La France d’abord – prima l’italia – America First… aber Deutschland zuletzt

Sichert die Gasversorgung Frankreichs im Jemen: Französische Fremdenlegion (Symbolbild:ScreenshotYoutube)

Während deutsche Politiker dem Volk raten, kürzer zu duschen oder gleich Waschlappen zu benutzen, um der durch ihre Politik maßgeblich mitverursachten Energiekrise zu begegnen, zeigen andere europäische Länder in der Krise eine völlig andere Prioritätensetzung bei der Problemlösung; ganz abgesehen davon, dass sie selbst diese Probleme nicht erst schaffen, sondern zunächst vermeiden. So zeigt derzeit Frankreich mit seiner militärischen Gas-Intervention im Jemen einmal mehr, dass es bereit ist, seine Energieprobleme auf völlig andere Weise und mit Methoden zu lösen, die für deutsche Politiker jenseits aller Vorstellung (und Möglichkeit) lägen – eben um das dort und in jedem anderen normaltickenden Staat der Erde selbstverständliche Primat der Versorgungs- und Bedürfnissicherung der eigenen Bevölkerung zu würdigen. Ein Primat, das de jure und qua Amtseid eigentlich auch für deutsche Politiker verpflichtend wäre, das diese jedoch unter Verweis auf fadenscheinige ideologische und auswärtige Sachzwänge und eine verlogene höhere Moral meinen, wieder und wieder missachten zu dürfen.

Wenn Frankreich auch weniger von russischen Gaslieferungen abhängig ist als Deutschland, drohen ihm dennoch ebenfalls Versorgungsengpässe. Statt jedoch zu versuchen, dem Volk diese als Vorgeschmack einer angeblich überfälligen Selbstbeschränkung zu verkaufen, statt Teuerung und Verknappung als willkommene Eingewöhnung auf eine anstehende große wirtschafts-, konsum- und klimapolitische Transformation willkommen zu heißen – wie es die grünsozialistischen Eliten in Deutschland tun -, denkt Macron an das Wohl des eigenen Landes – und wird im Alleingang tätig. Dies ist besonders aufschlussreich mit Blick auf die von Deutschland stets betonte europäische Solidarität und die sklavische Befolgung von Richtlinien einer EU, als deren zentrale Achse stets Deutschland und Frankreich beschworen wird. Wie sich zeigt, tun auch die Franzosen in der Krise das, was schlicht jedes Land tun würde (außer eben Deutschland): Es denkt zuerst an sich und stellt seine Existenzsicherung, seine nationalen Eigeninteressen voran.

Pragmatische Gasbeschaffung nach französischer Methode

Letzte Woche gab der ehemalige jemenitische Außenminister Abu Bakr al-Qirbi überraschend bekannt, dass die französische Fremdenlegion in der Provinz Shabwah im Jemen eingetroffen sei, um dort die Kontrolle über das Balhaf-Gaswerk zu sichern. Weiter erklärte der Ex-Minister, die Franzosen hätten „Vorbereitungen für den Export von Gas aus der Anlage in Balhaf getroffen … in Anbetracht der steigenden internationalen Gaspreise“, und um die Abhängigkeit Europas von russischem Gas zu reduzieren. In einer Parlamentssitzung am 17. August hatte die „Nationale Heilsregierung“ (NSG) des bürgerkriegsgeschüttelten Jemen bereits auf „verdächtige Aktivitäten” der im Süden Landes stationierten US-amerikanischen und französischen Truppen hingewiesen, wobei sie sich auf al-Qirbis Ausführungen berief. Dieser ließ auch die Andeutung fallen, dass die französische Intervention der Grund für die Zusammenstöße zwischen von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten Söldnergruppen und Kräften der Islah-Partei sein könnte, die mit der Muslimbruderschaft und dem von Saudi-Arabien unterstützten „President Leadership Council“ (PLC) verbunden sind.

Hintergrund ist, dass Frankreich und die Vereinigten Arabischen Emirate im Juli ein Abkommen zur gemeinsamen Produktion von Flüssigerdgas (LNG) unterzeichnet haben. Dabei soll offenbar die Kontrolle über die jemenitischen Gasressourcen durch die Anlage in Balhaf gesichert werden, die sich im Besitz des französischen Öl- und Gasmultis TotalEnergies SE befindet. Während der deutsche Klimaminister – nach letztlich vergeblichen byzantinischen Ergebenheitsgesten gegenüber schwulenfeindlichen und klimaignoranten Scheichs – die von ihm selbst kaputtsabotierte Gasversorgung durch Ausgleichsbeschaffungen zum maximalen Schaden der deutschen Verbraucher mehr schlecht als recht zu retten versucht, schaffen die Franzosen handfeste Fakten.

Im Zweifel für das eigene Volk

Freilich wird das französische Engagement im seit Jahren anhaltenden Krieg im Jemen schon lange kritisiert; Anfang Juni hatten mehrere Menschenrechtsgruppen drei französische Rüstungsunternehmen bei einem Pariser Gericht verklagt, weil sie ihnen vorwerfen, durch den Verkauf von Waffen an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an Kriegsverbrechen im Jemen beteiligt gewesen zu sein. Der jemenitische Premierminister Abdulaziz Saleh bin Habtoor führt die jüngsten „Plünderungen“ durch die von Saudi-Arabien geführte Koalition auf Anweisungen der USA zurück, die den Plan verfolgen würden, die Kontrolle über das jemenitische Öl durch ihre Verbündeten am Golf zu sichern.

Unabhängig davon aber, wie man diese schwer durchschaubaren Vorgänge moralisch bewertet, zeigen sie doch, dass Frankreich offenbar bereit ist, die nur aus ausländischen Staatsangehörigen bestehende Fremdenlegion in eine kriegsgeschüttelte Region zu entsenden, um seinen eigenen und auch den europäischen Gasproblemen abzuhelfen. In Deutschland hingegen wird überteuertes Flüssiggas zur Begeisterung der US-Exporteure eingekauft, für dessen Anlieferung und Lagerung überhaupt keine Infrastruktur existiert, die Versorger müssen sich zu sanktionsbedingt astronomisch emporgeschossenen Marktpreisen mit Gas eindecken, die ihnen die deutschen Verbraucher mit einer perversen Gasumlage erstatten müssen, und jetzt begibt sich die Bundesregierung mit der unausgereiften Vision vom „grünen Wasserstoff” aus Kanada erneut aufs Glatteis. Und weil das alles nicht hilft, winken der Bevölkerung Wärmehallen, Ampelabschaltungen, Temperaturvorschriften und Hygienetips. Ein radikaleres Kontrastprogramm zur deutschen Politik als das pragmatische Handeln der Franzosen für die eigene Bevölkerung ist kaum vorstellbar.

11 Kommentare

  1. Zitat:
    „So zeigt derzeit Frankreich mit seiner militärischen Gas-Intervention im Jemen einmal mehr, dass es bereit ist, seine Energieprobleme auf völlig andere Weise und mit Methoden zu lösen, die für deutsche Politiker jenseits aller Vorstellung (und Möglichkeit) lägen ….“

    Ich glaube, da irrt sich der Autor!
    Natürlich sind die deutschen Politiker tüchtig dabei, dass Problem auf genau die gleiche Weise zu lösen: Wir führen an der Seite der Ukraine Krieg gegen Russland und erhalten dann nach der endgültigen Niederwerfung dieses Energie-Erpressers dank unserer Waffenbrüder in der Ukraine besonders kostengünstigen Zugang zu den Gas- und auch Ölquellen. Dann können wir auch endlich, wie geplant die unter ukrainischer Verwaltung stehende Nordstream 2- Pipeline in Betrieb nehmen. Wozu haben wir denn sonst deren Bau finanziert? Die Gebühren an die Ukraine zahlen wir vor Ort.

    Da sage noch einer die deutschen Politiker könnten nicht rechnen oder stünden da irgendwie hinter anderen Kolonialmächte zurück! Wir lassen uns nicht länger von Russland mit seinen Gaspreisen oder Öllieferungen an der Nase herumführen. Jahr um Jahr zittern wir vor uns hin, ob die Lieferungen pünktlich erfolgen und ob tatsächlich weiterhin die niedrigsten Weltpreise verlangt werden. Ja, wer sind wir denn, dass wir uns das gefallen lassen?
    Was unter brauen Führung nicht geklappt hat, klappt jetzt garantiert unter grüner Führung.

    Nach einem bitterkalten Winter und einem kontinental heißen weiterem Sommer sprudeln dann bei uns sämtliche Gas-, Öl-, einschließlich und weiterhin dank sämtlicher Verblödungsquellen …

  2. Morgen um 11:00 Uhr findet eine Demonstration der Kreihandwerkerschaft in Dessau-Rosslau statt. Es gibt auch eine Petition, die man unterschreiben kann. Petitionen bringen allgemein nicht viel, aber man unterschreibt aus purer Verzweiflung „Nordstream 2 statt Gasumlage“ Hier sind die Schreiben der Kreishandwerkerschaft http://www.khs-anhalt.de/

  3. EU zahlt jeden Preis:

    „Die EU sei mittlerweile bereit, jeden Preis für Flüssigerdgas (LNG) zu zahlen, berichtet das Wirtschaftsmagazin ‚Fortune‘. Gashändler können aktuell rund 150 bis 200 Millionen Euro Gewinn pro LNG-Tanker machen. Europa sei bereit, die Heizkosten für alle Bürger weiter in die Höhe zu treiben, um die Versorgung mit Erdgas im kommenden Winter zu sichern, so das Wirtschaftsmagazin. Demnach haben die EU-Staaten in den vergangenen Monaten 21 Milliarden Kubikmeter aus den globalen LNG-Beständen aufgekauft. ‚Wir reden hier nicht über eine Marge. Es geht um einen Multiplikator. Alles in allem ist es verrückt‘, sagt Energieexperte Laurent Segalen dem ‚Business Insider'“.

    aus:

    „Wochenrückblick: Von der Kölner Wildgänseplage bis zur aufgegeben CO₂-Neutralität Kopenhagens“
    https://www.epochtimes.de/politik/ausland/wochenrueckblick-von-der-koelner-wildgaenseplage-bis-zur-aufgegeben-co2-neutralitaet-kopenhagens-a3936116.html

  4. Für mich ist die Handlungsweise der französischen Regierung kein Vorbild. Deutschland hätte friedliche Möglichkeiten, sich aus der selbstverschuldeten Notlage zu befreien. Dazu bedürfte es lediglich etwas Mut des Bundeskanzlers und der hoch bezahlten Volksv(z)ertreter, ausnahmsweise Entscheidungen im Interesse der eigenen Bevölkerung zu treffen. Möglichkeiten gäbe es genug.

    • Sehe ich ebenso. In meinen Augen ist es blanker Zynismus, wenn ein Land, um angeblich „freiheitliche Werte zu verteidigen“, Sanktionen verhängt und sich anschließend, um die Folgen dieser Sanktionen von sich abzuwenden, mit militärischen Mitteln an anderne Ländern schadlos hält.

  5. Richard Wagner, 1868:

    "Hier [im 18. Jahrhundert] kam es zum Bewußtsein und erhielt seinen bestimmten Ausdruck, was Deutsch sei, nämlich: die Sache, die man treibt, um ihrer selbst und der Freude an ihr willen treiben; wogegen das Nützlichkeitswesen, d. h. das Prinzip, nach welchem eine Sache des außerhalb liegenden persönlichen Zweckes wegen betrieben wird, sich als undeutsch herausstellte. Die hierin ausgesprochene Tugend des Deutschen fiel daher mit dem durch sie erkannten höchsten Prinzipe der Ästhetik zusammen, nach welchem nur das Zwecklose schön ist, weil es, indem es sich selbst Zweck ist, seine über alles Gemeine erhöhte Natur, somit das, für dessen Anblick und Erkenntnis es sich überhaupt der Mühe verlohnt Zwecke des Lebens zu verfolgen, enthüllt; wogegen das Zweckdienliche häßlich ist ..."

    • Ich denke, die Aussage ist schwer zu verstehen aber leicht falsch zu verstehen. Das Problem ist meiner Ansicht nach, dass diese typisch deutsche Eigenschaft leicht von anderen missbraucht werden kann. Das war bei den früheren Nazis der Fall und es ist bei den heutigen Nazis (Grüne) der Fall. Damit dies nicht passieren kann, müsste sich Deutschland in diesem Punkt vor fremder Beeinflussung schützen. Das ist allerdings nicht möglich, wenn sich der Feind – wie derzeit – in den eigenen Reihen befindet. Hier müsste sich jeder Deutsche durch selbständiges Denken selber schützen. Aber, ich zitiere mal Dieter Bohlen: „Versuch‘ mal einem Idioten zu erklären, dass er ein Idiot ist.“

  6. der EU-Umstieg von NG auf LNG, obwohl hier fertige Erdgasleitungen liegen ist eine Frechheit an sich und man macht sich dadurch in „Schwellenländern“ auch so richtig beliebt.

    Länder, die keine Pipelines von Russland haben, auf LNG angewiesen, schauen nun in die Röhre (schlechter Wortwitz), weil sie die nun hohen Import-Preise nicht zahlen können bzw. die Tankerströme umgeleitet werden, weil die EU die Länder preislich überbietet.

    Aus ideologschen Gründen bürden wir so Dritt-Welt-Ländern auch noch höhere Preise auf bzw. die stehen völlig vor leeren Regalen bzw. in der Kälte. Unglaublich das alles.

  7. Die typische deutsche Eigenschaft sich als moralisch ueberlegen und im Recht zu fuehlen hat wieder einmal zugeschlagen und verhindert logische selbsterhaltende Vorgehens- und Verhaltensweisen.
    Wiedermal treu frierend und hungernd der bekannten Farbenmischung in den Untergang folgen und sich hinterher wundern, dass das passieren konnte.

    Esist nur noch mit Zynismus und Irony zu ertragen wie hier:
    Kurztuschanleitung nach Habeck, sogar ohne Dusche:

  8. Viele Bundesbürger machen sich eigentlich keine genaue Vorstellung von der wahren Natur ihres Landes. Ein Rückblick in die Geschichte ist manchmal erhellend! Als die BRD 1949 gegründet wurde mußte sie alle Regierungsentscheidungen von den alliierten Hochkommissaren (also Franzosen, Briten und Amerikaner im Westen) gegenzeichnen lassen. In der politischen Theorie gilt ein solches Land nicht als souverän, sondern als eine Art Protektorat, wie zum Beispiel vor 1945 das „Protektorat Böhmen und Mähren“ (ex-Tschechoslowakei) nicht souverän war. Zwar kann man sagen daß diese Gegenzeichnungspflicht 1955 abgeschafft wurde, dennoch zeugt die politische Praxis davon, daß unsere Souveränität zweifelhaft geblieben ist. Um von Frankreich zu sprechen. Zwischen 1954 und 1962 führte die Grande Nation ihren Kolonialkrieg in Algerien. Die Algerier nutzten dagegen die Bundesrepublik für Waffeneinkäufe. 1960 veröffentlichte der SPIEGEL eine Artikelreihe zur „Roten Hand“, eine Killertruppe des französischen Auslandsgeheimdienstes die in Europa Feinde Frankreichs beseitigte. So wurde 1959 in Frankfurt der deutsche Waffenhändler Georg Puchert von der „Roten Hand“ mit einer Autobombe ermordet, nebst Hunderter in Deutschland geflüchteter Algerier und keine nennenswerten Ermittlungen wurden wegen dieser Morde durchgeführt. Wie souverän ist ein Land, der seine eigenen Staatsangehörigen auf seinem eigenen Territorium durch fremde Machtorgane ermorden läßt? Man kann heute zwar sagen Frankreich hätte sich, spätestens 1989 völlig als Besatzungsmacht verabschiedet, aber die Amis haben zum Beispiel noch vor ein paar Jahren das Handy der Bundeskanzlerin abhören lassen, auch ohne jede strafrechtlichen Folgen. Das ist eben der Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland. Frankreich ist souverän während die Deutschen sich notfalls im Winter den Podex abfrieren müssen wenn das „befreundete“ Ausland es ihnen befiehlt!

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