Samstag, 13. April 2024
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Europa und der fehlende Mut zur Demut

Europa und der fehlende Mut zur Demut

Zivilisationsverfall fürs “Klima” (Symbolbild:Pixabay)

Ja, es ist richtig: Weite Teile von Westeuropa drehen sich mit atemloser Geschwindigkeit im Hamsterrad, beseelt vom Willen zur Selbstvernichtung. Sie, lieber, Leser glauben das nicht? Überzeugen Sie sich einfach selbst und versuchen Sie sich an einen Ort zu versetzen, von dem aus sie unseren Planeten einmal aus einer übergeordneten Position betrachten können. Was sehen Sie da wohl? Was stellen Sie fest?

Sie blicken auf ein indoktriniertes Westeuropa, das sich für das Maß aller Dinge hält. Getrieben von Nudging- und Framingmethoden der Medien, Meinungsumfragen und alarmistischem Dauergetöse glauben viele Bürger in Westeuropa, sich am Rande des zivilisatorischen Abgrundes zu befinden, einer Art von modernem Armageddon beizuwohnen. In nahezu allen Umfrageergebnissen taucht als “Hauptproblem” der Welt der Klimawandel auf. Eine Klimakonferenz jagt die nächste. Ideologiegetriebene Fantasten wie Klimakleber und -aktivisten versuchen, die Bevölkerung umzuerziehen, sie zu nötigen, sich so zu benehmen, sich so zu ernähren und fortzubewegen, wie es im Interesse der scheinbaren Katastrophenabwendung unabdingbar sei. Mit schon beinahe religiös-sektiererischem Eifer sägen sie auf den Ästen, auf denen sie sitzen. Einst die absolut führende Weltmacht in den Bereichen Industrie und Technik, zerlegen sich das alte Europa und seine zerfallenden Gesellschaften im Hamsterrad selbst. Die Marktführerschaft in den Schlüsselindustrien wird Mitbewerbern wie China überlassen, die sich darüber selbstverständlich diebisch freuen. Zudem wähnen sich die verantwortlichen Leader in dem irren Glauben, dass sich die ganze Welt ihren Vorstellungen anschließen und ihren Wahn vollumfänglich teilen würde.

Lippenbekenntnisse und Greenwashing-PR

Der berühmte Blick über den Tellerrand könnte hier eigentlich helfen, aber leider gehört diese so simple wie heilsame Perspektive nicht zum Repertoire unserer führenden Politiker. Wenn irgendjemand glaubt, dass Joshua Nkomo aus Kibera, dem größten Slum in Nairobi und ganz Afrikas, den Klimawandel als wirkliches Problem sieht, muss er sich eines Besseren belehren lassen. Nkomos Probleme liegen ganz woanders. Wie kommt er an sein tägliches Brot? Wie ernährt er seine Kinder? Wie erwehrt er sich der ihn dauerbedrohenden Clans und Gangs im eigenen Viertel? Wie bezahlt er etwaige medizinische Behandlungskosten? So wie ihm ergeht es weit über 90 Prozent der Weltbevölkerung. Der Irrglaube, dass praktisch alle Staaten und Völker außerhalb Europas die herbeiphantasierten Bedrohungsthesen und zu ihrer Abwehr ertüftelten Verzichtsstrategien der Westeuropäer – angeführt vom Musterknaben Deutschland – mittragen geschweige denn unterstützen würden, ist noch naiver als der Glaube an die leibhaftige Existenz des Osterhasen. Die Lippenbekenntnisse und Absichtserklärungen der Monsterkonferenz von Dubai von vergangenem Jahr etwa dürften kaum das Papier wert sein, auf dem sie gedruckt wurden.

Doch auch die Global Winners denken nicht daran, den Klima-Reset mitzugehen. Wie einfältig muss man wohl sein, zu glauben, dass die Golfstaaten nach den Erwartungen eines spätdekadenten, durchgeknallten Westeuropas ihren Reichtum in Form von Erdölvorräten aufgeben würden? Wie viel Dummheit braucht es wohl, anzunehmen, dass China den Kampf gegen den Klimawandel jenseits von Lippenbekenntnissen und Greenwashing-PR wirklich aufnimmt? Die vielen Kohlekraftwerke, die jedes Jahr in China neu in Betrieb genommen werden, führen sämtliche Klimaanstrengungen Deutschlands ad absurdum, weil der so geschmähte CO2-Ausstoß dieser neuen Kraftwerke das Einsparergebnis von Deutschland bei weitem übertrifft. Das, was etwa durch das deutsche “Heizungsgesetz” bis 2030 hypothetisch (und nur unter Inkaufnahme gigantischer Wohlstandsvernichtung und Deindustrialisierung!) an Emissionen “eingespart” würde, pustet allein China an weniger als einem Tag in die Luft.

Die totgeschwiegene World Climate Declaration

Dass die Chinesen Westeuropa und insbesondere Deutschland in der Schlüsselindustrie der Elektromobilität überholt haben, darf dabei keinesfalls als Indiz dafür genommen werden, dass es China mit der Klimawandelbekämpfung ernst meint; nein: Es handelt sich lediglich um das Resultat vorausschauender Nachfrageforschung, die den cleveren und trefflichen Kaufleuten im Reich der Mitte in die Wiege gelegt ist. Den enorm flexiblen und anpassungsfähigen Chinesen ist einfach frühzeitig aufgefallen, in welche Richtung (um nicht zu sagen: ideologische Sackgasse)  sich ihr bester Kunde – Westeuropa – entwickeln wird; und geschäftstüchtig, wie sie nun mal sind, haben sie sich angestrengt, die Nachfrage der Europäer dabei perfekt zu bedienen, und zwar sowohl in der Solar- wie auch in der Automobilindustrie. Dies vor allem zum Nachteil von Deutschland.

Aber woher kommt sie denn nun eigentlich, diese Hysterie bezüglich Klimawandel und Weltuntergang, die schon beinahe psychotische Züge aufweist? Spricht man mit einzelnen grün-linken Protagonisten dieser Glaubenskultur, so wird man sofort und unmittelbar auf die ach so glanzvolle und unfehlbare Wissenschaft mit ihren unzähligen Studien verwiesen. Und selbstverständlich wird auch hier vorausgesetzt und behauptet, dass die Meinung dieser “Konsens-Wissenschaft” stets einhellig und ganz unzweideutig sei. Abweichende Meinungen von andersdenkenden Wissenschaftlern seien das banal, unseriös, schlicht inkompetent oder, noch schlimmer, das “Geschwurbel” von „Klimaleugnern“ (eine semantisch absurde begriffliche Verkürzung der wohl eigentlich gemeinten „Klimawandel-Leugner“, wobei hier der angebliche “menschgemachte” Klimawandel gemeint ist). Konträre Stimmen werden konsequent aus dem kollektiven Gedächtnis ausgeblendet. Die World Climate Declaration (WCD), die Weltklimaerklärung von 2019, die eine skeptische Gegenposition hochqualifizierter Wissenschaftler darstellt, wird medial nicht zur Kenntnis genommen geschweige denn akzeptiert oder auch nur als ernstzunehmende Position in Betracht gezogen. Intendiert wurde die Erklärung von dem emeritierten Professor Guus Berkhout, dem Gründer der niederländischen Climate Intelligence Foundation (CLINTEL). Die Liste seiner Unterzeichner ist ein lebendiges Dokument, das regelmäßig ergänzt wird (die aktuellste Version ist hier zu finden).

Falsche Prognosen am Fließband

Es scheint, dass sich immer mehr Wissenschaftler dagegen wehren, instrumentalisiert, missbraucht und zumeist ignoriert zu werden, während die Doktrin der Klimakatastrophe fast immer von Wissenschaftlern vertreten wird, die finanziell letztlich am Staatstrog und dem von mächtigen NGOs hängen und abweichende Äußerungen mit Karriereverlust bezahlen müssten. Obwohl es insofern einiges an Mut verlangt, zu unliebsamen Überzeugungen zu stehen, wurde die WCD inzwischen von über 1.100 Wissenschaftlern und Fachleuten unterzeichnet. Unter der Leitung des norwegischen Physik-Nobelpreisträgers Professor Ivar Giaever erklärt die WCD, dass es so etwas wie einen “Klimanotstand” schlicht nicht gibt. Die Klimawissenschaft sei zu einer engstirnigen, ideologischen Diskussion degeneriert, die auf Glaube und Überzeugungen basiert und solider Wissenschaft völlig widerspricht. Die Geschichte über die WCD stieß in den sozialen Medien auf enormes Interesse und gilt als einer der meistgelesenen Artikel, die je publiziert wurden. Von den links-grünen Protagonisten wurden enorme Anstrengungen unternommen, um diese Erklärung zu desavouieren, bis hin zu persönlicher Misshandlung von Unterzeichnern. Natürlich fällt ihr Inhalt auch unter jene “Desinformation“, die der EU-“Digital Services Act” in den sozialen Medien verhindert und hart sanktionieren will. Der Lyssenkoismus in der Klimawissenschaft ist leider eine unbestreitbare Tatsache.

Die Klima-Narrative fußen auf einer Prognostik, die fast immer schief lag – angefangen von der Behauptung, das Nordpolarmeer sei ab 2013 ganzjährig eisfrei, über die Prophezeiung, im Jahr 2020 würde es kein Schnee mehr in Mitteleuropa geben, bis hin zum angeblich dauersteigenden Meeresspiegel, dem längst ganze Küstenregionen zum Opfern gefallen sein müssten. Derartige wissenschaftliche Flops sind keineswegs neu; die ältere Generation mag sich noch erinnern, wie 1973 – anlässlich der Attentate des “Schwarzen Septembers, der Ölblockade und den autofreien Sonntagen – seitens “der Wissenschaft” verkündet wurde, dass spätestens 1990 alle Erdölvorräte der Erde erschöpft seien. Also wurde schon damals indirekt das Ende des Verbrenners ausgerufen. Wie jedermann weiß, stellen schwindende fossile Ressourcen und Erdölvorräte heute – 50 Jahre später – kein diskussionswürdiges Thema mehr dar; sie reichen mindestens noch für einige Jahrhunderte. Ähnliche Hysterien, wenn auch nicht ganz mit der gleichen Intensität wie heute, betrafen den sauren Regen, der Wälder in den gemäßigten Breiten für immer dahinraffen würd, oder das Ozonloch; beides war dann irgendwann kein Thema mehr und ging am Ende in der Klimahysterie auf.

Wege aus der Krise

In all diesen Punkten traten die Szenarien “der Wissenschaft” – also der staatlich genehmen Forschungsinstitutionen und medial wohlgelittenen “Experten” – nie ein, was aber keinen Vertrauensverlust zur Folge hatte. In der “Pandemie” war die Wissenschaftsgläubigkeit so hoch wie nie – obwohl das fragwürdige Mitwirken und das Verhalten der Wissenschaft mit ihren fragwürdigen Exponenten während Corona erst noch einer detaillierten Aufarbeit harren. Sicher ist nur, dass auch die dort involvierten “Experten” keinesfalls über alle Zweifel erhaben waren.

Wie wir nun aus unserer hypothetisch übergeordneten Position feststellen müssen, haben wir uns in Westeuropa in so ziemlich allem heftig verrannt oder in eine weltanschaulich einseitige Ecke drängen lassen, was die Zukunft dieses Erdteils anbetrifft. Ideologiebasierend und besserwisserisch haben wir uns in eine Situation manövriert, aus der wir uns kaum mehr unbeschadet werden herausretten können. Wir müssen feststellen, dass alle auferlegten Rezepte kaum aus der “Krise” zu führen vermögen, sondern diese Krise erst bedingen. Dies dürfte auch den linksgrünen Fanatikern inzwischen klar geworden sein. Wäre es da nicht endlich angezeigt, das Hamsterrad etwas zu bremsen, innezuhalten und die notwendigen Korrekturen anzubringen, solange dazu noch Zeit ist, um den Schaden möglichst klein zu halten? Leider gehört zu so einer Korrektur oder Umkehr eine ganz wichtige Voraussetzung: Der Mut zur Demut, zu Selbstkritik und zum Eingestehen von Irrtümern.

9 Antworten

  1. …erinnert irgendwie an das alte Rom…

    Man kann das ganze Problem ganz einfach so sehen: Europa und seine indigenen Bewohner degenerieren.

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  2. Wenn es so weitergeht hat es sich mit Mut, Demut, Klima und anderen Sachen bald erledigt https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_100372670/rumaenien-baut-groesste-nato-basis-europas-mehr-sicherheit-am-schwarzen-meer.html. Musste deshalb Serbien vor 25 Jahren plattgemacht werden, weil sie russlandfreundlich sind und diese Projekt eventuell verhindert hätten? Und merke, die Protagonisten sind die Gleichen. Ein Gutes hat es vielleicht: da es doppelt so groß wie Ramstein werden soll könnten die Amis ja gleich ganz dorthin ziehen. NATO und Verteidigung ist ein Widerspruch in sich.

  3. Die Welt ist zu kompliziert geworden. Die Masse hat nie begriffen, wie eine Leuchtstoffröhre mit Starter funktioniert, wie soll so jemand begreifen, wie ein GPS funktioniert ? Selbst die amtierende, deutsche Aussenministerin schwätzt von Ländern, die hunderttausende km entfernt sind.
    Die Mehrheit hat bis jetzt nicht begriffen, dass Sie mit der angeblichen Corona-Impfung hinters Licht geführt wurden, wie sollen die erst mal den Klimaschwindel erkennen ?

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  4. Den linksgrünen Fanatikern wird gar nichts klar, sie glauben fest an die eigenen Lügen, z.B. Wohnungsnot hat nichts mit Masseneinwanderung zu tun und qualifizierte Fachkräfte kommen nicht wegen “ rechts”. Man muss sich nur ansehen, wie oberlehrerhaft der Ahhnungslos-Minister in den USA aufgetreten ist.

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  5. Dieses degenerierte Pack in der westlichen Welt hat es nicht anders verdient, als vernichtet zu werden. Ich kann es nicht anders ausdrücken. Werden die Menschen zu sehr eingeschränkt, sind sie qualitativ ganz unten. Haben sie zu viel Freiraum, sind sie es ebenfalls. Diese Spezies ist nicht fähig, sich weiter zu entwickeln, qualitativ bleiben sie auf diesem primitiven Niveau seit ewigen Zeiten stehen. Um dies zu beschleunigen, holen sie Millionen von noch viel Primitiveren als sie selbst ins Land.

  6. Dieser ganze Nudging Framing LGBT-Scheiss geht den meisten Lesern in diesem Forum am Arsch vorbei. Vor wem oder was sollte ich Demut zeigen? Ich habe es hinter mir und möchte niemanden mehr missionieren. Jeder, der Euren Blog liest, weiß was Sache ist und beschäftigt sich nur noch damit, einigermaßen heil aus diesem Albtraum zu erwachen und/ oder vorbereitet zu sein.

  7. Ich hab mal den schönen Satz gelesen den angeblich Jesus gesagt haben soll, als man ihn fragte ob denn das Land immer so schön sein werde….
    “Wenn die Herzen der Menschen veröden, dann verödet auch das Land”
    Ich beobachte seit 30 Jahren eine Verödung der menschlichen Herzen und dementsprechend des Landes. Ist wohl was dran.

  8. Dem Inhalt kann/muss man zustimmen. Aber was ist denn das für eine verfehlte und irreführende Überschrift?
    „Europa und der fehlende Mut zur Demut“
    Zum einen gibt es kein – gemeinsam agierendes und geeintes Gebilde – „Europa“ und zum andern ist „Demut“ bestimmt nicht das, was die in der EU oder als Nationen zusammengefassten Länder voranbringt! Ob es an „Mut“ fehlt, bezweifle ich, wenn ich die vorwärts- und abwärts marschierenden Kolonnen sehe. Diese aufzuhalten, daran fehlt es den Gegner dieser Ideologie allerdings tatsächlich am erforderlichen Mut.