Donnerstag, 23. Mai 2024
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Alena Buyx’ Amtszeit endet: Was bleibt, ist ethische Verwahrlosung

Alena Buyx’ Amtszeit endet: Was bleibt, ist ethische Verwahrlosung

Diätetik der Ethik: Alena Buyx (Foto:Imago)

Am Dienstag gab gab der Deutsche Ethikrat das Ausscheiden von 20 seiner Mitglieder bekannt, deren Amtszeit endete. Darunter war auch die bisherige Vorsitzende Alena Buyx, die mit Fug und Recht zu den berüchtigtsten Erfüllungsgehilfen, Polit-Apologeten und Gesundbetern der Corona-Ära gezählt werden darf. „Es war mir tiefe Ehre, Pflicht und große Freude. Dank den tollen Kolleginnen und Kollegen, der wunderbaren Geschäftsstelle und den vielen Menschen, die mit gearbeitet, gerungen, gestritten und zugehört haben“, säuselte Buyx dazu. Nach vier Jahren endet nun also ihr verhängnisvolles Wirken als Präsidentin dieses wahrlich grotesken Gremiums, gedacht dazu, dass sich eine zunehmend übergriffigere und anmaßendere Politik ihre Entscheidungen mit moralischem Persilschein, gewissermaßen „ethisch“ konform, absegnen lässt. Laut dem Ethikratgesetz von 2007 lautet sein Auftrag, „ethische, gesellschaftliche, naturwissenschaftliche, medizinische und rechtliche Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft, die sich im Zusammenhang mit der Forschung und den Entwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben“, zu verfolgen.

Davon kann inzwischen keine Rede mehr sein: Unter Buyx’ Ägide wurde der Ethikrat während Corona, in der wohl ärgsten Prüfung für Rechtsstaat, Verfassungswerte und Demokratie, zu einem Instrument politischer Willfährigkeit umgemodelt, das seinen eigentlichen Zweck permanent ad absurdum führte. Zu keinem Zeitpunkt erwies sich Alena Buyx charakterlich, fachlich und intellektuell dem Gewicht ihrer Aufgabe gewachsen. Sie gab in zahllosen Talkshows das typische bundesdeutsche Karriereweibchen und suchte konformistisch die Tuchfühlung zum politischen und medialen Establishment, stets darauf bedacht, nach oben nicht anzuecken und nach unten eine paternalistische Bevormundungspolitik zu vertreten. Berüchtigt bis heute ihre Bratwurst-Ködertips zur Steigerung der Impfbereitschaft und ihre Unbedenklichkeitsbescheinigung für aus heutiger Sicht als so sinnlos wie rechtswidrig erkannte Willkürmaßnahmen.

Ohrfeige für Opfer des Impf- und Coronawahns

Die verhängnisvolle Verlautbarung des Ethikrates vom Februar 2021, die “massive Bedrohung von Leben und Gesundheit vieler Menschen, die durch einen möglichen exponentiellen Anstieg von Infektionszahlen, von schweren Krankheitsverläufen und – daraus resultierend – der Überlastung des Gesundheitssystems gegeben ist”, rechtfertige ”prinzipiell die derzeitigen, sehr weit gehenden Maßnahmen“, wurde nie zurückgenommen oder auch nur abgemildert. Dasselbe gilt für die Erklärung vom Oktober 2021, die 2G-Regel sei „sinnvoll und wichtig“, wie auch für die Empfehlung einer „Ausweitung der gesetzlichen Impfpflicht“ vom Dezember 2021. Zu dieser Zeit drängte Buyx auch, es müsse „jetzt geimpft werden, was die Spritze hergibt, und es braucht Kontaktbeschränkungen.“ Einsicht zeigt Buyx bis heute nicht. Trotz zahlloser Gegenbeweise hält sie weiter an der Lüge von der segenreichen Wirkung der Corona-Impfstoffe fest.

Buyx hat das Corona-Regime bedingungslos mitgetragen, ohne auch nur ein einziges Mal Widerspruch zu erheben oder zumindest eine besonnneres Vorgehen oder eine Überprüfung der Maßnahmen zu fordern. Sie stand mit ihrem Mitläufertum nicht für Ethik, sondern für ethische Verwahrlosung. Für das sittliche Gebot von Widerstand gegen Freiheitseinschränkungen und die Hinterfragung grob unwissenschaftlicher Entscheidungsgrundlagen hatte sie kein Wort übrig, dafür bediente sie die Spaltungsnarrative von uneinsichtigen Querdenkern und rechten Schwurblern subtil mit. Diese bedingungslose Linientreue wurde beispielsweise von Chefopportunist Markus Söder mit dem Bayerischen Verdienstorden prämiert – „für ihren Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt während der Coronakrise“; eine schallende Ohrfeige für die zahllosen Opfer des Corona-Wahns. Erst spät, als sich der Wind allmählich drehte und für Forderungen dieser Art verstärkte Akzeptanz auch im Mainstream aufkam, zeigte dann auch Buyx Wendehalsqualitäten. So meinte sie, seit Corona sei das “Phänomen der Einsamkeit” zunehmend ins öffentliche Bewusstsein gelangt. Die Folgen von Einsamkeit könnten gravierend sein. „Das ist verbunden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also wirklich Herzinfarkt, Schlaganfall, so richtig die großen Killer mit Krebs, mit Demenzerkrankungen, aber eben auch mit einer schlechteren psychischen Gesundheit, und zwar richtig stark“, faselte sie – obwohl sie selbst zuvor die zwangsweise und völlig überflüssige Isolation von Abermillionen Menschen gerechtfertigt hatte.

Mafiaartige Komplizenschaft

Mit Abflauen der Corona-Hysterie und ihrer  katastrophalen Folgen begann auch Buyx, sich plötzlich für eine „Aufarbeitung“ einzusetzen – freilich aber nur, solange dabei keine Köpfe rollen. Einmal sprach sie dabei – wohl unbewusst – sogar die Wahrheit aus: Im vergangenen November erinnerte sie die Medien mahnend daran, dass eine wirkliche Corona-Aufarbeitung ja gar nicht in deren Sinne sei. „Und im Übrigen, Sie wären da ja nicht außen vor, das wissen Sie ganz genau. Also das würde ja die Medienschaffenden ganz genauso betreffen, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und was weiß ich nicht alles“, erklärte sie mit einer Offenheit, die man vom politisch-medialen Kartell sonst nicht kennt. Nie wurde die mafiaartige Komplizenschaft des Corona-Alptraums so unverblümt ausgesprochen. Auch wenn Buyx es schnell bereut haben dürfte, dürfte diese entlarvende Äußerung ihr einziges “positives” Vermächtnis bleiben.

Auch bei anderen ideologischen heiligen Kühen der Politik erwies Buyx sich stets als verlässliche Stütze der Regierung – und flirtete erneut mit autoritären Maßnahmen:  Im März forderte der Ethikrat auf nicht weniger als 130 Seiten unter anderem „gegenseitige Freiheitseinschränkungen“ zum Klimaschutz. Die Bilanz ihrer Amtszeit ist ein von Buyx hinterlassenes “Trümmerfeld“, wie “Apollo News” urteilt. Dass vergleichbare Zumutungen eines eigentlich für Gewissensentscheidungen und ethische Standards zuständigen Gremiums unter Buyx Nachfolgerin (oder Nachfolger) ausbleiben werden, steht nicht zu erwarten. Übrigens hat Alena Buyx noch eine Erkenntnis bestätigt: Sie ist – neben Annalena Baerbock, Nancy Faeser, Ursula von der Leyen, Lisa Paus und zahllosen weiteren weiblichen Figuren in Schlüsselämtern — ein weiteres drastisches Beispiel dafür, dass Frauen in Führungspositionen nicht notwendigerweise ein Segen für die Gesellschaft sein müssen.

11 Antworten

  1. Diese Frau darf nie wieder in ein Amt kommen, in dem sie auch nur unverbindliche Empfehlungen geben dürfte. Mit Ethik hat ihre Handlungsweise nicht das Geringste zu tun.

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  2. Diese Person, “Dame” möchte ich sie nicht nennen, hat ganz neue Rekorde aufgestellt bei den Aspekten ethischer Maßstäbe, Kreativität, Prizipientreue und Rückgrat. Leider alles Negativ-Rekorde!

    Dem Schlußsatz ist nichts hinzuzufügen!!

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  3. Wenn ich Blondchen sehe und höre, kommt nur noch ärgste Verachtung und sogar Ekel auf.
    Für die Aufgabe einer Vorsitzenden eines unnötigen Ethikrates ist das Blondchen eine absolute Fehlbesetzung gewesen.
    Was hat ihr die Regierung für ihre unsäglichen, teilw. deplatzierten Aussagen bezahlt?

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  4. Super geschrieben. Genauso ist/war es. Und selbst ich als Frau kann das absolut bestätigen, diesen in Ihrem Beitrag, den folgenden Satz
    „Übrigens hat Alena Buyx noch eine Erkenntnis bestätigt: Sie ist – neben Annalena Baerbock, Nancy Faeser, Ursula von der Leyen, Lisa Paus und zahllosen weiteren weiblichen Figuren in Schlüsselämtern — ein weiteres drastisches Beispiel dafür, dass Frauen in Führungspositionen nicht notwendigerweise ein Segen für die Gesellschaft sein müssen.“
    Danke Alexander Schwarz👏

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  5. Mein Weltbild hat inzwischen drei veritable Dellen: Eine Bundesregierung samt gesamtem Politik-Betrieb, das Bundesverfassungsgericht und den Ethikrat.
    Bei den beiden letzten habe ich die Hoffnung allerdings noch nicht ganz verloren …!

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  6. keulen, keulen, keulen je mehr Ethik desto mehr charakterlose, karrieregeile
    Scheiße und insofern ist keulen etwas ethisches laut Böhmermann