Die Bunker kommen wieder in Mode

Durchgangsschleuse im ehemaligen unterirdischen Regierungsbunker Marienthal im Ahrtal (Foto:Imago)

Der alte Regierungsbunker in Ahrweiler sieht ziemlich gruselig aus, man kann ihn mittlerweile wie ein Museum besichtigen. Vor vier Jahren wollte eine Kollegin ihrer besseren Hälfte einen Gutschein für eine solche Besichtigung schenken und bat mich um dessen Erstellung. Das Ergebnis sah dann aus wie die Werbung für ein postapokalyptisches Computerspiel; wir hatten alle unseren Spaß daran. Damals dachte allerdings auch noch niemand daran, dass wir noch einmal ernsthaft über die Reaktivierung solcher Schutzräume nachdenken müssten. Die Ergebnisse einer Recherche zum Thema Zivilschutz für die Fraktion sahen ebenfalls ziemlich ernüchternd aus. Sagen wir es einmal so: Die noch existierenden Bunker sind in einem noch schlechteren Zustand als deutsche Schulen. Und das will etwas heißen.

Gerade tobt ein Shitstorm gegen die Unterzeichner eines offenen Briefes an Kanzler Scholz, der in der „Emma” veröffentlicht wurde. Neben Alice Schwarzer haben auch Dieter Nuhr, Julie Zeh und Reinhard May unterschrieben, insgesamt 28 Prominente schlossen sich der Aktion an. Mittlerweile kann sich jeder, der möchte, in die Liste eintragen, wenn er den Mut hat, sich als „Putin-Versteher“ beschimpfen zu lassen. Dabei geht es den Unterzeichnern lediglich darum, den Kanzler zu Bedacht aufzurufen, niemand hat Putin auf irgendeine Weise in Schutz genommen. Und wenn ich mir anschaue, wie schlecht wir auf eine Krisensituation vorbereitet sind, ist es wohl tatsächlich vernünftig, wenn Deutschland in dieser Krise den Ball ein wenig flach hält. Das hat nichts damit zu tun, wie man Russlands Handeln moralisch bewertet. Bei realistischer Einschätzung unserer Möglichkeiten benehmen sich unsere Haltungskrieger allerdings gerade wie ein Chihuahua, der eine Bulldogge ankläfft. Das mag tapfer sein, aber nicht sehr schlau.

Eine selbstverschuldete Krise nach der anderen

Um ehrlich zu sein denke ich, dass man auf einen Atomkrieg niemals adäquat vorbereitet sein kann (es sei denn, man lebt in einer Forschungsstation am Nordpol weit vom Schuss – aber selbst das erhöht die Überlebenschancen nur unwesentlich). Allerdings gibt es auch noch andere drohende Krisen, die uns die Politik der letzten Jahre eingebrockt hat: Den Blackout zum Beispiel, ein klassisches, hausgemachtes Problem. Niemand würde seine Wohnung kündigen, ohne schon eine neue in Aussicht zu haben, das würde von seinem Umfeld als außerordentlicher Leichtsinn betrachtet. Bei der Energieversorgung wurde genau dieses Verhalten bejubelt, obwohl noch kein Ersatz für die abgeschalteten Kraftwerke bereit steht – zumindest nicht in Deutschland selbst.

Unser Land halst sich eine selbstverschuldete Krise nach der anderen auf – die Zeche dafür zahlen die Bürger. Nicht nur im finanziellen Sinne, sondern auch dadurch, dass sie die Nachteile dieser Politik ausbaden und kompensieren müssen. In den Corona-Wintern saßen Schüler in kalten Klassenzimmern, weil die Länder keine Lüftungsgeräte kaufen wollten, im Januar schnellten die Energiepreise steil nach oben. Und seit einigen Monaten wird das „Preppen“ salonfähig, das einen früher unverzüglich in die rechte Ecke befördert hat. Das Bundesamt für Katastrophenschutz machte es vor, jetzt zieht Bundesinnenministerin Nancy Faeser nach:

(Screenshot:Twitter)

Ich habe nie verstanden, was am „Preppen“ so böse sein sollte; vor allem die Idee, dazu auch ein Netzwerk von Menschen mit verschiedenen Begabungen aufzustellen, fand ich ziemlich gescheit. Dass aber nun aus heiterem Himmel auch die Innenministerin zum Anlegen eines Notvorrats aufruft, ist bezeichnend: Man bereitet einmal wieder die Bürger darauf vor, die von der Politik eingebrockte Suppe auszulöffeln.

Manchmal denke ich, Regierung, Medien und ihre Anhänger stürzen sich mit Begeisterung in die nächste Krise, um sich nicht mit den Folgen der letzten auseinandersetzen zu müssen. Ist es nicht zum Beispiel sehr günstig, dass die „Ich habe mitgemacht”-Aktion zur Aufarbeitung des schäbigen Verhaltens vieler Prominenter gegenüber Ungeimpften in Vergessenheit geraten ist? Gleichzeitig nagt die Entropie an allen Ecken und Enden unseres Landes. Schulden, eine nicht funktionierende Landesverteidigung, ächzende Sozialsysteme, Migrationskrise oder Energieknappheit: Mein Onkel würde es „Graf Känguru”-Politik genannt haben – mit leerem Beutel große Sprünge machen.

Wer hätte gedacht, dass wir mal in Zeiten leben, in denen es fraglich ist, ob man in der Apotheke seine Medikamente bekommt? Daneben sind leere Toilettenpapier-Regale schon fast ein Luxusproblem. Und das Milchpulver, das seit Wochen aus ist, rührt sich wohl grinsend Putin in den Kaffee. All das zusammengefasst, braucht man sich bald nicht mehr zu wundern, warum die Gefahr eines Atomkriegs auf die leichte Schulter genommen wird. Ganz böse gesagt: Viel schlimmer kann es ohnehin nicht mehr kommen.

9 Kommentare

  1. Gegen Atombomben schützt nur für kurze Zeit der Bunker, denn irgendwann müssen alle
    Bunkerinsassen raus an die Luft und sie werden sehen, das tausende Kilometer alles Leben
    Pflanzen, Tiere, Erde, auf Dauer vernichtet ist.
    Ihr politischen Kriegsbefürworter haut endlich ab.
    Diese sind zu dumm um zu begreifen !

  2. Wären USA u. NATO nicht so massiv mit der NATO-Erweiterung ab 1990 vorangegangen dafür verständnisvoll auf die existentiellen Russ.- Sicherheitsinteressen eingegangen u. nicht russ. Grenzen be-
    lagert, gäbe es den Krieg Russland vs. Ukraine u. westl. Sanktionen vs. Russland nicht ! USA -Welt-Macht-
    erhalt ist der Schlüssel über Krieg u. Frieden u. nur mit Hilfe der NATO möglich – allerdings kostet dies die
    EU-Staaten sehr schmerzhafte u. größte finanzielle Opfer ohne Ende !!! Unsere westl. Zukunft beseht aus
    Angst, Mißtrauen, Armut, Hoffnungslosigkeit u. Opferbereitschaft ohne Ende !!!

  3. Die frühere Sonnenblumen-Friedenspartei hat sich zur Rizinus-Kriegspartei entwickelt Blau/Grünes Gewächs mit später roten Blüten deren Samen der weiblichen Pflanzen giftiges Ricin bilden . Die von den meisten SPD Genossen in ihrem tun bestätigt werden . Die FDP hat sich zur Chamäleon-Abnickpartei entwickerlt

  4. Wir brauchen garnicht soweit gehen. Wehe wenn die Aktivisten Gas und Ölhähne zudrehen, die wichtig für Energieversorgung von Firmen dienen, die ein oder mehrere Schmelzen betreiben und plötzlich kein Strom oder Gas und man kann alles in den Schrott schmeißen oder die Kühlung in den großen Rechenzentrum fallen aus oder es kommt zu Systemabstürzen in Kraftwerken usw. Bis jetzt scheint das abdrehen nur symbolisch stattgefunden zu haben, zumindest hört man nichts von Störungen oder man gibt kein Meldungen dazu heraus. Für mich ist das ehe schon hart an der Grenze von Terrorismus, Sabotage auf jeden Fall. Aber bei der Grünroten Ideologie sind manche Aktivisten und es muß nur die richtigen treffen. So wird auch der Totschlag eines Mannes in Mannheim durch einen Polizisten bei einer „Personenkontrolle“ folgenlos bleiben.

  5. was für ein Quatsch! es wird wieder Mode…, wie wärs mal wieder mit Nachdenken als „neue“ Mode? Können das die Deutschen überhaupt noch? Wenn ja würden diese sofort diese irren links-grünen WEF Marionetten stoppen, die einen solchen hanebüchenen Unsinn wie diese Ampel Schreihälse nebst dieser gemerkelten SED verzapfen, Hauptsache moralin-sauer im vorauseilenden Gehorsam, aber dumm und naiv wie 1 Meter Feldweg, kommt mir irgendwie bekannt vor, das gabs schon paarmal mit allzu bekannten Folgen. So jetzt sitzen sie also alle in einem Atombunker, der Russe tobt sich aus und dann? Sehr schön, vorbildlich deutsch durch organisiert mit 200 Vorschriften und garantiert Co2 neutral schnaufen sie ihren eigenen Dreck, Wasser brauchen sie auch nicht, es wird ja nicht geduscht. Doch schon mal daran gedacht in ein paar Monaten haben sie nichts mehr zu fressen und dann müssen sie raus. Ergo, völlig wurscht ob sie gleich weg sind, oder anschließend an der verstrahlten Welt verrecken. Da helfen auch die wirren Phantastereien der vertikalen Landwirtschaft der WEF-Globalisten nichts – der Plastikdreck ist in dem Falle ebenfalls vollkommen verstrahlt! Der Satz die Überlebenden werden die Toten beneiden kommt nicht von ungefähr und die 80%ige Weltbevölkerungsreduktion ist von BillyBoy und Klausi dann auch glatt und transhuman realisiert. Die Deutschen hyperventilieren über normale Wetterveränderungen eines sich immer ändernden Klimas, das denen jedoch als Klimawandel dümmlich von genau diesen grünen WEF Kommunisten aufgeschwatzt wird, oder eine nicht-Bio Tomate, aber Atomkrieg? neuerdings handhabbar. Bestimmt hilft die 5. Gepfizerte vermeintlich gegen Strahlenschäden, also scheinbar kein Problem, die Haltung machts. Irgendwie bin ich im falschen Film!

  6. „Manchmal denke ich, Regierung, Medien und ihre Anhänger stürzen sich mit Begeisterung in die nächste Krise, um sich nicht mit den Folgen der letzten auseinandersetzen zu müssen..“.

    Seltsam, mir geht es ebenso. Und sie müssen keine Verantwortung für die Krisen übernehmen, weil in Windeseile die nächste kommt und von den voran gegangenen ablenkt. Perfektes Spiel, man kann es auch perfide nennen.

  7. Falls es WIRKLICH zu einem Atomschlag kommen SOLLTE, dann ist das Letzte was mir in den Sinn kommen würde, mich, gottweiß wie lange, in einem feuchten Bunker zu verkriechen. Von meinem Wohnort aus kann man an einer höhergelegenen Stellen die Skiline von Ffm am westlichen Horizont sehen, ein idealer Ort um sich den Pilz anzuschauen – man wird das kein zweites MAl sehen ……

    • Tschernobyl muss damals auch unvorstellbar schön ausgesehen haben. Das blau-grün der ionisierten Luft, einfach grandios. Die, die damals Nachts das grandiose und unvergängliche Schauspiel von Prypjat aus beobachteten und genossen, waren dann allerdings spätestens ein Jahr später nicht mehr da.Dabei wars nur ein simpler Kernreaktor, welcher einem um die Ohren geflogen ist. Drum daher: Nix ischt halt für immer oder umsonst (Kai Hawei). Wünsche also trotzdem viel Spass beim zugucken.

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