Gehören echte Berührungen und Kontakte dank Hologrammen bald der Vergangenheit an?

Diese Woche in London: Die Queen fährt als Hologramm in der Krönungskutsche mit (Foto:Imago)

Seit Beginn der Corona-Lockdowns vor über zwei Jahren wurde es immer selbstverständlicher, bestimmten Aktivitäten, die einst außer Haus stattfanden, nur noch von daheim aus nachzugehen. Ob arbeiten, Konferenzen, Konzerte oder auch Schulunterricht: Das alles findet immer öfter digital, ergo via Webcam oder Livestream in den eigenen vier Wänden statt – ganz im Sinne des „Great Reset”. In Zukunft dürfte eine weitere Erfindung häufiger zum Einsatz kommen, die zusätzlich dafür sorgen wird, dass die Menschen noch seltener das Haus verlassen: das Hologramm. Hierbei wird die Anwesenheit einer Person vorgegaukelt, die in Wirklichkeit gar nicht da ist. Da Menschen dreidimensional dargestellt werden, sehen sie täuschend echt aus.

Was genau hat es mit dieser Technik auf sich? „Ein 3D-Hologramm ist laut Definition eine 3D-Projektion, die sich frei im Raum befindet und die ohne 3D-Brillen etc. für jeden sichtbar ist”, heißt es auf der Internetseite der Firma „Magic Holo”„. Es handele sich um „die nächste Stufe der Fotografie sowie des klassischen Films”. Aufgrund der Dreidimensionalität entstehen folglich ganz neue Möglichkeiten, um etwa Produkte am Markt vorzustellen. Weiter heißt es da, dass mittlerweile eine Auflösung erreicht werden kann, bei der täuschend echte, „scheinbar reale Objekte oder Animationen völlig frei im Raum schweben” können – und zwar von allen Seiten, ganz ohne 3D Brille. Es kommt so ein „absolut wirklichkeitsgetreues Bild“ zustande.

Die Technik dahinter

Der Mechanismus eines Hologramms wird kompakt auf dem Portal „Chip.de” erläutert: „Um ein Hologramm zu erzeugen, muss das Objekt für die Holografie zunächst richtig aufgenommen werden. Dafür wird es auf eine Fotoglasplatte gebrannt. Dies geschieht mithilfe eines Lasers, der in zwei Strahlen aufgeteilt wird. Der erste Strahl beleuchtet das Objekt und die Glasplatte von hinten. Der zweite Strahl trifft von vorne auf die Platte. Da sich beide Laserstrahlen dann überlagern, entsteht das Hologramm auf der Glasplatte. Diese Platte kann nach der Belichtung jederzeit wieder mit Licht angestrahlt werden und das Hologramm erscheint. Es wird allerdings auch mit Hochdruck an Verfahren gearbeitet, die Holografie mit bewegten Objekten und ad hoc erlaubt. Diese Technik gibt es zwar grundsätzlich schon, sie ist aber noch sehr teuer. In der Zukunft kann es gut sein, dass wir auch in unseren Wohnzimmern Hologramme haben werden, mit denen sich alle möglichen Inhalte anschauen lassen. Auch Telefonate mit der Person als Hologramm vor sich sind vorstellbar.

Merken sollte man sich besonders den letzten Punkt. Meiner Meinung nach ist es sehr wahrscheinlich, dass holographische Anwendungen verstärkt in unseren Wohnzimmern Einzug halten wird. Allein schon, weil in den letzten Jahren so viele Innovationen zum Einsatz kamen, die wir uns Jahre zuvor nie vorzustellen vermocht hatten, z.B. Virtual-Reality-Brillen, sogenannte Deepfakes (durch künstliche Intelligenz erzeugte, absolut realistisch wirkende Medieninhalte) – aber auch die mittlerweile allseits berüchtigten mRNA-Impfstoffe.

Die Queen als Hologramm

Die holographische Technik ist etwa in der Medizin oder der physikalischen Grundlagenforschung eine unverzichtbare Innovation. Doch sie hält immer mehr in unserem gesellschaftlichen Alltag Einzug. Bei öffentlichen Veranstaltungen greifen Prominente bereits jetzt immer wieder auf holographische „Avatare“ oder Simulationen ihrer selbst zurück, um gar nicht persönlich in Erscheinung treten zu müssen. Gerade erst letzte Woche wurde die Queen anlässlich ihres 70-jährigen Thronjubiläums bei einem ihr gewidmeten Festzug via Hologramm eingeblendet: „Das Hologramm – das das Oberhaupt der Königsfamilie in jungen Jahren zeigt – wurde während der Parade auf die Fenster einer goldfarbenen Staatskutsche projiziert”, berichtet „Promiflash”: „In diesem Gefährt ist die Regentin 1953 auch zu ihrer Krönung gebracht worden.” Da die 96-jährige Monarchin gesundheitlich angeschlagen ist, blieb sie persönlich dem Trubel fern.

Darüber hinaus tritt nun auch die 1970er-Kultband ABBA als Hologramm regelmäßig in London auf. Die vier Mitglieder, die mittlerweile alle (weit) jenseits der 70 sind, werden jedoch nicht in ihrer heutigen Optik präsentiert, sondern in jener des Jahres 1979. Der NDR freut sich: „Eine spektakuläre Lichtshow auf einem Bildschirm, der die halbe Halle umfasste. Man hatte wirklich das Gefühl, dass dort in der Ferne vier echte Menschen tanzten und sangen. Überblendet wurden die vier Abbas immer wieder mit überlebensgroßen Großeinstellungen der Gesichter und farbenfrohen Lichtspektakeln, sodass man sich wie in einer Multimedia-Show fühlte.” Immerhin traten am Ende der Eröffnungsshow dann doch noch die vier Mitglieder leibhaftig in Erscheinung und bedankten sich beim Publikum für das rege Interesse. Doch längst sind auch weitere Hologramm-Konzerte anderer Bands geplant, etwa von Led Zeppelin.

Binnen Sekunden am anderen Ende der Welt

Auch der „Stern” widmete sich letzten Dezember dem Thema Hologramm und hob dabei – ganz genderkonform – hervor, dass der Arbeitsalltag sich seit Beginn der Corona-Pandemie verändert habe, weshalb viele „Arbeitnehmende” seit nahezu zwei Jahren fast ausschließlich aus dem Homeoffice arbeiten. „Video-Calls stehen mehrfach täglich an der Tagesordnung. Was vielen fehlt, ist der persönliche Austausch, schließlich gehört zu Kommunikation auch Gestik und Mimik der jeweiligen Personen, nicht nur das gesprochene Wort.” Weiter berichtet der Stern über das amerikanische Unternehmen Portl, das sogenannte Hologramm-Boxen erfunden hat. Dank dieser Innovation ist es möglich, sich mittels Hologramm binnen weniger Sekunden an jeden erdenklichen Ort der Welt beamen zu lassen und somit mit anderen Menschen, die Tausende von Kilometern entfernt sind, zu kommunizieren.

Portl-CEO David Nussbaum frohlockt: „Wir schließen die Lücke zwischen einem Video-Call und sich im echten Leben umarmen zu können.” Weiter berichtet er, dass es bereits vor vielen Jahren Konzerte gab, bei denen der verstorbene Popsänger Michael Jackson und der (ebenfalls schon lange nicht mehr unter uns weilende) Rapper Tupac als Hologramme dargestellt wurden. Allerdings seien diese Darbietungen noch ausbaufähig gewesen, da noch klar erkennbar gewesen sei, dass es sich lediglich um Hologramme und keine echten Menschen gehandelt habe – zumal es stockdunkel sein musste, um die Künstler „zum Leben zu erwecken”. So kam es zur Entwicklung der moderneren Kästen aus Glas, in deren Inneren die Hologramme auch bei Helligkeit gut sichtbar sind.

Mit anderen interagieren als Sozialersatz

Doch damit noch längst nicht genug: Bei den Portl-Boxen sollen auch richtige Interaktionen möglich sein: Durch eine Kamera, die oben auf den Boxen angebracht ist, soll es der projizierten Person ermöglicht werden, „mit ihren Zuschauern in Echtzeit zu interagieren”. Nussbaum verweist auf den amerikanischen Rapper (P.) Diddy, der mittels Hologramm bei der Geburtstagsfeier seines Sohnes „zugegen” war. Besonders in Zeiten der Lockdowns, die ja – wenn es nach Karl Lauterbach und etlichen linksgrünen Funktionären geht – zum Dauerzustand werden sollen, griff man immer wieder auf Hologramme zurück, um einen „Präsenzersatz” zu schaffen. So erwähnt der „Stern” enthusiasmiert, dass der Geschäftsführer eines Schweizer Unternehmens für Luxusuhren aufgrund der „Pandemie” nicht zu einer Messe nach China reisen konnte, weshalb man sowohl zu ihm nach Schaffhausen als auch zum Ort der Messe, nach Shanghai, jeweils eine Portl-Box schickte, so dass er dennoch an wichtigen Terminen „persönlich“ – wenigstens in 3D digitalisiert – teilnehmen konnte.

Portl soll künftig jedoch nicht nur Geschäftsleuten oder Reichen vorbehalten bleiben, sondern bald auch für das breite Fußvolk verfügbar sein. Im „Stern” wird erläutert: „Während eine Partei die Box aufstellt, bekommt die andere ein Studio-Kit bereitgestellt, das die Personen aufnimmt und mittels spezieller Software in Echtzeit in die Box beamt. Dies werde nicht nur für Meetings genutzt, sondern in der Zukunft könne man sich vorstellen, dass man beim Online-Shoppen Models die Kleidung anprobieren lässt. Auch medizinische Ferndiagnosen seien mittels Hologramm jetzt schon möglich.” Bereits heute stehe man in Kontakt mit Universitäten, welche komplexere Krankheiten via Portl-Kasten aus der Entfernung feststellen könnten, so Nussbaum.

Ideal für Coronapaniker: „Begegnung“ ohne Berührung

Zu guter Letzt freut sich „Stern“-Autorin Yasemin Kulen dann noch, dass man sich zu den „Pandemie”-Zeiten „…die Großeltern in Zukunft dann in sein Zuhause holen” konnte, „ohne dass man Körperkontakt haben muss” – wenngleich CEO Nussbaum einräumt, dass ein Hologramm kein adäquater Ersatz für eine echte Berührung darstellt. Nichtsdestotrotz gibt es von Portl schon kleine Boxen, die man sich zu Hause hinstellen kann, so dass man den Chef oder Lieblingsstar direkt vor der Nase hat. „Das Ganze hat dann doch wieder was von Prinzessin Leia – nur in cool und in Farbe” resümiert Kulen abschließend begeistert.

Auch wenn es sich bei Hologrammen um eine höchst erstaunliche und fesselnde technische Errungenschaft handelt, so gilt es zunehmend, dieser Technik kritisch gegenüberzustehen. Andernfalls riskieren wir, uns in Zukunft zu sehr an die Vorstellung einer simulierten Wirklichkeit zu gewöhnen, einfach nur noch träge und einsam vor uns hinzuvegetieren, da wir doch ganz einfach dreidimensional an jedem erdenklichen Ort in einer Box „erscheinen” können. Zudem droht die Gefahr, das Bedürfnis nach echten sozialen Kontakten und Berührungen zu verlieren. Man könnte sich an den Anblick von Menschen, die vor einem als täuschend echt anmutendes Hologramm auftauchen, so sehr gewöhnen, dass man kein Bedürfnis mehr nach einem herkömmlichen Beisammensein hat.

Gefahr der Vereinsamung

Vor allem Leute, die sowieso schon unter Einsamkeit leiden und sozial isoliert sind, laufen hier Gefahr, in eine Fantasiewelt abzudriften. Denn schließlich suggeriert ein Hologramm, gerade wenn die Technik noch weiter perfektioniert wird, dass man sich in Gesellschaft einer realen Person aus Fleisch und Blut befinde. Wozu soll man sich also noch dazu aufraffen, aus dem Haus zu gehen und/oder echte Kontakte zu knüpfen?

Insofern sind Hologramme ein weiterer negativer Aspekt der Digitalisierung auf dem Weg in eine „smarte”, künstliche Welt. Das Endstadium könnte dann so aussehen, dass Künstler keine Konzerten mehr geben, sondern nur noch in Form von einem Hologramm über die Bühne flimmern; beim Vorstellungsgespräch hat man den potenziellen Arbeitgeber daheim in einem Kasten auf dem Tisch, und Politiker müssten auch nicht mehr persönlich vor dem Volk auftreten und hohle Reden schwingen. Letzteres wäre im Fall von penetranten Möchtegern-Weltrettern à la Annalena Baerbock oder Karl Lauterbach immerhin von Vorteil – denn hier braucht man lediglich „die Bühne zu stürmen” und diese nutzlosen Gestalten dort via Knopfdruck auszuschalten. Insofern hätten Hologramme auch ihr Gutes.

5 Kommentare

  1. Wiesenhof-Chef fordert Freigabe für „Fleisch“ aus der Petrischale
    https://opposition24.com/enthuellungen/wiesenhof-chef-fordert-freigabe-fuer-fleisch-aus-der-petrischale/

    Wiesenhof-Chef Peter Wesjohann fordert von der EU, den Verkauf von Fleisch aus der Petrischale freizugeben. Wesjohann sagte im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Wenn da nicht etwas mehr Tempo gemacht wird in Brüssel, wird es am Ende so sein, dass die Genehmigung in den USA und in Asien vorliegt zum Verkauf und wir hier in Europa mal wieder zu spät dran sind.“ Der Wiesenhof-Mutterkonzern PHW ist an dem israelischen Unternehmen „Supermeat“ beteiligt. Das Start-up gewinnt Zellen aus Hühnereiern und züchtet daraus Fleisch.

  2. Wird Habeck bald Hologramiert dargestellt ? Wenn er wie gewohnt mit den Händen am Schritt rumsteht ! Um sich vor Eier und Tomatenwürfen zu schützen ! Die sein Landwirtschaftsminister Özdemir durch nichtstun , einheimische Produkte zu teuer machte , lieber in die Ukraine fliegt

  3. Über den Zustand der Queen wird ja schon länger gemunkelt, dass sie (m/w/d?) längst verstorben sei. Aber hätte man nicht einfach ein leibhaftiges Double in die Karosse setzen können? Wäre wahrscheinlich deutlich preiswerter gekommen.

  4. lesen sie Asimov – die Roboter-Stories – dort geschieht genau das – die SPACER – die Vorboten unseres derzeitigen Gesundheitsregimes sich antiseptisch gesund verhielten und ihre Mitmenschen nur noch über Bildschirm/Hologramm sichteten !
    Auch wie es mit denen zu Ende geht, hat Asimov schon beschrieben !
    Allerdings sind die Menschen bei ihm intelligenter und nicht so einfach zu dressieren – deshalb kann man das geschehen nicht 1:1 als Vorgabe sehen !

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