Ab jetzt bestimmt die Regierung, wer in Deutschland demonstrieren darf

Maximale Konfrontation auf Deutschlands Straßen (Foto:Imago)

Es ist ein wohl einzigartiger Vorgang: Ganz im Stil der kürzlichen Regierungsappelle an Bürger, sich von Demonstrationen fernzuhalten, weil dort ja die falschen mitlaufen könnten, werden nun Demonstrationen aus ähnlich sachfremden Erwägungen gleich ganz abgesagt: In Berlin wollten Bürger – sogar explizit unter Beachtung der Hygiene-Regeln und mit einem tragfähigen Sicherheitskonzept –  auf die Straße gehen; die Behörden jedoch verboten die Demo – weil eine Unterwanderung durch „Querdenker” drohe.

Damit wäre dann quasi amtlich bestätigt, dass in Deutschland fortan nur noch die Regierenden bestimmen dürfen, wer auf die Straße gehen darf. Es kommt einer finalen Kraftloserklärung des Grundgesetzes gleich – und dem Ende von Demokratie und Rechtsstaat. Dieses an den Schah-Iran erinnernde Gebaren der Behörden nach Gutsherrenart, nur noch erwünschte „Demonstrationen“ zuzulassen – etwa von „Jubelpersern“ bei den heute dann opportunen Klima- oder Gegen-Rechts-Massenkundgebungen -, entspringt einer brandgefährlichen Einstellung, die sich unter immer mehr Spitzenpolitikern des staatsbestimmenden dominierenden Linksblocks breit macht. So twitterte gestern etwa die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (über den offiziellen Account der Landesregierung!) unverfroren: „Ich habe die Nase voll von einer radikalen Minderheit, die es in unserem Land gibt. Bei Versammlungen von Impfgegnern ist zu beobachten, dass die AfD hierbei eine Rolle spielt. Kundgebungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen sind auch große Belastung für Polizei.

Sozialisten waren nie Demokraten

Die Nase voll von renitenten Bürgern hatten die Regierenden zu allen Zeiten, und um diese Binsenweisheit scherten sich die heute bundesweit überall regierenden Linksgrünen selbst am allerwenigsten, als sie selbst einst – in der Studenten-, Friedens- oder Anti-AKW-Bewegung – auf der anderen Seite der Barrikaden standen. Heute besetzen sie selbst die Zentren der Macht, heute gilt der Zorn einer empörten Bewegung ihnen – und es zeigt sich Erstaunliches: Sie, die einst so Progressiven, legen weit weniger demokratische Toleranz geschweige denn Gelassenheit im Umgang mit Andersdenkenden an den Tag als der damals herrschende bürgerlich-konservative Machtblock. Wirklich überraschend ist dies jedoch nicht, denn Sozialisten waren nie freiheitsliebende Demokraten und sind es auch heute nicht. Vielleicht sollte Dreyer, wie ihr der Journalist Don Alphonso ins Stammbuch schrieb, wenigstens Blick ins Grundgesetz werfen; dort steht in Artikel 8: „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.” Doch wer schert sich in Corona-Deutschland noch um die Verfassung.

Entscheidend ist in diesem Kontext noch etwas anderes: Die auch von Dreyer wiederholte Mär von den „Radikalen“, den „Extremisten“ als eigentiche Rädelsführer oder gar wesensbestimmende Haupttreiber der Demonstrationen spricht nicht nur krass jeder Realität Hohn (wovon sich Augenzeugen und hunderttausende teilnehmende Bürger der „Spaziergänge“ derzeit allabendlich überzeugen können und was auch die zahllosen Videos der Aktionen im Netz beweisen; teilweise finden sich bei den Kundgebungen überhaupt keine Extremisten). Sie stellt auch eine infame Aufwertung einer zahlenmäßig vernachlässigten Minderheit von kriminellen Trittbrettfahrern dar, die die Corona-Proteste als Bühne für Gewalt und Destruktion missbrauchen und von regierungsaffigen Medien in perverser Ausschnittsvergrößerung dankbar exponiert werden.

Zaghafte Bekehrungserlebnisse des Mainstreams

Diese unverantwortliche Verzerrung wird inzwischen sogar ersten Mainstream-Journalisten bewusst, die sich nach Vor-Ort-Inaugenscheinnahme der friedlichen Märsche verdutzt die Frage stellen, wo denn diese „Hass”-Aktivisten sein sollen, von denen in der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung ständig die Rede ist. „Die meisten Corona-Maßnahmen-Kritiker verbreiten weder Hass noch Hetze”, titelt etwa der mecklenburg-vorpommersche „Nordkurier“ in einem Kommentar zum hochumstrittenen Beschlussantrag des Schweriner Landtags, der „radikale Kritiker der Corona-Maßnahmen” ins Visier nehmen soll. „Aber gibt es diese Extremisten auf den Demos überhaupt?”, fragt die Zeitung ketzerisch, und gibt sich die Antwort selbst: „Die Demo-Teilnehmer gehörten – wie man so schön sagt – zur Mitte der Gesellschaft: Unternehmer, Angestellte, Erzieherinnen, Verkäufer usw. Der Protest war friedlich und unaufgeregt.” In der Tat! Und so ist es eben nicht nur an der Ostsee, sondern überall in Deutschland.

Nicht nur durch ihre fortschreitende Spaltungsrhetorik also, sondern auch durch ihre immer wüstere Verhetzung und Kriminalisierung einer friedfertigen zivilen Opposition und durch zunehmend rücksichtslose, autoritäre Unterbindungsversuche gegen legitime und legale öffentliche Versammlungen spielen Deutschlands Regierende mit dem Feuer. Sie legen es auf Polarisierung und Eskalation an und wollen anscheinend massive Unruhen sehen – bis hin zur finalen Aufkündigung des längst brüchig gewordenen sozialen Friedens. Der Ernst der Lage scheint ihnen dabei nicht bewusst zu sein (wovon nicht nur Olaf Scholz verstrahlte Leugnung jeglicher Spaltung der deutschen Gesellschaft vor dem deutschen Bundestag zeugt). Denn es sind längst nicht mehr nur Ungeimpfte oder Impfgegner, die hier aufwachen, sondern mündige Bürger mit jedwedem erdenklichen „Status“, die von ihrer fortschreitenden Bevormundung, von ihrer Einengung durch einen planlosen und erratischen Corona-Staat genug haben.

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21 Kommentare

  1. wer – wann – und wo
    So ist das in Diktaturen !

    Das ist hier ist nicht mehr mit einer Person aufzuheben – hier muß die ganze politische Klasse neu sortiert werden !
    Dummerweise werden Wahlen und Justiz nicht mehr helfen – wenn der Bock erst einmal den Gärner gibt, …

  2. Die sich selbsternannten Demokraten bestimmen, was Demokratie ist und was nicht. Das geht aber vom Bundestag bis zum Stadtrat.

    Genau so war es in der Deutschen Demokratischen Republik, einer rotlackierten faschistischen Diktatur. Heute ist diese eben linksgrün.

    Ich habe für diese ganze widerliche Bande der Altparteien und der Altmedien (Das Wort Mainstream räumt denen eine zu hohe Bedeutung ein.) nur noch eine abgrundtiefe Verachtung übrig.

  3. Man erinnere sich an die anti-AKW-Demos der 80er oder die anti-Kohle-Demos und vergleiche diese mit den jetzigen gegen die Impfpflicht!

    Bis jetzt wurde kein Gleis geschottert, kein Bagger gestürmt und kein Wald besetzt. Wo ist das Problem?

  4. Geschichte wiederholt sich eben doch. Und zwar hier und heute im ‚besten Deutschland‘ dass die Staatsmacht je hatte. Der Bürger wurde zum Zahlesel degradiert und darf das Maul halten wenn er Millionen zivilisationsfeindliche Migranten gleich mit durchfüttern darf.

  5. Recht auf Demonstrations- und Versammlungsfreiheit gab es in der DDR auch nicht. Trotzdem gingen die Leute auf die Straße, um der Regierung und ihren Vasallen die Arschkarte zu zeigen. Am Besten wäre es, wenn an einem einzigen Tag in allen Städten die Demos zeitgleich stattfinden würden. Da sollte es wohl zu argen Mangelerscheinungen bei den Knüppeltruppen kommen.

  6. .
    Nun, alle
    Wege der linken
    Weltverbesserer führen
    früher oder später in die Diktatur.
    Und dies ebenso zwangsläufig wie
    notwendigerweise, jedenfalls
    wenn sie nicht beizeiten
    in ihrem idiologischen
    Furor gebremst
    und gestoppt
    werden.
    .

  7. Löse das Problem.
    A Friend

    Mehr müsste man eigentlich nicht wissen: DIE GESAMTE VIROLOGIE IST WIDERLEGT! Es gibt keine Viren, keine Mutationen, und es gab nie eine Pandemie!

    Der Bundesgerichtshof (BGH) und das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart haben Weltgeschichte geschrieben.

    Hier finden Sie den Beschluss des BGH, AZ.: I ZR 62-16 vom 1.12.2016

    Der BGH und das OLG Stuttgart haben alle Behauptungen zum vermuteten „Masern-Virus“, zur Ansteckung von Masern und zur Masern-Imp­fung widerlegt.

    Mehr noch, es ist nun höchstrichterliche Rechtsprechung, dass die gesamte Viro­lo­gie widerlegt ist.

    Warum das so ist, finden Sie in diesem Text.

    Hier finden Sie das wichtige Urteil des Oberlandesgericht Stuttgart, AZ.: 12 U 63/15 vom 16.02.2016.

    https://wissenschafftplus.de

    TRUST ULTRA TRUST NAOMI – https://www.bitchute.com/video/05OsGCekumz9/

    Blog: https://coronistan.blogspot.com

  8. Faschisten wollen unter sich bleiben und weiter das Volk diktatorisch züchtigen.
    Das GG und die darin verbrieften höchsten Rechte der Bürger, die Grundrechte,
    scheinen für solche Elemente wie ein Fremdkörper zu stehen, welcher vernichtet
    werden muss.
    Pfui !

  9. Deutsche demonstrieren für Blatzläuse – aber
    Nicht für eine freie demokratische Rechtsordnung.
    Halt eben nach guter Nazimanoer.

  10. Da braucht „die Regierung“ ja in Zukunft nur ein paar „V-Männer-Nazis“ auf x-beliebige Demos schicken und fertig. Es ist sowas von scheissegal, ob AfD oder sonstwer da mitläuft. Gewaltfreiheit auch in den Aufrufen ist tatsächlich das einzige Gebot. Dass Leute draußen keine Masken tragen während die Regierung drinnen tausende Intensivbetten abbaut oder zumindest tatenlos dabei zusieht findet nach fast 2 Jahren sogenannter Pandemie meine ausdrückliche Zustimmung! Kein Grund irgendwas zu verbieten.

  11. Sämtliche Probleme würden sich schlagartig in Luft auflösen, wenn die AfD geschlossen Impfpflicht, überall 2Gplus-Regeln und Ausschluss der Ungeimpften von allem für immer fordern würde. Sämtliche ach so demokratischen Parteien würden sich distanzieren und sofort dagegen sein, weil man das eben so tut, wenn es von der AfD kommt.

  12. Die Zeichen standen doch schon 1968 ab der Wand – pseudoakamdemische Versorgungsforderer ohne den Willlen zu Arbeit und Anstrengung; Psychopathen mit der wahnhaften Dystopie des „Knopfdruckstaates“, widerspiegelt in der Nazi-Macke dieser ganzen, im Überfluß des „Wirtschaftswunders“, zu dem diese Eleven nix beigesteuert haben, überfetteten, degenerierten und jedweder Erdung entkleideten Generation.
    Es wird wohl stimmen, daß das, was die „68er“ ihren Vätern, nachdem sie deren Wohlstanderbe mit selbstverständlicher Bräsigkeit angetreten hatten, tatsächlich nie verziehen haben, eben genau war, daß es letzteren eben nicht gelungen war, weiter zu marschieren bis zum in Scherben zerfallenen, großen Sieg.
    Ein Makel an Selbstwertgefühl und eine offene Wunde der moralisierenden Eitelkeit, die schließlich dadurch kompensiert wurden, daß die ersten zwei Nachkriegsgenerationen, in ihrer schlichten Einfalt befeuert von den marxistischen Ideologen der Frankfurter Schule, die in diesem zwischen den radikalen Sozialismen konvergierenden Milieu des banalen und kleinbürgerlichen Irrsinns den gedeihlichen Nährboden für ihre Gesellschaftsexperimente erkannten, die letzte Strophe des alten NS-Kampfliedes mit Fanatismus fanatisch umzusetzen entschlossen sind und waren:
    „Und liegt vom Kampfe in Trümmern
    die ganze Welt zu Hauf
    das soll uns den Teufel kümmern
    wir bauen sie wieder auf.“
    Es sollte auch nicht erstaunen, daß sich diese Schizophrenie des Überflusses in der noch gelangweilteren und damit zwangsläufig noch destruktiveren Kindergeneration der 68er weiter verfestigte und, der Sozialisation der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“ (Schelsky) mit geleugneter Identität geschuldet, in einer nur scheinbar weniger ideologisierenden und gewaltaffinen Form weiter radikalisierte.
    Ein Zustand, der sich von den Entspannungs- und Helsinki-Bewegten, Stützpunktblockierern, Gorleben-Aktivisten, Castor-Schienenbesetzern,Lichterkettenschwingern, Teddybärwerfern und als bisher finalen Superlativ Klimarettern mit jeder Generation „nach hinten“ weiter verfestigte und dann in Sektierertum und Fanatismus umschlägt, wenn das vermeintliche Schlaraffenland des moralgeschwätzigen Müßigganges der Dummheit geschuldet scheinbar unerwartet von Verteilungskämpfen erschüttert wird.

  13. Ganz aktuell. Komme gerade von der Demo in Cottbus. Wenn das Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sein soll, dann ist dieses Land endgültig verloren. Wie der Staat nur noch so auf legitime, berechtigte Proteste hinterhältig reagiert, ist das Ende nicht mehr weit.

  14. „Ich habe die Nase voll von einer radikalen Minderheit, die es in unserem Land gibt.“

    Und ich habe die Schnauze gestrichen voll, mir vom Abschaum vorschreiben zu lassen, was ich darf und was nicht.
    Ich bin weder Untertan noch ein Sklave.
    Ich habe den Abschaum nicht gewählt.

  15. Leon sagt:
    An stad man die im Grundgesetz verankerten Rechte der Bürger stärkt und immer mehr ausbaut, so werden diese nach Bedarf beschnitten, gerändert und Neue im Sinne der Regierenden hinzugefügt. Jetzt wollen die sich selbsternannten Demokraten bestimmen, was Demokratie ist und was nicht. Nach den vielen Übergriffen der staatlichen Schlägertruppen auf friedliche Bürger, die man als Querdenker-Reichsbürger-Rechtsradikale-Nazis und als Pack von den Einheitsmedien ganz im Sinne der Altparteien als Volksschädlinge dahingestellt wird, halte ich als sehr bedenklich wie lange man noch friedlich demonstrieren wird? Mit Kindern zu demonstrieren halte ich für sehr bedenklich die man zum Eigenschutz als Schutzschild vor Übergriffen der Staatsorgane missbraucht. Was wenn nur eine Schusswaffe egal auf welcher Seite abgefeuert wird? So viel noch zum Slogan: Die Polizei dein Freund und Helfer!

    Meinungsfreiheit für alle die meiner Meinung sind als Demokratisch zu bezeichnen, spottet jeder Beschreibung. Die Bürger nur noch zum Zahl Esel zu degradieren und das Maul zuhalten, wird auch mit Verboten und Strafen nicht durchzusetzen und ohne Konsequenzen bleiben. Das betrifft alle in Deutschland lebenden Menschen was ein jeder Bedenken sollte. Wer Wind säht wird Sturm ernten, so war es schon immer in der Menschheitsgeschichte! Wer glaub sich hinter mauern und Türen verschanzen zu können, den wird man eines Besseren belehren. Wie soll ein Drittel der Andersdenkenden Menschen ihren Unmut bekunden wenn auch friedlich nicht mehr erwünscht ist? Man kann sie mit Knüppel aus dem Sack und weiß mit Schlimmerem vertreiben, was nur zur Folge hat, das einzelne Gruppierungen sich bilden und agieren, was nicht mehr zu kontrollieren ist. Zivilisationsfeindliche Linke und Rechte-Ausgegrenzte-Kriminelle auch Deutschhasser sollte man nicht außer Acht lassen, werden die Gunst der Stunde nutzen und ihren Unmut in Taten umsetzen.
    Man erinnere sich an die anti-AKW-Demos der 80er oder die anti-Kohle-Demos und Haus und Waldbesetzer. So wurde auch die Baader-Meinhof-Gruppe ins Leben gerufen, die mit Anschlägen auf Wirtschaftsbosse und Staatsorgane reagiert haben!
    Was ist, wenn Steinewerfer-Mülltonnen und Autoanzünder dies nicht mehr ausreicht und zu härteren Maßnahmen greift! Was wenn man auf die Idee kommt Bahntrassen und Kabel zu beschädigen, Strommasten an oder ab flext oder sägt? Windräder-Solarparks- Telekommunikationsanlagen und deren Mobilfunksendemasten beschädigt? Banken und Parkautomaten lahmlegt? Wie kann man verhindern, dass man unsere Lebensmittel in den Märkten nicht vergiftet, da doch jeder Zugang dazu hat. Oder schlimmer noch, unsere Trinkwasser-Anlagen die überall so gut wie ungeschützt zugänglich sind verunreinigen, um nur einiges zu benennen und dazu braucht es keine Armee. Wenn man darüber nachdenkt kommt man zum Entschluss, dass nur der liebe Gott uns davor bewahren kann!

  16. Beachtet die Sprachwahl: Wut, Hass und Zorn

    Schon 1992 wies der Kabarettist Georg Schramm in seiner Dankesrede auf den verliehenen Erich-Fromme-Preis auf die Bedeutung des Zorns hin. Er zitierte dabei Papst Gregor den Großen der schon im 6.Jahrhundert darauf hingewiesen hatte, dass sich zur Vernunft der Zorn gesellen müsse. Ansonsten machte Georg Schramm jedoch deutlich, dass er schon damals wenig bis nichts von den übrigen Päpsten und erst recht nicht von den zu dieser Zeit regierenden Politikfiguren Merkel und Westerwelle hielt. Diese Einschätzung dürfte sich auch über die folgenden Jahren nicht geändert haben, ebenso wenig wie seine Hinweise auf den Zorn als Ausdruck menschlicher Ohnmacht. Das ist gerade deshalb von aktueller Bedeutung, weil heute durchgehend von Wutbürgern gesprochen wird und damit sogar der wesentlichste Aspekt der Unmutsäußerung unterschlagen wird. Von der einen Seite bewusst eingesetzt und diffamierend, von den Gegner leider vollkommen verkannt und unterschätzt (z.B. auch von Sarah Wagenknecht und anderen, die die Proteste gegen den Impfwahn für begründet halten.

    Die Umschreibung mit Wut ist das Diffamierende, dass es zu entlarven gilt. Zwischen Wut und Zorn besteht ein gewaltiger Unterschied:

    Wut äußert das Kind, wenn die Süßigkeiten nicht in den Einkaufswagen kommen, Wut entlädt sich bei Fußball-Rowdys, wenn ihre Mannschaft verloren hat; bei einem Auswärtsspiel werden schon mal Papierkörbe umgeschmissen, Steine geworfen etc.; mit Wut reagiert ein Eifersüchtiger gegen einen Rivalen. Interessant waren auch die Folgen auf den vermeidbaren Tod eines Schwarzen: Sind Plünderungen, Brandstiftungen tatsächlich einer Wut oder gar einem Zorn zuzurechnen. Beides nicht, sondern auf eine Wut ganz anderer Art, die mit dem angeblichen Anlass schon gar nichts mehr gemeinsam hat. Einzig ein Vorwand – mehr nicht. Allen Wutausbrüchen gemeinsam ist, dass die eigene Emotion keine anderen Aspekte oder Gründe gelten lässt. Schon gar nicht Vernunftsgründe. Es handelt sich ausschließlich um eine dumpf egoistisches und letztlich primitives Verhalten. Und so soll es in o.a. Zusammenhang mit der Politik auch gesehen werden.

    Zorn ist die emotionale Reaktion auf erkannte Ungerechtigkeit und Ohnmacht. Er etwas ändern kann oder Einfluss hat, wird nicht zornig. Zorn hat also einen Grund, der in der Vernunft seine Ursache hat. Zorn kann man deshalb im Zusammenhang mit politischen Entscheidungen empfinden, ohne dass man selbst betroffen ist. Die immer weiter auseinanderdriftende Schere zwischen Armut und Reichtum erzeugt in mir und einer überwältigenden Mehrheit eben Zorn. Beim Abreagieren des Zorns muss jedoch niemand und nichts befürchten, in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Zerstörungen sind nicht hilfreich oder zorngerecht. Allerdings kann Zorn doch in Wut umschlagen, wenn der Zorn keine angemessenes Ventil bzw. Chance zur Veränderung mehr sieht.

    Und wie sieht es nun aus? Die herrschende Politikkaste und die ihr treuen Medien sprechen selbst bei friedlichen Demonstrationen von „Wutbürgern“. Doch wer sich tatsächlich versammelt sind immer noch viel mehr Zornbürger. Schon das Wort ist schwierig zu bilden und zeigt, dass sich Zorn und Person schwerer verbinden lassen als mit Wut. Wut lässt sich sofort einer Person zuordnen. Der Zorn braucht neben der emotionalen Quelle einen vernunftbasierten Aspekt um wirksam zu werden. Genau um diesen vernunftbedingten Aspekt täuschen die Herrschaftsverwalter jedoch mit der Zuordnung zur Wut hinweg. Die Protestierenden werden „vernunftslos“ in ihrer Emotion dargestellt. Wen Vernunftgründe leiten, der ist also ein Zornbürger, ein Zornesbürger oder ein erzürnter Bürger. Niemals ist er jedoch ein Wutbürger – es sei denn, alle Vernunftsgründe haben für ihn keinerlei Aussicht mehr gehört zu werden. Aus Zorn kann durchaus Wut werden. Die Wut ist in der Tat mit Handlungen verbunden und so als solche dann erkennbar. So schreibe ich dies hier eben im Zusammenhang mit der aktuellen Auseinandersetzung um die Impfpflicht bzw. die Einschränkungen der Grundrechte als Zornbürger und nicht als Wutbürger. Kein Zornbürger sollte sich deshalb schon dem Grunde nach nicht mehr die Bezeichnung Wutbürger gefallen lassen.

    Noch eine andere „Neusprech“ muss beleuchtet werden. Immer mehr werden „Hass-Mails“ thematisiert. Zum einen kann niemand nachprüfen, wie viele derartiger Mails geschrieben wurden und werden, zum anderen wird nur gelegentlich ein konkreter Inhalt genannt. Es besteht jedoch der naheliegende Verdacht, dass alle kritischen Mails als „Hass-Mail“. bezeichnet und somit die Absender gezielt verunglimpft werden. In der Tat kann man nicht ausschließen, dass derart primitive Mails versendet werden. Was mich nur stutzig macht, dass von keinerlei „Kritik-Mails“ die Rede ist. Auch der Hass ist eine vernunftsferne Gemütsregung. Wer hasst, tut dies meist aufgrund von Vorurteilen und unkritischen Übernahmen fremder Ideologien. Bedenklich wird es, wenn nunmehr das angeblich oder tatsächlich vermehrte Auftreten dieser Hass-Mails zu Einschränkungen im Internet führen sollen. Damit wird unweigerlich die Meinungsfreiheit gefährdet oder letztlich dann ausgeschlossen. Gerade die Selbstverliebheit und Selbstüberschätzung der Politiker würden und werden zwangsläufig auch Mails als Hass-Mails bezeichnen, in denen einfach – und dies vielleicht mit besten Gründen – ihre Kompetenz in Frage gestellt oder ihre Fehleinschätzungen aufgeführt werden. Die Politik selbst ermöglicht es doch, dass im Internet auch anonym geschrieben werden kann. Wäre jeder Provider verpflichtet, in strafverdächtigen Fällen auf Anordnung durch einen Richter, den wirklich Namen des Verfassers bekanntzugeben, so würde dies gewiss eine Vielzahl der Mails verhindern. So aber kann man mit Verdächtigungen schon allein das Abfassen kritischer Mails ganz pauschal unterbinden. Womöglich reichen schon gewisse Worte aus, um eine Meinungsäußerung komplett zu unterbinden.

    Fazit: Man sollte also sehr wachsam sein, wenn die Worte „Wut“ oder „Hass“ verwendet werden. Diejenigen, die diese Beurteilungen vornehmen, sind nämlich genau diejenigen, gegen die sich ein Zorn richtet oder richten könnte. Mit den Bezeichnungen Wut und Hass wird bewusst unterstellt, dass die Äußerungen oder das Verhalten ohne jegliche (!) Vernunft zustande gekommen wären! Und genau dies ist höchst unwahrscheinlich.

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