Jetzt wird auch Polen von „Nazis“ regiert: Hat Macron von Putin gelernt?

Da war die Welt noch in Ordnung: Macron mit „Antisemit“ Morawiecki 2020 (Foto:Imago)

In der Endphase des französischen Präsidentschaftswahlkampfes hat Amtsinhaber Emmanuel Macron für einen Eklat gesorgt: Nachdem der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki Macron wegen dessen häufiger Telefonate mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert hatte, konterte Macron mit dem Vorwurf, Morawiecki sei ein „rechtsradikaler Antisemit”, der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen das Leben schwer mache. Zudem warf er Morawiecki vor, Macrons aussichtsreichste Konkurrentin, Marine Le Pen, unterstützen zu wollen, die er schändlicherweise schon mehrfach in Warschau empfangen habe: „Seien wir nicht naiv: Heute will er ihr vor den Wahlen helfen”, behauptete Macron. Auf diese Verbalausfälle Macrons hin wurde prompt der französische Botschafter in Polen vom polnischen Außenminister Zbigniew Rau einbestellt.

In einem Interview mit der „Tagesschau“ bestätigte Morawiecki seine Kritik an Macrons Gesprächen mit Putin: „Wenn man mit Putin spricht, verleiht man ihm damit nur mehr Glaubwürdigkeit. Ich denke, er hat jegliche Glaubwürdigkeit verspielt.” Der Krieg werde entweder militärisch oder wirtschaftlich gewonnen, weshalb er für noch schärfere Sanktionen gegen Russland eintrete. Eine sicherlich ebenso eigenwillige wie fragwürdige Eskalationsrhetorik, die natürlich völlig inakzeptabel und kontraproduktiv mit Blick auf eine mögliche Friedensordnung ist – denn wenn Staatschefs in brisantesten Kriegszeiten nicht mehr miteinander sprechen, ist bald derselbe Zustand des Diplomatieversagens erreicht, der insbesondere einst  den Ersten Weltkrieg, diese europäische Urkatastrophe, erst möglich gemacht hatte.

Breitseite aus Nervosität

Macrons volle Breitseite gegen Morawiecki ist wohl nicht zuletzt dadurch zu erklären, dass die Nervosität steigt, seit manche Umfrageinstitute Le Pen sogar ernsthafte Siegchancen einräumen. Dennoch überrascht – insbesondere in der Ukraine-Krise, wo westliche Geschlossenheit eigentlich zu erwarten sein müsste – die Heftigkeit des französischen Ausfalls gegen den Regierungschef eines traditionellen, historisch engen Verbündeten Polens. Macron meint damit offenbar, seine globalistisch-woke Wählerschaft zu mobilisieren; dafür riskiert er jedoch fahrlässig ernsthafte politische Verstimmungen mit Polen, die selbst im Erfolgsfall seine eventuelle zweite Amtszeit überschatten könnten.

Die Verquickung der verteidigungs- und außenpolitisch angespannten Situation mit der ewigen linken Litanei über die angeblich homo- und transphobe, zudem noch migrationskritische Politik der osteuropäischen Visegrad-Staaten, die den globalisierungsgeilen linken Regierungen der westlichen EU ein Dorn im Auge sind, zeugt von außergewöhnlicher Engstirnigkeit und Kurzsichtigkeit Macrons. Zum Hintergrund: Polen hatte 2020 ein Gesetz erlassen, das die Frühsexualisierung und auch die Aufklärung über Homosexualität an Schulen einschränkt.

Putins Feixen

Dagegen hatten fünfzig ausländische Botschafter und internationale Organisationen protestiert. Morawiecki hatte dies zurückgewiesen und erklärt: „Niemand wird uns in Sachen Toleranz unterweisen. Wir haben sie in unserer DNA.“ Vize-Außenminister Pawel Jablonski sagte damals begütigend, Polen stimme der Botschaft des offenen Briefs voll zu, verwies aber auf die in der polnischen Verfassung übergeordnete Rolle einer Ehe zwischen Mann und Frau. Die Bekundung dieser Tatsache sei keine Diskriminierung, sondern Zeichen des Respekts für die Werte, die Polen am Herzen lägen.

Dennoch steht seitdem Polen – wie auch Ungarn, das eine ähnliche Politik verfolgt –
auf der schwarzen Liste der EU, und ist Lieblingsprügelknabe der regenbogenbunten „Sissi-Fraktion“ regierender europäischer Zeitgeistlinken, denen die Auflösung alles Traditionellen, Christlichen, biologisch und kulturell Angestammten gar nicht schnell genug gehen kann. Putin wird sich diebisch darüber freuen, wie leicht sich der dekadente „Werte-Westen“ über solche Kapriolen entzweien kann – und nun sogar seinerseits die von ihm taktisch gegen die Ukraine bemühte Nazi-Keule bemüht wird, um die eigenen NATO-Verbündeten niederzuknüppeln. Geschlossenheit sieht anders aus.

4 Kommentare

  1. Die ewige homo- und transphile, migrations- und globalisierungsgeile Litanei des Westens ist für jeden Menschen gesunden Verstandes abzulehnen. Dies vorneweg.
    Die Aussage Morawieckis „„Niemand wird uns in Sachen Toleranz unterweisen. Wir haben sie in unserer DNA.“ macht klar, daß der Mann keine Ahnung von Geschichte hat.
    Das Polen, das nach dem ersten Weltkrieg neu gegründet wurde, wurde in den 1920-er Jahren mehrmals wegen seiner unterdrückerischen Minderheitenpolitik gegenüber Ukrainern, Juden und Deutschen vom Völkerbund gerügt.
    Diese Minderpolitik erfuhr meine Mutter seinerzeit, also kurz nach dem ersten Weltkrieg, in der Schule. Sie bekam regelmäßig Schläge vom Lehrer, weil sie nicht Polnisch sprechen konnte. Am 1.9.1939 wurde ihr erster Mann – damals 28 Jahre – wie die anderen deutschen Männer des Dorfes von Polen abgeholt. Als die Wehrmacht ins Heimatdorf meiner Mutter kam, fand man im Wald außerhalb des Dorfes die deutschen Männer. Sie waren allesamt ermordet, genauer abgeschlachtet. Zuvor hatte der polnische Geistliche – Katholik natürlich – allerchristlichst seine polnischen Schäfchen dazu aufgerufen „Schlagt die Deutschen tot, wo ihr sie trefft. Ich vergebe euch eure Sünden“.
    Jetzt sei noch daran erinnert, daß die Polen mit ihrer „Toleranz-DNA“ 10 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat aus Ostdeutschland (Ostpreußen, Danzig-Westpreußen, Pommern, Ostbrandenburg, Schlesien) vertrieben haben. Zwei Millionen davon sind elendiglich verreckt.
    Und die Polen sollten nicht vergessen, daß ihnen die Russen die Vertreibung der Deutschen und damit den Landgewinn ermöglicht hatten.

    • (…) Die Vertreibung, die Verbrechen, die Grausamkeiten an der ostdeutschen Zivilbevoelkerung, die lange Flucht, ohne Hilfe und mit Angriffen auf Frauen, Kinder, Alte, Kranke gegen Ende und nach WWII , wird gerne verschwiegen, bzw. wer daran erinnert, ist ein Naazzi.
      Wenn Denkmale, dann werden sie verhaengt, beschmiert und verschaemt in irgendeine hinterste Ecke, in denen niemand sie findet, und niemand sie sieht, aufgestellt.
      Wen man an die Verbrechen erinnert, wird oft von den Selbstgerechten, die der Geschichtschreibung der Sieger glauben und entsprechend indoktriniert sind,
      geantwortet:“Die sind selbst schuld, kein Mitleid hier.“

      Man vergleiche dies zum jetzigen Konflikt und der Behandlung und Fluchtwege und Hilfen fuer die Fluechtlinge. Und dass ist gut so, dass ihnen geholfen wird und man daraus gelernt hat.
      Allerdings war man damals, allgemein zu den deutschen Fluechtlingen nicht so freundlich.

      Man koennte auch daraus ersehen, wie wenig man als Buerger zu melden hat, wenn es um Waffenlieferungen, die Buntland zur Kriegspartei und um Sanktionen geht.

      Heute kann man sich auch nicht mehr damit heraus reden, nichts gewusst zu haben. Im WWW gibt es unabhaenige Informationen. Die meisten Deutschen verstehen Englisch oder eine andere Fremdsprache. Die Oeffentlichen verkuenden immerhin , was die Ampel so vorhat um das Land zu ruinieren und man koennte diese Plaene und Taten kritisch hinterfragen, wenn man wollte.
      Zu Hitlers Zeiten, fuehrte Anhoeren von Fremdsendern, wen man denn ueberhaupt eine Fremdsprache verstand, zum Gestapo Besuch. Zeitungen, Wochenschau und Radiowaren sowieso total kontrolliert.
      Leider sind die Mehrheit der Deutschen genauso gutglaubig und naiv vertrauend in ihre Regierung, wie damals. Es hat sich nicht viel veraendert.

  2. Polen ist der Büttel Amerikas und sorgt schon seit vielen Jahren für Unfrieden in Europa. Die Polen sind auch diejenigen, welche in Swinemünde schon Tanks für Flüssiggas aufgestellt haben. Sie werden dann die Preise in der Euro-Zone bestimmen. Ihnen waren die Erdgastrasse aus Russland nach Deutschland schon immer ein Dorn im Auge. Habgierige Subjekte leben leider in dieses Polenland und ein Teil der Bevölkerung macht dort leider mit.

  3. Hierzulande wird immer über unsere Schlafschafe gelästert, aber was sagt es über die Widerstandsfähigkeit der Franzosen aus, wenn sie demnächst Macron wiederwählen? Mir würde es sagen: Wir sind gar nicht so schlecht und die sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Der Leidensdruck durch die Islamisierung ist dort ja noch viel höher als bei uns. Und wenn wir uns schon für die größten Luschen halten, dann sollten es die Franzosen doch leicht schaffen, Macron eine neue Normalität in der poltischen Wüste zu bescheren und statt seiner Marine Le Pen zu wählen. Mal sehen, was passiert.

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