Montag, 24. Juni 2024
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Krieg in Nahost: Es gibt keine Wahrheiten ohne Filter

Krieg in Nahost: Es gibt keine Wahrheiten ohne Filter

Wahrheit und Lüge (Symbolbild:Pixabay)

Es sind entsetzliche und schlimme Bilder aus Israel und Gaza, die uns erreichen, und mein Beileid gilt allen, die aktuell zu leiden haben oder ihr Leben verloren haben. Wie man am Beispiel der Ukraine sehen konnte, halte ich mich für gewöhnlich aus außenpolitischen Angelegenheiten heraus – ganz einfach deshalb, weil ich der Überzeugung bin, ohnehin nichts Bedeutendes zur Diskussion beitragen zu können. Als politisch interessierter Mensch verfolge ich das Geschehen vor allem im Hinblick auf die Folgen für unsere hiesige Gesellschaft und auf meine Nächsten; aber ich habe keine so gefestigte Meinung in die ein oder andere Richtung, dass ich diese in aktivistischer Form verbreiten möchte. Weder möchte ich belehren noch mich am allseitigen “Virtue Signalling“, dem Haltungzeigen und Zeichensetzen, beteiligen

Mir missfällt es zudem, dass ich für gewöhnlich wenig Möglichkeiten habe, mir ein wirklich eigenes Bild der Lage zu machen. Ich kann kein Ukrainisch, kann kein Russisch, kein Hebräisch oder Arabisch. Ich kenne kaum bis gar keine Leute von dort, und selbst wenn, dann geben auch diese erst einmal nur ihre subjektive Sicht wieder und ich sehe ja schon bei der innenpolitischen Debatte vor der eigenen Haustür, hier bei uns in Deutschland, wie weit diese zuweilen schon bei ganz banalen Dingen auseinandergehen kann.

Unerfüllbarer Wunsch

Alle meine Information über solche Konflikte, beziehe ich daher zwingend durch den Filter von anderen Leuten, Medien oder Politikern, denen man – gerade heute und im Licht der vergangenen dreieinhalb Jahre –  keinesfalls uneingeschränkt und blind Glauben schenken sollte. Das gilt sowohl für den Mainstream wie auch für die “alternativen” Medien. Ich sehe weder in Putin, Selenski, Biden, Netanjahu, Scholz oder irgendwelchen Hamas-Leuten die Good Guys. Die Dinge sind komplex, es gibt nicht Schwarz-Weiß, sondern unendlich viele Schattierungen. Und bei jeder Meinungsverschiedenheit zwischen Anhängern dieser Personen und Lager kann ich für mich nur abwägen: Okay, welcher dieser Akteure erscheint mir im speziellen Fall am wenigsten unglaubwürdig? Denn das Prädikat “glaubwürdig” verdient sich in meinen Augen keiner davon. Am liebsten würde ich allen sagen: Schlagt euch doch bitte ohne mich die Köpfe ein!

Ich wünschte mir, wir lebten in einer Welt, in der wir unsere Konflikte verbal lösen – wohl wissend, dass dieser Wunsch niemals in Erfüllung gehen wird. Ich äußere mich hier zudem aus der privilegierten Position heraus, nicht meine Familie in in irgendeinem Krieg oder Konflikt verloren zu haben. Ich bin mir bewusst, dass es Menschen gibt, die Schreckliches durchleben mussten und vielleicht sogar berechtigten Hass auf wen auch immer haben. Ich persönlich kann mich aber trotzdem nicht dafür erwärmen, für Krieg, für die Tötung von Menschen zu werben oder Verständnis für irgendeine Form von Eskalation zu entwickeln. Egal welche. Gewalt erzeugt immer Gegengewalt. Diese Spirale dreht sich so lange, bis es irgendwann gar keine Rolle mehr spielt, wer wirklich den ersten Stein geschmissen hat – weil am Ende nur noch Hass regiert.

5 Responses

  1. Eines der wichtigsten Themen unserer Zeit ist der Umgang mit Gewalt die in einem selber hochkommen kann und die von Anderen ausgeht.

    Es ist nicht weniger, als die Frage, ob Menschen sich im Rahmen einer Zivilisation bewegen oder schon draußen sind.

    Die großen kriegerischen Konflikte sind zumeist von bestimmten Seiten erwünscht und können nur durch Berichte über Taten die nicht hingenommen werden können, möglich gemacht werden.
    Leider dient dazu schon immer eine hochempfindlich machende Propaganda, mit Meldungen wie dass Kindern die Hände abgehackt werden und ähnlichen Horror erzeugenden Berichten.
    Zudem ist ein schwelender Gewaltausbruch schlimmster Art immer zu entfachen, wenn bestimmte Grenzen der Gewaltanwendung schonmal überschritten wurden und die dadurch entstandenen Feinde schon existieren.

    Um diese Grenzen geht es im Wesentlichen, denn die Tatsache dass nur die grausamsten Berichte oder tatsächliche Vorkommnisse den Effekt des Hasses und der eigenen Gewalt erzeugen können, verrät ja schon dass diese überschritten werden müssen, um Menschen zu entmenschlichen, auf beiden Seiten.

    Bei einem Zweikampf zwischen Männern sollte es beispielsweise normal und üblich sein, sich nach einer Kampfhandlung mit Respekt sich wieder trennen zu können und dies kann nur erreicht werden, wenn beide sich an Mindeststandards halten, um die Würde/Ehre des Gegners nicht zu stark zu verletzen, auch bekannt als wahren des Gesichtes.

    Diese Mindeststandards sind zivilisatorisch zu nennen.
    Wer diese aushebelt und nicht anwendet, ist draußen.

    So gesehen müssen Menschen lernen dass man Informationen, die nicht geprüft werden können, niemals ein Gewicht einräumt, welches bei einem selber Vergeltung und Hass auslösen kann.

    Der noch schwierigere Teil ist der Umstand, wie man mit den Taten und Tätern umgeht, die alle Grenzen überschreiten und die ewig wichtige Frage ob gleiches wirklich mit gleichem zu vergelten sei?
    Einen Mörder mit Mord bestrafen, ist keine befriedende Lösung und bei näherer Betrachtung auch falsch.

    Aus meiner Sicht wäre es hilfreich, wenn die Gemeinschaft in der man lebt, unter allen Umständen zivilisatorisch handelt und sich diese Einstellung bewahrt.

    Dazu ist die Akzeptanz nötig, für den Grundsatz den alle anwenden wollen, weil sie ihn respektieren und für richtig empfinden:

    Füge niemandem Schaden zu, weder dir noch Anderen!

    Für das Tun von Anderen ist man nicht verantwortlich aber immer für das eigene.

  2. Die feigen, gelangweilten und Machtgierigen Globalisten und ihre korrupten Handlanger sowie der Mainstream beginnen Kriege um die Weltbevölkerung zu senken und sie gegeneinander aufzuhetzen, weil die Menschen begriffen haben was da abgeht. Gegen Waffen haben sie keine Chance! Der nächste Krieg steht schon vor der Tür! Tippe wieder auf den Balkan.