Samstag, 13. April 2024
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Zweieinhalb Jahre nach der Flut herrscht im Ahrtal vielfach noch immer Chaos

Zweieinhalb Jahre nach der Flut herrscht im Ahrtal vielfach noch immer Chaos

Die Ahr bei Altenahr im Februar 2024: Probleme im eigenen Land jucken die Politik nicht (Foto:Imago)

Im dritten Jahre nach der Flutkatastrophe sieht es im Ahrtal stellenweise noch immer so aus, als liege diese erst wenige Tage zurück. Während die Ampel-Regierung Abermilliarden Steuergeld für groteske Entwicklungshilfeprojekte verschwendet, ist man im eigenen Land weder willens noch fähig, der deutschen Bevölkerung aus größter Not zu helfen. Im Interview mit „Focus“ schilderte nun Dominik Gieler, seit Juni 2022 hauptamtlicher Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, mit welch unsäglichen Zuständen er sich permanent konfrontiert sieht. Dabei geht es vor allem um die monströse, schwerfällige und sinnlos komplizierte Bürokratie. In fast jeder Ortschaft gebe es, so Gieler, „gewisse Bauruinen“ und die Sorge, dass diese für immer in diesem Zustand zurückblieben. So sei etwa ein Hotel in Altenahr vor der Flut von einem Nicht-Ahrtaler ersteigert worden, der sich erst den Schlüssel vom Voreigentümer einklagen musste. Inzwischen war das Gebäude durch die Flut zerstört worden. Seit fast drei Jahren gebe es hier keinerlei Fortschritt. Die Kommune habe erfolglos versucht, das Gebäude zu erwerben, um es abreißen oder einen anderen Investor suchen zu können.

Allerdings gebe es in diesem Fall, wie auch in vielen weiteren, erhebliche Probleme mit Gutachtern, die einfach ihre Arbeit nicht machen würden. Der Rückstau sei erheblich, somit könne es auch keine Förderung durch die Investitions- und Strukturbank (ISB) geben. Hinzu kämen Probleme mit Versicherungen und schier endlos lange Bearbeitungszeiten bei den Behörden: Manche Menschen würde zehn bis zwölf Monate auf die Genehmigung eines Bauantrags warten. Und schließlich seien die Regeln des Wiederaufbaufonds allzu starr und unflexibel. Man stehe im ständigen Austausch mit der Landesregierung, die sich ihrerseits mühsam mit der Bundesregierung einigen müsse. Es gebe „immer mal wieder Erfolge durch lange Gespräche“. Hier kommt der Föderalismus dann an seine Grenzen.

Bürokratische Abgründe

Es gebe laut Gieler auch eine “extreme Angst vor dem Rechnungshof, vor dem Landes- wie auch vor dem Bundesrechnungshof, weshalb die Entscheidungen auch nicht unbedingt großzügig getroffen werden“ – und dies vor allem dann, wenn es um Steuergelder gehe. So dürften etwa drei Kommunen, die sich zusammentun, nur dann einen Sportplatz bauen, wenn er genau dem entspreche, der vorher da gewesen sei. Habe es vor der Flut zum Beispiel keine Tartanbahn in den drei Orten gegeben, so dürfe beim neuen Sportplatz auch keine errichtet werden – obwohl dieser mit Bahn ebenso viel kosten würde wie die drei Einzelanlagen. Der Besitzer eines Hotels, der es an anderer Stelle wieder aufbauen wolle, sei nur für den Abriss antragsberechtigt, der zu 80 Prozent gefördert werde – den Rest müsse er jedoch selbst bezahlen. Dies sind die Detailprobleme, die im Absurdistan Deutschland an der Tagesordnung seien.

Dieselben gleichgültigen Bürokraten und dieselbe Landesregierung, die durch ihre skandalöse Fahrlässigkeit vor und während der Flutnacht erhebliche Mitverantwortung für diese Tragödie trägt, ducken sich nun in Feigheit vor dem Rechnungshof weg und ziehen sich beckmesserisch vor angeblichen Verwaltungshürden und bürokratischen Fallstricken zurück, obwohl sie ansonsten – wie auch andere deutsche Landesregierungen und die Ampel sowieso – das Geld der Steuerzahler beliebig verschwenden. Mit diesen Schikanen, Hürden und Nöten sind die Menschen im Ahrtal auch mehr als zweieinhalb Jahre nach der Katastrophe konfrontiert. Sie sind weiterhin die Leidtragenden in dieser schwer gebeutelten Region, wo noch weniger voran geht als in Deutschland generell. Gieler gibt sich, wie auch viele seiner Bürgermeisterkollegen, inzwischen ernüchtert: Er geht davon aus, dass die unbefriedigende Situation noch auf Jahre hinaus anhalten wird. Sein Fazit über die Menschen der Gegend lautet: „Die Leute können nicht mehr. Die sind fertig. Die sind mit den Nerven am Ende.“ Vielleicht wünscht sich manch einer insgeheim, er wäre Ukrainer – dann würde sich die Bundesregierung wenigstens aufopferungsvoll um ihn kümmern. Whatever it takes. 

19 Antworten

  1. Sollte man Mitleid mit den Ahrtaler haben?… NEIN, ein ganz klares NEIN…
    Sie haben bei der auf das Hochwasser folgenden Wahl in RLP zu knapp 90% die DEP gewählt, genau jene Parteien, die diese 130 Leute haben absaufen lassen, denn SIE saßen ja im Trockenen und konnten ruhig schlafen gehen, während dort Menschen gestorben sind… so mancher Ministerin war das Gendern wichtiger als die Sorge um ihre Mitbürger…
    Dass diese unsägliche Dreiher noch im Amt ist, ist so unfaßbar deppendeutsch, daß es NUR hier passieren kann…
    Und KEINER dieser Systemschergen hat sich beim Aufräumen mit Ruhm bekleckert, Menschen, die zum Helfen kamen, wurden als Nazis und Rechte beschimpft, sogar von den Ahrtalern, denen sie gerade geholfen hatten.
    Aber wenn dann ein Minister oder Landrat zum Pressetermina uftauschte… ahhhh… dann waren die Ahrtaler immer voller Lob für dieses pack, das sie erst hat absaufen lassen und sich dann noch an ihrem Leid ergötzte…
    Sollte man Mitleid haben… NEIN, ich hoffe, ihr sitzt noch lange in euren Ruinen, feucht und kalt, ohne… ihr hättet diesem Pack aus Mainz und sonstwo mal zeigen können bei der Wahl, was ihr von deren toller Arbeit und Hilfe haltet.
    Aber nein, das ginge ja gar nicht… also, lebt in eurem Dreck… ich hoffe noch sehr lange.
    Was besseres habt ihr in meinen Augen nicht verdient.

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  2. Dies Wahlergebnis nach der Überschwemmung, zeigt doch eindeutig das die Masse in den “Totalen Untergang” freiwillig mitgeht! Sie haben anscheinend gar nicht mitbekommen, das die derzeitigen Politiker die Schuld für dieses Fiasko haben. Anscheinend ist es ihnen auch egal, was noch passiert, also wäre es an der Zeit wieder einmal alles in Schutt und Asche zu hauen!

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    1. Genau, wie kann man so blöd sein, diese unfähige Regierung 2 Monate später, noch durch Stimmenzuwachs zu belobigen? Bekloppter kann man doch nicht sein. 51 % AfD, das wäre mal eine Ansage gewesen, doch die hat noch Stimmen verloren. Also mein Mitleid mit diesen gehirnamputierten Ahrtalbewohner hält sich SEHR in Grenzen.

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  3. Alles nur eine Frage der Prioritäten. Alles hat seinen Rang …

    Erstens: Klima mit „Fantasie-Rettungs-Maßnahmen“ retten wollen
    Zweitens: Ukraine militärisch aufrüsten
    Drittens: Kampf gegen Rechts mit allen Mitteln – auch rechtswidrigen
    Viertens: Rüstungskonzerne in faszinierende Gewinnhöhen hieven
    Fünftens: Migranten schleusen und finanzieren – ohne Rücksicht auf Kosten oder Anlass
    Sechstens: Geld in alle Welt verschleudern – wir haben einfach zu viel davon
    Siebtens: Vasallentreue mit USA demonstrieren und Zugriff auf Ukraine
    (Bodenschätze/Landwirtschaft) sichern helfen
    Achtens: Pandemie schon mal in den Köpfen vorbereiten
    Neuntens: Medien bei Laune halten…
    Zehntes: …
    ….
    …..
    Zwanzigstes: Irgendwie bei allem herausreden, was man so in Deutschland fälschlich als Politikfelder ansieht
    Dreißigstes: Ahrtal finanzieren und aufbauen.

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    1. Avatar-Foto Strack-Zimmermann und Kiesewetter haben sich in der Zeit vertan und sind Relikte aus der Zeit von 1933 bis 1945. sagt:

      Erste Priorität: Die CeDeUh in die Wüste schicken!
      Zweite Priorität: Die (H)ampl)er in die Wüste schicken!
      Dritte Priorität: Strack-Zimmermann und Roderich Kiesewetter mitten in ein Gefecht stellen; hierfür reicht eine Gefechtsübung der BW in Deutschland aus.

  4. Schon wieder dieses Gejammer um die “armen Opfer vom Ahrtal”, die nach der Flut gar nicht schnell genug jene wählen konnten, welche die schweren Flutfolgen verursacht haben, durch ihre Politik. Aber das lege ich nicht schon wieder dar. Wer keine Ahnung vom Thema hat, soll endlich mal selber seinen fetten Arsch bewegen und sich selber informieren.

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  5. “… Allerdings gebe es in diesem Fall, wie auch in vielen weiteren, erhebliche Probleme mit Gutachtern, die einfach ihre Arbeit nicht machen würden. Der Rüclszau sei erheblich, somit könne es auch keine Förderung durch die Investitions- und Strukturbank (ISB) geben. Hinzu kämen Probleme mit Versicherungen und schier endlos lange Bearbeitungszeiten bei den Behörden: …”

    Mir ist ein Ehepaar aus Rech bekannt, deren Gasthof samt Hausteil, in dem sich mehrere Ferienwohnungen befanden, den Fluten der Ahr zum Opfer fielen. Das Ehepaar hatte den Gasthof und den Gebäudeteil, der die Ferienwohnungen beherbergte, nur wenige Wochen vor der Flut der Ahr verkauft. Das Ehepaar selber war in Ahrweiler in der neuen Wohnung von der Flut betroffen.

    Niemand hat dem Ehepaar bisher geholfen. Die Dreyer soll sich ihre spd in den Allerunwertesten stecken.

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  6. https://report24.news/deutsche-bundesregierung-schliesst-verhandlungsfrieden-im-ukraine-krieg-kategorisch-aus/

    „Deutsche Bundesregierung schließt Verhandlungsfrieden im Ukraine-Krieg kategorisch aus
    22. Februar 2024„

    Damit ist diese Kriegspolitik von der Krieg treibenden zur Krieg Beteiligung verkommen !
    Wollt ihr Flachmaten den 3. Weltkrieg mit Atom-Bomben-Einsatz?
    Fürchte, Herr Putin wird sich das alles nicht mehr lange gefallen lassen und entsprechend hart antworten, hoffentlich nicht !

    Ihr verpisst euch dann sehr schnell nach Übersee, ihr Feiglinge und Verantwortungslose.
    Wollt ihr eigentlich, das noch mehr Menschen in einem sinnlosen Krieg, der nicht unserer ist, getötet und die Überlebenden für ihr ganzes Leben gesundheitlich gezeichnet sind?
    Man muss leider annehmen, das das vorsätzlich gewollt ist, da Friedensverhandlungen zu den Akten gelegt wurden?
    Es wird die Zeit kommen, wo gerade solche sich verantworten müssen und es wird vorauss. nicht mehr lange dauern.

    Wenn Mark Rutte aus den Niederlanden Nato-Häuptling wird, dann kann nur noch die Gnade Gottes helfen !
    Er ist für mich völlig ungeeignet, das hat er bereits als federführender Politiker negativ gezeigt !

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    1. “https://report24.news/deutsche-bundesregierung-schliesst-verhandlungsfrieden-im-ukraine-krieg-kategorisch-aus”
      Das ist die deutlcihe Kriegserklärung von der deutschen BundesreGIERung an Russland und die Menschen in Russland.
      Man muss nicht ganz Deutschland kapputt schlagen, sondern braucht nur den Deutschen Bundestag und die Bundesminister(ien) sich vornehmen. Das reicht.

  7. @HERRSCHT IM AHRTAL VIELFACH NOCH IMMER CHAOS
    na ja – bei der Verhinderung der Hilfe für das Ahrtal war das Regime ja erfolgreich !
    Und die Bewohner haben ihr durch ihre Wal mehrheitlich gedankt und zugestimmt !
    Deshalb – mit meinen Worten als Pack aus Dunkeldeutschland, Ratte und gefallener Engel aus der Hölle : mir egal – sie bekommen, was sie selbst verdient haben !

    Und nicht vergessen – die Flut war ja politisch sehr erfolgreich – sie hat den Intensivbettenskandal weggespült und die Pandemie und die Maßnahmen für Merkel erhalten – einschließlich der Gewinne für Pfizer und Gates !

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    1. Und diese Leute werden auch dem heutigen Schlachtruf der etablierten Parteien folgen: Wollt ihr den totalen Krieg und die totale grüne Zerstörung? Ja, ja und nochmals ja. Dafür verzichten wir auf innere Sicherheit auf allen Ebenen, auch verzichten wir auf künftige Renten usw.

  8. Im Ahrtal sind immer noch 168 Millionen festgehalten. Spenden wohlgemerkt welche die Bürger für Bürger spendeten und nicht für den Staat. Der rückt die nicht raus weil diese und andere Anforderungen nicht erfüllt wären. Dafür hat damals kein Mensch gespendet um von den Bürgern in Not Anforderungen erfüllen zu lassen. Ob das Geld überhaupt noch da ist?

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  9. Der einzige der tatkräftig bei den Aufräumarbeiten mit angefasst hat war der charismatische Helge Lindh.

    Ich sehe vor meinem geistigen Auge noch das Bild vor mir – wo er völlig erschöpft, am Ende seiner Kräfte und schweißgebadet, mit Schaufel in den zitternden Händen, und bis zu den Knien im Schlamm stand.

  10. Während unsere Regierung Milliarden Euro für alle möglichen Projekte ins Ausland verpulvert, wurde bis dato nirgends erwähnt ob und wie ausländische Hilfsorganisationen auf die Ahrtalflut reagiert haben ? Ich weiß zumindest nichts über derartige Hilfe. Kamen einfach keine Hilfsangebote weil wir dem Ausland schlichtweg scheissegal sind oder wurden Hilfsangebote seitens der Regierung abgelehnt?

    1. Die Ganze Welt lacht und sagt:” Deutschland ist ein reiches Land. Die Helfen sich selber.” Danach schaut man im Ausland sich die Ampelgestalten an, hören sich deren überhebliches Gequatsche an und alle halten sich die Bäuche vor lachen.

  11. Genau 7 Tage habe ich direkt nach der Katastrophe freiwillig meine Lebenszeit solidarisch im Ahrtal geholfen. Wir Helfer haben geschuftet, gefroren und manchmal war auch Hunger und Entkräftung dabei.
    Dann wurden wir (8 Leute) plötzlich zu “Rechtsradikalen”!
    Manche Ahrtaler fielen darauf rein .. und wir wurden “gegangen”!
    In allem behindert fuhren wir schmutzig und frustriert wieder heim.
    Dann kam die Wahl – und ja – wir 8 hatten erwartet, dass sich die Menschen im Ahrtal das Lachen des Laschet gemerkt und die vollkommene Inkompetenz von Dreyer tief ins Herz geschrieben hätten.
    Die Wahl hat uns gezeigt: Jeglicher Einsatz dort war nicht nur vergeblich, es war an die Falschen geopfert.
    Ich kenne zwei Bauunternehmen, die sich damals dort – bis heute – verschuldeten .. freiwillig und mit ganzem Einsatz.
    Nein – ich freue mich nicht über den aktuellen Zustand im Ahrtal. Mich ärgert das auch nicht mehr. Mir ist das Ahrtal inzwischen vollkommen egal! Fast schämen wir uns für unsere rückhaltlose Euphorie damals. Es waren Perlen vor die S..e.