Samstag, 13. April 2024
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Die deutsch-russischen Beziehungen waren bestens, bis…

Die deutsch-russischen Beziehungen waren bestens, bis…

Herzliches Treffen in Rapallo: Der deutsche Reichskanzler Joseph Wirth (2.v.l.) mit der russischen Delegation (Foto:Bundesarchiv)

Die deutsch-russische Geschichte war und ist Wechselbädern ausgesetzt, die historisch ihresgleichen suchen. An dieser Stelle soll nicht auf das 19. Jahrhundert und die Zeiten davor eingegangen werden (die diesbezüglich auch nicht die schlechtesten waren, Stichwort Peter der Große, Katharina die Große und viele andere “west-östliche” Verbindungen), und auch nur am Rande auf die Geschichte seit 1990, seit sich die NATO immer weiter auf die Gebiete ausbreitet, die einst russisch waren und zuvor der Sowjetunion mit dem Warschauer Pakt angehörten. Nein, es geht hier um die weitgehend unbekannte Geschichte nach dem Ersten Weltkrieg bis zu dem Zeitpunkt, da der “Gröfaz” Hitler auf den Plan trat oder vom Großkapital auf den Thron gehoben wurde. Kapitalisten baten Hindenburg, den Sozialisten Hitler zum Reichskanzler zu ernennen – womit das Verhängnis seinen Lauf nahm. Doch von dort zunächst 10 Jahre zurück, in die Weimarer Republik.

Nachdem Deutschland in den Ersten Weltkrieg hineingezogen wurde, waren am Ende beide Länder die Verlierer. Deutschland verlor einige Gebiete im Osten, die Russen aber weit mehr: Lenins Revolutionäre mussten am 3. März 1918 die Unabhängigkeit Polens und der russischen Westgebiete anerkennen. In diesem später als „Raubfrieden“ bezeichneten Vertrag verlor Russland ein Drittel seiner Bevölkerung und einen großen Teil seiner Industrie. Aber das neue Russland Lenins wollte Frieden um jeden Preis – um seine sozialistische Revolution vorantreiben zu können.

Zeitzeuge Haffner

Zum 100. Jahrestag des Separatfriedens von Rapallo am 16. April 2022 erschien dieser Artikel aus der Feder des Autors auf verschiedenen Blogs. Im heutigen Beitrag soll es um die Vertiefung der Folgejahre nach Rapallo gehen, wozu ein Klassiker unter Historikern bemüht werden soll: „Der Teufelspakt“ von Sebastian Haffner. Dessen fünftes Kapitel zu Rapallo leitet Haffner mit zweierlei Szenarien ein: „Erstens, dass auch ein kommunistisches Russland und ein antikommunistisches Deutschland sich unter Umständen gegen den Westen zusammenfinden und zusammen-tun können; und zweitens, dass dies sehr plötzlich geschehen kann… “ Und weiter: „Dem Inhalt nach war es ein sachlicher Friedensvertrag, nicht mehr. Der Vertrag von Brest-Litowsk war bereits im November 1918 annulliert worden. Jetzt trat an seine Stelle ein wirklicher Friedensvertrag zwischen Deutschland und Russland. Beide Seiten erkannten einander in ihrem Gebietsbestand an und verzichteten gegenseitig auf Reparationen. Sie gewährten einander eine Meistbegünstigungsklausel und nahmen sich die wirtschaftliche Zusammenarbeit vor, die dann tatsächlich umfänglich zum Vorteil beider Länder praktiziert wurde. Eine militärische Zusammenarbeit wurde im Rapallo-Vertrag nicht geregelt.“ Das nicht, aber sie wurde umso mehr gepflegt.

Haffner fährt fort: “Der entscheidende Entschluss zum Rapallo-Vertag war ein russischer. Die Deutschen unterzeichneten, weil sie keine Wahl zu haben glaubten. Die Russen hatten eine Wahl. Sie hätten statt mit den Deutschen auch mit dem Westen paktieren können. Sie zogen den Pakt mit den Deutschen vor…“ Karl Radek, ein Journalist und Politiker, der in Polen, Deutschland und der Sowjetunion daheim war: „Eine Politik, die darauf ausgeht, Deutschland zu ersticken, schließt unsere eigene Vernichtung ein. Welche Regierung Russland auch immer haben mag: Es hat immer ein Interesse an der Existenz Deutschlands.“ Das sechste Kapitel leitet mit der Feststellung ein: „Die Reichswehr und die Rote Armee war wohl das größte Paradox der deutsch-russischen Geschichte“. Haffner weiter: „Die Wehrmacht, die Sowjetrussland 1941 fast den Garaus machte, ist in ihren entscheidenden Teilen in den Jahren 1922 bis 1933 in Sowjetrussland herangezüchtet worden…

Enge Kooperation

Denn: Der Versailler Vertrag hatte Deutschland nahezu entwaffnet, die ihm noch 100.000 zugestandenen Soldaten konnten fast nur Däumchen drehen. Schwere Waffen wie Panzer und die Luftwaffe wurden untersagt. Doch die Russen waren gut im Flugzeugbau, hatten aber keine guten Piloten wie Deutschland. So brachten Deutsche den Sowjets in Russland bei, wie man mit ihren Maschinen richtig fliegt. „Paradox über Paradox: „Nicht nur ließen die Russen die Deutschen im eignen Land Waffen entwickeln und beherrschen lernen, mit denen sie später dieses Land fast erobert hätten; die Deutschen wurden Lehrmeister ihrer späteren Besieger“, heißt es sodann. Vor dem Sieg der Sowjets zeigte die deutsche Wehrmacht aber mit ihrer 28-monatigen Belagerung von Leningrad (heute St. Petersburg), wie Völkermord geht. Zu diesem Ergebnis kommt in einer aktuellen Ausgabe nicht nur die “Welt“, sondern auch die Geschichtswissenschaft. 1,1 Millionen Bewohner verhungerten.

Auch die Industrialisierung des zum Zeitpunkt der russischen Revolution noch überwiegend agrarisch geprägten Landes erfolgte in großer Kooperation mit Deutschland. Haffner: „Was das Russland der zwanziger Jahre im Bündnis mit Deutschland suchte, war … Absicherung, Stabilisierung, nüchterner gegenseitiger Vorteil. Man brauchte Kapital und technische Hilfe für die Industrialisierung … ein diplomatisches Gegengewicht gegen periodisch wiederauflebenden englischen und französischen Druck. Das alles konnte Deutschland bieten; und zu ehrlichen Gegenleistungen war man in Moskau bereit.“ Dazu ein Beispiel: Mein Vater arbeitete vor und zu Beginn des Zweiten Weltkrieg neben seiner kleinen Landwirtschaft als Baggerführer in der Erzberggrube Ringsheim auf einem Russenbagger“ von Menck & Hambrock, wie er mir erzählte, von dem es noch ein Bild gibt. Die Schaufel war so groß, dass darin ein Auto Platz gehabt hätte. Er wurde deshalb Russenbagger genannt, weil er für Russland bestimmt war. Bis der Menschheitsverbrecher Hitler dann meinte, sein „Drittes Reich“ bis nach Russland hinein ausdehnen zu müssen. Die Exporte wurden beschlagnahmt und – weil nicht alles im Reich gebraucht wurde – etwa dem spanischen Putschisten Franco überlassen. Mein Vater wurde als intimer Kenner dieses Riesenbaggers dann nach Spanien geflogen, um einen eigenen aufzubauen – der für dort auch zu groß war.

Wieder einmal gegen Russland

Zeitsprung: 1990 ermöglichte uns die Sowjetunion die Vereinigung mit der DDR und zog sich – nicht nur aus Ostdeutschland – zurück. Endlich flogen wieder Friedenstauben zwischen Ost und West. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag ermöglichte es. Doch statt die Beziehungen zu Russland weiter auszubauen, war Deutschland vorne mit dabei, die NATO Schritt für Schritt gen Osten, Richtung Russland auszudehnen – langsamer zwar, als einst Hitler vorgerückt war, dafür aber auf breiterer Front. Und das ukrainische Volk muss jetzt erneut dafür bluten, wie es im Zweiten Weltkrieg schon einmal der Fall war… diesmal in „Waffenbrüderschaft“ mit ehemals verfeindeten Ländern, dafür aber rüstet Deutschland die Ukraine unter den europäischen Ländern mit am stärksten auf, qualitativ und in Abermilliarden Euro. Und wieder einmal gegen Russland – obwohl die Geschichte vor 100 Jahren zeigte, dass es auch anders geht.

Die Frage muss erlaubt sein: Ist Putin wirklich schlimmer als Stalin? Unter dem Nachfolger Lenins (ab 1924) bis zu Hitlers Machtergreifung 1933 waren die Wirtschaftsbeziehungen für beide Seiten vorteilhaft. Es brauchte dann bis 1935, als Stalin ahnte, welches Ziel Hitler in „Mein Kampf“ postulierte. Er wollte es aber bis 1941 nicht wahrhaben. Zuvor galt: Weder Lenin noch Stalin wollte Deutschland angreifen, Putin heute wohl auch nicht. Welcher Teufel reitet uns denn, Putin indirekt den Krieg zu erklären, weil er Ländereien annektierte, die sich 2014 per Volksabstimmungen von der Ukraine lossagten? Natürlich waren es „Scheinabstimmungen“, wie viele meinen – deshalb, weil mit Abstimmungsscheinen votiert wurde. Wobei die Volksrepubliken Donezk und Luhansk von Russland erst 2022 anerkannt wurden. Just hier rollen heute nun erneut deutsche Panzer gen Russland. Und die hunderttausende gelieferten Granaten verursachen mehr Schaden und Tote als einst die „Stalin-Orgeln“.

Zweimal konnte der Dritte Weltkrieg abgewendet werden – auch ein drittes Mal?

Meine Gedanken zum 75. Jahrestag der NATO: Erinnern wir uns an die guten Zeiten der Beziehungen. Kooperation ist möglich und nötig! Halten wir deshalb ein mit der weiteren Expansion, die auch zur Explosion führen kann. Putin würde einen konventionellen, “offiziellen” Krieg zwar nicht überleben, er kann mit dem westlichen Waffenarsenal nicht mithalten. Doch Deutschland würde einen Krieg mit Russland erst recht nicht überleben – weder das Land noch wir Menschen. Das politische Berlin hat uns zwar für „atomfrei“ erklärt, aber würde Putin beim Einsatz seiner Atomwaffen ernsthaft darauf Rücksicht nehmen, wenn er keinerlei Ausweg mehr sieht? Alleine deshalb sollten endlich wieder Diplomaten statt Waffen sprechen. Die Lage ist nicht weniger gefährlich als vor 40 Jahren bei der Stationierung der Mittelstreckenraketen in Mitteleuropa. Zweimal standen wir kurz vor dem Dritten Weltkrieg, als Fehlalarme dazu führten, dass Atombomber mit ihren Zielen bereits in der Luft waren. Wird uns das Glück noch einmal so hold sein?

Schlussanmerkung: Am 1. Februar 1992, anlässlich einer Sibirien-Erkundungstour, besuchten wir ein Konzert der Philharmonie von St. Petersburg. Das Akademische Sinfonieorchester Russland gab ein Gedächtniskonzert mit Werken von Schubert und Berlioz, die während der Belagerung der Stadt vor damals 50 Jahren aufgeführt worden waren. Einmal wurde sogar eigens eine Artillerieoffensive gegen die Belagerer unternommen, damit die Besucher das Konzert ohne Granatenexplosion des Angreifers genießen konnten (wer sich für den 23-seitigen Reisebericht des Autors interessiert, kann diesen über das Kontaktformular der Redaktion kostenfrei als Mailanhang anfordern; die überaus eindrucksvolle Reise führte uns damals bis Wladiwostok am Pazifik).

Westliche Kultur spielte in Russland immer eine große Rolle – was auch umgekehrt der Fall war. Auch Sie als Leser sollten sich etwas Kultur gönnen, und sei es nur die launige Einlassung von Dr. Josef Thoma “Gibt’s was lustigeres als Krieg?”, hier als Text auf Ansage! erschienen und hier als 16- Minuten-Video im Stil einer Parodie auf die “Aktuelle Kamera” (der Nachrichtenkanal der DDR) – zur neuesten Entwicklung an der Ostfront. Der Mann ist ein Unikat, man sollte sich ihn einmal gönnen!

15 Antworten

  1. Eine TOP-Zusammenfassung… Russland ist NICHT unser Feind, sondern unser Freund.
    Unser wahrer Feind sitzt auf den Insel und überm Teich… das aber der deutschen Deppenregierung und den Schafmichels beizubringen wird unmöglich sein… was kann man von einem Volk erwarten, das sich eine ungeprüfte, neuentwickelte Substanz “einfach so” spritzen lässt, während man sonst überall auf Bio oder schadstofffrei macht.
    Und das nur für eine Bratwurst.

    Deutschland und Russland im Verbund, friedlich vereint, wären eine der wenigen Kombinationen, welche die Verbrecher, die die Welt nun seit knapp 200 Jahren unaufhörlich mit Krieg überziehen aufzuhalten.
    Stattdessen hat mal den Olaf, die Annalena und den Robert gewählt… in meiner Jugend hätte man die einfach in die Kloschüssel getunkt und abgezogen…

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  2. 75 Jahre NATO -> 75 Jahre Krieg, Tod und Terror

    NATO: Nationalsozialistische Amerikanische Terror Organisation

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  3. @WAREN BESTENS, BIS…
    es den Angelsachsen gefiel, ihre Macht auszudehnen über Europa !
    Und in Deutschland wie in Russland fanden sie immer käufliche oder ideologische Verräter, die ihre Länder im Interesse der Angelsachsen verraten haben und es schafften, beide Völker nicht nur in kriege, sondern auch gegeneinander zu hetzen !
    Der Rest ist weniger Geschichte und umso mehr politische Propaganda – so wahr wie Merkels politische Entscheidung zur “Pandemie” !

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  4. “Nachdem Deutschland in den Ersten Weltkrieg hineingezogen wurde, waren am Ende beide Länder die Verlierer. Deutschland verlor einige Gebiete im Osten, die Russen aber weit mehr: Lenins Revolutionäre mussten am 3. März 1918 im Gibt’s was lustigeres als Krieg? die Unabhängigkeit Polens und der russischen Westgebiete anerkennen. In diesem später als „Raubfrieden“ bezeichneten Vertrag verlor Russland ein Drittel seiner Bevölkerung und einen großen Teil seiner Industrie.”

    DIe Situation in und rundum Polen war viel viel komplizierter. Der Autor macht es sich hier zu einfach.
    Hier ein paar Artikel dazu.
    Das seit 1785 nicht existente Polen, war bei der Neugründung 1918 mit den Territorien, die Deutschland, Österreich und Russland weggenommen worden waren, nicht zufrieden und nutzte bereits 1920 die russischen Wirren zum Angriff auf die Sowjetunion und der Annektierung weiter Gebiete Westrusslands und der Ukraine. Polen versank in Chaos und Bürgerkrieg. Es folgte der Angriff auf Litauen und dessen Annektierung, die Entrechtung und Vertreibung der großmehrheitlichen deutschen Bevölkerung Westpolens ab 1936, 1938 die Besetzung und Annektierung des tscheschischen Gebietes um Teschen im Windschatten des Münchner Abkommens.
    Diese Vorgänge sind der Hintergrund des Hitler-Stalin-Paktes.

    https://www.welt.de/geschichte/article196890213/Ostmitteleuropa-1919-Das-Uebel-ist-ethnischer-Nationalismus.html

    https://www.welt.de/geschichte/article150231209/Kriegsheld-Diktator-und-Vorbild-fuer-Kaczynski.html

    https://www.welt.de/geschichte/article201746118/Polnisch-Sowjetischer-Krieg-Nackte-Koerper-blinken-in-der-Sonne.html

    Zudem intervenierten die Alliierten Mächten im russ. Bürgerkrieg (1918 – 1922), um gegen die Bolschewiken zu kämpfen und die Schätze und Ressourcen von RUssland für sich zu sichern.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sibirische_Intervention

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  5. “Nachdem Deutschland in den Ersten Weltkrieg hineingezogen wurde, waren am Ende beide Länder die Verlierer. Deutschland verlor einige Gebiete im Osten, die Russen aber weit mehr: Lenins Revolutionäre mussten am 3. März 1918 im Gibt’s was lustigeres als Krieg? die Unabhängigkeit Polens und der russischen Westgebiete anerkennen. In diesem später als „Raubfrieden“ bezeichneten Vertrag verlor Russland ein Drittel seiner Bevölkerung und einen großen Teil seiner Industrie. Aber das neue Russland Lenins wollte Frieden um jeden Preis – um seine sozialistische Revolution vorantreiben zu können.”

    Bitte was? “Einige Gebiete im Osten”?

    Schon mal von Elsaß/Lothringen gehört, Österreich, Sudetenland, Süd-Tirol, Eupen-Malmedy, Nord-Schleswig + den “Kolonien” (Schutzgebiete)? Ist das alles bei Ihnen “Osten” und “einige”? Was wäre dann eine andere Himmelsrichtung und verdammt viele Gebiete?

    Lenin schloß den Frieden im März 18 nur um den Bürgerkrieg austragen zu können, gegen die Zaristen und andere innere Feinde. Die feste Absicht die mit Brest-Litowsk verlorenen Gebiete zurückzuholen, sobald das erste Problem besiegt war, war sein Überzeugungsmittel für die Mitstreiter, das diese endlich diesem Frieden zustimmten.

    “Vor dem Sieg der Sowjets zeigte die deutsche Wehrmacht aber mit ihrer 28-monatigen Belagerung von Leningrad (heute St. Petersburg), wie Völkermord geht. Zu diesem Ergebnis kommt in einer aktuellen Ausgabe nicht nur die “Welt“, sondern auch die Geschichtswissenschaft. 1,1 Millionen Bewohner verhungerten.”

    Was für ein riesiger Haufen zeitgeistige BRD-Scheiße. Da könnte man auch das Neue Deutschland von 1980 nehmen und meinen dort habe zu beliebigem Thema die Wahrheit gestanden.

    Die Sowjets hatten gewisse Verträge nicht unterschrieben, daher keinen Schutz im Kriege durch diese und hielten sich auch nicht daran. Sie weigerten sich die Stadt zu übergeben, aber die Deutschen sind an der Art und Weise der Verteidigung schuldig. Klar, schuldig an allem sind die Deutschen, wer sonst, außer der Verlierer … Das ist das Niveau der “Geschichtswissenschaft” der BRD, welches Unter-WeLT und dieses Magazin darbieten.

    Die Wehrmacht hat den Vormarsch auf Leningrad 1941 um Wochen unterbrochen, manche munkeln es wäre der Einfluß des “Wiederstandes” gewesen und damit verhindert, daß Manstein mit seinem Panzerkorps die noch unverteidigte Stadt aus der Bewegung heraus einnimmt, so wie er es machen wollte. Was machten die Sowjets? Die Zivilisten wegbringen oder zum Schanzen ausschicken? Was haben die Sowjets 1942/43 bei Stalingrad gemacht? Und warum sind verhungerte Zivilsten in Leningrad, belagert von der Wehrmacht, die Schuld der Deutschen, aber verhungerte Zivilisten in Stalingrad, belagert von den Sowjets, ebenso die Schuld der Deutschen? Wie wäre es mal mit einheitlichen Maßstäben? Ach ja, der Verlierer hat an allem die Schuld, ich vergaß, für eine Mikrosekunde.

    “Bis der Menschheitsverbrecher Hitler dann meinte, sein „Drittes Reich“ bis nach Russland hinein ausdehnen zu müssen. Die Exporte wurden beschlagnahmt, und weil nicht alles im Reich gebraucht wurde, etwa dem spanischen Putschisten Franco überlassen.”

    Und gleich wieder die Maßstäbe. Was waren dann Lenin und Stalin? Lange bevor Hitler “Machtergreifung” feierte, war deren Leichenberg größer, als jener von Hitler am Ende, Kriegstote ausgenommen, denn zumindest ich halte mich an “der Krieg der viele Väter hatte” und nicht den Monokausalenschuldkultscheiß der BRD.

    Ab wann darf man gegen eine Regierung putschen? Und reicht die systematische Beraubung bestimmter Klassen, die bestialische Ermordung / Vergewaltigung von Priestern / Nonnen / Vermögenden / Beamten, aus ideologischen Gründen, sowie eine starke Unterstützung in weiten Teilen des Landes gegen diese Regierung als Gründe aus? Ich frage für einen spanischen ähhhhh “Freund”.

    “Es brauchte dann bis 1935, als Stalin ahnte, welches Ziel Hitler in „Mein Kampf“ postulierte. Er wollte es aber bis 1941 nicht wahrhaben. Zuvor galt: Weder Lenin noch Stalin wollte Deutschland angreifen, ”

    Prust, verspäteter 1. April oder was? Ab 1932 beginnt die gigantische Aufrüstung der Roten Armee, Holodomor inklusive, um Europa zu überrollen, ab Oktober 1939 der Aufmarsch im Westen der SU dafür. Der größte militärische Aufmarsch der Menschheitsgeschichte, in Offensivgliederung, ungeeignet für eine Verteidigung.

    Die Tauglichkeit Haffners als Quelle oder als “Historiker” steht dabei noch auf einem ganz anderen Blatt, so als “ich verdrücke mich ins Ausland und arbeite dort beim Feind gegen Deutschland” … Der hat sicherlich nie nimmer nicht Schlagseite in seiner Ausrichtung gehabt, weshalb es um seine Machwerke auch bestimmt keinen entsprechenden Streit gab. Nicht?

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  6. Wenn man in der Geschichte zurückblickt (u.a. Befreiungskriege gegen Napoleon; Rapallo) und die heutigen “Werte-Menschen” in den verschiedenen “Führungszirkeln” mit ihrer Hetzerei und Diffamierungen unter kompletter Verleugnung der wahren Gründe ansieht, erfasst mich ein heiliger Zorn.

    Was wäre da möglich gewesen, wenn Deutschland sich nach dem Zweiten Weltkrieg geweigert hätte, in die Abhängigkeit von den USA zu begeben und auf Neutralität bestanden hätte?
    Da möge jeder selbst spekulieren, was das bedeutet hätte.
    Unter der Regierung Brandt war man auf einem guten Weg, Frieden zu sichern. Doch das wollten Einige eben nicht.

    Gewiss, das übermäßige Fressen, Saufen etc. hätte länger auf sich warten lassen – aber im Nachhinein betrachtet: Hätte sich das nicht doch längerfristig gelohnt?! Dafür eintreten konnte man damals gewiss nur schwerlich, da die Wunden und die russische Politik erst neu ausrichten mussten. Die Sowjetunion mit einem Stalin hat sich unmittelbar danach gewiss nicht als Partner angeboten. Aber immerhin ging alle Spaltung und Gründungen vom Westen aus. Sogar Stalin war entschieden gegen eine Teilung Deutschlands. Aber das und vieles andere will ja keiner mehr wissen, um das narrative (da steckt Wahrheit drin!) Gebäude nicht zum Einsturz zu bringen.

    Aber als sich die Verhältnisse spätestens 1989 merklich geändert hatten, wäre ein “deutsches Nationalbewusstsein” auf neutralem Boden sicherlich ein Garant dafür geworden, dass wir nicht in Gefahr hätten geraten können, das Deutschland sich mit einer schwachen Führung in einen erneuten Krieg gegen Russland hätte manövrieren lassen ….! Selbst an einer „Verfassungsgebung“, wie es das Grundgesetz vorsah, hat man sich deshalb aus „guten Gründen“ vorbei gemogelt!

    Auch wenn das als „Schnee von gestern“ erscheinen mag, so kann man daran vielleicht doch ablesen, dass es noch nie ewige Freundschaften und auch nie ewige Feindschaften zwischen den Völkern gegeben hat. Es waren ohnehin weniger die Völker als ihre jeweiligen Führungen. Die Völker waren aber immer die Leidtragenden.

    Nun soll die Ukraine unbedingt in das Angriffs-Bündnis NATO aufgenommen werden. Logisch, und wie gehabt: alle Bekenntnisse für Freiheit und Frieden samt vermeintlicher Neutralität sind berechnende Lügen. Doch das bemerken die Wenigsten.

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  7. Ein nächster Schritt in Richtung Dritter Weltkrieg
    NATO will Koordinierung der Waffenhilfe für Selenskij übernehmen

    Bisher konnte sich die NATO bezüglich der Unterstützung Selenskijs für seinen Krieg im Donbass immer damit herausreden, dass die Militärhilfe von einzelnen Staaten kam und sie als Kriegspartei nicht beteiligt sei. Das soll jetzt anders werden: die NATO will die Militärhilfe für Selenskij künftig selbst koordinieren.
    https://www.freiewelt.net/nachricht/nato-will-koordinierung-der-waffenhilfe-fuer-selenskij-uebernehmen-10096253/

    Nato-Chef fordert 100 Milliarden Euro für Ukraine
    https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/nato-chef-fordert-100-milliarden-euro-fuer-die-ukraine-87737690.bild.html

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    1. Eine interessante Betrachtung über die Nato(d), in der konstatiert wird, dass, trotz allem, kein Mitglied austreten will, um den Schutz der USA nicht zu verlieren. https://www.cicero.de/aussenpolitik/nicht-so-schlecht-wie-sie-klingt-die-nato-und-die-tucken-ihrer-selbstdarstellung Trotz aller Lobhudelei für die USA ist nicht alles Gold, was glänzt, denn die wollen unter keinen Umständen ihre Vormachtstellung aufgeben https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100377756/ukraine-koordinierung-usa-lehnen-stoltenberg-vorschlag-ab.html Es könnte ja sein, dass sich intelligente Europäer durchsetzen und Frieden möglich machen. Dann hätten die Amis verloren und es würde eintreten, was sie schon seit mehr als hundert Jahren befürchten https://www.telepolis.de/features/Die-Aufrechterhaltung-eines-starken-Keils-zwischen-Deutschland-und-Russland-7286781.html?seite=all und er sagt es ganz unumwunden https://www.youtube.com/watch?v=tsNQN62tyI8

    2. Tja, scheisse ist es, wenn man(n) sich von dummen Weibern und geistig Eingeschraenkten ‘regieren’ laesst.

  8. Die Ukraine hat Europa immer wieder mit Kreativität, Durchhaltewillen und strategischen Tricks überrascht. Kombiniert mit der Hoffnung, dass das Gute sich durchsetzen möge, ist ein Bild entstanden, das militärische Realitäten ausser Kraft gesetzt hat.
    Kein Land hat bisher grosse Gegenoffensiven gestartet, wenn der Gegner die Luftüberlegenheit hatte.
    Kein Land musste sich bisher durch Minengürtel kämpfen, die in ihrer Dichte und Ausdehnung einzigartig sind.
    Kein Land hat bisher Erfahrung, wie sehr die Drohnen klassische Kriegsführung aushebeln.
    Aber der Westen hoffte wohl mit geringem Einsatz einen Krieg zu gewinnen, gegen einen Gegner der All-in geht.
    Trotzdem wird die Ukraine am Ende gewinnen. Aber es wird länger dauern als erhofft.

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  9. @ Peter Lüdin

    “Die Ukraine hat Europa immer wieder mit Kreativität, Durchhaltewillen und strategischen Tricks überrascht.”….

    Potz, Blitz, das hat sie in ihrem sinnlosen Anrennen gegen die tiefgestaffelten Verteitigungsanlagen und Minenfelder der Russen im Rahmen der vollmundig angekündigten…ähäm.. Gegenoffensive bewiesen, was sogar ihren Gönner, den ,Wertewesten’ überrascht hat. Diese sollte möglichst alle verloren gegangenen Gebiete zurückerobern und die glorreiche Zelinskij Armee bis auf Krim tragen.
    Ergebnis: All die schönen, neuen ‘Wertewesten-Gamechanger Waffen’ welche die Amis und ihre NATO Vasallen geliefert hatten, wurden von der 10:1 überlegenen russischen Artillerie, ihren Kampfdrohnen, Hubschraubern, Jets etc. zu Schrott verarbeitet. Und so ganz nebenbei verlor Zelinskij dabei ca. 90-100.000 Soldaten, die sinnlos durch den russischen Fleischwolf gedreht wurden wobei sich die Verluste auf insgesamtnca. 500.000 Mann summieren [Tote, Schwerstverletze und Verkrüppelte].

    …”Trotzdem wird die Ukraine am Ende gewinnen. Aber es wird länger dauern als erhofft.”

    Ja, ja, träumen Sie mal schön weiter vom ,Endsieg’, dabei können die Amis und ihre Hiwis noch nicht mal solche schlecht bewaffneten und geführten ‘Lumpentruppen’ wie die Hutis oder die Taliban besiegen! Game over!

    Mann, Lüdin, die ,wertewestlichen’ Waffenlager sind inzwischen leergeräumt. Mr. 87 Prozent hat also nicht nur die Ukraine entwaffnet sondern inzwischen auch die gesamte NATO UND es wird Jahre dauern, bis die Lager wieder aufgefüllt sind.

    Inzwischen haben es die Russen trotz Krieg geschafft, eine neue, 600.000 Mann Armee auf die Beine zu stellen. Mit modernsten Waffen und Technologie ausgestattet. Die befindet sich z.Zt. noch in der Frontausbildung, dürfte jedoch im Verlauf des Frühjahrs oder Frühsommers einsatzbereit sein.

    Damit hat Russland 1,5 Mio. Mann unter Waffen und die Mannschaftsstärke soll auf Insgesamt (vorläufig) 2.2 Mio angehoben werden.

    Also, Herr Lüdin – viel Spass beim weiten Weg bis zum ,Endsieg’!

  10. Og. Ausführungen sind sehr oberflächlich; per Google schnell etwas zusammenflicken kann ich auch, hat keinen Erkenntniswert; bitte mehr Tiefgang; lesen Sie mal etwas von einem richtigen Historiker, z.B. von Prof. Karl Schlögel u.a.

    es geht auch nicht um Russland/Deutschland: dieser per internationalem Haftbefehl gesuchte KGB-Offizier, de facto Terrorist bzw. Mafia-Pate, der es unter sehr zweifelhaften Umständen zum “Präsidenten” gebracht hat, ist niemals demokratisch legitimiert worden; er vertritt nur sich selbst und kann nur deshalb nicht abtreten, weil er dann von seinen eigenen Leuten sofort erschossen werden würde; die armen Russen sind nur zu bedauern; alle jüngeren intelligenten Männer haben das Land verlassen; das Land ist auf Jahrzehnte abgehängt und wird sich auf absehbare Zeit mit Reparationsforderungen beschäftigen müssen;

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  11. @ Glaukon

    …”dieser per internationalem Haftbefehl gesuchte KGB-Offizier, de facto Terrorist bzw. Mafia-Pate, der es unter sehr zweifelhaften Umständen zum “Präsidenten” gebracht hat, ist niemals demokratisch legitimiert worden”….

    Ach, wie war das nochmal bei dem Votum anl. der Präsidentenwahl: 87 Prozent Zustimmung, in den neuen Oblasten sogar über 90 Prozent. Lediglich in Moskau und Leningrad waren es knapp über 60 Prozent. War eh klar, weil es dort eine Menge ,westlich orientierte’ 87 Wähler gibt.
    In Deutschland hingegen regiert eine 13 Prozent
    Stümper Partei von grün-linken Psychopathen, deren Ziel es ist, Deutschland ökonomisch gegen die Wand zu fahren und das Volk auszutauschen.
    Es stellt sich also die Frage, wer die Idioten sind und WER die Arschkarte gezogen hat, die Deutschen oder die Russen?

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