Europa – vorübergehend geschlossen!

„Alte“ und „neue“ deutsch-polnische Grenze (Symbolbild:Imago)

Für deutsche Medien ganz ungewohnte Töne waren gestern in der „Welt“ zu lesen. Unter dem Titel „Mauern und Zäune: Grenzschutz ist hart – aber er muss sein“ schreibt die Zeitung da: „Libyen, Ceuta, Lesbos – das ist für uns weit weg. Nun aber erreichen 100 Migranten täglich die Bundesrepublik aus Polen kommend“ – um dann am Ende zu folgender verblüffender Erkenntnis zu gelangen: „Wir sollten uns ehrlich machen. Grenzschutz ist hart, es tut beim Hinschauen weh. Die Alternative wäre eine Welt ohne Grenzen. Das wiederum ist nur eine schöne Utopie.

Nanu, was ist das? Auch in einer noch den Mainstream-Medien zugeordneten Zeitung wird über Grenzsicherung nachgedacht? Den Sinn von Zäunen und Kontrollen? Da setzt sich wohl langsam der Gedanke durch, dass es um unseren „Platz“ wohl doch nicht so üppig bestellt ist, wie uns immer wieder versichert wurde. Man darf den Journalisten der „Welt“ auch zutrauen, um die zunehmend leeren Kassen in Deutschland und Europa zu wissen – vor dem Lockdown sah es darin schon nicht gerade rosig aus, und nun, nachdem die wirtschaftlichen Schäden mehr und mehr offenbar werden, nimmt sich die diesbezügliche Lage noch desaströser aus. Ein wenig gesunder Egoismus ist dringend angebracht. Der alte Küchenhandtuchspruch „Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, tu Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen!“ lässt sich eben nur anwenden, wenn die Suppe danach noch ihre Bezeichnung verdient. Von Willkommenskultur allein werden weder Unterkunft, Nahrung noch medizinische Versorgung bezahlt, und selbst, wer gewillt ist, „Verzicht“ zu leben, muss erst einmal etwas besitzen, auf das er auch verzichten kann.

Willkommenskultur allein bezahlt noch keine Grundsicherung

Sollte Europa sich nun endlich dazu aufraffen, die Löcher in seinen Grenzen zu schließen, drohen uns natürlich jene unschönen Bilder, die Angela Merkel vorgeblich vermeiden wollte, als sie im Jahre 2015 die Pforten zum Einwanderungsparadies Deutschland öffnete. Die Medien präsentieren uns schon jetzt wieder die entsprechenden Bilder aus Polen, um unsere Herzen zu erweichen. Nur ist dieses Problem eindeutig hausgemacht. Gerade, was Deutschland betrifft, sind in den letzten Jahren viele „sanftere“ Methoden vorgeschlagen worden, größere Anstürme zu vermeiden, es nicht zum saftigsten Happen auf dem europäischen Migrationsbüffet zu machen. Wovor Stephen Hawking im Bezug auf Außerirdische warnte, hat Deutschland im Bezug auf Migranten vollkommen in den Wind geschlagen: Man sollte nicht zu sehr auf sich aufmerksam machen. Wer ständig ruft „Hier sind wir!„, der muss sich nicht wundern, wenn diesem Ruf neugierig gefolgt wird um nachzusehen, was es dort Gutes gibt. Doch genau das wurde von offizieller Seite getan: Allein durch die mediale Präsenz von beim Anblick ankommender Migranten glücklich lächelnder Bürgermeistern und Ministerpräsidenten konnte die weltweite Verbreitung per Handy, Internet und TV gar nicht ausbleiben.

Am Ziel wartete schließlich – anders als in anderen europäischen Ländern – so etwas wie ein „Rundum-Sorglos-Paket“ auf die Eintreffenden (zumindest im Vergleich zu deren Sorgen in den Herkunftsländern). Schlepper – die in den Medien noch immer so gut wie keine Rolle als gutverdienende Menschenschmuggler spielen – hatten ein leichtes Spiel, wenn sie ihren Kunden unser Land als Luxusresort für aufstiegswillige Einwanderer schilderten. Und wer in der Lage ist, Summen an sie zu zahlen, für welche wirklich notleidende Menschen in Afrika und Vorderasien sich jahrelang krumm und bucklig schuften müssen, bringt natürlich gewisse Erwartungen mit. Frust und Unruhe waren vorprogrammiert, damit ließ man aber Wachdienste und ehrenamtliche Mitarbeiter in den letzten Jahren allein. Ebenso erging es Bürgern, die diesen Frust ausbaden mussten. Wenn die eventorientierte Szene vor Unmut und Langeweile zur Randale schreitet, muss man Verständnis haben und eben zuhause bleiben.

Grundfalsch, nach unten zu treten

Es wäre aber auch grundfalsch, in der Migrationsmisere nun ausschließlich nach unten zu treten. Gewiss, durch die finanziellen Zuwendungen des Staates geht es vielen Migranten wirtschaftlich besser als daheim, auch ohne einen Finger zu rühren. Aber noch mehr haben sich deutsche Wohlfahrtsorganisationen aus dem stets üppig bestückten Füllhorn bedient. Migration wurde zur Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für unzählige Sozialarbeiter, die betreuten, was das staatliche Geld hergab; am liebsten unbegleitete Flüchtlinge unter 18 Jahren, denn das lohnte sich für die Wohlfahrt am meisten. Mancher Arbeitgeber im Sozialbereich, der es heute kaum abwarten kann, seinem Pflegepersonal die nächste Impfdosis in den Arm zu rammen, fand es damals moralisch verwerflich, junge Männer mit deutlich nachpubertärem Bart per Röntgenaufnahme der Hand auf ihr Alter prüfen zu lassen. Das konnte man den schwer traumatisierten Jugendlichen nun einfach nicht zumuten.

Die medialen Bilder zeigten uns Jahr um Jahr Familien in Not, doch was wir erhielten, waren junge Männer mit viel Sturm und Drang. Selbst wenn wir, wie von Politik und Medien gewünscht, über die Auswirkungen auf die innere Sicherheit Deutschlands Schweigen bewahren, darf sich auch der gutmütigste Bürger langsam arg verschaukelt fühlen. Im Rahmen seiner Anhörung bezüglich der „Gemeinsamen Erklärung 2018“ vor dem Petitionsausschuss warnte Henryk M. Broder ausdrücklich davor, was in der Bevölkerung geschehen würde: Selbst bei jenen, welche dem Asylrecht grundsätzlich positiv gegenüberstehen (dazu würde auch ich mich zählen), würde die Akzeptanz für die weitere Aufnahme von Migranten schwinden – diesmal aber sogar dann, wenn es wirkliche Flüchtlinge beträfe, die tatsächlich in ihrer Heimat politisch verfolgt werden. Zumal deren persönliches Risiko, aus Deutschland abgeschoben zu werden, deutlich höher zu sein scheint als das von Mehrfachtätern ohne Papiere.

Illusorische Vorstellungen von Deutschland

Das Chaos lebt. Denn auch ein vernünftiges Einwanderungsgesetz – wie streng es auch immer geregelt sein mag – lässt auf sich warten. So passiert es ständig, dass tatsächliche Fachkräfte, die von einem deutschen Mutterkonzern zur Weiterbildung nach Deutschland eingeladen werden, an der deutschen Bürokratie scheitern. Stattdessen kommen Migranten, die im Billiglohnbereich mit den deutschen Ungelernten konkurrieren, wenn sie denn tatsächlich arbeiten wollen. Oder sie haben vollkommen illusorische Vorstellungen davon, was man bei uns auch ohne Ausbildung verdienen kann (und das sind noch diejenigen, die überhaupt den Gedanken fassen, selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen).

Angesichts dieser Umstände kann man wohl kaum von Hass und Hetze sprechen, wenn Bürger ihren Unmut äußern. Das einzige, was man einigen „Wutbürgern“ vorwerfen mag, ist, dass sie trotz des eindeutigen Regierungs- und Behördenversagens noch immer den Tritt nach unten bevorzugen, obwohl die Hauptverantwortung für die Misere bei Politik und Medien zu suchen ist. Und natürlich auch bei den lautstarken Mitbürgern, welche diesen das Gefühl geben, stets das Richtige getan zu haben oder von uns fordern, die Schattenseiten der Migration klaglos hinzunehmen. Die Zahl derjenigen unter ihnen, die selbst auf etwas verzichtet haben oder selbst mit diesen Schattenseiten konfrontiert wurden, ist nämlich wahrscheinlich verschwindend gering. Noch.

8 KOMMENTARE

  1. Vielleicht wird der Traum von der „Festung Europa “ doch noch Realität – wenn nicht durch uns, dann halt durch den Rest von Europa ! Es kann ja schließlich nicht jeder so bekloppt sein wie unsere „Eliten“ !

  2. Die Grenzen werden wieder geschlossen.
    Alle fremd aussehenden Eindringlinge müssen wieder nach Hause.
    (A.Irlmaier)

  3. Frau von Storch v.d. AfD hat vor einigen Jahren folgendes festgestellt.
    „Um die Grenzen vor illlegaler Einwanderung zu schützen muss vom geltenden
    Recht, auch von der Schusswaffen Gebrauch gemacht werden.“
    Warum auch nicht?
    Es gibt doch so effektive Gummigeschosse, die richtig weh tun und Eindringlinge fern
    halten können.
    Wir sind übervoll und brauchen keine Fremden, die das Land durch Gewalttaten destabilisieren
    und unsere Sozialkassen plündern.
    Kein Land der Welt hält sich diesen Luxus, nur dümmste Politiker hier tun es.
    Diese sollten für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden.
    Durch weitere Faschisten wird es noch viel schlimmer kommen.
    Die einzige Lösung ist, diesen Faschistenladen hin gen Nicht-EU-Land zu verlassen.
    Dieses Land hat fertig, fertiger geht gar nicht mehr.

  4. Europa gehört eingezäunt, das Mittelmeer vermint, eine Festung daraus gemacht. Die Grenzen bleiben für jeden geschlossen,egal, wieviele Bälger sie in die Kamera halten und wie diese schreien. Diese permanente emotionale und moralische Erpressung, besonders hierzulande, ist ekelhaft und mörderisch, aber nur für die Einheimischen.

  5. „Hass und Hetze“ lese ich in dt Medien immer wieder, nur sehe ich sie genauso wenig wie Covid. Mich erinnert das Aufnehmen dieser (war es nicht Heiko Maas, der mit „Hetze“ anfing?) Begriffe an einen Spruch von Marc Twain: „Never argue with stupid people, they will drag you down to their level and win by experience.“ Ich stimme der Autorin zu und würde weiter gehen. Aber ich fühle mich zugleich vergewaltigt, wenn wir gezwungen werden auf oder mit dem Niveau eines Heiko Maas argumentieren zu müssen. Ähnliches sah ich auch in dem kürzlich erschienenden „Gamechanger“ Artikel, in dem der Autor Impfungen gegen Seuchen für gut hielt. Warum schreibt er das? Weil wir nunmehr gewohnt sind uns vor jeglicher Argumentation rechtfertigen zu müssen. „Ich bin ja kein Frauenfeind, aber…“; „Ich bin ja nicht gegen Impfungen, wenn…“, oder hier: “ Selbst bei jenen, welche dem Asylrecht grundsätzlich positiv gegenüberstehen (dazu würde auch ich mich zählen)“.
    Wir müssen doch in der Lage bleiben dürfen Dinge beim Namen zu nennen, und das furchtlos und nicht mit den Worten eines komplett gescheiterten Ministers oder vorgereichten Erklärungen.
    Ein Staat ohne Grenzen ist kein Staat – so einfach ist das. Die Deutschen haben sich aufgegeben. In Kassel wurde durch die versterbende CDU verkündet (aus der Erinnerung): „…wems nicht paßt, der kann das Land verlassen – das ist eine Freiheit eines jeden Deutschen.“ Die Politik wollte ein anderes Volk und das ist nun da. Ich hörte auf den Kasseler Bürgermeister und denke, daß das die allerletzte Freiheit war, die ein Deutscher noch hatte. Denn seitdem ist er „einer der schon länger hier lebt“. Deutsche gibt es nur noch anderswo und von dort einen Gruß.

  6. Aber, aber, Zäune sind doch keine Alternative.

    „Mit Abschottung schafft man keine höhere Sicherheit.“ – Kristin Heyne (GRÜNE) am 14.09.2001

    „Zäune hochziehen ist nicht der richtige Weg.“ – Gerd Müller (CSU) am 14.07.2014

    „Das reihenweise Errichten von Zäunen ist eine Bankrotterklärung österreichischer und europäischer Politik.“ – Caritas Präsident Michael Landau am 28.10.2015

    „Ein Zaun der Unmenschlichkeit.“ – DIE ZEIT am 17.06.2015 über Ungarns Zaun

    „Wir können keine Zäune um Deutschland und Europa bauen.“ – Gerd Müller (CSU) am 10.01.2016

    „Wer Zäune und Mauern zur Begrenzung der Einwanderung von Flüchtlingen fordert, spielt in erster Linie rechten Hetzern in die Hände.“ – Simone Peter (GRÜNE) am 14.02.2016

    „Wir haben einige Experten in Deutschland, die sich mit Mauerbau auskennen, und diese Experten sagen, dass das nicht sehr vielversprechend ist.“ – Wolfgang Schäuble (CDU) am 20.01.2017

    „Das Errichten von Mauern und Abschottung wird das Problem nicht lösen.“ – Angela Merkel (CDU) in Mexiko am 10.06.2017

    „Abschottung ist keine Alternative.“ – Wolfgang Wetzel (GRÜNE) am 23.08.2017

    „Nur mit uns stehen Humanität und Hilfe statt Abschottung und Ausgrenzung im Mittelpunkt.“ – GRÜNE in Hessen, Regierungsprogramm 2019-2024

    „Bloße Abschottung ist naiver Kinderglaube.“ – Jürgen Trittin (GRÜNE) am 20.07.2019

    „Keine Mauer, die Menschen ausgrenzt und Freiheit begrenzt, ist so hoch oder so breit, dass sie nicht doch durchbrochen werden kann.“ – Angela Merkel (CDU) am 09.11.2019

    • Wie Grenzen effektiv geschützt werden können, das zeigt Israel, USA, Australien, Ungarn, u.w.a. und jetzt auch Polen. Vielen Dank an den polnischen Rechtsstaat, der sein Land und seine Menschen schützt.

      Ein Staat ist dann ein Staat, wenn:
      1.Es ein Staatsvolk gibt
      2.Ein Staatsgebiet vorhanden ist
      3.Die Einhaltung des Rechts, sprich u.a. der effektive Schutz des Landes mit bewachten und geschützten Grenzen vor illegalen Eindringlingen, auch mit unmittelbarem Zwang, fortlaufend und effektiv Bestandteil ist.

      Schon klar, Grüne, Spezialdemokraten und jetzt auch die Gelben, ganz voran mit einem Quacksalber und Verräter des bürgerlichen Lagers wollen kein Deutschland. Insbesondere Grüne wollen, „das Land soll verrecken“.
      Faschisten in Tateinheit als eigene Volksfeinde haben sich zusammen gefunden.
      Nicht zu vergessen, wer den Faschismus wollte, hat eben Feinde von Land, Kultur, eigenem Volk
      und den Sozialkassen gewählt. und ist selbst in die Faschisten-Schublade einzuordnen.

      Es gilt noch immer, sag mir was Du zu Dir nimmst, wie Du denkst, dann kann auf den Gesundheitszustand jedes Einzelnen körperlich und geistig geschlossen werden.
      Wie gewählt, so werden unsere Rechte und Ressourcen durch
      politische „Tiefflieger“ vernichtet !

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