Neue deutsche Härte: Fahrradfahren im Winter

Geht es nach dem BR & Co., fahren bei diesem Wetter nicht nur Lieferdienste zweirädrig (Foto:Pixabay)

Zum Thema „Fahrradfahren im Winter” (also auch bei Glatteis) gab der „Bayerische Rundfunk” seinen Zuschauern und Social-Media-Followern, quasi stellvertretend fürs öffentlich-rechtliche Erziehungsfernsehen, die folgende Empfehlung ab: „Darauf achten… Tempo reduzieren –  Abstand halten – Möglichst wenig lenken – Maßvoll bremsen, bevorzugt mit der Hinterradbremse – Reifendruck reduzieren, bessere Haftung / Alternativ: Winterreifen nutzen – Kurze Strecken Sattel etwas nach unten stellen, Füße erreichen den Boden leichter”. Da soll noch einer sagen, wir wären verweichlicht! In Zeiten von Klimakatastrophen und anderen die Menschheit in ihrer Existenz bedrohenden Szenarien muss man schließlich Prioritäten setzen. Galt noch bis vor kurzem die vernunftgeleitete Maxime, bei Schnee, Kälte und Glätte das Zweirad im Sinne der eigenen Sicherheit und Gesundheit besser ganz stehen zu lassen, so kann diese Sichtweise heutzutage getrost als obsolet gelten.

Niemals zuvor war es ja bekanntlich wichtiger, ein Zeichen gegen den Klimawandel sowie andere anthropogen verursachte Umweltmißstände zu setzen. Anstelle des sicheren, bewährten und komfortablen Verkehrsmittel Auto lieber ein wackeliges Fahrrad zu benutzen – auch und vor allem bei winterlichen Bedingungen -, scheint angesichts der Brisanz unserer Klimasituation mehr als angemessen, ja fast schon zwingend geboten. Denn nicht erst seit Habeck & Baerbock wissen wir es alle: Am deutschen Wesen soll das Klima genesen. Ausgehend von diesem winzigen Erdflecken Deutschland soll die gnadenlos überhitzte Atmosphäre quasi im Alleingang heruntergekühlt werden. Und dazu ist „uns“ nun einmal jedes Mittel recht. Zumal der Weltuntergang von den wissenschaftlich fundierten und überdies hellsichtigen Aktivisten der „letzten Generation“ ja bereits in wenigen Jahren vorausgesagt wird. Die müssen es schließlich wissen.

Sich CO2-frei durch den Alltag mogeln – bei jedem Wetter

Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass exakt in denjenigen staatsgeleiteten Medien, welche die Deutschen auch ansonsten dazu anhalten sollen, sich klima-/gender-/ flüchtlingskorrekt zu verhalten, aktuell vermehrt Tips, Tricks und Kniffe ausgegeben werden, wie man sich am besten technik- und CO2-frei durch den Alltag mogelt – selbst im tiefsten Winter. Da ist es dann ganz normal, es als das Normalste der Welt darzustellen, dass Menschen unter streng winterlichen Bedingungen mit dem Fahrrad unterwegs sind. Ein halsbrecherisches Unterfangen? Das ja, aber eben gut fürs Klima. Da zählen ein paar Menschenleben nicht. Allenfalls ist Vorsicht geboten – es könnte rutschig sein; darauf muss der ÖRR als Sprachrohr der besorgten grünen Obrigkeit schließlich hinweisen. Außer im schwäbischen Tübingen übrigens  – denn dort sind Radwege, Politikergehirne und Brücken natürlich elektrisch beheizt. Palmer machts möglich. Aha!

Dass inzwischen anscheinend Winterreifen für Fahrräder überall erhältlich sind, ist eine nicht minder überraschende Meldung, die man noch vor wenigen Jahren eher im Portfolio des Satiremagazins „Postillion“ verortet hätte, statt in einem ARD-Servicebeitrag. Der gesunde Menschenverstand hat derweil Pause. Wir scheinen an einer Zeitenwende angekommen zu sein, wo die Bürger aufgehört haben selbstständig zu denken und zu handeln – und sich stattdessen lieber die Welt, ihren Tagesablauf und Alltagsrituale von Radiomoderatoren, Politkern und dergleichen Lichtgestalten erläutern und „empfehlen“ lassen.

Alles wird gut, diesmal wirklich!

Das Risiko eines veritablen Sturzes oder einer deftigen Erkältung bei dauerhaft-knackigen Minustemperaturen scheint überhaupt kein Thema in den Ratschlags-Vereinigungen darzustellen. Bis zu 70 Newtonmeter Drehmoment eines modernen E-Bikes im Anzug auf glattem Untergrund: Das erhöht Pulsschlag und Aufmerksamkeit gleichermaßen; da bedarf es dann auch keines wachmachenden Espresso am frühen Morgen mehr. Vielmehr fordert ein solcher Eiertanz den modern-progressiven Öko-Jünger dauerhaft und nachhaltig.

Nichtsdestotrotz – alles wird gut. Diesmal wirklich! Denn einmal mehr gilt die Devise, dass es sich fürs Klima jedes individuelle Risiko einzugehen lohnt! Der deutsche Plus-Mensch mit Sicherheitsweste verbessert seine Öko-Bilanz und das schlechte Gewissen gleichzeitig auf dem Fahrrad. Denn er ist als Gesamtprodukt das Hochwertigste, was das armselige Deutschland jemals hervorgebracht hat. Idol und Fanal gleichermaßen für den Rest der Welt: Seht sie an, diese Deutschen! Noch oben buckeln, nach unten treten, auch bei Glatteis, und sich dabei moralisch aufplustern! Alles wie gehabt, wie ehedem. Das passt einfach perfekt zu ihnen. Sie können den Geist des Untertanen nicht ablegen. Nicht einmal im Winter.

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26 Kommentare

  1. Vor 5 Tagen bei minus 9 Grad durch Frankfurt Bornheim bei Blaulichtgewitter nach hause gefahren am morgen (Nachtschichtler):

    Ein RTW nach dem anderen hatten Dauereinsätze, 2 mal an verunfallten Pedalrittern vorbei … lustig.

    Es war Spiegelglatt, gestreut wird in Frankfurt nur da, wo auch Busse fahren.

    • @olliffm: kann mir nicht passieren, denn ich habe Spike Reifen auf dem Monster-Bike Deppen Fahrradl montiert – habe da an die 60iger gedacht wo man diese gräßlichen Mistreifen beim Auto hatte… hahaha und jetzt muß ich lachen, als Witz hier gedacht, doch auf Wiki-manipulativ: „Bei Fahrrad-Winterreifen gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Bauformen. Bei der einen Bauform sind die Spikes gleichmäßig über die gesamte Lauffläche verteilt.“ ich lach mich schlapp, das gibts wirklich, haha naja ich war schon auf so einem Ding schon seeehr lange nicht mehr gesessen…Also wann kommt in der DDR 2.0 endlich die Winterreifen Pflicht für Fahrräder von O bis O wie die Zwangsimpfpflicht??? au backe ist das alles dämlich…

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  2. Kein einziger Politiker , also von GRR, wird im Winter mit dem Drahtesel fahren ! Die lassen sich schön kutschieren; mit Sitzheiung für`s warme Är……n !

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  3. Fahre seit Jahren auch im Winter – außer bei Schnee oder Glatteis – mit einem normalen Fahrrad. Es ist nicht sehr angenehm bei Minusgraden auf dem Fahrrad zu sitzen. Da ich im Ruhestand bin, kann ich auch losfahren, wenn das Thermometer wieder etwas milder gestimmt ist. Aber ein Arbeitnehmer, der morgens sehr früh bei der Arbeit sein sollte … ?
    Wie wäre es , wenn die Politiker etwas weniger in der Weltgeschichte umeinanderfliegen würden um Millarden Euros sinnlos zu verteilen? Was uns der Ausflug von Baerbock, Roth etc. momentan wieder kostet? Die Gegenstände, die jetzt medienwirksam zurückgebracht wurden, waren m.W. nicht durch Deutschland geraubt, sondern durch England – und wir Deppen entschuldigen uns untertänigst – geht`s noch bekloppter ?

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  4. Na ja, ob Sie draußen frieren oder zu Hause in der Wohnung ist auch schon egal.

    „Zur Vermeidung einer unmittelbaren Gefährdung oder Störung der Energieversorgung im Sinne des § 1 Absatz 1 Satz 1, insbesondere im Fall einer drohenden Knappheit von Kohle, Erdgas oder Erdöl, können durch Rechtsverordnung nach Maßgabe von § 1 Absatz 4 Vorschriften erlassen werden über die Einsparung und die Reduzierung des Verbrauchs von Erdöl und Erdölerzeugnissen, von sonstigen festen, flüssigen und gasförmigen Energieträgern, von elektrischer Energie und sonstigen Energien (Güter) …“ – § 30 Abs. 1 Verordnungsermächtigung: Präventive Maßnahmen zur Vermeidung eines Krisenfalls (Energiesicherungsgesetz)

    https://www.gesetze-im-internet.de/ensig_1975/BJNR036810974.html

    Anstatt ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm zu wenden, kann die Regierung nun aus rein ideologischen Gründen einen Notstand in der Energieversorgung herbeiführen, Kernkraftwerke abschalten, Kohlekraftwerke zerstören und die Gasversorgung behindern – und dann die Bürger zum Frieren zwingen.

    Aber es gibt eben kein deutsches Volk, also muss man sich auch nicht seinem Wohle widmen, seinen Nutzen mehren und Schaden von ihm wenden.

    „Es gibt kein deutsches Volk.“ – Robert Habeck (GRÜNE) am 13.04.2018

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  5. Es kotzt mich langsam an das man ständig belehrt wird, besonders von den weiblichen Wesen und dann Grün.
    Bei jeder Gelegenheit müssen die ihren oberschlauen Senf dazu geben. In Wirklichkeit merken die gar nicht das sie sich als besonders dämlich outen . Widerspruch verboten das wäre dann sexistisch. Die Männer die die verteidigen sind genauso dämlich und unterwürfig.

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    • Ich nenne das immer deutsche Belehrigkeit. Belehrigkeit = mehrheitsdeutsche Charaktereigenschaft, das Gegenteil von Gelehrigkeit.

  6. Na, ja.
    Da gibt es schlimmeres im deutschen Klimawahn.
    Wer unbedingt und bei jedem Wetter Fahrrad fahren will, kann das ja tun.
    Wenigstens verursacht das keine weiteren Schäden…

    • @deepstBlue: falsch, wenn der links-grüne Vorzeigetyp niest, dann gibts wieder Zwangsimpfung für alle mit den bekannten Impf-Schäden. Abgeschafft? nene Irrtum, das ist nur ausgesetzt! Und wenns den auf die Fresse semmelt, zahlt das auch wieder die Krankenkasse und damit die Allgemeinheit…darum Winterreifenpflicht für Fahrräder in der DDR von O bis O!

  7. Fahre schon seit über 40 Jahre bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad, vielleicht auch geschuldet weil ich als DDR-Kind groß geworden bin. Auf jeden Fall braucht ihr das nicht
    den grünen Spinnern zuschreiben, das war und ist eine Einstellungsfrage. Sollte jeder selber entscheiden, bei Vorsicht und gegenseitiger Rücksicht.

  8. Radfaher sind mir eh suspekt. Ältere Herren mit Bärtchen.. Gutmenschen. Die solls ruhiug aufs Maul hauen.

  9. Ihr Volkszüchtiger/Erzieher, haltet endlich die vorlauten Schnauzen !
    Ich kann es nicht mehr lesen und hören, welchen Unsinn diese Dummbratzen
    von sich geben.

  10. Seit Wintereinbruch habe ich keinen einzigen Fahrradfahrer mehr auf der Straße meiner Gegend gesehen. Mir ging das gerade heute durch den Kopf als wir Einkaufen fuhren. Auch dort sind keine Fahrräder abgestellt. Die Bürger werden wohl nicht verbrettert am Kopf sein, um ihre Gesundheit in dieser Jahreszeit auf’s Spiel zu setzen

  11. Etwas verweichlicht die heutige Jungend!
    Ich bin in München mit ca 16 Jahren grundsätzlich mit dem Fahrrad zur Schule gefahren (ca. 20 km). Erst als es Minus 20 °C hatte, nahm ich den Bus.

    • mein Verwandtschaft, die aus Erzählungen im Winter 1942 in Stalingrad war, meinte auch immer, die deutsche Jugend wäre verweichlicht.

  12. Neu ist das nicht. Fahrradfahren im Winter war zu allen Zeiten an der Tagesordnung, früher gezwungenermaßen, weil man selbst kein Auto besaß, die Firma keines zur Verfügung stellte und/oder keine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln existierte. Auch der Schulweg war, im Winter, mit dem Fahrrad besser und schneller zu bewältigen als mit öffentlichen, weil dies eine halbe Weltreise gewesen wäre. Der Unterschied ist, dass man heute dazu gezwungen wird ohne Not, dass dies künstlich herbeigeführt wurde und dass das Versagen und die lebensfeindliche Ideologie selbst Naturgesetze ausser Kraft setzen wollen und all das den Menschen aufbürden, ohne zu wissen und einschätzen zu können, zu welchen Verwerfungen dies führt. Nicht nur gesellschaftlich, ökologisch, ökonomisch.

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