Mittelmeer-Migration und die verlogene deutsche Entrüstung über Italien

Aufnahme einzelner „seenotgeretteter“ Mittelmeermigranten in Messina (Foto:Imago)

Morgens um vier entsteht plötzlich Unruhe im Vorgarten der Müllers, grelles Scheinwerferlicht dringt ins Schlafzimmer und ein unverständliches Stimmengewirr ist zu hören. Vorsichtig schleicht Frau Müller ans Fenster, um die Quelle des Aufruhrs zu erforschen, denn die Nachbarn haben behauptet, die Russen stünden kurz davor, in Ostwestfalen einzufallen. Doch dort steht kein Panzer, aus dem Putin herauswinkt, sondern ein Reisebus, mitten auf dem frisch gemähten Rasen, dem gerade ein Pulk von Menschen entsteigt, den man noch nie gesehen hat. Die Müllers sind erst einmal ratlos, ob es sich um ein Unglück gehandelt hat, denn die Reifen des schweren Busses haben tiefe Furchen in die Wiese gegraben. Also beschließen sie nachzusehen.

(Screenshot:Twitter)

Kaum haben sie die Tür geöffnet, drängen schon die ersten Ankömmlinge an ihnen vorbei und bilden eine Schlange vor der Gästetoilette, denn die Reise war lang und die Natur ruft. Ein Kind hat das Geschaukel des Busses nicht gut vertragen und erleichtert seinen Magen in die pink-lila gestreiften Petunien, auf die Frau Müller so stolz ist. Da tritt auch schon der Busfahrer an sie heran und beauftragt sie, für seine Fahrgäste eine nahrhafte Mahlzeit zu kochen. Die Müllers sind erst einmal sprachlos und vollkommen überrumpelt. Auch wenn ihnen die erschöpften Neuankömmlinge ein wenig leidtun, überfordert sie die Situation über alle Maßen – und sie fragen sich, wer ihnen den unerwünschten Besuchersegen eingebrockt hat. Am Gartenzaun steht derweilen Herr Maier und beschimpft sie, warum sie für die Fahrgäste noch keine Betten bezogen haben. Er findet das höchst feindselig und fragt, ob man andere Menschen hasse.

Die Lasten sollen immer die anderen tragen

Es scheint eine ungeschriebene Regel zu geben: Diejenigen, welche die Segnungen der Migration am lautesten preisen, haben in der Regel am wenigsten mit den damit verbundenen Konsequenzen zu tun. Selbst wenn wir einmal die schwarzen Schafe unter den Migranten außen vor lassen, bedeutet die Aufnahme von Einwanderern nun einmal eine riesige logistische Herausforderung. Die Neuankömmlinge müssen ernährt, untergebracht und eventuell auch medizinisch versorgt werden. Das kostet nicht nur, sondern bindet auch viel Arbeitskraft, die an anderer Stelle fehlt. Migranten konkurrieren mit Geringverdienern um günstige Wohnungen und ärztliche Leistungen. Es will gut überlegt sein, ob man sich das als Land, das selbst von der Wirtschaftskrise gebeutelt ist, überhaupt leisten kann.

Die Italiener als eine der ersten Anlaufstellen für Migranten aus Nordafrika ächzen schon lange unter der Belastung. Und das, obwohl es dort zu Beginn noch sehr viel Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung gab, die zum Beispiel Essenspakete spendierte. Aber das kleine Lampedusa musste früher oder später überfordert sein, da ist es kein Wunder, wenn schließlich die Stimmung kippt. Jetzt schlägt aber wieder einmal die deutsche Moral mit voller Härte zu: Die Italiener sollen gefälligst die Migranten aufnehmen, die von deutschen Seenotrettern aus dem Mittelmeer gefischt wurden. Man muss kein Faschist sein, um das als Eingriff in die eigenen innenpolitischen Angelegenheiten anzusehen – zumal die italienischen Behörden durchaus dafür sorgen, dass etwa Kranke versorgt werden. Sie sind nicht herzlos – allerdings haben sie erkannt, was man in Deutschland nicht sehen will: Dass Migration ein Land auch überfordern kann.

Herumgewedele mit dem moralischen Zeigefinger

Deutschland aber will die Welt retten, da müssen alle mitziehen, die sich nicht mit dem moralischen Zeigefinger vor der Nase herumwedeln lassen wollen. Das war schon 2015 so, als die Prominenz aus ihren Gated Communities heraus „Refugees Welcome!“ rief und vielleicht einen einzelnen Alibi-Flüchtling aufnahm. Heldentat vollbracht – den Rest sollen nun andere übernehmen. Und genauso wie damals verschließt die Fraktion der Gutmenschen ihre Augen davor, dass es nicht die Ärmsten sind, die wir aufnehmen, denn die haben weder Kraft noch Geld, um Europa zu erreichen. Diese Menschen sind froh, wenn sie es bis zur nächsten Anlaufstelle der UN schaffen, wo sie etwas Nahrung und medizinische Hilfe erhalten. Aber dort zu helfen, bringt weniger Publicity und widerstrebt auch dem Bedürfnis der Moralisten, Migranten für das eigene Ego im eigenen Land zu sammeln.

Stattdessen kommen junge Erwachsene, die in Saft und Kraft stehen und viel Frust in sich tragen, wenn Europa ihre hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllt. Unsere Gesellschaft hat dem nichts entgegenzusetzen, weil sie sich verbietet, über die negativen Folgen nachzudenken und lieber wegsieht, wenn einer der Neuankömmlinge seine Aggressionen an unbeteiligten Passanten auslässt – bis zum bitteren Ende. Die Italiener möchten sich zukünftig davor schützen – und es kann nicht Sache Deutschlands sein, ihnen Vorschriften zu machen, wen sie in ihren Vorgarten lassen und wen nicht. Vielleicht trägt das ein wenig dazu bei, dass auch den Schleppern, die sich in Nordafrika eine goldene Nase verdienen, das Geschäft verhagelt wird.

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18 Kommentare

  1. Sklaverei im Wandel der Zeit:

    Früher wurden Fremde geholt, um sie als Sklaven für die einheimische Baumwollindustrie arbeiten zu lassen.

    Heute werden Fremde geholt, um Einheimische als Sklaven für die Asylindustrie arbeiten zu lassen.

    Die Sklaverei ist tot. Es lebe die Sklaverei.

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  2. Italien will sich also schützen, indem man alle Eindringlinge mit Ausnahme eines Schlepperschiffes wieder einmal nach einigem Gezeter an Land gelassen hat? Interessante Art, sich abzuschotten.
    Wenn die Migrantendampfer erst vor der Küste Italiens stehen, haben die Italiener kaum eine andere Wahl, als die an Land zu lassen.
    Mit der Öffnung der Grenzen hat Merkel die Büchse der Pandora geöffnet und zu bekommt man die nur noch mit harten Maßnahmen. Eine Einsicht, der man sich in der Bundesregierung und EU hartnäckig verweigert, bis nichts mehr geht, was im Grunde schon der Fall ist.
    2015 hat eine tiefe, nicht heilende Wunde hinterlassen und nun fügt sich Wunde auf Wunde, davon erholen wir uns nie mehr.
    Wenn man den Eindringlingen den sozialen Geldhahn abdreht und auf minimale Versorgung umstellt, dann herrschen hier bald bürgerkriegsähnliche Zustände. Lässt man sie dagegen weiter in den vollen Genuss deutscher Sozialleistungen kommen, dann ist das unser Ruin und zwar nachhaltig.
    Wir hätten einige zehntausend hochqualifizierte Industriearbeitskräfte gebraucht, gekommen sind einige Millionen Ziegenhirten und nun ergeht es uns wie Byzanz, wir werden nach und nach von denen, die uns nützlich sein sollten zerrieben. Die nun eintretende, totale Bildungskatastrophe wird unser Ende zusätzlich besiegeln. Hatte letzte Woche drei angehende Techniker für eine Technikerarbeit zum Gespräch, zwei Deutsche und ein vermutlicher Russe oder Pole, der machte noch den mit Abstand fähigsten Eindruck und stellte die intelligenten Fragen. Isch over.

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  3. Das Geschäft könnte man eventuell nur verhageln, wenn man endlich mal über Sachleistungen nachdenkt.
    Unterkunft , was schon schwierig genug wird, Essen, geringes Taschengeld fertig!
    Aber ups, dass hätte ich ja nicht sagen dürfen….
    Solange es ordentlich Geld, u nd dergleichen gibt, wird sich rein garnichts ändern!

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    • Verbesserung: kein Taschengeld! Nur Lebensmittelmarken. Sollen ja nicht verhungern!
      Unterkunft in schnell errichteten Barracken!
      Gesetzesbruch: sofort in Ketten nach Afrika.
      Dann ist die EU uninteressant geworden!

  4. WER bezahlt die deutsche Seenotrettung??

    In der EU gibt es ein deutsches Sprichwort “ Wer bezahlt, bestimmt die Musik“

    Noch Fragen??

  5. Naja, eigentlich werden sie geholt, um Europa zu de-stabilisieren. Als einer der Bausteine zu unserer Vernichtung.
    Aber bis dahin mag es stimmen.

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    • Richtig. Da diese Flüchtlingsschlange endlos ist, werden unsere Feinde wohl gewinnen. Was dann? Ganz Europa ist überflutet mit Flüchtlingen. Ich frage mich immer, wann legen sie gegen uns los?

      • leider bin ich zu alt um auszuwandern.
        Es „pfupfert“ mich z.B. nach Neuseeland!
        Dazu kommt: man muss dicke Geld haben, um DE (oder Ö) zu verlassen!

  6. Die moralintriefenden deutschen Gutmenschen leben vom Geld der arbeitenden Bevölkerung und geben nur das Geld anderer aus. Warum hat Mutti Merkel nicht einmal ein paar Migranten in ihre Luxuswohnung aufgenommen – warum nicht der schwachsinnige Olaf, der sich darüber amüsiert, ob man nun den Gasheizofen mit dem Elektroofen austauscht. „Ja, Probleme haben die Leute , ich weiss nicht warum.“
    Armes Deutschland, du wirst untergehen- und niemandem fehlst du.

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  7. Immer schön ehrlich sein. In den vergangenen 20 Jahren kamen hauptsächlich muslimische Männer illegal nach Europa die ihre Familien und ihr Land feige im Stich gelassen haben.
    Jetzt kommen tatsächlich Frauen und Kinder als echte Flüchtlinge, deren Männer zuhause in der Ukraine tapfer kämpfen. Diesen muss man helfen, koste es was es wolle. Die anderen, die ohnehin nur von der Sozialhilfe leben und dazu hier nur Unfriede, Hass und Gewalt verbreiten, gehören umgehend abgeschoben.

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    • Da sieht man mal, dass Propaganda wirkt.

      Wir bezahlen mit Steuergeldern die Waffen für den Krieg, der Flüchtlinge schafft. Damit wir dann mit Steuergeldern die Flüchtlinge alimentieren, die der Krieg geschaffen hat.

      Jetzt muss man nur noch in der Flüchtlingsindustrie arbeiten, dass man einen sicheren Arbeitsplatz und ausreichend Einkommen hat.

      Kein einziger Ukrainer MÜSSTE aus der Ukraine flüchten. Die Leute aus dem Donbas-Republiken wollen zu Russland gehören und bleiben wo sie sind. Es sei denn die Ukrainer kommen. Die restliche Ukraine wäre groß und sicher genug für die, die von dort weg wollen.

      Die armen Leute, die wirklich vom Krieg in den Frontgebieten betroffen wäre, könnten locker in der Ukraine von unseren Milliarden versorgt werden. Nur, die nutzen jetzt die günstige Gelegenheit endlich aus der scheißkorrupten Ukraine abhauen zu können. Verständlich! Würde ich auch so machen.

      Die Ukraine ist wirtschaftlich schon da, wo wir in ein paar Jahren auch sein werden.
      Am Arsch!

      Das Geschäft mit Russland kaputt. Die fruchtbaren Böden zum allergrößten Teil schon an westliche Agrarkonzerne verkauft. Na also, läuft doch!

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  8. Meloni ist auch nur eine politische Satzbaustein-Schwätzerin.
    Sie hat ein unter dtsch. Flagge fahrendes Verbringungsschiff
    mit Fremden in Italien anlegen lassen obwohl sie damit
    Schluss machen wollte.
    Es ist auch egal, ob diese linksgrüne Regierung das so wollte.
    Frau Meloni, Ehrlichkeit, Beständigkeit sehen anders aus !
    Das wird zur Folge haben, das weitere Schlepperdienste
    auf dem Wasser nur noch mit dtsch. Flagge erfolgen könnten.
    Und wir müssen sie aufnehmen, weil Meloni das so will und
    angeordnet hat.
    Vor der EU und Flintenuschi ist sie bereits auch schon eingeknickt.
    Traut keiner Politikerin, denn sie schwafeln gerne und viel
    Unwahrheiten.

  9. Ich bin sehr enttäuscht darüber, daß Italien sich doch wieder zu Kompromissen breitschlagen läßt! So ist es bisher immer gelaufen! So wird das nichts mit der Beendigung der Migrantenflut.

    Ich würde es den Crews der „Seenotrettung“ (jeder Wortteil ist verlogen) gönnen, wenn sie endlich auf konsequent taube Ohren stießen und dadurch gezwungen würden, sich mit ihren zunehmend meuternden Gästen auseinanderzusetzen.

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    • Es gäbe eine ganz einfache Antwort auf dieses Problem. Die „Seenotrettungsschiffe“ werden konsequent zurück an die Ausgangsküste geschleppt und dort auf Grund gesetzt und anschließend die Maschine zerstört.

      Das spricht sich sofort herum. Und kein „Flüchtling“ wäre dann mehr bereit, Geld an die Schlepper zu bezahlen um nach Deutschland zu kommen.

      Aber es war von Anfang an gewollt und von den USA geplant die Flüchtlingslawine durch ihre Kriege in Nordafrika loszutreten und die Dämme niederzureißen. Europa und insbesondere Deutschland sollen jetzt endgültig zerstört werden. Die USA, Kanada, Australien und Neuseeland ebenso. Nur die wehren sich manchmal etwas besser.

      Aber an der aktuellen Biden-Regierung sieht man sehr schön, dass auch da dieselben Hintermänner agieren. Millionen werden ungebremst ins Land gelassen.

      Die Industrienationen sollen zerstört werden. Zugunsten eines neuen Gesellschaftssystems und eines blühenden Planetens. Und JEDE Sau, die von der Presse die letzten 10 Jahre durchs Dorf getrieben wurde, diente diesem Ziel. JEDE!

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