Wenn der Spiegel vor der Blackout-Warnung warnt…

Buhmann Höcke (Collage:Ansage)

Die AfD schürt Angst vor dem Strom-Blackout – warum?”, titelte der „Spiegel“ vor ein paar Tagen. Man könnte der Redaktion eine kurze und knappe Antwort geben, etwa „Weil der Blackout nun einmal droht”, oder „Habt ihr die Energiewende verschlafen?”. Aber das interessiert diese Journalisten vermutlich nicht. Seitdem die Blackout-Gefahr eben von selbiger Energiewende ausgeht, ist sie zum Tabuthema geworden. Auch wenn selbst offizielle Behörden wie das Bundesamt für Katastrophenschutz in Werbespots ihr „Kochen ohne Strom”-Büchlein anpreisen und Ingenieure warnen, dass sie bei Leistungsabfällen inzwischen schon nicht mehr mit dem Umschalten zwischen den Versorgern nachkommen: Wenn die AfD das Thema aufgreift, muss die Absicht dahinter so finster sein wie Nordkorea bei Stromrationierung.

Ein düsteres Bild von Björn Höcke ziert den „Spiegel”-Artikel, es wurde im thüringischen Landtag aufgenommen und so nachbearbeitet, als sei der Blackout dort schon eingetreten und die Abgeordneten müssten bei Kerzenlicht ihrer Arbeit nachgehen. Der „Spiegel” manipuliert Bilder von Höcke grundsätzlich gern mit Licht und Schatten, auf dem Titelbild der Ausgabe „Der Dämokrat” machte ich ein gutes Dutzend dieser Bearbeitungen aus. Da das verwendete Bild mit der feschen Kurzhaarfrisur und im schicken Hemd vielleicht doch noch ein bisschen zu sehr nach James Bond aussieht, wird ihm allerdings auch gleich noch ein Zitat in den Mund gelegt: Man müsse dann eben den Asylbewerbern den Strom abdrehen. Weil der Rest des Artikels hinter der Bezahlschranke liegt, erfährt der jetzt schon empörte Leser allerdings nicht, dass die „Spiegel”-Redaktion diesen Satz aus irgendeiner Chatgruppe entnommen hat. Dort plant man angeblich schon Hackerangriffe auf das deutsche Stromnetz, um die düsteren Prophezeiungen der AfD zur Tatsache werden zu lassen.

Hackerangriffe nach wie vor ein hohes Risiko

Doch, Moment mal – da war doch was? Vor zehn Jahren erschien Marc Elsbergs Thriller „Blackout – Morgen ist es zu spät” im deutschen Buchhandel und schlug medial ein wie eine Bombe. Der Inhalt des Romans dürfte mittlerweile einer breiten Öffentlichkeit bekannt sein: Es geht um den Hackerangriff auf das weltweite Stromnetz, der selbiges vollkommen lahmlegt. Damals waren auch in deutschen Haushalten die ersten „Smartmeter” installiert worden, welche die klassischen Stromzähler nach und nach ersetzen sollten. So ein „Smartmeter” hat es in sich, ein es stellt die direkte Verbindung eines Haushalts zum Stromanbieter her. Setzen sich die Pläne grüner Ideologen zur vollständigen Umstellung auf E-Mobilität durch, könnte mancher Besitzer eines stromgetriebenen Vehikels auch ohne Hackerangriff eine üble Überraschung erleben: Sollte es zu einer Energieflaute kommen, wäre es den Stadtwerken möglich, der Ladestation in der heimischen Garage einfach den Saft abdrehen. In Großbritannien ist das schon stundenweise Realität, aber auch in Deutschland liegen derartige Pläne in manchen Ministeriumsschubladen herum. Das sagt übrigens nicht die AfD – sondern der „Focus”, und es nennt sich „Spitzenglättung”.

Als Elsbergs Thriller erschien, lagen Energiewende und Ukraine-Krise noch weit vor uns; das Thema „Hacker” jedoch war auch damals schon im Trend der Zeit. Da die Medien das Internet bereits als Konkurrenten erkannt hatten und es opportun schien, derlei düstere Machenschaften jenseits von Katzenvideos und Kosmetiktipps offenzulegen, erfolgte eine breitangelegte Berichterstattung über die möglichen Folgen eines Hackerangriffs auf das deutsche Netz. So informierte etwa das populärwissenschaftliche öffentlich-rechtliche Magazin „nano” auf „3Sat“ über den ständigen Wettlauf zwischen IT-Experten und Angreifern von außen – denn die Gefahr bestand durchaus, dass die Energieanbieter diesen Wettlauf eines Tages verlieren würden. Ingenieure und Mathematiker forderten die Verantwortlichen schon vor Jahren dazu auf, die elektronische Verwaltung des Netzes stärker zu dezentralisieren, um notfalls einzelne, von Schadsoftware betroffene „Cluster” zum Schutz des restlichen Netzes abkoppeln zu können. Geschehen ist in dieser Richtung seither nicht viel; Deutschland ist auch deshalb so oft Opfer von Hackerangriffen, weil es in Sachen IT-Sicherheit als Entwicklungsland gilt.

Finstere Gestalten – damals Darknet, heute AfD

Solange die Schuld für einen generellen Blackout noch bei den finsteren Gestalten im Darknet lag, konnte auch noch offen über die möglichen Folgen gesprochen werden, die Elsberg so drastisch beschreibt: In seinem Roman simuliert die Schadsoftware eine Überlastung des Stromnetzes, was zu einer europaweiten Notabschaltung aller Kraftwerke führt. Die Lichter gehen aus, die Infrastruktur bricht zusammen. Nachdem sich die Menschen in den ersten Tagen noch gegenseitig helfen, bricht bald der Kampf um Lebensmittelvorräte und Kraftstoff aus, nur wenige Glückliche verfügen über Dieselgeneratoren, die ihre Häuser noch eine Weile mit Strom versorgen. „Warum haben die Idioten die Kraftwerke nicht einfach wieder hochgefahren?”, mag sich mancher beim Lesen des Klappentextes gefragt haben. Auch das beschreibt Elsberg ausführlich: Zum Hochfahren der meisten Kraftwerkstypen braucht es erst einmal – man mag es kaum glauben – Strom! Lediglich Wasserkraftwerke können aus dem Stand wieder in Betrieb genommen werden; bei ihnen reicht eine Batterieladung für die Instrumente, den Rest erledigt die Kraft der Natur. Österreich ist in dieser Beziehung weitaus besser aufgestellt als Deutschland.

Heute ist das Stromnetz gleich doppelt gefährdet, denn die Gefahr durch Hacker ist längst nicht behoben. Sie müssen noch nicht einmal mehr ein komplexe Schadsoftware ins System einspeisen, sondern dieses einfach nur durch eine Vielzahl von automatisierten Anfragen lahmlegen. Hinzu kommt das durch die Energiewende geschwächte deutsche Netz, nachdem zum letzten Jahreswechsel gleich zehn Kohle- und drei Kernkraftwerke dauerhaft abgeschaltet wurden. „Zur Not kann man ja was aus dem europäischen Ausland dazukaufen”, hieß die naive linksgrüne Devise, die vor allem die Verbraucher seither teuer zu stehen kam: Kunden von Billiganbietern flogen gar aus ihren Verträgen und mussten mit den zuständigen Stadtwerken neue, weitaus teurere abschließen. Der Markt rächte sich am Alleingang der Deutschen.

Objektive Versorgungsrisiken – kein Thema für den „Spiegel“

Da stehen wir nun; wir haben das Alte, Bewährte auf den Müll geworfen, aber noch keinen brauchbaren Ersatz am Start – denn auch die Windräder, die unsere Landschaft mehr und mehr zupflastern, liefern ohne Speichermöglichkeit keine zuverlässige Grundlastversorgung. Im Übrigen werden auch sie von einer störungsanfälligen Software gesteuert, denn so ein Windrad ist sensibel, es mag weder zu viel noch zu wenig Wind, dann schaltet es sich ab oder dreht sich erst gar nicht. Noch können Frequenz- und Leistungsschwankungen im deutschen Stromnetz durch sogenannte „Redispatches” vermieden werden, das sind außerplanmäßige Umschaltvorgänge der Netzbetreiber. Schon im Jahr 2020 kostete uns das etwa 220 Millionen Euro, die auf die Verbraucher umgelegt werden.

Vor allem aber ist unser Stromnetz durch die leichtfertige Energiewende zu einer empfindsamen Diva geworden, die gerne einmal in Ohnmacht fällt. Bisher ist es bei lokal auftretenden Blackouts geblieben, die oft durch Störungen in Umspannwerken entstanden; einmal in Dresden durch so etwas Alltägliches wie einen Folienballon, den man auf jeder Kirmes kaufen kann – das reichte aber schon für einen stundenweisen Zusammenbruch der Infrastruktur und Verkehrschaos durch ausgefallene Ampeln. Man muss kein „Panikmacher” sein, um vor einem Blackout zu warnen, sondern sich nur ein wenig im Netz umschauen: Dort findet man genug besorgniserregende Informationen aus seriösen Quellen, die einen sogleich ganz freiwillig einen Notvorrat an Kerzen anlegen lassen. Die AfD-Thüringen hat nichts anderes getan, als diese Informationen für Verbraucher zusammenzufassen, inklusive einiger Tipps, wie man sich für den Notfall vorbereiten kann.

Wenn die „Spiegel”-Redaktion sich nicht einmal die Mühe macht, selbst umfassend zum Thema zu recherchieren – und das ist wirklich nicht schwierig –, dann sollte sie zumindest ihre Verschwörungstheorien etwas sparsamer dosieren. Vielleicht müssen auch dort die Artikel dank der Energiewende eines Tages wieder bei Kerzenschein auf einer alten Schreibmaschine getippt und anschließend per Hand gedruckt werden? Das hätte zwar einen nostalgischen Reiz – würde aber manchen an moderne Elektronik gewöhnten Jungjournalisten einigermaßen überfordern.

9 Kommentare

  1. Da man die Ukraine an EU Stromnetze oder wie das heißt angeschlossen, besteht das Risiko eines Anschlags auf Kraftwerke und Leitungen um es es dann Russland n die Schuhe zu schieben. Wie schnell dies geht, zeigt ein Vorfall der schon Jahre zurückliegt, als man ein Stromkabel in Schleswig-Holstein klappte, bis nach Spanien zog sich der Stromausfall hin. Das der nächste größere Stromin Deutschland stattfindet, wird mit jeden Windpark und der Abschalten anderen Kraftwerke größer und wahrscheinlicher. Schließlich müssen enorme Mengen Strom in sekundenschnelle bei Windstille und Regenwolken ersetzt werden. In Frankreich sieht es selber nicht gut aus, etliche Akws sind wegen Instandsetzungen und Reparaturen abgeschaltet und den Polen geht die Steinkohle aus und nun müssen woanders teuer einkaufen. Kommt das Gasembargo sieht es überall düster auch. Wie es sich herausgestellt hat, wurde man von Biden mit seinem Lng Lieferungen aus der USA an der Nase herumgeführt, also belogen.

  2. Ne Leute! Es geht vorran, wir werden bald alle nichts mehr besitzen und wahnsinnig glücklich sein. Wir werden nix mehr zum fressen haben, im Winter uns den Arsch abfrieren und schon bald auch unsere Häuser mit allen möglichen Fachkräften aus aller Welt teilen. Aber wir werden Glücklich sein, denn wir sind nämlich moralisch auf der absolut sicheren Seite.
    Ich nenne so etwas „ziemlich dämlich!!“. Aber hey! Der Spiegel weis ja immer mehr wie die anderen!
    Übrigens! Ich habe noch meine alte händische analoge Schreibmaschiene. Ich verleihe sie gerne für einen Sack Kohle! Bin auch gerne bereit einen kurzen Einführungskurs zu geben, natürlich gegen bares!

  3. Laut den aktuellen Untersuchungen von Bloomberg besteht im Sommer 2022 auf der Nordhalbkugel ein Stromproblem, das neu ist: Kohle wurde knapp und teuer, weil die Logistik durch das Corona-Theater beeinträchtigt ist. Deutsche Übersetzung aus dem englischsprachigen Artikel bei zerohedge von Tyler Durdon von Heinrich Duepmann, Stromverbraucherschutz NAEB:
    25. Mai 2022
    https://www.zerohedge.com/commodities/one-billion-people-risk-power-blackouts-global-grids-stretched

    „Europa
    Das Risiko von Stromausfällen ist in Europa geringer, weil weniger Menschen zu Hause Klimaanlagen benutzen. Allerdings wirkt hier die deutsche Abschaltung der Kohle- und KK-Werke. Aber es gibt wenig Spielraum für Fehler. Ein trockener Frühling in Norwegen hat das Angebot an Wasserkraftwerken eingeschränkt. Längere Ausfälle in den Kernkraftwerken der Electricite de France SA erhöhen den Druck auf die Preise und das Angebot. Der größte Stromerzeuger der Region hat sein Ziel für die Stromerzeugung aus Kernkraftwerken in diesem Jahr bereits zum dritten Mal gesenkt – das jüngste Anzeichen dafür, dass sich die Stromkrise in Europa verschärft.

    Sollten die russischen Erdgaslieferungen unterbrochen werden, könnte dies in einigen Ländern zu Stromausfällen führen, so Fabian Ronningen, Analyst für die Energiemärkte bei Rystad Energy. Er hält es zwar für unwahrscheinlich“, dass der Fall eintritt, aber angesichts der Eskalation des Krieges in der Ukraine ist er pessimistischer geworden; vor zwei Monaten hätte er die Chancen noch als höchst unwahrscheinlich“ eingestuft.

    Einige Länder, darunter Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich, haben große Mengen an Flüssigerdgas importiert und wären wahrscheinlich in der Lage, den Schlag aufzufangen. Anders könnte es in Osteuropa aussehen, wo Länder wie Griechenland, Lettland und Ungarn einen großen Teil ihrer Energie aus Gas beziehen und stark von russischen Lieferungen abhängig sind. Dort wäre die Gefahr von Stromausfällen am größten, so Ronningen.

    „Ich glaube nicht, dass sich die europäischen Verbraucher ein solches Szenario überhaupt vorstellen können“, sagte er. „Das hat es zu unseren Lebzeiten noch nie gegeben. Sollten die Stromnetze in diesem Sommer unter Druck geraten und zusammenbrechen, wäre das ein unheilvolles Zeichen für den kommenden Winter.“

  4. Machen wir uns und anderen nix vor: Der Spiegel macht genau das, was sein Name erahnen lässt: Er zeigt die fast grenzenlose Arroganz und selbstverliebte, naive Blödheit seiner Betreiber…Was immer der Spiegel mal dargestellt hat, er ist versunken und verkommen zur absoluten Bedeutungslosigkeit im rasant schrumpfenden Blätterwald der obsoleten Druckerzeugnisse

  5. Naja ein AFD Aushängeschild stellt er nicht dar und einige seiner kruden Aussagen schaden der AFD eher als zu nutzen . Auch ohne besondere Bearbeitung erinnnert sein Äußeres eher an eine Braune Vergangenheit die wir genauso wenig wie eine Grün-Rote Zukunft wollen . Der AFD rate ich endlich die eigenen EGO-Selbstdarsteller auszulagern und durch fähige weltlich intakte Politiker , die auch ohne Mandat ihren Unterhalt alleine bestreiten können auszutauschen . Das hilft zum Beispiel den gegenseitigen Futterneid einzudämmen und nimmt den gleichgeschalteten Medien Angriffsflächen . Hilft auch gegen Politiker mit Kreissaal , Schulsaal , Plenarsaal Vergangenheit .

    • Na ja, das liegt wohl im Auge des Betrachters. Der AfD LV Thüringen ist der erfolgreichste LV. Offensichtlich trifft man dort den Nerv der Wähler.

  6. Erneuerbare

    Erneuerbare Energien,
    das Stalingrad für Rot und Grün.
    Für ihre Klimaparanoia,
    freiwillig zahlt der Doofe Steuer.
    Der Endsieg ist nicht zu erreichen,
    verweigern sich zu seh’n die Zeichen.
    Niemals sie die Flagge streichen,
    lieber geh’n sie über Leichen.

  7. Hackerangriffe, äh …. Software-Problem … nach wie vor ein hohes Risiko

    Es gibt kein Hacker-Problem, nennt sich wie gerade beim Terminal-Bargeldlos-System zu sehen ist, einfach nur Software-Problem. Ein Update regelt das dann schon, innerhalb kurzer Zeit, Zeitnah … heißt – innerhalb einer Woche, oder so …

    Na dann noch in den nächsten Monaten den Kontoauszüge gut checken und auf jeden Fall auf dem eigenen Computer, Stick oder auf der HardWare im A4 Format speichern.

    Euer E. Koslowski II

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