Israel-Schmähung und Antisemitismus auf der Documenta – mit Steinmeiers Segen

Steinmeiers Publikum: Linksradikale woke Israel-Hasser am Samstag in Kassel (Foto:Imago)

Schon Monate vor ihrer Eröffnung am Samstag wurden gegen die diesjährige Kunstausstellung Documenta in Kassel Antisemitismus-Vorwürfe erhoben, die bis heute nicht ausgeräumt werden konnten. Anlass dazu bot ein Beschluss des indonesischen Künstlerkollektivs „Ruangrupa“ – dem die Verantwortung darüber übertragen wurde, was auf der diesjährigen Documenta 15 in Kassel ausgestellt werden darf und was nicht -, Kunst mit eindeutig antiisraelischer Ausrichtung zu zeigen. Das muslimische Kollektiv, das den „globalen Süden“ repräsentieren soll, vertritt die typisch woke „postkoloniale” Ansicht, dass alles Übel auf der Welt vom Westen ausgehe und ausgeht – und Israel (eigentlich: „die Juden”) Teil dieser finsteren Sphäre sei.  Da eben dieser Westen – oder wenigstens seine selbsterklärten Eliten – diesen ahistorischen Unsinn ebenfalls weitgehend übernommen haben, fallen solche Ansichten, besonders hierzulande, natürlich auf fruchtbarsten Boden.

Nach Ansicht von „Ruangrupa” handelt es sich beim Staat Israel um ein „koloniales Projekt“ – und dementsprechend bekennen sich zumindest Teile davon zur propalästinensischen, klar antisemitischen Kampagne BDS („Boycott, Divest and Sanctions“), die dem jüdischen Staat „Apartheit“ im Umgang mit den Palästinensern vorwirft und für seine internationale Isolierung eintritt. In Deutschland, Österreich und Tschechien wurde die Kampagne deshalb auch als antisemitisch eingestuft. Dies verhinderte allerdings nicht, dass im besten Deutschland aller Zeiten des Jahres 2022 unbeanstandet künstlerische Propaganda betrieben werden darf gegen ausgerechnet das Land, in dem die Überlebenden eines der von eben diesem Deutschland verübten monströsesten Menschheitsverbrechens einst Zuflucht gefunden hatten. So werden nun auf der Documenta unter anderem Kunstwerke ausgestellt, die die israelische Luftwaffe mit der deutschen Luftwaffe von 1937 gleichsetzten, welche etwa im Spanischen Bürgerkrieg 1937 die Stadt Guernica zerstört hatte.

Aufwiegelung und Einmischung in die Tagespolitik

Skandalöserweise ließ es sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht nehmen, trotz dieser schwelenden Konfliktlage und antiisraelischen Provokationen die Eröffnungsrede zur Documenta 15 zu halten – womit er abermals demonstrierte, dass er für sein Amt charakterlich und intellektuell völlig ungeeignet ist. Steinmeier, der sonst keine Gelegenheit auslässt, sich in die Tagespolitik einzumischen und die Menschen gegeneinander aufzuhetzen (obwohl sein Amt genau dies eigentlich nicht vorsieht), konnte sich dabei – in dem ihm eigenen Sonntagspredigerduktus – nur zu einer wachsweichen Reaktion über die antisemitischen Umtriebe in Kassel durchringen, die nur noch feige, wenn nicht gedankenlos und zynisch zu nennen sind: Zwar erklärte er, ein Boykott Israels komme einer „Existenzverweigerung” gleich, und wenn dies „systematisch geschieht, ist es eine Strategie der Ausgrenzung und Stigmatisierung, die von Judenfeindschaft nicht zu trennen ist.

Dann jedoch ging er sogleich in ein beschwichtigendes Geschwätz über und beklagte, „dass es nicht möglich war, eine direkte Diskussion zwischen den Vertretern des globalen Südens, der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und Israel zu organisieren.“ Diese solle nun nachgeholt werden. Nicht nur, dass Steinmeier damit der Position von Menschen, die Israel grundsätzlich aus der Kunstwelt ausschließen wollen, eine diskutable Legitimität zubilligt; er bietet auch noch ausgerechnet die – aus unerfindlichen Gründen zur Kulturstaatsministerin hochbeförderte – ultralinke grüne Empörungsmaschine Claudia Roth als Vermittlerin an. Roth hatte nicht nur gegen die Ablehnung von BDS durch den Bundestag gestimmt, sondern war auch mehrmals als völlig unkritisches Groupie des iranischen Mullah-Regimes aufgetreten, das bekanntlich die Auslöschung Israels als Staatsziel anstrebt.

Claudia Roth als Dialogführerin: Den Bock zur Gärtnerin gemacht

Die Ungeheuerlichkeit, ausgerechnet eine Unperson wie Roth damit zu beauftragen, einen ohnehin überflüssigen Dialog zwischen Israelhassern und -freunden herzustellen, ist an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten. Selbst Roths Parteifreund Volker Beck, seit kurzem Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), reagierte kritisch auf Steinmeiers Rede: „Die Rede des Bundespräsidenten überzeugt mich nicht. Sie ist ein einigermaßen beliebiges Einerseits-Andererseits. Sie enthält manches Richtige. Aber diese richtigen Sätze und Bekenntnisse hängen in der Luft und bleiben ohne Konsequenz. Vielleicht kann ein Bundespräsident das nicht anders im Redetext auflösen, wenn er sich entscheidet, trotz der Kritik an diesem BDS-Kunstfestival die documenta zu eröffnen. Aber: Dann wäre es wohl besser gewesen, er wäre der documenta ferngeblieben.“ Beck weiter: „Jetzt zu bejammern, dass eine direkte Diskussion zwischen den Vertretern des globalen Südens oder der documenta und der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland nicht zustande kam, ist ein wenig hilflos. An wem hat es denn gelegen? Vertreter des Zentralrates wollte die documenta ja gerade nicht einladen, stattdessen reichlich BDS-Vertreter.

Man darf annehmen, dass solche Kritik Steinmeier nicht anfechten wird. Spätestens bei der nächsten Corona-Impfkampagne wird er sich wieder an der Diffamierung Andersdenkender beteiligen. Die 100 Tage andauernde Documenta wird ihren antisemitischen Kurs derweil wohl ungehindert fortsetzen dürfen.

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4 Kommentare

  1. Walter ist und bleibt wohl stets ein Spalter.
    Nicht mein Präses, da gab es mehrere wesentlich bessere
    oder sollte man sagen, angenehmere und nicht einseitig
    links festgemauerte.
    Er hat als Spezialdemokrat die H4-Gesetze ausgearbeitet
    und Sozialabbau forciert.
    Nicht zu vergessen die Werbung für eine linksradikale
    3. klassige Band, die gewaltverherrlichende Texte in ihrem Programm hat.
    „Mein nicht Gott Walter“, was für ein einseitig aufgestellter Präses der die
    Neutralität vergessen hat.
    Denn wie muss in der heutigen Zeit das politische Gebot heißen und sich einprägen,
    „Du sollst keine Götter neben der Alternativen haben“.

  2. Hat die documenta überhaupt noch etwas mit Kunst zu tun? Ist die nicht schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten ein pures Polit-Spektakel?

  3. Edel sei der Mensch

    „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“
    so tat es einst der Goethe sagen.
    Nie findet sich das unterm Hut,
    den unsere Politclowns tragen.

    Der Unterschied zum Tier ist nur
    die dünne Decke der Kultur.
    Dient die mal nicht der Macht zum Zwecke,
    wirft Macht schnell ab die dünne Decke.

    Kultur wird dann zum Trojapferd,
    gebraucht, damit man die bekehrt,
    die sich nicht den Doktrinen beugen,
    offen Freiheitswillen bezeugen.

    Zur Propaganda degradiert,
    ganz offensichtlich sie souffliert,
    was ein jeder denken sollte,
    eig’ne Gedanken sind Revolte.

    Wieder einmal hat es geschafft,
    das deutsche Volk dahingerafft,
    Kultur, Freiheit und Hirn gleichzeitig,
    wie 1933.

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