Ahrtal-Flutopfer: Von der Politik vergessen und verhöhnt

Kurzer Pflichtbesuch im Krisengebiet – und das war’s? Dreyer und Merkel Anfang September in Altenburg (Foto:Imago)

Was man eigentlich von einer treusorgenden Landesregierung und einer Bundesregierung, denen das Wohl der eigenen Bevölkerung primär am Herzen liegt, erwarten müsste, wird ausgerechnet von der größten Boulevard-Zeitung des Landes organisiert: In Bad Neuenahr-Ahrweiler fand nun zum bereits zweiten Mal der „Bild-Flut-Leserstammtisch“ statt, ein Art improvisierter Bürgersprechstunde, bei der sich die von den ungenügenden Hilfsleistungen und vom Staat bitter enttäuschten Hochwasser-Opfer, die im Juli alles verloren haben, wenigstens öffentliches Gehör verschaffen können – wenn die Politik sie schon schmählich vergessen und im Stich gelassen hat.

Was die Betroffenen dort über den Bürokratie-Irrsinn und unüberwindbare Hürden beim Zugang zu Hilfen berichteten, sprengt jede Vorstellungskraft: Wer etwa im Internet Fluthilfen beantragen will, kommt nicht weiter, wenn ihm die Nummer seines in den Fluten  verlorengegangen Personalausweises nicht bekannt ist. Private Hilfezentren müssen den Rückzug abtreten und werden allenfalls noch geduldet – weil offiziell nicht  länger der Katastrophenfall gilt. Zudem sind die kommunalen und zuständigen Landesbehörden völlig überfordert, weil Sachbearbeiter für die Hilfsanträge fehlen. Kurzum: Was drei Monate nach der Katastrophe bei den Menschen ankommt, hat nichts mit den vollmundigen Ankündigungen der rheinland-pfälzischen SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrem Wahlkampf-Ortstermin im Ahrtal zu tun, den die beiden Frauen mit hängenden Mundwinkeln, Merkel erkennbar lustlos, in Windeseile absolvierten, um sich danach wieder Wichtigerem zu widmen. Armin Laschet hat sich unpassend und dümmlich vor laufenden Kameras kaputtgelacht, doch Merkel und Dreyer verhöhnen die Flutopfer nicht minder.

Menschen, die ihre Häuser oder zumindest Garagen nicht wiederaufbauen können, weil ihnen die versprochenen Hilfsgelder durch bizarre Formalien vorenthalten werden. Geschlossene Schulen. Kaum mögliche Arztbesuche. Kinder, die keine Möglichkeit haben im Freien zu spielen, weil es keine Spielplätze und Freizeitmöglichkeiten mehr gibt. Eine nur notdürftig wieder in Gang gesetzte technische Infrastruktur, deren Funktionstüchtigkeit im Fall eines harten Winters fraglich ist (von den immer teureren Energiepreisen gar nicht zu reden, die im Krisengebiet doppelt so schlimm durchschlagen). Die Bürger berichten im Gespräch mit „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt von Depressionen, Frust und Verzweiflung. Das sind die Emotionen, die im Ahrtal nach wie vor das Stimmungsbild prägen.

Man hilft nur in der Ferne gut

Wie von ihr nicht anders zu erwarten, schert sich Angela Merkel – noch auf unabsehbare Zeit im Amt – um diese Nöte des eigenen Volkes grundsätzlich wenig; so, wie ihr auch die grassierende Inflation und die drohenden Versorgungsengpässe der Deutschen im Winter  derart gleichgültig sind, dass sie keine Interventionen oder Akutmaßnahmen zum Gegensteuern plant, wie gestern ihr Regierungssprecher Steffen Seibert lakonisch mitteilte. Die Frau hat schließlich wichtigeres zu tun: Moralisieren, sich als humanitäre Mutter Teresa mit Doktorhüten schmücken zu lassen und in aller Welt an das Schicksal von Flüchtlingen zu erinnern. Man hilft nur in der Ferne gut, im Nahbereich bleibt sie blind.

Statt über notleidende Deutsche zerbricht sie sich lieber den Kopf über noch nicht ausgeflogene afghanische „Ortskräfte“ und die Stabilisierung der Taliban-Herrschaft – die sich, anders als die Ahrtal-Flutopfer, prompt über unbürokratische 600 Millionen Euro deutsche Steuergelder freuen dürfen. Da kennt Merkel nichts, hier liegen ihre Prioritäten und sie werden durchgepeitscht. Merkels Versager-Außenminister verhandelt derweil mit den Gotteskriegern schon eifrig weiter über die nächsten Hilfen.

Zur selben Zeit wird jeder illegale Einwanderer, der mit welchen Hintergedanken, aus welchen Motiven auch immer unsere grünen Grenzen im Stil eines Trekkingabenteuers „überwindet“, vom ersten Tag an sozialstaatlich vollalimentiert; auch wenn – oder gerade weil – er seine Identität verschleiert und keine Papiere vorweisen kann. Das Treiben dieser Bundesregierung ist eine einzige schallende Ohrfeige für die „Eingeborenen“, denen auf diese Weise zugleich ihr künftiger Platz in dieser bunten Gesellschaft zugewiesen wird: Zahlmeisters und Paria zugleich. Es ist eine einzige, epochale Schande.

20 KOMMENTARE

  1. Man muss sich nur mal die Wahlergebnisse der Bundestagswahl von dort anschauen. Wie bestellt so geliefert.

    • Exakte Analyse!
      Bedenke, was du dir wünschst! Es könnte sein, daß es dir gewährt wird!
      „Es ist ein Anzeichen von Wahnsinn, immer das Gleiche zu tun und dennoch jedesmal ein anderes Ergebnis zu erwarten!“ (Frei nach A. EINSTEIN)

    • Was interessiert es den dummen Michel denn, wenn seine Heimat gegen die Wand gefahren wird. Hauptsache er kann großspurig die ganze Welt samt Klima retten. Ist es selbstherrlicher Geltungszwang, Größenwahn oder sind es Minderwertigkeitskomplexe eines kleinen erfolgreichen Industrielandes, das trotzdem nicht mit den „Großen“ mitspielen darf?

    • Man verachte dabei nicht die investigative Verschleierungen der Presse über dss Versagen der Politik und der Beiträge zur Aufklärung des Klimawechselhintergrundes

  2. Dieses Gesocks gehört einfach in die Spandauer Zitadelle und der Zellenschlüssel in den Wehrgraben geworfen. Laternen in Berlin gibt es auch genug und schlussendlich steht uns ja noch der Innenhof vom Bendlerblock für diverse Disziplinierungen zur Verfügung. Unter dem nichts für dies Pack. Wir vergessen nicht und wir vergeben nicht !

  3. kein Erbarmen mit den Idioten, die zu 2/3 die GROKO bestätigt haben….keine Hilfen und keine Spenden für die, die keine Veränderung und Demokratie wollen. Der Kapitalismus frisst euch …..

  4. Würde mich mal interessieren, was in den Wahlkreisen da unten so gewählt wurde (dieses und letztes Mal)….

  5. Vor wenigen Tagen erst haben sich diese Kälber (Flutopfer) wieder ihre bekannten Schlächter (Politiker der Altparteien) gewählt! Sie sind also offensichtlich zufrieden.
    Über was beschweren die sich jetzt??

  6. Haben dort alle brav System gewählt und sich sumpfen lassen. Et gibb keen grödder Leid, als watt der Mensch sich selbst andeit!
    Nur leider sitzt man mitten drin, im Irrenladen Deutschland, anderen falls es einem wirklich völlig am Arsch vorbeigehen könnte.

  7. Bad Neuenahr-Ahrweiler hat in der BTW 2021 wie folgt gewählt (Wahlbeteiligung 70,6%):

    CDU: 30,9 Prozent, 4742 Stimmen

    SPD: 26,8 Prozent, 4118 Stimmen

    Grüne: 14,8 Prozent, 2276 Stimmen

    AfD: 5,3 Prozent, 810 Stimmen

    FDP: 12,7 Prozent, 1951 Stimmen

    Linke: 2,3 Prozent, 358 Stimmen

    Das sind 85,2% für die etablierten Altparteien,

    Und der Michel, der ist froh,
    denn der Michel will es so.

    • Bei den nächsten Wahlen und 4 Jahren rotgrünem Chaos,müßte es dann anders aussehen …..falls der Ahrtal – Michel dazu lernt !

  8. Und wen haben sie gewählt? Die arme kleine körperlich kranke Politikerin oder die große geistig kranke Politikerin. Wenn man als Deutscher Demokratie und Hilfe braucht wählt man die AFD und nicht die die einen die geleisteten finanziellen Spenden einfriert und Sachspenden schreddert. Aber naja gegen Dummheit gibt es eben keine Pillen.

  9. @VON DER POLITIK VERGESSEN UND VERHÖHNT
    und – hab die Wahlergebnisse gesehen – so vergessen und verhöhnt können sie nicht gewesen sein – schließlich haben sie die verantwortlichen Politiker und Parteien weiterhin gewählt !
    wie heißt es so schön : wie man sich bettet, so liegt man !
    oder war das : sag mir, wen du wählst, und ich sage dir, wie du behandelt wirst !
    Braucht sich keiner zu beschweren !
    Die Wähler im Ahrtal sind wie die Blondine, die 10 mal in Titanic geht, weil sie hofft, wenigstens einmal das Liebespaar beim Einlaufen in New York zu sehen !

  10. So schlimm kann es nicht sein, denn immerhin wurden die Altparteien mit über 30% wiedergewählt. Den Altparteien ist zu empfehlen, vor der nächsten Bundestagswahl Deutschland zu fluten, damit sie ihr Wahlergebnis von 2021 halten oder steigern können.

  11. Man darf nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass die veröffentlichten Wahlergebnisse auch dem Wählerwillen entsprechen. Das ist – Entschuldigung – ebenfalls ein sehr „kälberhaft“. Es ist momentan der allumfassende Zweifel angebrachter, als jeder Gutglaube.

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