Nur die SPD!

Dankbarer Obdachloser im besten Corona-Deutschland aller Zeiten (Symbolbild:Imago)

Es war schon die dritte Attacke, und die war besonders heftig: Micha B. blutete und ihm fehlten drei Zähne. Minutenlang hatte die Truppe Jugendlicher mit ihren Markenturnschuhen auf ihn eingetreten und alles mit ihren teuren Handys aufgenommen. „Weiße Nazikartoffel” und „Rassist” hatten sie geschrien, laut gelacht und ihm die paar Euro gestohlen, die er sich zusammengebettelt hatte. Erst kürzlich waren sie mit ihren großen Familien in die eigens neugebauten, schmucken Reihenhäuser gegenüber eingezogen. „Naja, diese Lauser”, dachte sich Micha B.. „Sie haben halt viel Tagesfreizeit. Wir waren doch alle mal jung.

Zwei Monate hauste Micha B. nun schon unter der Brücke. Er sah recht übel aus in seinen zerrissenen Fetzen und dem langen, grauen Bart. Letzten Sonntag erst war Frau Müller von nebenan mit ihren drei fein herausgeputzten Kindern vor ihm aufgetaucht und hatte gesagt: „Seht ihr, Kinder, das wird aus euch, wenn ihr eure Hausaufgaben nicht ordentlich macht. Ein verlauster Versager. Wer nichts wird, wird Künstler oder Wirt.” Am Tag danach waren die Kinderchen allein da und bewarfen ihn mit Steinen.

Frau Müller war Lehrerin und wählte SPD. Sieben Monate war sie als Beamtin im bezahlten Urlaub gewesen, denn die Schulen hatten in der Krise ja geschlossen. Den Müllers ging es prächtig, denn auch Ehemann Knut Müller brachte als Finanzbeamter im mittleren Dienst ordentlich Kohle nach Hause. Er wählte die SPD nicht nur, sondern war sogar Parteimitglied.

Alles lief gut – bis das Virus kam

Ja, Micha B. war zeitlebens Gastronom gewesen. Jeden Tag hatte er jahraus, jahrein hinter dem Tresen seiner Kneipe gestanden. Er hatte sich dumm und dämlich geschuftet. Das „Zu den drei Möhren” war sein Ein und Alles. Sein Refugium. Sein Leben. Er hatte sich alles im Schweiße seines Angesichts aufgebaut und selbst eingerichtet. Bis hin zu den Holzvertäfelungen, die allem ein uriges, gemütliches Ambiente verliehen.

Der Laden lief gut. Bis das Virus kam. Alles dicht. Lockdown.

Zwei seiner Stammgäste, Kurt und Egon, nahmen sich in dieser Zeit das Leben. Erwin fand man verwest in seiner Wohnung. Das „Möhren” war sein einziger Anlaufpunkt gewesen. Micha B. kannte die Geschichte der meisten seiner Gäste.

Monate später durfte er wieder öffnen – aber nur bis 22 Uhr. Mit Abstand. Bedienung nur an Tischen. Registrierung der Personalien. Die Gäste tröpfelten nur spärlich. Der Umsatz blieb aus. Die Unkosten blieben. Dreimal führte das Gesundheitsamt Razzien durch und er zahlte jeweils tausend Euro Strafe, weil der einzige Gast im Laden keine Maske trug.

Dann kam 2G. Danach 2G+. Das gab ihm den Rest. Kurzum: Michael B. war pleite. Das war’s. Er musste schließen. Das Häuschen nicht abbezahlt, Schulden bis über beide Ohren. Seine Frau Erika („So kann ich nicht leben!”) schnappte sich die Kinder und zog zu ihren Eltern. Micha B. zog unter die Brücke. Tröstlich: Er war kein Einzelfall. So wie ihm erging es vielen Gastronomen, Einzelhändlern, Hoteliers – ja Gewerbetreibenden insgesamt. Auch vielen Künstlern. Die Zeiten waren eben so. Da konnte man nichts machen. Das Virus diktierte die Regeln.

Freudentränen für Karl Lauterbach

Im letzten September hatte es ja wieder Wahlen gegeben. Für Micha B. stand fest: Nur die SPD! Die Partei der kleinen fleißigen Leute. Also genau das richtige für Micha B.

Er selbst fand ja Karl Lauterbach am besten und hatte, als er noch eine Wohnung samt Fernseher besaß, keine Sendung von „Markus Lanz”, „Anne Will” oder „Maischberger” verpasst, in der der charismatische SPD-Gesundheitsexperte zu Gast war. Wie groß war sein Glücksgefühl, als seine SPD die Wahlen gewann und sein Karl Gesundheitsminister wurde. Micha B. schämte sich seiner Freudentränen nicht.

Karl Lauterbach machte als Gesundheitsminister den erwartet herausragenden Job. Das hatte Micha B. in einer vergilbten Tageszeitung gelesen, mit der er sich in den kalten Januar- und Februar-Nächten des anbrechenden Jahres 2022 zugedeckt hatte.

Konrad K., ein befreundeter Künstler, der drei Brücken weiter wohnte, fand die 2G- und 2G+-Regel hingegen suboptimal, da sie weitere Millionen Gewerbetreibende die Existenz kostete und in sich unlogisch sei, da auch Geimpfte das Virus übertragen, das inzwischen zudem harmloser wäre.

Die Politik hat alles richtig gemacht!

Es gab Streit. Micha B. verwahrte sich gegen diese unsolidarischen Schwurbeleien und Leugnungen – und als Konrad K. sich auch noch gegen die allgemeine Impfpflicht aussprach, war das Maß endgültig voll. Micha B. kündigte ihm die Freundschaft und meldete ihn bei der Polizei.

Micha B. fand, dass die Politik alles richtig gemacht und das Land sehr gut durch diese gefährliche Pandemie geführt hatte. Laut repräsentativen Umfragen sahen das schließlich fast alle Menschen im Lande so. Von ein paar verrückten Rechtsradikalen mal abgesehen, die montags durch die Straßen spazierten – was Micha B. extrem wütend machte, weshalb er sich den Gegenprotesten der Zivilgesellschaft anschloss.

Courage zeigen, weiter SPD wählen und mit aller Entschlossenheit den Kurs der Regierung unterstützen! Zufrieden strich sich Micha B. durch den langen, grauen Bart. Er hatte alles richtig gemacht. Und nur wenn er Kurs hielt und der solidarische Zusammenhalt stimmte, konnte es noch besser werden.

6 KOMMENTARE

  1. Eine herrliche Zuspitzung. Und diese gewollte Abhängigkeit vom Staat nannte der Großverbrecher Zbigniew Breszinzki „Tittytainment“. Übrigens erkennt man einen glücklichen Sklaven immer an der Wut, welche ihn befällt, wenn er den Schlüssel zur Freiheit angeboten bekommt.

  2. Bittere Satire, die zeigt, wie heruntergekommen und gespalten dieses Land und seine Gesellschaft sind.

  3. Das verachtende Menschenbild der SPD wird am besten durch die SPD-Funktionärin Elfriede Handrick deutlich:

    „SPD Elfie Handrick versteht Sorgen und Nöte der Bürger nicht Politik Politikerin“
    https://youtu.be/CyVADkJvg9I

    Ich wünschte mir, dass jeder SPD-Wähler dieses Video gesehen hätte.

  4. So geht Politik – da kann man Satire und Realität nicht immer auseinanderhalten.
    Heute bei uns in der Zeitung : in Mainz soll ein Super Helmholtz-Forschungszentrum über das altern entstehen. Ganz passend – da werden die mRNA-Versuche am Menschen gleich an der Quelle verarbeitet.
    Stand nicht dabei wo – aber ich tippe mal auf die „Goldquelle“.
    Wer will, kann ja mal mRNA und Zellverjüngung gurgeln – da weiß man doch, wozu die Gen-Therapie gut ist !
    Und heute in der TV-Werbung : der tolle Chip – wie er in Schweden gerade herauskommt : öffnet Türen, dient als Ausweis, Impfstatus-Doku, – alles drin – Totalüberwachung inklusive.

    Kurz – die Politik geht ihren Weg !

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