann das Deutsche Reich fast kampflos zu bekommen. Was auch funktionierte.

      Lies Edger Dahl. Bilde Dich und plappere nicht die Lügen der Sieger nach.

      Übrigens halte ich gar nichts davon auf meinen deutschen Vorfahren herumzutrampeln.
      Denn alles, was sie taten, taten sie für das Deutsche Volk.
      Baerbock tut alles gegen das deutsche Volk.

  5. Es gab aber unter Breschnew und unter Gorbatchow keinen stalinistsichen Staatsterror. Zum Ende der Breschnew-Ära war es schon sehr viel friedvoller. Chruschtschow hatte die Sowjetunion entstalinisert udn die Welt vor einem Atomkrieg in den 1960-ern Jahren gerettet.

    Solche Art udn ähnliche Propaganda, wonach es angeblich auch Ende der 1980-er Jahren immer noch einen extrem brutalen stalinistischen Staatsterror in der Sowjetunion gegeben haben soll, verbreiten ständig die US Amerikaner, die auch heute immer noch davon überzeugt sind, dass jeder, der nicht die Republikaner in den USA wählt, als Kommunist oder Stalinist abgestempelt wird. (Ich bin übrigens der Meinung, dass das binäre Parteiensystem in den USA längst gescheitert ist. DIe USA stehen am Scheideweg! Bei den Demokraten gibt es fast nur noch Irre udn Wahnsinnige. Bei den Republikanern zu viele pseudo-Experten und Besserwisser und zu viele Neocons).

    Putin hat sich in den letzten 22 Jahren unzählige Male von Stalins Terror distanziert und Stalin’s Greueltaten in der Sowjetunion unzählige Male aufs schärfste verurteilt!
    Laut US Republikanern ist Putin auch ein Kommunist, der die SOwjetunion wiedererrichten will, und zwar mit Gewalt. Deshalb habe Putin angeblich die Ukraine angegriffen.

    Bei den US Amerikanern werden sogar Marktradikale wie die US Demokraten Obama udn Biden als Kommunisten abgestempelt. Auch H. Clinton wurden schon unzählige Male als Kommunistin abgespempelt, obwohl sie eine lupenreine Wall Street Marionette der Großkapitalisten ist. Deren Hauptaufgabe es ist wie schon in der Finanzrkise 2008/2009 , nicht dem Staat zur Selbstbereicherung zu verhelfen, sondern die privaten US Großbanken mit Billionen an neu gedruckten Dollars vollzupumpen, mithilfe der FED oder mithifle des Staates.
    So etwas gab es nicht einmal unter Breschnew in der SOwjetunion…

    DIe US Politiker, allen voran der Flügel der Neocons haben bis heute noch nicht realisiert, dass die Sowjetunion längst untergegangen ist und dass der Kalte Krieg längst zu Ende ist. Sie gebrauchen dieses Feindbild Russland/Putin/Kommunismus , um ihre extrem hohen Verteidigungsausgaben (800 Mrd Dollar pro Jahr) zu rechtfertigen, um den Westen und die USA angeblich vor dem bösen russischen Kommunismus (gegenwärtig in Form des angeblichen “putinistsichen Kommunismus”) zu verteidigen!

    Ich wage sogar die Behauptung aufzustellen, dass es unter Breschnew viel friedlicher udn wirtschaftlich stabiler war als in den 1990-ern Jahren unter dem Demokraten Jelzin, wo die blutrünstigen Liberalen einen sehr großen politischen Einfluss ausübten udn das Land auf eine totalen Selbstzerstörungskurs hinsteuerten. Übrigens selbst der glühende Anti-Kommunist und Kremlkritiker Solzhenizyn hatte Ende der 1990-ern Jahr (glaube das war 1998) das prowestliche kapitalistsiche System in Russland’s Machtapparat verteufelt und hatte mit vielen sachlichen Argumenten diese prowestlichen Kapitalisten scharf kritisiert udn deren Pläne einer Errichtung einer kapitalistischen Idylle in Russland auseinandergenommen.
    Der vom Westen vielgelobte Solzhenizyn war nicht nur ein Anti-Kommunist, sondern auch ein Anti-Kapitalist!

    Unter dem prowestlichen liberal-kapitalistischem Autokraten Jelzin war der Rubel abgeschmiert, es herrschte Massenarbeitslosigkeit, eine hohe Kriminalität, hohe Mordrate in manchen Regionen, Bandenkriege, die Staatskassen und das ganze Land wurden geplündert und ausgeraubt , Ausverkauf des Landes, extrem hohe Inflation, Default Ende der 1990-er.
    Die prowestlichen Liberalen in Russland wollten unter Jelzin nicht nur einen NATO-Beitritt, sondern auch den Rubel durch den US Dollar ersetzen. Die hätten sogar ihre eigene Oma verkauft, nur um sich dem Westen anzubiedern.

    Unter Breschnew gab es keinen Staatsterror, einen sehr starken und stabilen Rubel, keine Bandenkriege, keinen AUsverkauf des Landes, eine sehr niedrige Kriminalitätsrate etc.

    Um noch etwas klarzustellen . Nein ich befürworte NICHT die Wiedererrichtung der SOwjetunion. Ich bin mir sehr wohl bewusst im Gegensatz zu den US Politikern, dass die Sowjetunion schon längst untergegangen ist . Und Putin ist ganz sicher kein Kommunist, wie es die US Pseudo-Experten ständig in den USA behaupten.
    DIe Gründung der Eurasischen Union ist nicht gleichbedeutend mit dem Versuch die kommunistische Sowjetunion wiederzuerrichten. Dieses Lügenmärchen haben die korrupten Eurokraten in die Welt gesetzt!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion

  6. Dem Gorbatschow haben wir es doch mitzuverdanken, was wir heute erleben.

    Danke Gorbatschow?
    Definitiv nicht.

    Mein Leben hat sich um 100 % verschlechtert. Der 3.11. 1989 ist der schlimmste Tag in meinem Leben gewesen.
    Alles, was ich mir aufgebaut hatte, wurde pulverisiert. Schon wieder.

    Den Russen geht es besser, als je zuvor. Uns Deutschen geht es immer schlechter. Es ist schlimmer als in den 20er Jahren in der Weimarer Republik. Und niemand kommt und rettet uns.
    Man hat uns enteignet und zu Sklaven gemacht.

    Soll er, wie alle, die uns das antun, in Unfrieden ruhen.

  7. Also ich glaube die Russen sehen die Rolle Gorbatschows etwas realistischer.Er hat die Sowjetunion vermutlich im Auftrag abgewickelt.Ohne Putin würde es den Russen heute ziemlich schlecht gehen.Deutschland hat er den USA ohne Friedensvertrag ausgeliefert.Das wäre nicht notwendig gewesen.

  8. Ein zwischenzeitlich verstorbener Mann, der sein ganzes Hab und Gut nach der Vertreibung der Deutschen am Ende des 2. Weltkrieg verlor und mit seiner Familie in den Westen floh, sagte mal in einem sehr interessanten Gespräch, noch bevor die Mauer 1989 fiel:” Wenn die Mauer fällt, dann gnade uns Gott, denn wir werden hier über kurz oder lang Flüchtlinge aus aller Welt beherbergen (müssen) und dem Kommunismus mit all seinem Leid und Elend für die Massen wird Tür und Tor geöffnet .” Wie weitsichtig. Gorbatschows Perestroika hat dafür den Weg geebnet und dem Great Reset von Klaus Schwab die Bahn bereitet. Obwohl ich glaube, das hinter Klaus Schwab mitsamt seinen “Young global Leaders”( Putin gehört sicher immer noch dazu) noch eine ganz andere Macht steht, eine furchterregende Macht, die sich sehr vehement für das sog. Gemeinwohl weltweit einsetzt, die sich vordergründig sehr sozial gibt, aber ganz perfide im Hintergrund die Vernichtung der menschlichen Rasse betreibt. All das wurde von langer Hand geplant und nichts ist dem Zufall überlassen.