Rotfunk bei der Arbeit: WDR-Redakteure als informelle SPD-Wahlhelfer

Nutznießer der WDR-„1live“-Jubelarien: NRW-SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty (Foto:Imago)

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk arbeitet mit Hochdruck daran, auch noch die allerletzten Illusionen über die Unparteilichkeit zu zerstören, die seine eigentliche Existenzberechtigung ist. Besonders dummdreist verhielt sich nun der ohnehin seit eh und je als „Rotfunk
verschriene „Westdeutsche Rundfunk“ (WDR): Im Zuge des nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampfs ergriff der Sender nun völlig ungeniert Partei für den SPD-Kandidaten Thomas Kutschaty. Dieser gab dem zum WDR gehörenden Sender „1Live” diese Woche ein ausführliches Interview. Daraus wurde, wie in solchen Fällen üblich, eine sogenannte „Zitatkachel“ aus den wesentlichen Aussagen des Gesprächs gebastelt, die dann in den sozialen Medien veröffentlicht wurde.

Der WDR griff hierbei nun massiv in die Kommentierung dieser Beiträge ein – indem er User, die Kutschaty zustimmten oder ankündigten, ihn wählen zu wollen, mit Applaus-Emojis oder sogar offen unterstützenden Kommentaren bedachte. Als eine Leserin die angeblich „wirklich gute Perspektive für NRW“ lobte, ergänzte das WDR-Team die Bemerkung „Auf jeden Fall”. Bei Twitter wurden kritische Kommentare oder die Ankündigung, den Amtsinhaber Hendrik Wüst (CDU) zu wählen, gleich ganz gelöscht. Einer davon lautete: „Muss da nicht Wahlwerbung drüberstehen??“ Aus der CDU hieß es zu dem skandalösen Vorgang (der das ursprünglich einmal beherzigte öffentlich-rechtliche Überparteilichkeits- und Ausgewogenheitsgebot erneut ad absurdum führt), hier handle es sich offensichtlich und unverblümt um „gebührenfinanzierte SPD-Wahlwerbung.“ Wenn der offizielle „1Live”-Account kritische Kommentare ausblende und den SPD-Spitzenkandidaten sogar wohlwollend kommentiere, sei von Neutralität keine Spur mehr. „Dass der WDR einseitig die Werbetrommel für die SPD rührt, sollte endgültig der Vergangenheit angehören”, so die Union.

Agitprop, gerechtfertigt in Gendersprache

Weil der peinliche Vorfall nicht nur zehntausendfach dokumentiert, sondern so glasklar unzweideutig war, bemühte man sich beim WDR – anders als in früheren Fällen – nicht einmal mehr um die in solchen Fällen sonst übliche Ableugnung der Parteinahme. Stattdessen erklärte man dreist: „Journalistische Unabhängigkeit und Distanz sind die Grundlagen unserer Berichterstattung. Was die Reaktionen des 1Live-Social-Teams auf User-Posts angeht, wurde diese Distanz aus unserer Sicht nicht ausreichend gewahrt. Über diese unangemessenen Kommentare ist die Redaktion mit den Kolleg:innen bereits in intensivem Austausch. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ist am 29.4. bei 1LIVE zu Gast.“ Damit, meinen die Kölner Systemfunker, sei der Fall erledigt.

Für die Bürger und Zwangsgebührenzahler, nicht nur in NRW, ist die neuerliche Agitprop des Skandal-Senders ein zunehmendes Ärgernis. Nirgends tritt der verfettete, tendenziöse und manipulative Staatsfunk negativer in Erscheinung als in Deutschlands größter Sendeanstalt. Alleine schon die Verwendung der grotesken Gendersprache in dem zitierten Statement belegt die ideologische Ausrichtung des Senders – was allerdings für die gesamte ARD und auch das ZDF gilt. Intern dürfte man beim WDR weniger die offene SPD-Unterstützung der Redakteure von „1Live” kritisieren, die hier nicht an sich halten konnten – sondern allenfalls deren Plumpheit, ihre Sympathien nicht dezenter oder diskreter zum Ausdruck gebracht zu haben.  Ansonsten hat man, vom mittlerweile berüchtigten „Umweltsau“-Lied des WDR-Kinderchors  bis hin zur nur durch massiven öffentlichen Druck verhinderten Einstellung der in islamistisch-antisemitischen Kreisen gefeierten Journalistin Nemi El-Hassan, in jüngster Zeit keine Gelegenheit ausgelassen zu beweisen, dass man nicht einmal mehr zum Schein auch nur an einer Simulation politischer Neutralität interessiert ist.

12 Kommentare

      • Das mag schon sein, vielleicht auch nicht. Aber jeder räumt auf seine Weise auf. Und da fällt auch vieles drunter was eigentlich sinnvoll ist und nur falsch genutzt, verstanden und oder angewendet wird. Aufräumen ist immer sinnvoll wen man den Mist meint der raus muss. Aber manchmal wird aus nützlichen Sachen erst einmal Mist gemacht, damit man es wegräumen kann und anders unnütze dort stapelt. Siehe heute deutsche Sprache und gendern.

    • Die Zwangsfinanzierung fällt, wenn wir es wirklich wollen! Dann müssten wir allerdings aufhören CDU, CSU, FDP, SPD, Linke oder Grüne zu wählen. Denn diese Parteien sind auf Propaganda angewiesen und werden die (von Merkel eingeführte) Zwangsfinanzierung nicht aufgeben.

      • Klar. Das Problem ist eben: Wie kommen wir an den Punkt,etwas Anderes zu wählen, solange wir tagtäglich von der Gehirnwaschmaschine der etablierten Medien weichgespült werden? Was liefert mir denn Google, wenn ich beispielsweise „AfD aktuell“ als Suchbegriff eingebe? – An erster Stelle AfD-Berichte aus der „Tagesschau“. Die Wikipedia, die von der Mehrheit der Bürger noch immer als seriöses Lexikon betrachtet wird, definiert kurz und geschmacklos: „Die Alternative für Deutschland (Kurzbezeichnung: AfD) ist eine rechtspopulistische[8] und rechtsextreme[9][10][11] politische Partei.“ Solange die Corona-Hysterie noch en vogue war, knallten die Schlagzeilenkorken bei jedem AfD-Politiker, der positiv getestet worden war, und wenn AfD-Politiker sich heute dagegen aussprechen, mit immer noch mehr Kriegsgerät immer noch mehr Zerstörung in der Ukraine zu befeuern, dürfen sie sich als „Putins Papageien“ bespucken lassen. Es ist gar nicht so lange her, da dachte auch ich noch: „Zumindest die FAZ, die ist doch konservativ, das ist doch eine seriöse Zeitung, und überhaupt, die können ja nicht alle lügen …“ – Bleibt zu hoffen, dass die öffentlichen Hofberichterstatter den Bogen eines Tages so weit überspannen, wie die Regierung ihn mit der Impfpflicht überspannt hat. Dass die Betragszahler dann anfangen, Fragen zu stellen. Der Rest geht dann sicher sehr schnell.

  1. Daran sehen wir warum der öffendlich rechtliche Rundfunk jede Beitragserhöhung durchgewunken bekommt
    Zwar werden hier und da Bedenken angemeldet um sich auf Seiten der Bevölkerung zu zeigen , aber sobald über die Erhöhung abgestimmt wird , sind sich die großen Parteien einig . Schließlich sitzen ihre Politiker auch in den entsprechenden Aufsichtsgremien und erhalten ( Aufwandsentschädigungen ) für die Beschäftigte ein Jahr arbeiten müssen

  2. Auch wenn man sich einen Namen gibt der rot beinhaltet oder ne Fahne bastelt mit roten Fahnenstoff, muss man noch lange kein Roter sein. Das hat Hitler schon bewiesen. Die SPD war auch bevor Hitler sie ins KZ brachte und anderswie verheizte schon immer sehr angetan von braunen Institutionen der Macht. Das Farben in der Politik über Inhalte hinwegtäuschen, sollte allgemein bekannt sein. Siehe hier auch die Grünen.

  3. Zwangsabgabe für Staatpropaganda vom Staatspolitikern im Aufsichtrat kontrolliert.
    Bürger soll nur erfahren was der gute Staat verbreiten will und dafür muss er zahlen.
    Wo ist der Unterschied zum Chinesischen Fernsehen und Medien? bin am Überlegen.

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