Querdenker und Delegitimierer: In China hui, in Deutschland pfui

„Chinesisches” Polizeiaufgebot im Regierungsviertel von Berlin im Januar (Foto:Imago)

In China erfüllt sich derzeit der feuchte Wunschtraum, den Karl Lauterbach, Melanie Brinkmann, Alena Buyx und der – wohl aus gutem Grund völlig in der Versenkung verschwundene – Christian Drosten noch vor gut einem Jahr auch für Deutschland gerne weitergeträumt hatten, als sie dem „Zero-Covid”-Wahn viel Gutes abgewinnen konnten: Das, was dort seit über einem halben Jahr stattfindet – ein vom Motiv eines Gesundheitsschutzes längst völlig entkoppeltes Pandemie-Regime als totalitärer Selbstzweck – hätten sie allzu gerne auch in Deutschland etabliert, und wir würden, wenn es nach Lauterbach ginge, wohl noch heute im totalen Lockdown verharren. Als wohl letztes Land der Welt, hält das Reich der Mitte an einer strikten, geradezu barbarischen „Zero-Covid“-Politik fest, die das Milliardenvolk einem unerbittlichen Test-, Quarantäne-und Lockdown-Regime unterwirft.

In Deutschland waren es auch die Corona-Proteste, die einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Ende des perversen Corona-Kurses, an diesem monströsen Fehlalarm hatten. Dieselben Medien, die damals die Proteste als Verschwörungs- und rechtsextreme Aufmärsche diskreditierten und am liebsten flächendeckende Demonstrationsverbote gesehen hätten, die wohlwollend schwiegen, als deutsche Polizisten die Knüppel schwangen und auf wehrlose friedliche Demonstranten eindroschen, zeigen sich jetzt, unter ganz umgekehrten Vorzeichen, solidarisch mit den immer heftigeren Protesten in China gegen das dortige Regime – obwohl die Gründe, warum die Menschen dort auf die Straße gehen, identisch sind mit jenen der hiesigen Corona-Demonstranten von einst. So etwa Marietta Slomka vom ZDF:

 

Oder auch diese zeitgeschichtliche Perle, dankenswerterweise gepostet und treffend kommentiert vom genialischen Twitter-Account Argonerd:

Die aktuellen Proteste in China sind die heftigsten, die es seit der Demokratiebewegung 1989 gab. Wenn sie auch eine Herausforderung der Macht von Diktator Xi Jinping bedeuten, weil dieser seine Herrschaft eben über das Corona-Kontrollregime massiv ausgeweitet hat, so liegt doch ein riesiges Missverständnis westlicher Beobachter vor: Um „Menschenrechte“ oder „Bürgerrechte” oder „Freiheit“ im westlichen Verständnis geht es den Menschen hier weniger, eher darum, wieder ihrem Alltag nachgehen zu dürfen und die Dauerquarantäne zu beenden.

Noch sind die Reaktionen der Pekinger Führung dieselben, die auch bei uns während Corona gegen Grundrechtsdemonstranten zur Anwendung kamen: Massives Polizeiaufgebot, der Versuch, weitere Demonstrationen zu verhindern, Totschweigen oder Kleinreden in den staatlichen Medien. Von ausländischen Medienvertretern hiermit konfrontiert, behauptete ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums: „Was Sie ansprechen, spiegelt nicht wider, was in Wirklichkeit passiert ist.” Stattdessen sonderte er die offiziellen Phrasen ab, man sei überzeugt, dass der Kampf gegen Corona erfolgreich sein werde – „unter der Führung der Kommunistischen Partei und mit der Unterstützung des Volkes“. Allerdings bemüht man sich in der Regierung offenbar nach Kräften, nicht noch mehr Unmut zu schüren.

Propaganda aus vollen Rohren

Gleichzeitig läuft die Propaganda des Regimes, auch und gerade hinsichtlich der Corona-Masken, ungebrochen aus vollen Rohren weiter – und auch hieran hätte ein Karl Lauterbach seine helle Freude. Sie erstreckt sich inzwischen sogar auf die Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar: Die meisten Zuschauer in den Stadien tragen keine Masken, bei der Einreise müssen weder Impfnachweise noch negative Tests vorgelegt werden. Wohl um den Eindruck zu erwecken, dass auch außerhalb Chinas eine ähnlich drakonische Corona-Politik praktiziert wird, betreibt China daher eine Zensur der Fernsehbilder. Bill Birtles, dem Ostasien-Korrespondenten des australischen Senders ABC, fiel auf, dass im chinesischen Fernsehen Bilder maskenfreier Fans, etwa beim Torjubel, nicht gezeigt und stattdessen nur Großaufnahmen von Spielern, Trainern oder Schiedsrichtern eingeblendet werden. Dies wurde auch durch Recherchen des „Stern” bestätigt.

Im Internet kursieren deshalb bereits ironische Fake-Videos, die sich über die chinesische Zensur lustig machen. Eines zeigt etwa jubelnde Spieler, die selbst während des Spiels Maske tragen und Fanmassen auf den Tribünen, die ebenfalls allesamt maskiert sind – mit billigen digitalen Tricks ins Video einkopiert. Die meisten chinesischen Internet-Nutzer können solche sarkastischen (und damit subversiven) Clips ebenso wenig sehen wie sonstige regierungskritische Inhalte oder Videos – weil im Reich der Mitte Twitter und Instagram konsequent von der Zensur blockiert werden. Wie weit Xi Jinping mit seiner Corona-Dystopie zu gehen bereit ist und ob die Proteste tatsächlich das Potential haben werden, das Machtmonopol der Kommunistischen Partei ins Wanken zu bringen, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen.

Klicken! Versandkostenfrei bestellen! Und damit „Ansage!“ unterstützen!

BITTE BEACHTEN: Klarstellung der Redaktion zu Leserkommentaren

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit mit einer Zuwendung unterstützen.

5 Kommentare

  1. Es kommt immer auf die Sichtweise an, die der einzelne von sich wieder gibt. Aber im Endeffekt ist es unwichtig ob das eine Klientel in einem Land anders interpretiert, behandelt und sanktioniert wird als in einem anderen Land. Die Richtung und das Ziel sind entscheidend. Und um das Ziel zu erreichen wird eine politische Richtung vorgegeben. Entsprechend dieser politischen Vorgaben handeln die einzelnen Staaten um ein Ziel zu erreichen. Man sagt, der Weg ist die Richtung zum Ziel. Deshalb gibt es ganz vorsätzlich geplante Unterschiede in der politischen Richtung jeden Landes. Denn sie sind vor allem aber nicht nur geostrategischer Natur, die die Unterschiede zwischen Nationen und Völkern ausmachen und nicht ihre ethnische Zugehörigkeit und Hautfarbe, die man nur immer vorschiebt Die Lügengeschichte um Gas aus Katar ist Ausdruck für das was Deutschland geostrategisch fehlt und beweist diese These. Deshalb ist die politisch ideologische Ausrichtung in jedem Land auch an dessen vor allem materiellen Interessen gebunden. Und das ist der Grund der unterschiedlichen politischen, ideologischen und propagandistischen Auslegung von gleichen krankhaften Symptomen auf dieser Welt. Wie sagte ich schon, der Weg ist die Richtung zum Ziel. Und dieses Ziel ist das einzige was alle Länder haben. Und es heißt Profit. Profit um jeden Preis und immer im Interesse des Stärkeren. Und das gilt in jedem Land entsprechend deren elitären Interessen gleich. Und das ist es was die Menschheit kaputt macht. völlig unwichtig welche Schönheitsmerkmale sich die Gesellschaft aufsetzt ( Demokratie- Freiheit- Frieden ), alles ordnet sich dem Profit unter. der Kapitalismus heißt nicht für umsonst Kapitalismus. Kapital ist die Grundlage aller Wirtschafts- und Asozial Politik. Und das kennt nur ein Ziel : Profit und das überall auf der Welt.

    • Genau! Es geht immer um Profit. Nicht um Gewinne, sondern um immer mehr. Unsere gesamte Gesellschaft ist darauf ausgerichtet. Leider lassen sich mit dem Verkauf von Produkten und Deinstleistungen keine exorbitanten Profite erzielen. Da sind Grenzen gesetzt. Jetzt haben die Finanzverwalter, wie Black Rock und Co. entdeckt, dass man die Staatshaushalte plündern kann und wenn da nichts mehr ist, geht es ans Eingemachte der Sparer und Eigenheimbesitzer.

      Es ist die Gier nach Profit, die Sucht nach immer mehr, die die Menschheit vernichtet.
      Hier zählt nicht Vernunft und Logik, sondern die Geilheit nach Profit.
      CO2, Umweltverschmutzung, Corona, alles Instrumente um noch mehr Profit zu machen.
      Irgendwo liegt das Geld auf der Straße, man muss es nur aufsammeln. Leider gibt der Finder nichts zurück!

      Die Menschheit steuert auf die Katastrophe zu und will nicht sehen, dass alles Übel dieser Welt von der Finanzwirtschaft ausgeht.

      Die Global Player züchten in Afrika Menschen und füttern sie auf Kosten der Europäer durch.
      Die Hungernden bekommen eine Handvoll Reiß, die Spekulanten stopfen sich die Hosen mit Gelscheinen voll und fröhnen der Völlerei. An der Börse werden Wetten auf Lebensmittelllieferungen nach Afrika abgeschlossen. Das ganze System ist pervers.

      Das woke Volk lässt sich einlullen und spendet was der Geldbeutel hergibt, damit der Spekulant noch reicher wird.
      So läuft das Spiel und alle spielen mit.

  2. Die Kommentare in den Medien werden inhaltlich immer knapp gehalten, damit keinem auffällt, dass es in anderen Ländern im Grunde um dasselbe geht, was auch hier zu Protesten Anlass geben sollte. Vor allem bei Bauernprotesten, Protesten von Lastwagenfahrern o.ä. ist dies immer wieder verblüffend, wenn diese im Ausland als gerechtfertigt hingestellt werden, obwohl diese faktisch in gleicher Weise in Deutschland gerechtfertigt wären. Aber so weit wird das Verständnis nicht vermittelt.

    Ohne sprachliche Bewertungen kommen diese Nachrichten dann natürlich auch nicht aus, ob Freiheitskämpfer oder Terrorist, ob staatlich gelenkte Masse oder spontane Unmutsbekundungen, allein diese Kennzeichnungen sind kaum geeignet, ein tatsächliches Bild der Situationen widerzugeben.

  3. Langsam müsste es dem Chinesen auffallen, daß ihre Test für den Ofen sind und ihre Spritzen, wie hier das Virus erst richtig verbreiten und zum mutieren animieren. Das sie mit dem wegsperren, isolieren, desinfizieren usw die Leute auch erst richtig krank und anfällig machen.

Kommentarfunktion ist geschlossen.