Freitag, 19. Juli 2024
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Trans in der Tram: Kulturkampf in der Straßenbahn

Trans in der Tram: Kulturkampf in der Straßenbahn

BVG-Straßenbahn in der Prenzlauer Allee in Berlin: Wer oder was hier die Durchsagen spricht, ist den Fahrgästen reichlich wurscht (Foto:Imago)

Rechte sind Monster – jedenfalls in den Augen der meisten Medien: Selbstverständlich wird die Stimme einer Transfrau, die in der Berliner Straßenbahn die nächste Haltestelle “Kurfürstendamm” ansagt, sofortige Randale auslösen, sollten sich Fahrgäste darin befinden, die nicht Rot-Grün wählen! Dem Anfall transphober Wut fallen als erstes die Lautsprecher zum Opfer, aus dem die androgyne Stimme erklingt. Da wird der Rechte oder Konservative zum Berserker – so lange, bis nur noch nackte Kabel aus der Wandverkleidung hängen! Anschließend setzt sich der Mob nach vorn in Bewegung, weil er das Objekt des Hasses in der Fahrerkabine vermutet! Denn wir Andersdenkenden – auch das wissen die “Guten” – sind alle ein bisschen dumm. Doch nachdem keine winzig kleine Transfrau in der Lautsprecheranlage gefunden wurde, muss sie wohl vorn sitzen und die Stationen von einem Zettel ablesen: “Der Ausstieg befindet sich links!” Mit Mistgabeln und Fackeln, welche “Rechte” stets bei sich tragen, setzt die Horde sodann zum Überfall an. So jedenfalls stellt sich das unsere Durchschnittsjournalistin vor:

(Screenshot:Twitter)

Bisher glaubte ich, die Menschen, welche die Aufnahmen für automatische Ansagen einsprechen, würden nach dem angenehmen Klang ihrer Stimme und einer deutlichen Aussprache ausgesucht – nicht nach ihrer sexuellen Identität. In den Aufzügen des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs bittet etwa Christine Mühlenhof höflich darum, die Türen freizugeben. Ihre etwas melancholische Stimme lieh sie bereits dem Bordcomputer “CORA” aus den Mark-Brandis-Hörspielen; das wertete die Bahnhofsaufzüge in meiner Vorstellung ungeheuer auf. Es riecht darin zwar noch immer unappetitlich – aber immerhin mit dem Flair des Raumschiffs, mit dem die Helden meiner Jugendzeit flogen.

In Berlin jedenfalls hat man sich nun für eine Transfrau als Sprecherin entschieden und ist ganz furchtbar stolz darauf. Eigentlich könnte und müsste einem dieser Umstand ganz schnurzpiepegal sein, so lange man bei ihrer Ansage deutlich erfährt, ob man bereits aussteigen muss oder noch ein wenig sitzen bleiben darf. Aber anstatt die männliche Dame einfach einzustellen und sie ihre Arbeit tun zu lassen, macht die BVG daraus – wie in solchen Fällen üblich – ein Festival der Toleranz: Der Fang wird stolz präsentiert. Die erste Transfrau auf der internationalen Raumstation? Das wäre eventuell eine Meldung wert. Aber im ÖPNV? Üblicherweise kennen wir die emsigen Sprecher in Bus und Bahn gar nicht beim Namen. Hätte Christine Mühlenhof nicht diesen speziellen Unterton in der Stimme, würde sogar sie mir im Aufzug gar nicht auffallen.

Als Vorführobjekt benutzt

Philippa Jarke, so der Name der neuen BVG-Ansagenstimme mit Transidentität, wirkte nicht unglücklich über die Aufmerksamkeit. Ob sie sich darüber im Klaren ist, dass sie gerade als Vorführobjekt benutzt wurde? Klar: Die meisten Menschen sagen sicher nicht “Nein!” zu fünf Minuten Berühmtheit im Interview. Doch in diesem und in ähnlichen Fällen geht es ja gar nicht um irgendein echtes Interesse am Leben der Befragten. Es geht um die Selbstdarstellung einer ideologietriefenden Organisation. Immer schön dem Trend folgen! Zur Genüge kennen wir diesen Gratismut von internationalen Konzernen, die im Westen die Regenbogenfahne im Logo führen, aber in muslimischen Ländern nicht. Während hierzulande jeder als “transphob” bezeichnet wird, der biologische Tatsachen benennt, knickt man im Sinne des Profits sehr schnell ein, wenn der Geschäftspartner brüskiert sein könnte. Wenn es das Geschäft in Europa belebt, dann nickt man eben auch die These ab, dass Männer schwanger werden könnten. Die Aktivisten freuen sich darüber ein Loch in den Bauch, stimmen Triumphgeheul an – und übersehen dabei, wie rasch man die Unterstützung für sie einstellt, sobald ein bisschen Gegenwind von den weniger Toleranten mit dickem Geldbeutel herannaht.

Unübersehbar ist natürlich auch der Wille zur Provokation. Damit verraten die Aktivisten allerdings weit mehr über sich selbst als über ihren Gegner: Weil wir nicht wollen, dass halbnackte Fetischisten vor Kindern posieren, müssen wir natürlich generell voller Hass auf Transmenschen sein! Auf die Idee, die Grenzen anderer Gruppen als der ihren zu respektieren, kommen Transaktivisten gar nicht – also auf das, was man gemeinhin einen gesellschaftlichen Kompromiss nennt. So verhält es sich auch bei anderen politischen Streitpunkten: Da wird einfach vorausgesetzt, es müsse jeden AfD-Wähler ärgern, wenn ein arabischer Jugendlicher ein tolles Abitur macht. Warum sollte es das? Der Ärger entsteht durch diejenigen, die keinerlei Anstalten unternehmen, sich aus eigenem Antrieb zu integrieren. Dann werde ich tatsächlich wütend, weil diese Jugendlichen trotz wiederholten Fehlverhaltens eine Chance nach der anderen erhalten – auf Kosten ihrer Umwelt.

Ständiges Vertauschen von Ursache und Wirkung

Es ist ein ständiges Vertauschen von Ursache und Wirkung: Die negativen Beispiele erregen Protest, aber nicht die positiven. Und leider kippt die Waage in den letzten Jahren zumeist in die negative Richtung. Ein aktuelles Beispiel ist die jüngste Razzia in Duisburg, bei der es um illegal bezogenes Kindergeld in bestimmten Migrantenkreisen ging. Der Duisburger Oberbürgermeister – ein SPD-Mann – hatte schon vor Jahren auf diesen Missstand hingewiesen – und wurde prompt zum “Nazi” erklärt. Das war natürlich vorherzusehen, aber ebenso konnten Realisten damals schon erkennen, wie sehr das Problem ausufern würde. Jetzt ließ es sich nicht mehr unter den Teppich kehren – und wird umso schwerer in den Griff zu bekommen sein.

Kritik als Hass und Hetze darzustellen, funktioniert nur noch innerhalb der eigenen Blase. Wenn Transaktivisten ihre Forderungen überziehen, Rassismusvorwürfe mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachzuvollziehen und Sozialbetrüger allzu dreist sind, dann platzt die woke Blase. Mit geht es da sicher wie den meisten: Wenn ich mich in der Straßenbahn nicht mehr sicher fühlen kann, dann ist mir herzlich egal, wer die Lautsprecherdurchsage macht. Vielleicht sollten sich die Berliner Verkehrsbetriebe einmal überlegen, was die wirklichen Bedürfnisse ihrer Fahrgäste sind: Wohlbehalten an ihrem Ziel anzukommen und unterwegs in Ruhe gelassen zu werden.

7 Responses

  1. Ich weiß jetzt auch endlich, was “Transatlantiker” bedeutet!

    Das sind Transen, die im falschen Land geboren wurden!

    Eigentlich sind das Deutsche, aber sie wären viel lieber Amerikaner.

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  2. geht doch wie geplant… integration klappt bestens… wenn ihr einfach zu hause bleibt

    Jeder dritte Hamburger traut sich nachts kaum noch vor die Tür

    Seit Juni gibt es eine Umfrage zum Sicherheitsgefühl der Deutschen. Mit gutem Grund, denn die enthaltenen Nachrichten sind keine guten, wie das Beispiel Hamburg zeigt: Etwa die Hälfte der Hamburger fühlt sich im ÖPNV nicht mehr sicher. 60 Prozent der Frauen trauen sich nachts nicht alleine auf die Straße. SkiD – das bedeutet „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ und ist eine repräsentative Umfrage, die vom Bundeskriminalamt in Auftrag gegeben wurde und inzwischen ohne viel mediale Aufmerksamkeit veröffentlicht wurde. Es geht dabei um die sogenannte Dunkelfeldforschung, die Befragung soll also ein vollständigeres Bild der Kriminalität in Deutschland erlauben, als es die polizeilichen Kriminalstatistiken bieten. Erfasst wurde die „Wohnbevölkerung ab 16 Jahren“. Als Sprachen standen Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung. Weiterlesen auf Tichys Einblick.de
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  3. 1. Mit unverstelltem Blick betrachtet

    2. faktenbezogen mit gesunder Denkkraft eigenverantwortlich reflektiert,

    3. mit erfrischenden Kopfbildern angenehm in Worte gegossen,

    4. und lebenspraktisch resümiert.

    Von mir … 100 Punkte in der A und B Note
    😉

    Danke für diesen Artikel, der mir einging, als genösse ich ein Glas mit frisch gepresstem Trauben-Saft 🙂

  4. So ein Quatsch, als ob das neu wäre, dass eine soziale Randgruppe in der Berliner U-Bahn eine Ansage macht.
    Wir erinnern uns immer noch gerne an die Ansage von Kleistpark, Eisenacher Strasse.
    Wenn man den Zapper hörte, lächelte die ganze U-Bahn. Falls er es lesen sollte: you made my day, und das ganz oft.

  5. Diese Gendertuenneskes mochte als Kinder schon niemand , daher laeuten sie bis ins hohe Alter immer hysterischer nach Aufmerksamkeit . Es sind in meinen Augen Opfer , die ihr infantiles Verhalten nicht mehr reflektieren koennen .