Moschee wird störend oft empfunden, wenn sie mit Muezzin verbunden…

Vielfalt im Gebetsruf? (Collage:Ansage)

Vor ein paar Wochen saß ich nichtsahnend im Bus und freute mich auf mein gemütliches Zuhause, als hinter mir plötzlich ein lautes „Allahu akbar!!!“ erschallte. Nun hat sich diese Äußerung mittlerweile aus bekannten Gründen einen schlechten Ruf erworben – und, ich gebe es zu, ich zuckte erschrocken zusammen, bereit vor meinen Schöpfer zu treten und mein Urteil zu erhalten… für in rebellischen Momenten gegessene Currywürste (was alle paar Jahre einmal vorkommt), meine Lästereien über bestimmte Damen und Herren und die Blicke in den Ausschnitt meines Chefs. Tsni’ut, zurückhaltende Bescheidenheit, fällt mir nicht immer leicht – und das „Allahu akbar“ ließ mich fürchten, nun nicht mehr in den Schoß der Anständigkeit zurückkehren zu können.

Das große „Bumm“ blieb aus – denn der Ausruf stellte sich als Handyklingelton heraus. Zwei Sekunden Panik ganz umsonst. Aber wer rechnet schon damit, dass jemand sein Glaubensbekenntnis als Klingelton nutzt? Das „Vater unser“ oder „Schma Israel“ habe ich jedenfalls noch nie hinter mir im Bus erschallen hören, auch keinen Tempelgong – obwohl das wirklich etwas hätte. Das ist wohl die Grundursache unserer sogenannten „Islamophobie“: Diese Religion findet selten dezent statt. Sie erinnert ein wenig an die Familie Geissen aus dem Trash-TV – man zeigt, was man hat und was man ist: Mein Kopftuch, mein Koran, meine Moschee. Das mag ab und an als Kuriosität erträglich sein; als Dauerbeschallung jedoch wird es bald so unaufdringlich wie die Seitenbacher-Werbung: Es gibt kein Entkommen, sie ist überall und setzt sich als Ohrwurm fest. Man mag es nicht mehr hören, aber ist gezwungen, sich ständig damit zu beschäftigen. Aufdringlichkeit hat noch nie Sympathie für ein Thema geweckt.

So aufdringlich wie Seitenbacher-Werbung

Sogar die Werbung zieht mit. Man sieht auf deutschen Werbeplakaten mehr Frauen mit Verhüllung als in einem Bericht im Auslandsjournal über Ankara und Istanbul, wo die meisten Damen auf das „Stück Stoff“ pfeifen. Nach Lakritzen und Sportbekleidung zieht jetzt der Welt berühmteste Burgerbraterei nach – und wir erkennen rasch, hier geht es nicht um Toleranz gegenüber Menschen, die eine andere Haut- oder Haarfarbe haben, sondern wieder einmal um die Religion des Friedens. Sogar auf Details wird geachtet: Die junge Frau hält nicht etwa einen nicht-halalen Rinderburger in der Hand, sondern eine Cola. Geht der Durchschnittsmuslim nur zum Cola-Trinken in den Imbisspalast?

Unterdessen freut sich in Köln Bürgermeisterin Henriette „eine Armlänge Abstand“ Reker schon sehr auf das neueste Toleranz-Pilotprojekt der Stadt: Den Dauerbrenner „Muezzinruf zum Freitagsgebet„. Sie frohlockt euphorisch: „Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird.“ Die Idee ist nicht neu, wird aber immer wieder gern präsentiert: Was dem Kölner Dom recht ist, ist der Hauptmoschee billig – als sei das alles irgendwie dasselbe. Der „dicke Pitter“ und der Muezzin machen auf ihre Art denselben Job. Hallelujah, wir haben uns alle lieb!

Außer dass in Zeiten, als noch nicht jeder Bürger eine eigene Uhr besaß, Glocke und Muezzin eine gewisse Tagesstruktur schufen, gibt es aber tatsächlich keine signifikanten Gemeinsamkeiten. Zwar ruft auch die Glocke zum Gebet – aber sie ist mehr als das, oft das Gemeinschaftsprojekt einer Gemeinde und ihr Stolz. Nur noch wenige Handwerker in Deutschland beherrschen die Kunst der Glockengießerei, der kleinste Fehler in der Gussform kann die Arbeit von Tagen ruinieren. Eine wohlklingende Glocke ist das Ergebnis von höchster Handwerkskunst, die Fusion von Glauben und Können. Auch als Nichtchristin kann ich die Fertigkeit respektieren und schätzen, die dahinter steht – auch wenn Juden es seltsamerweise gelingt, ohne akustisches Signal den Weg zum Gebet zu finden.

Unsitte religiöser Intoleranz

Der Muezzin hingegen ruft nicht nur zum Gebet, sondern er bekundet gleichzeitig, dass es außer seiner Religion keine andere gibt – jedenfalls keine, die respektabel wäre. Eine Unsitte, die man sich in Europa eigentlich abgewöhnt hat. Zwar ist es durchaus legitim, die eigene Religion als die ideale zu betrachten, aber man drängt diese Sichtweise niemandem auf. Eine Ausnahme davon bilden einige wenige Hardcore-Christen, die Nichtchristen mit allerlei Überredungskünsten zur Taufe bewegen wollen; aber die sind im Alltag kaum präsent – und es ist leicht, ihnen aus dem Weg zu gehen. Auch Buddhisten, Hindus, Pastafaris oder Bahai sind zwar dialogbereit, missionieren aber nicht und kommen schon gar nicht auf den Gedanken, es sei legitim, Andersgläubige ins Jenseits zu befördern.

Die Idee, dass wir doch „alle irgendwie an denselben Gott glauben“, wird in naiven Kreisen seit Jahrzehnten hochgehalten. Das macht es auch leichter, tolerant zu sein, denn man muss sich auf nichts Ungewohntes einstellen. Wer sich aber bewusst mit seiner Religion befasst und diese auch ernst nimmt, wird sich aber kaum mit einem solchen Einheitsbrei identifizieren können. Auch wenn zwischen Judentum und Christentum so mancher Brauch hin und her wandert – man denke nur an das „ewige Licht“, das die katholische Kirche aus der Synagoge übernommen hat – gibt es doch bei zentralen Glaubensfragen entscheidende Unterschiede. Das ist auch vollkommen in Ordnung so, sonst wäre ein Dialog ja langweilig. Solange niemand den anderen mit mehr oder minder sanfter Gewalt missionieren will, funktioniert das auch im Allgemeinen reibungslos.

ist keine Privatsache von Gastarbeitern mehr, sondern politische Agenda

Grätscht dann aber eine Religion dazwischen, die keine Probleme damit hat, den öffentlichen Raum für sich einzunehmen, kommt dieses Gleichgewicht durcheinander. Die „Toleranten“ haben dem raumgreifenden Verhalten nichts entgegenzusetzen, denn sie sind aufgrund ihres Heile-Welt-Denkschemas nicht in der Lage, sich abzugrenzen und das Eigene zu schützen – das erschiene ihnen als Zeichen von Hass und Feindseligkeit. Heimlich bewundern sie die Durchsetzungsfähigkeit der Muslime, denen eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Religion vollkommen fremd ist. Europäische Zurückhaltung trifft auf übersteigertes Selbstbewusstsein und lässt sich blenden.

Früher habe ich darüber anders gedacht: Meine Güte, lasst Ihnen doch die paar Minuten am Freitag! Da war Islam in Deutschland aber noch weitestgehend die Privatsache von Gastarbeitern und deren Nachfahren, etwas Selbstorganisiertes und noch nicht so durchprofessionalisiert wie heute. In der Gegenwart jedoch vermarktet sich der Islam mit Hilfe von NGOs, Werbeagenturen und naiven Politikern wie ein durchgestyltes Produkt. Und schafft es gleichzeitig, noch immer die Opferkarte zu spielen. Da ist wohl kaum noch ein Gebetsaufruf notwendig, um für Akzeptanz zu sorgen – die Präsenz ist nämlich bereits überall gegeben.

6 KOMMENTARE

  1. Ich bin 200m neben einer Kirche aufgewachsen und empfand das Läuten schon als Ruhestörung, auch wenn ich damals noch mitgemeint war.

  2. „Es gibt kein Entkommen.“

    Sie sagen es, dafür sorgt schon das Bundesverfassungsgericht.

    „Es besteht kein Recht darauf, vom Kontakt mit abweichenden Glaubensbekundungen oder religiösen Symbolen verschont zu bleiben.“ – BVerfG, Beschluss vom 27. Januar 2015, Az.: 1 BvR 471/10, BVerfGE 138, 296 ff., juris Rn. 104.

    Also wird auch niemand davon verschont werden, der Muezzin-Ruf gehört nun zu Deutschland.

    Erst jeden Freitag, dann jeden Tag. Fünfmal. Ab Sonnenaufgang.

    Erst in immer mehr Städten, dann in ganz Deutschland.

    „Moscheen werden stärker als früher ein Teil unseres Stadtbildes sein.“ – Angela Merkel (CDU) am 18.09.2010

    Endlich wird sich auch die Botschaft stärker als früher verbreiten, dass es keinen anderen Gott gibt außer Allah – und Mohammed sein Prophet ist, niemand sonst.

    Die mit diesem Gebetsaufruf bekundete Vielfalt darf natürlich von niemandem angezweifelt werden.

    „Das zeigt, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird. Wer das anzweifelt, stellt die Kölner Identität und unser friedliches Zusammenleben infrage.“ – Henriette Reker, Oberbürgermeisterin Köln, am 07.10.2021

    Denn der Islam gehört zu Deutschland.

    „Der Islam gehört zu Deutschland.“ – Angela Merkel (CDU) am 12.01.2015

    „Der Islam gehört zu Deutschland.“ – Christian Wulff (CDU) am 03.10.2010

    „Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas. Der Islam ist Teil unserer Gegenwart und unserer Zukunft.“ – Wolfgang Schäuble (CDU) am 28.09.2006

    Also gewöhnt euch daran, eure Mitbürger haben durch ihre Wahl entschieden, dass das eure Gegenwart und eure Zukunft ist:

    Allah ist der Allergrößte – Allah ist der Allergrößte – Allah ist der Allergrößte – Allah ist der Allergrößte,
    Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt – Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt
    Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist – Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist
    auf zum Gebet – auf zum Gebet
    Auf zum Erfolg! – Auf zum Erfolg!
    Gebet ist besser als Schlaf – Gebet ist besser als Schlaf (nur vor dem Morgengebet)
    Allah ist der Allergrößte – Allah ist der Allergrößte
    Es gibt keine Gottheit außer Allah

    Allahu akbar – Allahu akbar – Allahu akbar – Allahu akbar,
    aschhadu an la ilaha ha llah, aschhadu an la ilaha ha llah,
    aschhadu anna muhammadar-rasulu-llah – aschhadu anna muhammadar-rasulu-llah
    hayya ‘ala-salah – hayya ‘ala-salah
    hajja ‘ala-l-falah – hajja ‘ala-l-falah
    as-salatu chairu-mina-naum – as-salatu chairu-mina-naum (Fadschr)
    Allahu akbar – Allahu akbar
    la ilaha illa llah

  3. in vielen Städten werden Kirchenglocken verboten… aber der Muezzin erlaubt!
    Wir sind auf fdem besten Wege zum islamischen Staat..

  4. Leute, Leute. Den Scheiss hat Albert Pike schon vor über 200 Jahren in seinem scheusslichen Machwerk, Morals and Dogma eingehend erklärt. Alles alter Zopf. Hegelisches Prinzip. Langweilig. Das Böse hetzt uns gegenseitig auf. Warum? Zitat: „Dann wird die reine Lehre Luzifers den Menschen zuteil“. Oder so ähnlich. Nur. Luzifer gibts nicht mehr. Jetzt ist er Satan, das Böse, der Widersacher gegen den Schöpfer. Heute sind es die Moslems. Früher die Jidden. Morgen die Christen. Wir sollen doch nicht mehr nachdenken und unsere eigene Meinung bilden. Wir sollen alles akzeptieren und jeden Dreck als normal ansehen. Der ganze Covid-Impfdreck ist doch der Vorläufer des Anti-Christentums. Wer sich nicht beugt, der wird abgeschaltet oder gekillt. Ist in China schon Realität. Das Zeitalter der technologisch-digitalen Welt. Wer sich impfen lässt, nimmt im Grunde bereits das Malzeichen des Tieres an. Der Mensch wird genetisch neu oder umprogrammiert. Da macht doch 5G nur Sinn. Das wurde schon in den 60gern Jahren offen ausgesprochen. Hab ich als Dokument abgespeichert. Wir haben nur dann eine geringe Chance, wenn wir aus Gesellenschaften wieder zu einer Gemeinschaft werden. Der Schöpfungs-Gemeinschaft. Und das jetzt wahrscheinlich keine Sau weiss, von was ich rede, geniesse ich den Tag trotzdem. Shalom.

  5. Ob die Reeker auch noch so entspannt sein würde, wenn jemand eine Irminsul auf den Heumarkt stellt ? Schließlich haben wir Vielfalt und Religionsfreiheit un sin ja so dollerant in Kölle ! Asch huh !

  6. >> Wer sich impfen lässt, nimmt im Grunde bereits das Malzeichen des Tieres an < wenn dann der Muezzin – Ruf in Kölle erschallt, ist es dann aus mit ‚Alaaf‘ (Karneval)? <

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