Donnerstag, 20. Juni 2024
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Trans-Haustiere: Des Pudels Kern ist ein Kater

Trans-Haustiere: Des Pudels Kern ist ein Kater

Hinfort mit der bei Geburt zugewiesenen Spezies – volle Selbstbestimmung für Haustiere! (Foto:Pixabay)

Kürzlich wurde mein Rechtsanwalt, einer meiner jahrelangen Wegbegleiter und langjährigen Freunde, zutiefst erschüttert: Sein langjähriger treuer Kamerad, sein Riesenpudel, musste nach mehr als vierzehn gemeinsamen, glücklichen Jahren von seinen monatelangen gesundheitlichen Leiden erlöst werden. Nach einiger Zeit des Trauerns entschloss sich mein Bekannter nun vor kurzem, einen neuen Welpen – diesmal einen Königspudel – in seine Familie aufzunehmen. Kaum angekommen, zeigte der Welpe jedoch einige sehr deutliche Signale, dass er sich nicht als Vertreter der Spezies “Hund“ sieht, sondern wohl eher als Katze, also genauer gesagt: als “Kater”. So macht er gerne einen Buckel und versucht beständig, auf irgendwelche Bäume zu klettern.

Mein Rechtsanwalt, dem bei Gericht die Gegenseite zumeist mit einer Mischung aus penetrantem Unbehagen bis hin zur nackten Angst begegnet, hat nun die Signale seines Katers deutlich erkannt: Auf Basis der bisherigen Rechtsprechung bezüglich der Strafbarkeit der Benutzung von sogenannten “dead names“ (die dann greift, wenn ein Mensch sich entscheidet, sein Geschlecht neu zu definieren, von seiner Umgebung jedoch stur weiter mit seinem alten Namen angeredet wird) entwickelte mein Rechtsanwalt nun Musterklagen. Diese Klagen sollen künftig “bösartige“ Zeitgenossen wie etwa diese jene alten Damen in Stadtparks in ihre Schranken weisen, die in seinem Hund partout weiterhin einen Hund und keine Katze erkennen wollen. Oder Menschen zu disziplinieren, die in ihrem Drang, hilflose Welpen mit Worten anzusprechen wie “Ach! Was bist Du für ein niedlicher kleiner Wauwau!“, Transhunde wie den Königsdackel meines Freundes ganz offen in ihrem Katerdasein diskriminieren.

Tiere müssen ihre Spezies selbst definieren dürfen!

Im Rahmen seines Einsatzes für seinen Kater für das Recht zu kämpfen, dass alle Tiere ihre Artzugehörigkeit künftig selbst bestimmen dürfen (“Auch Füchse haben ein Recht darauf, sich selbst als Hühner zu definieren!”), hat mein Anwalt nun einige gleichgesinnte Menschen um sich geschart, mit denen er gerade dabei ist, einen Selbsthilfeverein zu gründen. Dieser Verein wird wohl künftig den Namen “I.D.I.O.T.E.N.S.“ ( “Idealistische Dauerinitiative irrealer Ordnung – zum Tierwohl einer neuen Selbstbestimmung“) tragen. Dort traf er auch auf den Schlangenbesitzer, der sich rechtlich Unterstützung vom künftigen Verein erhofft bei der freien Entscheidung seiner Schlangen, sich als Fische fühlen zu dürfen, der er durch Flutung ihres Terrariums mit Wasser Respekt zollen möchte, und zwar ohne dass ihm kaltherzige, diskriminierende Behördenvertreter, die nur vorgeblich dem Tierschutz dienen, juristisch oder gar mit brutaler Gewalt dazwischengrätschen. Oder da gibt es auch den Papageienbesitzer, dessen Papageienpärchen sich als Walross definiert, weshalb er ihnen künftig Sandklaffmuscheln und Korallen zum Fressen anbieten möchte – was derzeit leider ebenfalls noch Probleme mit dem ignoranten “Tierschutz“ aufwirft.

Ich finde, dass jedes Tier das Recht haben sollte, sich seine Spezies selbst auszuwählen! Die Gattung, in die die armen Tiere ungefragt hineingeboren wurden, sollte deshalb fortan als “dead species“ bezeichnet werden! Und wer künftig dann ein Tier noch mit dessen “dead species“ anredet, der muss von dieser Unsitte, ja ekelerregenden Diskriminierung konsequent und mit empfindlichsten Strafen kuriert werden! Was bin ich froh, dass wir Menschen – zumindest innerhalb unserer Spezies – da bereits die Nase vorn haben! Immerhin sind wir ja auch nicht umsonst, laut Bibel, die “Krone der Schöpfung“.

12 Responses

  1. So, nun muss ich mich aber ganz dringend sehr fürsorglich um meinen heterosexuellen männlichen cis-Schäferhund kümmern, weil er sich derzeit aus unerfindliche Gründe plötzlich als bisexuelle Pudeldame fühlt, die aber vorzugsweise nur auf non-binäre Zwergdackel steht. Aber die flotte Windhundlady von der Nachbarin wird ihm diese absonderliche, vermutlich aus seiner Midlifecrisis resultierende Verirrung bestimmt wieder austreiben.

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  2. Ich habe eine “Transkatze”, einen Kater, der ständig das rollige Weibchen spielt und auch sonst schon immer eher wie eine Katze aussah (dreieckiges Gesichtchen) und auch vom Charakter her eher weiblich ist.

    Ansonsten vielen Dank für diesen amüsanten Artikel. Diese Welt kann man seit 3 Jahren nur noch mit Humor ertragen.

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  3. Es ist sooooo langweilig! 🥱 Sollte ich ein Huhn jemals als einen Gockel einen Hühnerhaufen anführen sehen, drehe ich ihn, selbst als Tierfreund, eigenhändig den Kragen um! Sende diesen dann der fetten, oder dem
    fetten Ricardo Lang zu.

  4. p.s.: Der nächste juristische Schritt meines freundes wird wohl sein, dass er bei seinem Trans-Kater die Zahlung der Hundesteuer einstellt. Mal sehen, wie diskriminierend und verstörend unwoke die Behörden darauf reagieren werden….

    1. @ Dietrich Quintilian
      zitat
      ” dass er bei seinem Trans-Kater die Zahlung der Hundesteuer einstellt. Mal sehen, wie diskriminierend und verstörend unwoke die Behörden darauf reagieren werden….”

      Ich mach das jetzt bei meinem TRANS HUND !!

      Lach mich Schepp, auf der Gemeinde !!!!

  5. Zu Lebzeiten identifizierte sich ein Hahn als Bulle. Doch als McDonalds den McChicken als BIg Mac verkaufte, gab es richtig viel Ärger. Aber da war es dem Hahn schon egal.