Sklaverei in Katar: 100 tote Bauarbeiter je WM-Tor

WM-Stadionbaustelle Lusail bei Doha/Katar (Foto:Imago)

Deutschlands Olympioniken durften sich nicht lange über ihren Medaillensegen freuen. Schon setzte wieder ein gleich doppelter Shitstorm durch die Medien ein – der derzeit nur durch die Geschehnisse in Ukraines Osten überlagert wird: Zum einen wurde erneut berechtigterweise kritisiert, wie man in einer staatsmonopolistischen Autokratie wie China, noch dazu in einer dermaßen unwirtlichen Gegend, unter immensem Energieeinsatz und riesigem Aufwand, eine Olympiade stattfinden lassen konnte (wie ich allerdings wiederholt darlegte, leiden die wirklich demokratischen Länder an innerer Auszehrung und werden immer weniger). Zum anderen wirft man China vor, wie es mit den muslimischen Uiguren umspringt; stellvertretend für diese Kritik etwa der „Deutschlandfunk”. Notiz am Rande: Erstaunlicherweise sind die Gängelung und regelrechte Verfolgung der christlichen Minderheit durch die chinesische Staatsführung für dieselben Medien kein Thema.

Anders als der olympische Zirkus in China werden die Stadien in Katar, dem Austragungsland der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft, ausnahmslos von Ausländern errichtet – und das zu Arbeitsbedingungen, die an die Sklavenhaltung finsterster Zeiten erinnert. Während der Errichtung der Sportpaläste für die Fußball-WM starben dort bislang insgesamt 15.000 Bauarbeiter. „Wer Fußball liebt, darf über die toten Arbeitsmigranten in Katar nicht schweigen. Die dort ausgetragene WM findet symbolisch auf deren Gräbern statt”, verkürzt der „Spiegel“ das Problem und artikuliert die seitens der Funktionäre fast völlig fehlende Empathie. Erschwerend kommt hinzu, dass die große Zahl an Opfern nicht etwa von Kapos erschlagen wurde oder von Gerüsten stürzte: Nein, sie verdursteten jämmerlich, kollabierten und starben an Herzversagen durch die schwere Arbeit in großer Hitze. Nicht einmal Einheimische hätten solchen Arbeitseinsätzen standgehalten – deshalb holten sie sich Arbeitsmigranten ins Land. Das hat am Persischen Golf Tradition – eine typisch islamische Tradition übrigens!

Sklaverei gehört untrennbar zum Islam

Die Stadien in Katar wurden und werden in moderner Sklavenarbeit hochgezogen. Samira El Ouassil schreibt im „Spiegel”: „Der Journalist Benjamin Best recherchierte für den WDR 2019 vor Ort und interviewte eine Reihe von Gastarbeitern. Viele sprachen über die erschütternden Bedingungen dieser organisierten Ausbeutung: nicht ausgezahlten Löhnen, Wasser und Brot, Massenunterkünften. Eines der häufigsten Probleme war der fehlende Zugang zu den Papieren, die sich im Besitz der Arbeitgeber befanden, sodass die Arbeitnehmer nicht in der Lage waren, das Projekt zu wechseln.” Mit dieser besonderen Art der Ausbeutung strebt Katar – wie auch die Emirate – auf einer „Überholspur ins Übermorgenland.” Deshalb werden beispielsweise keine Flüchtlinge ins Land gelassen, sondern ausschließlich Arbeitsmigranten, die ausgebeutet und verheizt werden. Diese „reguläre” Sklaverei gehört untrennbar zum Islam – bis in die Gegenwart.

Der Islam hat die Sklaverei in der Region seiner Entstehung als fest verankerte Institution vorgefunden und beibehalten. Mohammed und seine Zeitgenossen besaßen, erbeuteten, er-warben, verkauften und befreiten Sklaven oder benutzten Sklavinnen als Konkubinen. Über die Jahrhunderte waren der Sklavenhandel und die Sklavenarbeit wichtige Wirtschaftsfaktoren in der islamischen Welt. Sie wurde erst durch die kolonialistische Einflussnahme der europäischen Staaten, die sich ab dem frühen 19. Jahrhundert bemerkbar machte, schrittweise in den meisten muslimischen Staaten abgeschafft. Bis heute existieren aber in einzelnen, mehrheitlich islamischen Ländern, Sklaverei ähnliche Rechtsverhältnisse fort”, räumt sogar Wikipedia ein.

Institution bis in die Gegenwart

Der Versklavung durch Muslime im Mittelmeerraum – aber auch darüber hinaus bis nach England und Island – fielen zwischen 1530 und 1780 rund 1,25 Millionen Christen zum Opfer; die meisten gerieten in die Fänge der Maghreb-Piraten, etwa der „Barbareskenstaaten” Algier, Tunis und Tripolis. Die USA besiegten bis 1815 in zwei Barabeskenkriegen die Paschas der nordafrikanischen Piratenhochburgen, doch in Algier fand die Piraterie erst mit der Eroberung durch Frankreich 1830 ein Ende. Laut dem Historiker Egon Flaig übertrafen die Sklavenimporte der islamischen Welt jene des Römischen Reiches bei weitem – was dazu führte, dass „…die Versklavungsprozesse so angeheizt wurden, wie es bis dahin in der Weltgeschichte noch nie geschehen war.” Die systematische islamische Sklavenjagd endete erst durch militärisches Eingreifen und das Verbot der Kolonialmächte. In Deutsch-Ostafrika beendete Hermann von Wissmann 1895/96 militärisch die Versklavung der Afrikaner und damit den jahrhundertelangen Menschenhandel. „Aber in Gebieten, die dem Zugriff der Kolonialmächte entzogen blieben, gedieh der Sklavenhandel in der Illegalität; und die Sklavenrazzien der moslemischen Händler gingen bis in die 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts weiter”, so Flaig.

Im Osmanischen Reich wurde erst 1854/55 auf Druck der europäischen Großmächte ein Edikt zum Verbot des Sklavenhandels erlassen. Daraufhin kam es allerdings zu Protesten von Händlern im Hedschas-Gebirge im Westen Saudi-Arabiens, die das Verbot der Sklaverei sogleich als „anti-islamisch” verurteilten. Sklavenmärkte wie etwa jener in Sansibar, der vor allem die Emirate Arabiens belieferte und erst von den Briten geschlossen wurde, oder solche in Zentralasien hielten sich bis ins späte 19. Jahrhundert. Noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts berichteten Orientreisende über den Sklavenmarkt in Mekka. Saudi-Arabien schaffte die Sklaverei sogar erst 1963 offiziell ab.

„Wohltätigkeit” der anderen Art

Doch in der islamischen Welt gibt es noch heute verbreitet Sklaverei. Dazu gehören die im Sudan und andere, religiös oder nicht religiös begründeten Formen der Unfreiheit. Auch Dubai machte 2006 von sich reden, als in Miami (Florida) ein Prozess gegen Emir Scheich Muhammed bin Raschid Al Maktum wegen organisierter Sklaverei mit 30.000 in den letzten 30 Jahren versklavter Kinder geführt werden sollte. Ein französischer Anthropologe, der sich für einen aufgeklärten, liberalen Islam einsetzt, fordert nach seinen Reisen in islamische Länder, dass gerade für die Golfregion dringend detailliertere Forschungen zum Thema Menschenhandel anzustellen seien.

Die Sklaverei ist Teil des Islam” und „Sklaverei ist Teil des Dschihad, und der Dschihad wird so lange bleiben, wie es den Islam gibt”, postuliert der saudi-arabische Scheich Saleh ibn-Fawzan, der Hauptautor der islamischen Lehrpläne für rund 5 Millionen saudische Schüler und Studenten ist (übrigens auch in den saudi-arabischen Schulen weltweit). Auch der „Islamische Staat” (IS) sieht die Sklaverei wieder als alte muslimische Tradition und rechtfertigte sie im Fall der Gefangennahme eines Teils einer größeren nicht-islamischen Bevölkerungsgruppe grundsätzlich. Er legitimierte damit auch die brutale Versklavung jesidischer Frauen und Kinder auf dem Höhepunkt seiner Macht im Nordirak 2014 (die Männer wurden direkt ermordet, ebenso alle vorgefundenen Christen).

Mehrere Suren im Koran sind ein unverhohlener Freibrief oder gar klare Anleitung zur Sklaverei. Hochrangige muslimische Rechtsgelehrte lesen noch heute „Wohltätigkeit der anderen Art” aus ihm heraus: Wenn jemand einen Muslim getötet hat, ist zur Strafe ein Sklave freizulassen. Dies erfordert jedoch zwei gegensätzliche Taten: Zuerst jemanden versklaven, dann jemand anderen umbringen, um den Sklaven wieder freizulassen. Wenn die Bezeichnung „Querdenker” wirklich auf jemanden zutrifft, dann auf Muhammad mit seinem Koran – und auf die Islamgelehrten von heute.

Bei uns bauen Osteuropäer für muslimische Zuwanderer

In Deutschland haben wir zwar keine Sklaverei; aber bei uns schuften über 21.000 angemeldete Arbeiter aus Osteuropa im Tiefbau, Hochbau und im Bau-Nebengewerbe: Polen, Bulgaren und Rumänen bauen, was das Zeug hält, Häuser und Straßen – übrigens vor allem für Neuzuwanderer aus Vorderasien und Afrika, denn die einheimische Bevölkerung wächst längst nicht mehr. Und damit den Bauarbeitern nicht das Werkzeug aus der Hand rutscht, bekommen einige von ihren Kapos klebriges Harz. Auch die drei Viertel Muslime unter den Flüchtlingen und Asylbewerbern, für die die (christlichen) Osteuropäer den Buckel krumm machen, bekommen Harz – aber ein anderes: sie kleben am Hartz IV. Bezahlt wird das alles jedenfalls von uns, die man im Falle islamischer Vorherrschaft „Dhimmis” nennen würde – „Schutzbefohlene“ oder besser: „Schutzgeldpflichtige”, von denen die „Dschizya“ erhoben werden darf – eine Art Kopfsteuer oder Tribut der Ungläubigen an die muslimischen Herrenmenschen.

Bei alledem stellt sich doch die Frage: Ja, ist denn schon Islam??? Wie ist es sonst zu erklären, dass -zigtausende Ausländer (zu oft auch unter sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen) für hunderttausende andere Ausländer auf dem Bau malochen müssen – und das nicht etwa im Ausland, sondern hier bei uns? Vielleicht denkt ja der eine oder andere einmal darüber nach, wenn in Katars Hitze die ersten Tore fallen werden – samt Fußballspielern. Wenn 150 Tore geschossen werden, steht es immer noch 1:100 – je Fußballtor einhundert tote Arbeitssklaven, die diese WM in Tausendundeiner Nacht ermöglicht haben.

 

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1 Kommentar

  1. Das war alles vorher bekannt. Ausnahmslos. Und unsere Politiker, Sportler und Verbände haben bewusst weggeschaut. Egal wie oft darauf hingewiesen wurde.

    Keiner von denen ist unschuldig bei diesen Verbrechen, die in diesem Land und bei dieser Gelegenheit begangen wurden. Es ging den Beteiligten einzig und allein um’s Geld.

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