Lüge & Weltklima: Zeit in Strecke umgerechnet

Maßband, 150 Zentimeter (Foto:Imago)

Schlagzeile in einer österreichischen Zeitung dieser Tage: „Interview – Temperaturen um die 35 Grad, das hat es früher nicht gegeben”. Im Teaser dann: „Meteorologe Klaus Reingruber spricht über den kommenden Sommer, Wetterextreme und über spezielle Kundenwünsche.

Abgesehen davon, daß das schon nicht stimmt, wenn man „früher“ lediglich innerhalb der vergangenen 100 Jahre ansiedelt, weil 1957 und 1976 extrem heiße Sommer mit Temperaturen bis zu 40 Grad gewesen sind, 1983 und 2003, in Spittal an der Drau und in Kösching bei Ingolstadt vor Jahren schon 40 Grad erreicht wurden: Was soll „früher“ heißen?

Früher: Maulschellen?

„Früher“! Allein für dieses unverschämt idiotische „früher“ möchte man am liebsten Maulschellen verteilen. Wann war „früher“? Es ist ganz einfach so, daß „früher“ als aussagekräftige Zeitangabe im Zusammenhang mit dem Wetter nur von jemandem mit gedanklichem Inhalt gefüllt wird, der seine eigene Lebenszeit – vielleicht noch die seiner Elterngeneration – als den Rahmen begreift, in dem er „früher“ und „später“ denkt. Mindestens so bekloppt wie „früher“ ist in diesem Zusammenhang die Phrase vom „vorindustriellen Zeitalter”, in welchem wettermäßig nichts als eitel Freude und weltklimaverträglicher Sonnenschein bei gemäßigten Temperaturen herrschten. Das „vorindustrielle Zeitalter”: Das ist kein „Zeitalter“, sondern die gesamte Erdgeschichte minus 300 Jahre Industrialisierung. Die Erde ist etwa 4,5 Milliarden Jahre alt.

Wie lang 4,5 Milliarden Jahre dauern, kann man sich sehr schlecht vorstellen, es sei denn, man versucht sich an einer Visualisierung von Zeit. Das sind ja immerhin 4.500 Millionen (!) Jahre, in denen es den Menschen erst seit etwa der letzten halben Million Jahre überhaupt gibt. Das heißt, 4.499,5 Millionen Jahre lang änderte sich das Weltklima teils dramatisch, ohne daß es irgendeinem Menschen aufgefallen wäre, weil es schlicht und einfach keinen Menschen gegeben hat.

Ein Jahr ist ein Zentimeter

80 Zentimeter sind 80 Jahre. So lange währt etwa ein Menschenleben in Westeuropa. Das Maßband auf dem Foto ist 150 Zentimeter lang. Man bräuchte 30 Millionen dieser Maßbänder, an ihren Enden miteinander verklebt, um die Erdgeschichte von 4,5 Milliarden Jahren in Zentimetern abzubilden. Dieses verlängerte Maßband würde einmal um den Globus reichen und es bliebe Maßband für weitere 5.000 Kilometer übrig. Eine komplette Erdumrundung plus 5.000 Kilometer in Zentimetern, von denen ein jeder 12 Monate hat! Ein Monat auf dem erdumspannenden Maßband kleiner als 1 Millimeter!

Als ich jung gewesen bin, hatten wir Schnee von November bis März. Heute nicht mehr. Da kann man doch sehen, daß das Klima sich wandelt. Das ist doch nicht normal.“ – stimmt, das ist Wahnsinn! Was ist Anthropozentrismus?

Grönland wurde etwa vor 1.100 Zentimetern entdeckt und heißt so, weil es damals grün gewesen ist. Vor guten 2.000 Zentimetern gab es 500 Weinberge im heutigen Großbritannien. Vor 65 Millionen Zentimetern sind die Dinosaurier ausgestorben, nachdem sie etwa 140 Millionen Zentimeter lang die Erde bevölkert hatten. Den ersten Menschen gab es vor etwa 500.000 Zentimetern. Die Dinosaurier „bevölkerten“ den Planeten bis zu ihrem Aussterben also etwa 280 Mal (!) länger, als der Mensch bisher. Die Industrialisierung gibt es seit drei Metern, also seit 300 Zentimetern.

Wimpernschlag in erdgeschichtlichen Dimensionen

Die Gletscher der Alpen reichten einst bis kurz vor München. Es hat vielleicht 20.000 Zentimeter gedauert, bis sie sich wieder in die Alpen zurückgezogen hatten. Egal, wie lange es gedauert hat. Im Verhältnis zur Gesamtlänge der Erdgeschichte (4.500.000.000 Zentimeter) war es ein Wimpernschlag.

Ich schreibe das nur, um einmal das Ausmaß jener anthropozentrischen Vermessenheit darzustellen, mit welcher der Menschheit eingebläut wird, die Erde würde unbewohnbar werden, weil auf den beiden letzten von 30 Millionen Maßbändern alle Zentimeter industrielle Zentimeter sind – und daß es an ihm, dem Menschen läge, die Katastrophe abzuwenden. Das einzige, was noch länger ist, als die 30 Millionen miteinander verklebten Maßbänder, die sich um den ganzen Globus spannen, ist die Hybris derer, die solche „Gewißheiten“ in die Welt setzen. Wenn man sich dann noch überlegt, daß das offenbar geht, kann man nachvollziehen, warum irgendwann einmal jemand fand, es sei eine gute Idee, Löwen in Käfige einzusperren und zu dressieren, um sie dann im Zirkus auftreten zu lassen.

Das sind die Relationen: 80 Zentimeter von 4.500.000.000 Zentimetern (Achtzig von Viermilliardenfünfhundertmillionen). Und die ganze Welt rotiert um des Menschen Bauchnabel herum. Oder um seine Nasenspitze. Die Dummheit ist grün. Die Unverschämtheit in der Dummheit sowieso.

13 Kommentare

  1. Es ist immer aufschlussreich, wenn man mal die Perspektive wechselt oder Vergleiche anstellt. Deshalb ein Lob für diese Umrechnungen!

    Was jetzt noch fehlt, ist eine Messlatte (oder Kuchen), mit der „Deutschlands Beitrag zur Weltrettung“ veranschaulicht wird! Offensichtlich kapiert ja niemand, was z.B. die Tatsache bedeutet, dass Deutschland überhaupt (nur!!) 2 % – 3% zum CO2-Ausstoß beträgt.

    Wobei mit dieser These ja impliziert wird, dass die Klimaerwärmung mit menschlichen Aktivitäten und Verbrauchen etwas zu tun hätte, was nach meinem Laien-Verständnis ggf. (!) aber viel mehr mit Feinpartikeln zu tun haben könnte. Sei’s drum. Kein einziger Theorie-Irrtum verändert die Welt, sondern immer nur die Regulierung bzw. das Verhalten nach eben exakt einer verkündeten Theorie.

    Deutschland mit „CO2-Voll-Bremsung“ – fährt seine Volkswirtschaft, Auto-Industrie, sonstiges und vor allem seinen Lebensstandard voll gegen die Wand. Andere pfeifen auf eine Vollbremsung und verschwinden gut gelaunt schon bald hinter dem Horizont. Wer wäre da der Dümmere?

  2. spannend ist auch, daß die NASA die Veränderungen im Wetter auch auf den äußeren Planeten nachgewiesen hat – schon vor 20 Jahren!
    könnte es sein, daß da draußen doch die Wahrheit liegt und die Klima-Fans einfach nur lügen und betrügen ?

  3. Das „Klima“ wandelt sich immer, ob es Menschen gibt, oder nicht. Einzig mögliche Reaktion auf etwas, das sich „Klimawandel“ nennt: Anpassung daran!
    Heißt: Klimaanlagen, wenn es richtige Warm- oder Heißphasen gibt, Heizungen, wenn es Kältephasen gibt ausbauen, verstärken usw.
    Dafür selbstverständlich nicht die Energie verteuern, sondern sämtliche ideologischen Raubsteuern darauf entfernen und sehen, daß Energie massenhaft und günstig zur Verfügung steht.
    Energie ist für eine moderne Gesellschaft so wichtig, wie Grundnahrungsmittel, denn nur durch selbstverständlich verfügbare, bezahlbare Energie sind wir dorthin gekommen, wo wir eigentlich sind (den aktuellen Wahnsinn einmal rausgerechnet): Werden im Schnitt 80 Jahre alt und können selbst in diesem Alter noch oft sehr gut leben. Ohne Energie, Verbrennung von Kohlenwasserstoffen, wäre das Leben kurz, hart, krankmachend, stinkend, erbärmlich.
    Deshalb auch: Wer permanent von sozialer Gerechtigkeit redet, muß definitiv die Energie wieder auf den Preis ohne staatlich-ideologischen Raub zurücksetzen, denn nur werden nicht so Betuchte auch wirklich entlastet. Und zwar ohne, daß es als Inflation wieder verpufft.
    Nur so: Heute wieder ein Bild mit dem Auszug aus Mayers Volkslexikon von 1890 gesehen: CO2 Gehalt wurde damals mit 0,04% angegeben. Heute gibt man 0,038% an.
    Mehr braucht man nicht wissen, daß der ganze Kokelores nur zur Schuldgefühlerzeugung dient, um besser herrschen und tyrannisieren zu können.

    • Zwar sind wir nicht Gottes Generalbevollmächtigte in Sachen Klima, andererseits aber auch nicht von höherer Warte legitimiert, den Planeten rücksichtslos auszubeuten. „Massenhaft und günstig“ – sind das die,Leitbegriffe unserer Kultur?
      Wann wird endlich die heilige Wachstumskuh geschlachtet? Wann hinterfragt jeder einzelne Mensch für sich, ob er sein eigenes Dasein mit sinnentleerter Warenanhäufung verbingen und dieses Prinzip möglichst noch weltweit zu verbreiten helfen will? Auch dies wäre ein kleiner Schritt aus der Vermessenheit.

  4. Aber, Herr Erdinger! Was gelten Äonen gegen die Superpower des menschlichen Genius? Wir haben uns die Naturgewalten der Ströme und Flüsse unterworfen (ähm, mit lokalen, familiär bedingten Ausnahmen …), wir erfinden den menschlichen Verstand im digitalisierten App-Format neu, wir haben uns zu Herren und Herrinnen über die biologischen Geschlechter aufgeschwungen und praktizieren souverän den Umgang mit der humanoiden Erbinformation. Wir können, dürfen, müssen alles!
    Führende unabhängigste Experten der führenden unabhängigsten Institutionen haben sich darauf geeinigt, dass man die brandaktuellen Daten ihrer über alle Verdächte erhabenen Laboratorien im Sinne eines menschengemachten Klimawandels zu interpretieren habe – und da kommen Sie mit Ihren längst veralteten paar Milliarden Erdgeschichte!
    Was wir brauchen, ist keine ewig-vorgestrige Bescheidenheit, sondern eine Weltbevölkerung von ca. 25 Milliarden Mus.. äh, Menschen und ein hieran angepasstes, feministisch basiertes Klima.

  5. An einen Klimabesorgten

    Das Klima macht mir keine Sorgen, 
    denn Klima gibt es auch noch morgen,
    am Klimahype ist das absurde,
    gefährlich war’s, wenn’s kälter wurde.

    Das es schon öfter wärmer war,
    ist Klimaspinnern gar nicht klar.
    Woher soll’n die denn das auch wissen,
    Klimageschichte sie nicht missen.
    Weil die politisch nicht korrekt,
    wird sie mit Schweigen zugedeckt.

    Um Klimawahnsinn zu begründen,
    müssen sie Daten neu erfinden.
    Geistig wird es für sie zur Qual,
    wenn’s Stichwort fällt: Multikausal.

    Für ihre Klimaparanoia
    ist dann kein deutsches Geld zu teuer.
    Dem CO2 sie Schuld andichten,
    Kranichhäcksler sie errichten,
    Um die zu etablieren,
    Urwälder sie planieren.

    Wenn Winde wie so oft nicht wehen,
    damit das Leben bleibt nicht stehen,
    muss man dann Energie aus Kohlen,
    sich aus dem Nachbarlande holen.
    Wehen die Winde doch recht doll,
    verschenkt man Strom, bezahlt Strafzoll.

    Der Wahn in Deutschland galoppiert,
    der Stromkunde noch applaudiert,
    und das auch noch aus vollem Herzen,
    besser wär’s, er kauft Wachskerzen.

  6. tja, Zeiten, Experten + Hysterie ändern sich….mal sehen wie es in 20 Jahren ist.

    Spiegel „früher“ zum Wetter

    aus Heft 05/1970
    „Kabeljau-Schwärme wanderten südwärts; dreimal in den vergangenen vier Jahren rückte, nach fast einem halben Jahrhundert, wieder Packeis vom Polarkreis bis zu Islands Küsten vor. Die Kältewelle dieses Winters scheint eine Hypothese amerikanischer Meteorologen zu bestätigen: Durch kosmische Einflüsse, vor allem Sonnenflecken, gehe die Erde einer neuen Eiszeit entgegen.“

    aus Heft 33/1974
    Kommt eine neue Eiszeit? Nicht gleich, aber der verregnete Sommer in Nordeuropa, so befürchten die Klimaforscher, war nur ein Teil eines weltweiten Wetterumschwungs — ein Vorgeschmack auf kühlere und nassere Zeiten.

    aus Heft 03/1977
    „Klima-Forscher haben die Hauptursache der Eiszeiten erkannt: Unregelmäßigkeiten im Lauf der Erde um die Sonne. Die gegenwärtige Wärmeperiode, sagen sie vorher, geht zu Ende.“

      • Erdinger:“„Früher“! Allein für dieses unverschämt idiotische „früher“ möchte man am liebsten Maulschellen verteilen.“

    • Es gibt im www schöne Listen mit all den Weltuntergängen (meist wegen Wetter/Klima), die allein in den letzten Jahrzehnten durch die Johurnaille geisterten.
      Diese Branche lebt nun mal von Sensationen; die simple Meldung (die statistisch zu 60% stimmt): „Morgen wird das Wetter so wie heute“ verkauft sich nun mal schlecht.

      Diese Listen der prophezeiten Weltuntergänge sind genau so ellenlang wie die Listen der Kriege der USA seit ’45.

  7. man muss gar nicht weit zurückgehen um einen schwerwiegende änderung in europa zu bemerken.
    nur ca 8500 jahre.
    damals enstand der ärmelkanal, vorher gab es ihn nicht.
    der meeresrpegel war 60 meter höher als heute und die küste 600 km weiter nördlich als heute.
    das ist nicht lange her, aber zu weit weg für diese klima-gören.

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