Freitag, 24. Mai 2024
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Urbanes Elend: Das Übel wohnt in den Städten

Urbanes Elend: Das Übel wohnt in den Städten

Luxuslinke Szene-Blasen in der Hauptstadt: Was hier ausgeheckt wird, muss das Land ausbaden (Symbolbild:Imago)

Nach den Regionalwahlen in Bayern und Hessen zeigt sich die Zerrissenheit der Republik. Eine der Ursachen wird aber stets ausgeblendet: Politik entsteht in den Städten, Metropolen sind Hort und Sitz der politischen Parteizentralen; auch ihre Stichwortgeber – NGOs, Think-Tanks, Strippenzieher – sitzen in den Ballungsräumen und “gestalten” so nicht nur die Politik mit, sondern auch deren Umgebung und angrenzendes Milieu. George Soros mit seiner zwielichtigen Open Society Foundation (die sich nun, nach getaner Arbeit, weitgehend aus Europa zurückziehen will) sitzt in Berlin, genauso wie die Konrad-Adenauer-Stiftung. Letztere meldet aus der Klingelhöferstraße 23: „SPD und Grüne erzielen in urbanen Gebieten höhere Wahlergebnisse als die Unionsparteien. SPD und Grüne sind vor allem in Großstädten besonders erfolgreich. Rechtspopulistische Einstellungen sinken mit zunehmendem Urbanisierungsgrad.

Der zunehmende Verblödungsgrad deutscher Staatspolitik hat genau hier seinen Ursprung: In einer bodenlos entwurzelten Binnenentwicklung deutscher Städte. Um das genauer zu verstehen, muss man eine Zeitreise unternehmen. Denn in Deutschland sind Zeit und Raum quasi quer übereinander gestapelt, ist geistige Verwirrung seiner Anwohner daher durchaus verständlich. Denn der kleine Adam und die kleine Eva sind mit eigenen Analysen großer machtpolitischer und entsprechender strategischer und sonstiger Meta-Ebenen der Entwicklung einfach überfordert. Dieses sagte der großartige Publizist Günter Gaus, einst erster und danach einziger „Botschafter“ der BRD in der DDR, im damaligen Ost-Berlin. Der ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur Gaus dürfte sich heute wütend im Grabe drehen, angesichts des wöchentlich herausgeschissenen „Relotius-Klopapiers“ aus der hanseatischen Metropole Hamburg. Gaus hatte seinerzeit die vielbeachtete These von der deutschen „Nischengesellschaft“ in Umlauf gebracht und damit des Pudels Kern getroffen: Die Deutschen sind mentale „Verkriecher“, vor der Realität gern flüchtende Höhlenbewohner – wobei zwischen den Laubenpiepern mit ihren begrillten Schrebergärten und den kiffenden Zottelwesen der Roten Flora in Hamburg oder den besetzten Häusern, samt angrenzender Höhlen-Wohngemeinschaften, in Leipzig oder Berlin, nur die Ansichten des Politischen differieren – in der Höhle und vorm heimischen Lagerfeuer ist es beiden dort doch am schönsten. Deutsche bauen sich Nester mit Zäunen.

Schwer zu verstehen

Der daraus resultierende Widerspruch zu Alltag und Leben und klarem Bewusstsein ist gigantisch – und typisch deutsch. Denn ausgerechnet in den Städten hat sich unter merkwürdigen Vorzeichen eine Arroganz der Abschottung breit gemacht, ein Wohlfühlklima in Weltretterblase, eine Heimeligkeit in linken Milieus mit Dritte-Welt-Läden und Dritte-Welt-Anwohnern. Deutschland ist dennoch Provinz. Weltoffenheit ist eine Halluzination, Gemeinschaft gibt es nur mit eng Gleichgesinnten, Abschottung samt Übergriff gegen andere Milieus ist normal. Tradition aber, die ist verdächtig, allenfalls als folkloristische Dekoration zugelassen. Sie verstehen nun nur noch Bahnhof? Auch normal. Dieses Land ist eben auch nur noch schwer zu verstehen.

Exkurs zurück ins West-Berlin der 1970er und 1980er Jahre: Zuerst besuchte ich dort meine ältere Schwester gerne in der „Mauerstadt“, die dort von Hamburg aus einen Studienplatz gefunden hatte. Später zog der kleine Bruder hinterher, als auch ich einen Studienplatz in „Rest-Berlin“ bekommen hatte. Der Hamburger Seemannssohn hatte das Glück gehabt, irgendwie quasi schon mit der Muttermilch bodenständig beeinflusst zu sein und auch später blieb mir das Interesse an echten, authentischen Milieus vollkommen erhalten (ich schrieb einst das Buch „Das Herz von St. Pauli“). Insofern wurde ich ein untypischer Großstädter, der sich alsbald eher heimatlos vorkam. Einmal im damaligen West-Berlin angekommen, fühlte ich mich von Beginn an fremd. Zugereiste prägten schon damals die Szene, imitierten aufgesetzt die Berliner „Schnauze, wa!“ – und wirkten auf mich eher lächerlich. Ich blieb Hamborger Jung und änderte meinen Küsten-Slang (bis heute) nicht. Das führte zu erstaunlichen Begegnungen. Einige der sich von der Szene der zugereisten Angeber still abgrenzenden Ureinwohner Berlins, mit entsprechenden familiären Lebensläufen, bemerkten meine authentische Haltung, was ihnen gefiel, und wir wurden teils Freunde. Sie kritisierten das sich in der Stadt ausbreitende Zugereisten-Milieu der Besserwisser und – leider bedingt durch 1968 – auch deren radikale politische Dominanz. Vor allem das APO-Milieu an den Universitäten eroberte von dort aus die ganze Stadt – und das alte Zille-Milieu verschwand weitgehend. Das alte Molle-und-Korn-Berlin steht fast nur noch im Museum.

Brabbelnde Kollektive im Gleichschritt

Bernd Feuerhelm, legendärer Wirt des R’n’R-„Harlekin“, wo Fassbender sich die Jukeboxen für Filme auslieh und David Bowie nach der Privatadresse von Romy Haag fragte, wurde ein guter Kumpel. Schon bald lachten wir beide über die vorlaute und spießige Akademiker-Linke, über linke Zugereiste und über jämmerlich herum bettelnde Anarcho-Punks, die keine Zierde des edlen Rock’n’Roll mehr waren. Eines Nachts fuhren wir an den Rand der geteilten Stadt Berlin. Wir ruckelten mit dem PKW über einen alten Pfad auf Kopfsteinpflaster – bis die Strasse mitten im “Schutzwall“ der Ost-SED-Antifaschisten endete. Die Mauer war direkt über die Strasse hinweg gebaut worden. Bernd zeigte direkt auf Mauer und Stacheldraht und sagte „Da drüben hat meine Oma gewohnt, da sind wir hier als Kinder immer rüber“ – dabei rann ihm eine Träne über die Wange, und ich war geschockt und sprachlos. Als Jahre später die immer lauter und einflußreicher werdenden Linken – auch in Westdeutschland – für Anerkennung der DDR warben und viele offen mit Honeckers Linksfaschismus sympathisierten, war mir klar, was das mit städtisch gewandelten Milieus zu tun hatte. Links ist dort, wo Wurzeln herausgerissen werden und am Ende keine Hoffnung mehr blüht, weil brabbelnde Kollektive im Gleichschritt alles zertrampeln, was einst echt und ehrlich war (zum Verständnis: nationale Sozialisten sind insofern ebenso Brüder im Geiste, wie eben alle Gleichschalter Trampeltiere sind).

Got the Message?! In unseren Nachkriegsstädten fand eine vornehmlich linksarrogante Urbanisierung statt, entwickelten sich ökoalternativgrüne Metropolen und wurde ein Innenraum geformt, der meistens an der Stadtgrenze endet. Diese Städter sind die neuen Provinzialisten. Besonders schlimm trifft dieses natürlich alte Orte wie Berlin, wo man alles Alte ideologisch verunglimpfte und nach Wende und in der Gegenwart massenweise kulturfremde Asylanten zu Dauergästen machte – was als kosmopolitisch gilt, ist in Wahrheit der schräge Blues linker Höhlenbewohner, die sich ihre Stadt zwar aufblasen, aber im denkbar kleinsten Aktionsradius leben wollen. Für den Urbanlinken in Berlin ist die Spreestadt die gesamte Welt, also keine Tradition aber ein Miteinander des Eines-in-Allem, also Leben mit Menschen aller Nationen und mit mindestens 70 Geschlechtern. Ein Irrenhausparadies.

Linke bauen am Ende immer Mauern

Deshalb braucht es auch keine Autobahnen außerhalb der Städte mehr und in Hamburg fordern bereits Grüne Jugend und Jusos das “15-Minuten”-Areal für Jeden, eine Abtrennung aller Stadtviertel voneinander, einen künstlichen Mikrokosmos mit Fahrrad in kleinster Einfalt. Linke bauen am Ende immer Mauern. Natürlich ist das alles irre und schwer zu verstehen. Es ist eben so, wie unsere Außenministerin in China, eine vorlaute, ungebildete Göre, die niemals erwachsen wurde, aus ihrem Linksmilieu heraus den Chinesen die Welt, die Wahrheit und den weiteren Weg erklären will. Das probiert sie auch anderswo, nirgends mit Erfolg. Deutschland kann daher niemand mehr ernst nehmen. Wie auch. Wo leben die eigentlich, dürften sich viele, auch in Europa, zunehmend fragen. Antwort: In den Städten, auch wenn sie selbst mal vom Dorf kamen. Denn viele, die über Jahre in die Metropolen aus deutschen Landen einwanderten, gehören zu den großen Lästerern über angebliche Provinz und politisches Hinterwäldlertum im ländlichen Raum. Diese Arroganz regiert in Berlin und macht Politik gegen Land und Leute. Olaf “Besserwessi” Scholz ist dafür der passende Darsteller des ganz großen Nichts. Des Scholzens neue Kleider. Der Mann ist ja nackt, rufen die Kinder. Sei still, Kind, antwortet dessen Mutter, der arme Mann ist ein alter Sozi aus einer Großstadt! Das Kind weinte und wandte sich ab.

Ein letzter Gruß an dieser Stelle aus den Weinbergen der Ortenau. Was bin ich froh, dass ich in den Schwarzwald und aufs Dorf ausgewandert bin! Von hier aus sehen die Wahlergebnisse aus den Städten wie Nachrichten von anderen Sternen aus. Die Stadt, im einstigen Sinne, ist hierzulande nur noch verblassende Erinnerung.

10 Antworten

  1. Warum singen die Leute eigentlich immer ein so übertriebenes Loblied auf die Provinzen?? Glaubt Ihr, auf dem Land draußen ist wirklich alles noch Idylle und heile Welt?? Die Provinz: Mafia-hafte Inzuchstrukturen, man findet sein Leben lang keinen Anschluss, anonym bleibt man trotzdem nicht, Kleingeistigkeit und Hinterwäldlertum, Zugezogene werden schneller rausgeekelt als afrikanische Kriminelle oder muslimische Gefährder. Die Probleme in Sachen Asyl und Verdummung sind inzwischen genau die selben wie in der Stadt. Man kriegt die Menschen aus dem Dorf – aber nicht das Dorf aus den Menschen. Fällt die Stadt, wird die Provinz spielend niedergemäht.

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  2. An diesen Wahlergebnissen in den Städten ist gar nichts schwer zu verstehen. Die (Groß)Städte sind voll vom Parasitentum, also irgendwo zwischen Hartz IV, Studenten und Staatsangestellten, diese wählen entsprechend jene, die ihnen mehr versprechen. Auf dem Land gibt es weniger dieser Leute, im Verhältnis zum Rest an Leuten, allein daher schon ganz anderes Wahlverhalten = Wahlergebnisse. Was außerdem so gar keine Neuheit ist, sondern seit Jahrzehnten bekannt ist. Weshalb Leute mit minimalem Verständnis (auch bei diesem Thema) euch ständig sagen, warum eure Lösungsansätze (“A”fD / nächste Wahl / auf den Verstand der Leute setzen) nicht funktionieren werden (auch an dieser Stelle nicht funktionieren).

  3. Honecker kann gar keinen Linksfaschismus etabliert haben, denn Faschismus ist die höchste Entwicklungsstufe des Kapitalismus.
    Immer dieses dümmliche DDR Bashing auf diesen so lesenswerten Seiten.

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  4. Diese Herrschaften sind die tatsächlichen Globalisierungsverlierer. Ein Bergbau-Ingenieur aus Sachsen kann in Südafrika ebenso arbeiten wie in Australien oder Brasilien. Aber all diese Young-Global-Leader können nichts weiter als … ja was eigentlich ? Sie spüren, dass sie nichts können und auf Zuwendungen aus dubiosen Quellen angewiesen sind. Aus diesem Defizit entwickeln sie diesen Hass auf ihre eigene Herkunft, deren Anblick ihnen wie ein ständiger Vorwurf erscheinen muss, dass sie nichts können … im Gegensatz zu dem Bergbau-Ingenieur aus Sachsen.

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  5. “In unseren Nachkriegsstädten fand eine vornehmlich linksarrogante Urbanisierung statt, entwickelten sich ökoalternativgrüne Metropolen und wurde ein Innenraum geformt, der meistens an der Stadtgrenze endet. ”

    Schade in vielen Punkten irrt der Autor. DIese neue Lifestyle-linke entstand anders. Frau Wagenknecht, die selbst eine radikale Gegnerin des ökogrünlinken-Milieus ist, sie hat es in eines ihrer Bücher vor ein paar Jahren sehr gut beschrieben.
    In diesem Artikel wird das zwar nicht beschrieben, aber das passt zum Thema. Frau Wagenknecht hat es dafür in eines ihrer Bücher sehr gut udn detailreich beschrieben:
    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_89811586/sahra-wagenknecht-lifestyle-linke-leben-in-einer-anderen-welt.html

    “Besonders schlimm trifft dieses natürlich alte Orte wie Berlin, wo man alles Alte ideologisch verunglimpfte und nach Wende und in der Gegenwart massenweise kulturfremde Asylanten zu Dauergästen machte”

    Die Öffnung der Grenzen für alle Migranten udn Asylanten der Welt haben nicht die Linken zu verantworten:

    Offene Grenzen:Das Märchen von der linken Weltoffenheit
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/offene-grenzen-das-maerchen-von-der-linken-weltoffenheit-1.3381764

    “Die Forderung nach offenen Grenzen steht nicht in der linken Tradition, sondern in der liberalen. Nur wissen es die wenigsten Linken heute noch.”

    Auch das Thema Globalismus und Globalisierung. Ursprünglich waren die Linken Alt-Sozialisten radikale Gegner der Globalisierung. Ich weiß noch, wie Ende der 1990-er udn Anfang der 2000-er viele linke Gruppierungen zu Massendemos gegen Globalisierung udn gegen Globalismus mobiliserten.
    Übrigens die PDS (Vorgängerpartei der Linke) war Ende der 1990-er gegen die europäische Währungsunion , also gegen die Einführung des Euros. Und die PDS hatte damals zusammen mit vielen namhaften westlichen deutschen Ökonomen gegen dieses irrsinnige Projekt Euro protestiert! Die PDS hatte damals schon viele Probleme in EUrtopa exakt richtig vorhergesehen, die wir später durch die Eurokrise in Griechenland in den 2010-er Jahren hatten.
    Aber die PDS/Linke hat mittlerweile fast alle ihre Ideale verraten und ist heute doch eine andere Partei, die innerlich heute total zerstritten ist.

  6. Ein wirklich guter Artikel, der es aber so etwas von auf den woken Punkt trifft. Danke für diesen! Ähnlich habe ich es selbst, als ich noch in mehreren großen, ehemals deutschen Städten in den 80s, 90s bis Mitte der 2000er-Jahre kulturell wirkte, erfahren wie erlebt. Auch ich lebe inzwischen (seit mehr als zehn Jahren) weit draußen auf dem (noch freien) Land. Doch auch hier, weit vor den Stadttoren der nächst gelegenen größeren Stadt, in welcher der grün-woker Irrsinn sich des Geistes vieler ehemals guter Freunde und Bekannter bemächtigt hat, beginnt das Leben zusehends seine Farbe zu wechseln. Und damit meine ich nicht die Jahreszeiten.

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  7. Mein “erstes Mal Berlin”, als Begriff habe ich aus den Erzählungen meines elf Jahre älteren Bruders. Faszinierend fand ich als elfjährige die Geschichte dieser geteilten Stadt, wo man plötzlich eine andere Währung benutzen musste und ganz andere Umgangsformen herrschten. Dann wieder die Anweisung hatte dieses Geld, die “Mark” ausgeben zu müssen!
    Aber eigentlich, so in meinen Erinnerungen, erklärte mir mein Bruder, gab es nichts zu kaufen.
    Ich, das Dorfkind am Rande des Schwarzwaldes war mit 16 zum ersten Mal in dieser Stadt. Es war kurz nach der Teilung und überall haben wir Mauerreste bestaunt und fanden uns unglaublich cool. Politik war noch weit weg und wir fanden uns, wenn wir “Hier kommt Alex” gröhlten als besonders aufregend.

    Der Autor dieses Artikels hat hier einen Roman begonnen, den ich gerne weiterlesen möchte. Er beschreibt ein Lebensgefühl, dass meine Generation so nicht kennt und auch erklärt, warum so eine große Wut über die extreme linksgrünpolitische Ausrichtung in diesem Land herrscht.

    1. Den dritten hat doch Frau Pläärbock den Russen erklärt! Nur weil Putin sie nicht Ernst nimmt, deshalb hat er Berlin noch keinen schönen Gruß geschickt. Ein etwas härterer Chef hätte schon den größten Teil Berlin unbewohnbar gemacht!

  8. Es ist doch auffällig, daß die bayer. Landeshauptstadt so viele Grünen-Wähler hat, wobei der Wahlkreis München–Mitte sogar 44% Grünen-Stimmenanteil erzielt haben soll.
    Ist denen nicht bewußt, wie wichtig grundlastfähige Energie überhaupt ist (ohne die überhaupt nichts funktioniert und der ÖPNV still stehen würde), daß durch die Masseneinwanderung die Wohnungsnot noch weiter verschärft wird, …?
    Dagegen haben die AfD und die FW im Bayer. Wald hohe Werte erzielt.