Zur Lage in den Kliniken: Intensive Irreführungen

Intensivstation (Symbolbild:Imago)

Heute Mittag kamen auf „n-tv“ – neben den üblichen Vertretern von DIVI und Ärzteverband  – einige Klinikärzte zu Wort, die wieder in drastischen Worten die angeblich flächendeckend katastrophale Situation auf den Intensivstationen beschrieben. Nicht zur Sprache kam hierbei – wie fast schon gewohnt -, wie hoch eigentlich der Anteil Vollgeimpfter- und bereits Geboosterter unter den Intensivfällen ist. Auch wurde mit keiner Silbe erwähnt, dass mit den heute erreichten 4.805 Covid-Intensivpatienten der bisherige Peak vom 3. Januar (damals 5.762 Patienten), anders als suggeriert, weder erreicht noch übertroffen ist. Und unerwähnt blieb natürlich auch der eigentliche Grund für die Verknappung: Dass durch politische Untätigkeit oder gar vorsätzliches Verschulden der Klinikträger selbst inmitten einer sogenannten Pandemie, binnen eines Jahres, mehr Intensivbetten abgebaut wurden, als derzeit von sogenannten Covid-Patienten überhaupt belegt sind.

Die entscheidende Aussage des TV-Beitrags jedoch ging dann beinahe unter (und schien auch bei n-tv niemandem aufzufallen), als einer der Ärzte dann nämlich etwas sehr Aufschlussreiches äußerte: Wenn die Entwicklung bis Weihnachten so weitergehe, erklärte er im Halbsatz, werde „womöglich ein Allzeithoch erreicht”. Womöglich ein Allzeithoch: Man muss zweimal nachdenken, was diese dramatisch klingende Aussage eigentlich bedeutet: im Prinzip nämlich müsste aus ihr eine sofortige Aufhebung aller Notstandsmaßnahmen folgern. Weil mit diesem Allzeithoch ja explizit nicht die Zeit der Pandemie gemeint war (deren bisheriger Höhepunkt wie erwähnt am 3. Januar erreicht wurde), sondern die gesamte Zeitspanne seit Beginn der statistischen Erfassung der Hospitalisierungen, wird hier eingeräumt, dass es also schon vor Corona höhere Belastungsspitzen gegeben hat. Damit wiederum wird aber indirekt bestätigt, dass es früher – und zwar ganz ohne epidemische Lage, ohne öffentliche Panik, ohne Einschränkungen der Grundrechte, ohne Zwangsmaßnahmen oder irgendwelche öffentliche Wahrnehmung – durchaus schon schlimmer war. Das hat offensichtlich aber keinen interessiert, geschweige denn dass es je zu einem Systemzusammenbruch gekommen wäre. Somit können wir es aktuell, was die Gewährleistung der Gesundheitsversorgung betrifft, mit keiner historischen Krise und schon gar keinem Präzedenzfall zu tun haben. Sondern das einzige, was hier neu ist, ist die hysterische gesamtgesellschaftliche Reaktion auf eine temporär-saisonale, vorübergehende Beanspruchungsphase.

Wes Brot ich ess…

Und diese ist – jenseits aller gebetsmühlenartigen Drohpredigten und Daueralarmismen – keineswegs so dramatisch, wie sie uns „die Klinikärzte” einreden wollen; dies übrigens analog zu den zuletzt ebenfalls leicht rückläufigen Inzidenzen. Tatsächlich gab es heute bereits den zweiten Tag in Folge ungewöhnlich wenige neue Corona-Intensivpatienten: Deren Gesamtzahl stieg laut DIVI-Register binnen 24 Stunden bis Samstagmittag nur um acht Personen oder 0,2 Prozent; am Vortag hatte das 24-Stunden-Plus bundesweit sogar nur vier Intensivpatienten betragen. In den Tagen zuvor hatte sich die Gesamtzahl jeden Tag um rund 40 bis 140 Personen erhöht, wobei in der Erfassung von den Neuzugängen stets die Entlassungen und Todesfälle abgezogen werden.

Dass dazu von den DIVI-Vertretern und Ärzten nichts zu hören war, hat einen simplen Grund: Bei den Chefärzten und Klinikrepräsentanten, die im medialen Mainstream regelmäßig zu Wort kommen, handelt es sich um einen stets meinungskonformen Ausschnitt derer, die – oft nach der Devise „wes Brot ich ess, des Lied ich sing” – Szenarien beschwören, die allerdings von mutmaßlich genauso vielen ihrer Kollegen bestritten oder relativiert werden. Auch wenn letztere es – warum wohl? – eben nicht in die „Veröffentlichkeit“ schaffen. Da die gesamten Maßnahmen, der zum Zwang gesteigerte Impfdruck und die unterirdischen Anfeindungen gegen Ungeimpfte als pandemische Brunnenvergifter praktisch ausnahmslos mit der bestehenden – oder angeblich stets akut bevorstehenden – Überlastungsituation in den Kliniken begründet werden, muss es als Skandal bezeichnet werden, wie schlecht, irreführend oder sogar vorsätzlich falsch die Bürger über die Hintergründe und Details dieser Situation informiert werden. Auch wenn sich die wenigsten daran stören und sich nur allzu bereitwillig Sand in die Augen streuen lassen. Ein eigenes kritisches Bild jenseits des Narrativs „schaut doch nur, was auf den Intensivstationen los ist!“ mag sich anscheinend niemand mehr machen.

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4 Kommentare

  1. Ob es richtig ist, bei den Faschisten i.d. Politik anzusetzen, könnte nicht effektiv genug sein.
    Mehrgleisigkeit könnte das Ziel von demokratischen Patrioten sein !
    Es muss zusätzlich dort angesetzt werden, wo das Zeugs in einer Formel transparent ist, hergestellt und ausgeliefert wird.
    Bei den Herstellern sollte deshalb noch „Aufklärungsarbeit“ geleistet werden.
    In Österreich soll nach Berichten der freien, ehrlichen Presse von Protestierenden ./. die
    „Besaftungspflicht“ schon die Post abgehen.
    Eine nicht unerhebliche Anzahl von Arbeitnehmern sollen sich bereits krank schreiben gelassen haben und es könnten immer mehr werden.
    Bin echt gespannt, wann dort die Politik Vernunft annimmt und ihr Vorhaben, die Menschen
    „Pflichtzustechen“, rückgängig machen.

    Es gab Ende der 60er Jahren eine Gruppe innovativer Studenten, die Blätter und Auslieferungsfahrzeuge mit den 4 Buchstaben im heißen, hellen Licht aufgehen ließen.
    Bin absolut gegen Gewalt !

  2. Auch da erkennt man die extreme Lügenstory: Gute Nachrichten, die, wenn es denn echt wäre, auf eine Entspannung der Lage hindeuten, werden bestenfalls ignoriert, meist bekämpft, dann ausgetauscht und darauf dann wieder neue „Maßnahmen“ begründet.
    Ist ein Kriterium erreicht, wird ein anderes genommen, werden wahre Berichte gezeigt, wird sofort wutgeheult, das sei alles Schwurbelei.
    Man will einfach immer nur schlechte Nachrichten und noch mehr Wahnsinn, alles andere wird bekämpft.

  3. Man darf folgendes nicht vergessen. Wenn ein Klinikchef die Möglichkeit hat, ins Fernsehen zu kommen, wird er dies nutzen, um die Interessen der Kliniken zu vertreten und durch die Schilderung der Situation die Aufmerksamkeit der Politik zu erreichen. Für die Medien ist das auch von Interesse, da sich Sensationen nun einmal besser verkaufen. Man tut daher gut daran, bei dramatischen Berichten nicht alles für bare Münze zu nehmen.

  4. es wurde von Anfang an Irregeführt – ein Stück aus der Werkzeugkasten des social Engineering und politischem Lug und Trug.
    Es begann mit den von Seehofer bestellten Horrorgeschichten in den Medien, dazu passend die Lügengeschichten über überfüllte Intensivstationen, während in Wirklichkeit ein Drittel der Betten abgebaut wurden.
    Die tollen Patientenrochaden sind ein reines politisches Schauspiel – bestenfalls als Werbung für den Einsatz der Bundeswehr im Inneren brauchbar.
    Und dann der Hohn – Kranke werden einfach nach hause geschickt und sollen14 tage abwarten – ehrlich ?
    Nun – ich bin ja Pack aus Dunkeldeutschland, aber in meinem Verständnis bedeutet Krankheit ernsthafte Einschränkungen – eine heftige Grippe meinetwegen oder einen entzündeten Blinddarm, aber : gehen sie nach Hause und machen sie 4 Tage Urlaub ?

    Nebenbei : die STIKO „empfiehlt“, und das Regime macht ein „Angebot“ – ehrlich – wenn mir in einem Geschäft ein Verkäufer ein Angebot macht und mir dabei eine Pistole an den Kopf hält, das sehe ich anders.
    In meinen Augen sind das Mafiamethoden um die Spritze zu vermarkten, die schon milliardenfach bestellt ist !

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