Bundestag bestätigt der Ukraine den Hunger-Genozid

Leichen verhungerter Bauern 1933 auf einer Straße in Charkow (Bild:Jones/domainfree)

Vor 90 Jahren, im sogenannten Holodomor, verhungerten in der damaligen Sowjet-Ukraine 3 bis 7 Millionen Menschen – doppelt bis dreimal so viele, wie dem Völkermord der Armenier durch die „Jungtürken” rund 15 Jahre zuvor zum Opfer gefallen waren. Am heutigen 30. November will der Bundestag nun auch dieses Verbrechen des 20. Jahrhunderts als weiteren „Völkermord” anerkennen – dies auf Antrag von Abgeordneten der CDU/CSU und der Regierungsparteien, wie der Presse zu entnehmen ist (was allerdings nicht ganz stimmt, denn initiiert wurde sie genauer gesagt vom Vorsitzenden der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Robin Wagener). In der Resolution solle „der Holodomor in den Jahren 1932/33 als Genozid am ukrainischen Volk anerkannt“ werden, weiß sogar Wikipedia. Die Übersteigerung der von Putin angegriffenen Ukraine zu einem ewigen Opfer Russlands soll hier erkennbar in eine historische Kontinuität gestellt werden – obwohl, es sich bei Stalins Hungerterror nicht um eine spezifisch gegen das damals gar nicht existente „Volk der Ukrainer” (sie war selbst Bestandteil der Sowjetunion) gerichtete Aktion handelte.

Denn der Holodomor war, wenn auch kein erklärtes Ziel des Georgiers Stalin, so doch ein menschenverachtender Kollateralschaden der Industrialisierungspolitik der Sowjets. Die gerade erst kollektivierte Landwirtschaft mit ihren Kolchosen und Sowchosen sollte die städtische Bevölkerung mit ihren Industriearbeitern mästen, auch wenn sowohl einfach Bauern als auch wohlhabendere Kulaks mit ihren Familien erbärmlich ums Leben kamen. Dies allerdings eben nicht nur in der Ukraine, sondern auch in anderen damaligen Sowjetrepubliken. Stalin wusste, dass die Aufholjagd in der Rüstung ohne eine industrielle Basis nicht möglich sein würde. Nur darum ging es bei dieser Industrialisierung der Sowjetunion, die einen ungleich höheren Tribut als die industrielle Revolution des 18. und 19. Jahrhunderts forderte.

Hintergründe der Zwangsindustrialisierung unklar

Aus einem Rückstand heraus machte Stalin schon vor dem 2. Weltkrieg gemeinsame Sache mit Amerika; so auch beim Bau des Dnjepr-Staudamms, als Stalin noch von den USA schwärmte. Offensichtlich schaute die Welt zusammen mit Deutschland über den erschreckenden Opfergang hinweg, der sich im Schatten der Zusammenarbeit abspielte. Wie schon 1915 in der Türkei, als die christlichen Armenier der türkischen Militärallianz mit Deutschland geopfert wurden. Warum die Sowjets, wie später auch Mao in Rotchina, eine derart rücksichtslose Industrialisierung betrieben, darüber streiten sich Historiker und Ökonomen bis heute. Klar dürfte nur sein, dass die Eile der Industrialisierung der militärischen Stärkung diente. Dennoch reichte sie nicht aus. Russland war aus eigener Kraft nicht in der Lage, den Angriff von Hitlers Armee abzuwehren und umzudrehen. Panzer und anderes Material wurden aus den USA ins eisfreien Murmansk verschifft und dann Richtung Westen gegen Deutschland eingesetzt.

In der öffentlichen Debatte wird jedoch ausgeblendet, so meine These, dass der Holodomor letztlich auf der Bedrohung aus dem Westen beruht haben dürfte. Zu dieser These dokumentiere ich nachfolgend einen Meinungsaustausch mit einem Freund zum Krieg in der Ukraine.

Künstle: Ich denke, so wie es den Stalinismus in seiner bekannten Form ohne Hitlers absehbaren Angriff nicht gegeben hätte, so dürfte es auch mit dem Putin-Regime sein. Ohne die expansive NATO würde Putin vermutlich nicht Amok laufen.

Widerspruch meines Freundes: Irrtum, „Solschenizyn, Archipel Gulag”! Der stalinistische Terror in Höchstform tobte in den 1930er Jahren, weit vor Hitlers Angriff auf die Sowjetunion 1941…Den Hungermassenmord an den Ukrainern (Holodomor) vergessen? Putin hatte die Chance, sein Land demokratisch weiterzuentwickeln, er hat sie zugunsten seiner imperialistischen Träume vertan…

Selektive Geschichtsbetrachtung

Künstle: Deine Geschichtsbetrachtung beginnt erst in den 30er Jahren. Aus einer Originalausgabe „Mein Kampf“, im 2. Band aus 1927, 14. Kapitel „Ostorientierung oder Ostpolitik“, proklamierte Hitler gleich zu Beginn auf den Seiten 728 ff. den künftigen Lebensraum im Osten, in Russland. Meinst Du, das blieb Stalin verborgen? Nur war dieser so blöd oder so schwach, mit dem Hitler-Stalin-Pakt den Angriff aufhalten zu wollen. Und räumte alle aus dem Weg, die seine furchtbare Weltanschauung nicht teilten.

Widerspruch meines Freundes: Was Hitler 1927 nach seinem missglückten Putsch 1923 veröffentlichte, interessierte in der Sowjetunion damals keine Sau. Stalin war da noch gar nicht an der Macht. Lebensraum im Osten musste auch nicht zwangsläufig das Gebiet der SU betreffen, es war eher eine Metapher. Für die Nazis war der Hauptfeind Frankreich und Polen, die das Reich benagt hatten…

Künstle: Doch, 1927 kam Stalin an die Macht. Und er war sehr belesen, wie diese Biographie belegt. In „Mein Kampf“ hat Hitler sehr dezidiert beschrieben, wo sein Lebensraum im Osten ist. Es war nicht Polen, das war ihm nur im Weg. Ebenfalls nachzulesen bei Sebastian Haffner im „Teufelspakt“. Aber unterlassen wir einen „Historikerstreit“, es gibt Wichtigeres. (Ende des Disputs)

Resolution soll Selenskyj unter die Arme greifen

Zum fraglos entsetzlichen Holodomor ist zu ergänzen, dass auch die USA eine differenzierte Position einnehmen: „Am 23. September 2008 erkannte das Repräsentantenhaus des Kongresses der USA den Holodomor in der Ukraine von 1932 bis 1933 als Genozid am ukrainischen Volk an. Nach anderer Quelle wurde dabei zwar der genozidale Charakter des Holodomor klar beschrieben, die Bezeichnung als Genozid jedoch bewusst vermieden“ (Wikipedia). Wahrscheinlich, weil die USA mit ihren Geschäftsbeziehungen zu Stalin Schuld auf sich geladen hatten. Auch fehlt in der aktuellen Debatte der Hinweis, dass die Ukrainer zwar mit 80 Prozent der Hungertoten die Hauptlast von Stalins Terror trugen, aber unter den restlichen 20 Prozent mussten eben auch viele deutschstämmige Russen ihr Leben lassen. Schauen wir einmal, ob mit der Resolution im Bundestag nur Selenskyj unter die Arme gegriffen wird – oder ob darin auch unsere Toten vorkommen!

Das Völkerrecht ahndet einen Genozid erst seit 1951 mit seiner „Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes“. Eine strafrechtliche Rückwirkung könnte schwierig sein, aber es lebt wohl auch niemand mehr, der persönlich für den hingenommenen Massenmord herangezogen werden könnte. Dennoch ist die Einstufung des Holodomor als Völkermord richtig, auch wenn dieser nicht das eigentliche Ziel war – sondern umso mehr die wissentliche Inkaufnahme der rücksichtlosen Industrialisierung. Auch muss die Frage erlaubt sein, wer dereinst einmal die Ukraine für ihren langjährigen Krieg gegen die russische Bevölkerung im Donbass – und natürlich auch Putin mit seiner mehrfachen „Retourkutsche“ – zur Rechenschaft ziehen wird? Vom Westen, der die Ukraine zum Testgebiet für neue Waffen machte, um die Russen zu „kompostieren“, wie es aus der Ukraine heißt (nur die Soldaten?), ganz zu schweigen. Die Geschichte wird dies zeigen – oder auch nicht, denn die dominierende Geschichtsschreibung ist immer die der dann Herrschenden.

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23 Kommentare

  1. Richtig! Selektive Geschichtsbetrachtung . Nun folgt deren Verallgemeinerung im Geschichtsunterricht. Wenn der Bundestag diese Vorlage annimmt stellt er sich an die Seite der Faschisten und beweist damit den politischen Charakter dieser Bundestages. Und ich zweifle nicht daran das das geschehen wird. Mir gibt es die bittere Einsicht mit all meinen Gedanken richtig zu liegen. Ich hätte mich lieber getäuscht.

  2. Der XVIII Parteitag der KPdSU Anfang 1939 war faktisch ein Kriegsparteitag. Stalin hat dort sinen Vergleich der Streitkräfte ALLER europäischen Staaten mit denen der SU vorgenommen und sich als Führer einer starken Streitmacht inszeniert. In der Militär-Zeitung „Roter Stern“ ebenfalls vom März 1939 hat der Ökonom Eugen Varga eingeschätzt, dass Deutschland gar nicht in der Lage ist, einen grösseren Krieg zu führen.

  3. Für mich als Ostdeutsche ist immer wieder erstaunlich, was ich so im Laufe meines Lebens noch dazu lernen kann. Abgesehen davon, daß wir über diese Ereignisse unter dem Stalinregime keinerlei Kenntnis erhielten. Nicht, daß mich Geschichte nicht interessierte, nein, solche interessanten Informationen standen uns damals nicht zur Verfügung. Selbst nach der Wende waren ja die Infos immer noch schön brav unter der Decke gehalten – und wir im Osten mußten zusehen, daß wir mit den veränderten Verhältnissen, den z.B. sehr oft täglichen Ängsten um den Arbeitsplatz zurechtkamen. Seit 10 Jahren bin ich Rentnerin und konnte mich nun die vielen Jahre umfassend informieren. Und trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, welcher Dreck fast täglich von den alternativen Medien freigeschaufelt wird. Ja, Politik ist ein sehr schmutziges Geschäft und (fast) nur skrupellose Typen können dort heutzutage Fuß fassen. Charakter, Anstand, Ehre und Verantwortung ist bei diesen Leuten nicht mehr zu finden, Hauptsache, sie können ihren Sessel behalten. Dafür werden sie wortbrüchig, dafür unterwerfen sie sich irgendwelchen undurchsichtigen Dogmen und scheuen sich nicht, das ihnen anvertraute Volk zu tyrannisieren. Wird man vielleicht in 100 Jahren den (z.Z. schleichenden) Genozid am deutschen Volk in irgendeinen …tag zum Thema haben?

  4. Eine äußert interessante Diskussion. Selten, aber beide Kontrahenten versuchen !! tatsächlich die Wahrheit zu ergründen. Wobei in beiden Systemen, dem Rußland heute und in der sogenannten BRD die Vergangenheit, selbst 77 Jahre danach, wissenschaftlich nicht aufgearbeitet werden darf. In der freiesten Republik BRD ist eine wissenschaftliche Diskussion über den 2 WK und der Shoa, Holocaust ist falsch, kommt aus dem Griechischen und bedeutet, ein gottgefälliges Werk, unter Strafe gestellt. Das sagt alles! Wozu sind die Akten von Hess faktisch bis 100 Jahre nach dem 2. WK gesperrt? Wir werden wohl noch einmal 100 Jahre warten müssen, bis die Wahrheit ans Licht kommen darf. Solschenyzin hat versucht, aus russischer ! Sicht alles aufzuklären und was wurde er von den linken Rotfaschisten angegriffen und für heimatlos erklärt.

  5. Es ist vollkommen egal. Geschichte wird heutzutage unter dem Gesichtspunkt „Ideologie“ betrachtet. Sie wird so ausgelegt, wie es gerade Mode ist in einer woken Gesellschaft, deren Regierung nichts anderes ist, als ein weisungsgebundenes Vakuum* und dazu noch putinophob. Die Ukraine als Volk gab es in der Geschichte nicht wirklich. Es ist zusammengesetzt aus verschiedenen Völkern und gegen das Volk der Russen wurde ab 2014 Krieg geführt von der eigenen Regierung. Die ganzen Oligarchen bis zum Comedy-Selenskyi haben nichts für den Zusammenhalt und nichts für den Wohlstand ihres Volkes getan. Im Gegenteil. Sie haben sich nur die Taschen gefüllt. Aber hier in Buntland spielt das alles keine Rolle mehr. Die USA befehlen und unsere Hohlköpfe gehorchen. Sie sind ähnlich der Selenskyi-Regierung gestrickt. Gleich und gleich gesellt sich eben gern. Selenskyi lügt, dass sich die Balken biegen und unsere Horker lügen auch bis sich die Balken biegen. Unsere Hohlköpfe schädigen, wie Selenskyi, das eigene Volk, zwar noch in etwas abgeschwächter Form, aber immerhin. Wir werden halt nur etwas später frieren, als in Teilen der Ukraine jetzt. So ist das nun mal, wenn kein Vertragspartner seine Pflichten erfüllt. Die Ukraine nicht und Deutschland auch nicht (betr. Minsk). Selenskyi opfert sein Volk der USA, ähnlich wie unsere Hohlköpfe Deutschland opfern. Und beide Seiten sind sich über den Einsatz der Fascho-Truppen der Ukraine einig. Beide wollen auch das gleiche: Russland muss weg. Und bei Deutschland schwingt noch das Gefühl mit, dass es nun noch nachträglich den Krieg gegen Russland gewinnen will. Dabei ist Geschichtswissen entbehrlich. Wen interessieren schon Zusammenhänge. Ich bin mir nicht einmal sicher, dass eine Baerbock überhaupt etwas von Geschichte versteht. Den anderen Hanseln traue ich auch nicht zu, dass sie denken können. Unsere Lieblingsukrainer hat immer recht, auch wenn er lügt oder Tatsachen verdreht oder gar False-Flag-Aktionen startet. Er ist der beste, der größte aller Zwerge der westlichen Welt. So wie Geschichte als Wissensfach abgeschafft worden ist, da nicht feministisch und außerdem in Weg, so wird jedes Wissen und jedwede Wissenschaft abgeschafft. Das heutige Wissen heißt Gefühl und Haltung. Dialektik ist da nur hinderlich.

    *weisungsgebundenes Vakuum = Regierung habe ich in einem Kommentar gelesen. Der Ausdruck passt wie die Faust aufs Auge und ich werde ihn mir zu eigen machen. Besser sind die Regierungshansel nicht bezeichenbar.

  6. Am 18. August 1941 haben Mitarbeiter des Innenministeriums (NKWD) den erwähnten Dnjepr-Staudamm gesprengt, um den Vormarsch der Wehrmacht zu verhindern. Russiche Historiker gehen von 20.000 getöteten russischen Soldaten und 100.000 getöteten Zivilisten aus. Die Flutwelle hat dazu geführt, dass alle sowjet. Verbände am West-Ufer den Kampf aufhgegeben haben und die Verbände am Unterlauf sich sofort auf das westliche Ufer zurück gezogen haben.
    Die offizielle sowjetische Geschichtsschreibung schreibt, dass alle umgekommenen Personen deutsche Soldaten waren …….na ja.
    Albert Speer hat diesen Staudamm besucht und erwähnt dies kurz in seinen „Erinnerungen“.

  7. Von der Leier hat sich selbst zensiert, auch ihr sind jetzt die die über 100.000 gefallenen ukrainischen Soldaten rausgerutscht, ihren Post hat sie umgehend wieder gelöscht, angeblich seien es bis jetzt sogar weit über 200.000 Ukrainer die in oder durch Kampfhandlungen ihr Leben verloren haben.

    Die MSM haben offensichtlich NUR gelogen was Zahlen, Erfolge und Verluste anging, auch inzwischen mehrmals bestätigt, natürlich außerhalb der Propaganda, es seien inzwischen über 30% der ukrainischen Infrastruktur vollständig oder teilweise zerstört.
    China und Russland haben eine Grußkarte nach Washington geschickt, sie flogen gemeinsame Manöver an den Küsten Südkoreas und Japans, angeblich auch mit Bomberstaffeln, eine ganz und gar nicht subtile Botschaft.

  8. diese ganzen Völkermord-Geschichten sind eine politische Sache, mit denen die Finanz-Oligarchen als Lenker der Politiker die Völker über die Schuld-Strategie unterwerfen wollen.
    Diese Mord-Propaganda gibt es nur da, wo es politisch und wirtschaftlich etwa zu holen gibt und die Lenker nicht selbst involviert sind.
    Wieso sonst sind Engländer, Franzosen und Amerikaner davon nicht betroffen?
    Würden diese Gesetze und Regeln – wie es in Rechtsstaaten sein muß – auf alle Völker und Staaten in der gleichen Art und Weise angewandt, so gäbe es kein Land und kein Volk ohne diese Anklage !
    Und damit wäre sie sinnlos und weder politisch noch wirtschaftlich verwertbar!

  9. Ach und das hier war den Kommunisten egal?
    „Die Ermordung des russischen Zaren 1917 und der anschließende Machtkampf stürzen das ehemalige russische Reich ein anarchisches Chaos. Dieses Chaos gibt den Ukrainern Gelegenheit für die Gründung des ersten ukrainischen Nationalstaates, der „Ukrainischen Volksrepublik“ (UNR), die 1918 ihre Unabhängigkeit vom russischen Reich erklärt. Da die Bolschewiken prompt Truppen in die Ukraine entsenden, wendet sich die Ukraine an die westlichen Mächte mit der Bitte um Frieden und Militärhilfe gegen die Bolschewiken, die in Gestalt deutscher und österreichischer Truppen auch geleistet wird…“

    https://www.dreizackreisen.de/ukraine-zwischen-weltkriegen-sowjetukraine-erster-zweiter-weltkrieg

    Das die zur Sovietunion gehörten als Argument zu bringen ist ja wohl ein Witz.Die S. war eine Zwangsgemeinschaft.

    • @Karl Diegel: Von außen betrachtet, haben sie völlig recht, dass die Sowjetunion eine Zwangsgemeinschaft war. Von innen her betrachtet, haben es die meisten nicht so empfunden. Es gab vor Jahren noch Dokus im Deutschen Fernsehen, wo die Bewohner der jetzt unabhängigen Sowjetrepubliken dieser Zeit wirklich nachgetrauert haben, weil es ihnen in dieser Zeit besser ging. Es gibt immer 2 Seiten einer Medaille und nirgendwo auf der Welt ist Geschichte schwarz oder weiß.

    • Haben sie schon mal was von der Entente gehört? Die Revolution 1917 wurde genauso inszeniert wie es gewollt war. Die Ermordung des Zaren war ein Verbrechen, das ein Verbrechen am eigenen russischen Volk durch den Zaren beendete. Das wird einfach unter den Tisch gekehrt. In Rumänien erfolgte später ein ähnliches Verbrechen am Präsidenten Nicolae Ceaușescu. Komisch das das keiner so einordnet. Der Kampf um die Macht in Russland erfolgte zwischen roten und weißen Gardisten. Und die weißen wurden nicht nur von Österreich und Deutschland unterstützt. Das die Entente auch diesen Krieg verloren hat, muss auch Gründe haben die über das Vermögen der Roten hinaus geht. Denn die waren ja im Verhältnis zu den weißen Großgrundbesitzern arme Schweine. Verbrechen bleiben Verbrechen. Sie richtig einzuordnen soll uns dabei helfen daraus zu lernen sie nicht zu wiederholen und nicht das eine gegen das andere Verbrechen aufzurechnen um es zu relativieren, Genau das erfolgt aber auch in ihrem Beitrag. Seit der Sklaverei werden Menschen unterdrückt, gefoltert, ermordet. Und wir ziehen über die her die das unterbinden wollen und unterstützen damit die, die seit Jahrtausenden die Menschheit unterjocht.

      • Die Verbrechen der Menschen gegen Menschen sind ein Bestandteil unseres Wesens.
        Seit es Menschen gibt. Beispielhaft in der Bibel an Kain und Abel erklärt.
        Was kann man dagegen machen? Nicht viel, außer das man wehrhaft ist und dadurch
        Raub und Mord eindämmen kann.

    • Es gibt dazu ein ganz gutes Buch:
      Stalins verschwiegene Hungersnot 1932/33
      von Ulrike Speinle

      Auszug daraus:

      „Das Massensterben setzte in der Ukraine ab November 1932, im Nordkaukasus bereits zwei Monate zuvor ein. Zwar wurden von der Regierung ab Februar 1933 Hilfsmaßnahmen vorgenommen, jedoch griffen diese nicht sofort, und so verzeichnete das Land bis 1934 noch eine deutlich erhöhte Sterbequote.

      Der erhebliche Ernterückgang 1932 hatte verschiedene Ursachen: Zum einen fiel die Ernte naturbedingt in diesem Jahr erheblich niedriger aus. Viele Quellen sprechen von Trockenheit im Südosten der Ukraine. Andererseits aber fühlten sich die Kolchosebauern – zu Recht– um ihren Lohn betrogen und zeigten keine besondere Einsatzbereitschaft mehr.

      Liest sich ganz anders…

      • Ich denke wenn sie ihren Text lesen werden sie selbst den Unterschied herausfinden. Hinweis: Sie schreiben „es wurden Maßnahmen ergriffen“. Das diese Maßnahmen nicht griffen ist eine andere Frage. Die deutschen Faschisten haben keine einzige Maßnahme ergriffen um den Völkermord nicht nur an den Juden zu beenden. Ganz im Gegenteil. Und das macht schon einen wesentlichen Unterschied in dieser Frage aus!

        • Empfehlung: 1. Man lese Solschenyzin 2. Man lese das Schwarzbuch des Kommunismus. Wird von den Linken am liebsten verbrannt. Bei der Auflistung der Völkermorde sind die Linken, als die Kommunisten, Sozialisten, Bolschewisten absolut führend. Das letzte, unfaßbare und perverse millionenfache Morden war in Kambodscha. Mal den Film „Killing Fields“ anschauen.
          In Deutschland ist festzustellen, natürlich zu „Recht“, daß eine wissenschaftliche ! Bestandsaufnahme deutscher Taten mit Gefängnis bestraft werden kann. An den politisch festgelegten ! Opferzahlen darf nicht gerüttelt werden. Ist auch richtig so! Würde ich nie bezweifeln.

    • Das sehe ich ähnlich. Es ist aber nicht ganz einfach, dieses Ereignis in seinen Facetten zu erfassen. Erzählungen und dazu widersprüchliche Angaben in verfügbaren Dokumenten stiften Verwirrung.
      Mein Vater ist 1913 geboren und aus Oberschlesien. Berichte über die schrecklichen Verhältnisse in de Sowjetunion waren in dieser Gegend des Deutschen Reiches durch Erlebnisberichte bekannt und haben die Bewohner in eine entsprechende Haltung gegenüber den Kommunisten in Oberschlesien versetzt, die die Errungenschaften des Sowjet-Paradieses über den ganzen Erdball verbreitet wissen wollten.

  10. Und wir haben hier den Impf-Genozid.
    Es wäre die Aufgabe der vierten Gewalt, das öffentlich zu machen, aber leider bringen das nur die Alternativmedien und die werden dafür verfolgt und lächerlich gemacht.

  11. „Doppelmoral des Westens im Ukraine-Krieg?“

    https://www.heise.de/tp/features/Doppelmoral-des-Westens-im-Ukraine-Krieg-7350071.html

    „… Ein prominenter Völkerrechts-Experte stellt die provokante Frage: Kann der Westen angesichts eigener völkerrechtswidriger Kriege den Anspruch erheben, mittels seiner Ukraine-Politik die Völkerrechtsordnung zu verteidigen

    … Prof. Kai Ambos, Autor des Buches „Doppelmoral – Der Westen und die Ukraine“, ist Lehrstuhlinhaber für Internationales Strafrecht und Völkerrecht, List Counsel am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und seit 2017 Richter am Kosovo Sondertribunal. …“

    „… Neben dem schon genannten Irak-Krieg sind auch die extralegalen Hinrichtungen im Rahmen des globalen US-Kriegs gegen den Terror höchst problematisch. Sie richten sich direkt gegen die völkerrechtliche Ordnung. …

    Denn wenn sich ein Staat das Recht herausnimmt, bestimmte als „Terroristen“ qualifzierte Personen einfach hinzurichten, so ist niemand mehr sicher und so werden auch andere Staaten, die dazu militärisch in der Lage sind, dies auch tun. Denken wir nur an die Russland zugeschriebene Tötung im Berliner Tiergarten und die zahlreichen Vergiftungen von Regimegegnern. …“

    Eine der Fragen im Interview war wohl rhetorisch:

    „… Warum sind viele dieser Verfehlungen in unseren Medien kaum bekannt? /… Kai Ambos: Das ist eine gute Frage. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber es ist doch erstaunlich, wie bestimmten Narrative in den dominanten Medien verbreitet und andere nicht oder kaum berichtet werden …“

  12. UKRAINE BESCHWERT SICH ÜBER DIE ZERSTÖRUNG DER INFRASTRUKTUR DURCH RUSSLAND

    NATO-Sprecher Jamie Shea sagte 1999 zur Bombardierung Jugoslawiens:

    https://www.wsws.org/de/articles/1999/06/shea-j22.html

    Auf die Zerstörung Infrastruktur (Elektrizität, Wasser, usw.) ist ein wichtiger Teil in diesem Krieg, weil er auch die Arbeit der Regierung verhindert.

    Wenn Ministerpräsident Milošević Frieden will muß er auf unsere Forderungen eingehen !!

    Es war eine wohlwollende Darstellung eines Menschen, dessen tägliches Brot es ist, den Medien über die Bombardierungen zu berichten, die ein kleines Balkanland verwüsteten und Tausende von Zivilpersonen töteten, darunter selbst die Flüchtlinge aus dem Kosovo, die sie doch angeblich schützen sollten.

    WARUM GEHT DIE UKRAINE NICHT AUF DIE FORDERUNGEN RUSSLANDS EIN ??

    • Das Völkerstrafrecht stellt alles unter Strafe, was nicht wenigstens mittelbar gegen die feindlichen Streitkräfte gerichtet ist.
      Amerika hat sich allerdings noch nie um das Völkerecht gekümmert und sich auch aus gutem Grund keinem Vertrag angeschlossen, aufgrund dessen Anklagen erfolgen könnten und Kriegsverbrechen einer gerichtlichen Beurteilung unterworfen werden!

      Was Putin macht, kann man in der Tat als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ansehen. Die Westmächte machen dies eben nur deshalb nicht, weil sie selbst schon in vielen Kriegen diese Einschränkungen des Völkerrechts in noch weit größerem Ausmaße missachtet haben. Schon die Tötungszahlen sprechen da eine ganz eindeutige Sprache. Angefangen hat es mit Deutschland ab 1941, dann Vietnam, Jugoslawien, Irak, Syrien und viele andere Kriege.

      Da der selbsternannte Weltpolizist der weitaus kriminellste Kriegsverbrecher ist, gibt es niemanden, der dieser Nation ihre Verbrechen vorhalten könnte – oder wollte!

  13. Etwas polemisch möchte ich hier sagen:
    Endlich wird Georgien mal für die Verbrechen bei diesem Holodomor herangezogen und angeprangert.
    Schliesslich kam Stalin aus Georgien, und nicht aus Russland.

    Und etwas realistisch, egal wie man dazu steht:
    Vor zwei Wochen wußte keiner unserer Bundestagsabgeordneten dass es diesen Holodomor überhaupt gab geschweige denn wie man das Wort schreibt. Ich wußte das auch nicht.

    Übrigens wurde die Seite dazu auf Wikipedia erst kurz nach der Invasion Russlands auf der Krim angelegt. Vorher war das für uns Westeuropäer anscheinend völlig egal.

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