US-Dokumentarfilm „Uncle Tom“: Schwarze, die sich mal nicht als Opfer sehen

Pro-Trump-Schwarze gehören aus Sicht ihrer Hater am besten gleich auf die Baumwollplantage: Szene aus „Uncle Tom” (Screenshot:Youtube)

Auf YouTube und weiteren digitalen Plattformen ist seit kurzem endlich der sehens- und bemerkenswerte US-Dokumentarfilm „Uncle Tom. An Oral History of the American Black Conservative“ aus dem Jahr 2020 verfügbar. In dem Streifen des Regisseurs Justin Malone werden konservative schwarze Persönlichkeiten präsentiert, die sich weigern, dem seit Jahrzehnten mit allen Medien geschürten Narrativ von dem hilflosen, vom weißen Patriarchat geknechteten Schwarzen zu entsprechen, der „von der Wiege bis zur Bahre” Opfer sei, solange sich die Partei der US-Democrats, neuentdeckte weiße „Bürgerrechtler“ und zuletzt die selbstgerechten, wiederum vor allem weißen Aktivisten und selbsternannten Anwälte der „Black Lives Matter”-, Woke- und People-of-Color-Bewegung ( sowie mittlerweile unzählige weitere mehr oder weniger „progressive” linke Gruppen) sich seiner nicht voller Mitgefühl annähmen.

Unter denen, die in „Uncle Tom“ zu Wort kommen, sind der liberale Ökonom Thomas Sowell und die konservative Journalistin Candace Owens, aber auch weniger bekannte Schwarze – wie etwa ganz normale kleine Geschäftsleute, die erheblichen Druck aus der Gesellschaft und selbst der eigenen Familie ertragen müssen, weil sie die ihnen zugewiesene lebenslange Opferrolle einfach nicht annehmen und die der Gesellschaft „aktivistisch“ aufoktroyierte Spaltung nicht mitmachen wollen.

Einziges demokratisches Identitätsmerkmal

Tatsächlich haben sich die Demokraten in den letzten 60 Jahren (und vor allem seit der Jahrtausendwende dann auch die von ihnen dominierten Medien) die einstige Sache der Bürgerrechtsbewegung im Geiste von Martin Luther King nach und nach angeeignet, sie mit neuen Inhalten gefüllt und sie zu einem Dogma gemacht, das – mittlerweile integriert in die immer aggressiver um sich greifende Woke-Ideologie – zum fast einzigen verbindenden Identitätsmerkmal dieser Partei geworden ist. Diese Entwicklung entbehrt insofern nicht einer geschichtlichen Ironie, als traditionell eigentlich die Republikaner, die Partei Lincolns und der im Bürgerkrieg siegreichen abolitionistischen Nordstaaten, die Schwarzenemanzipation vorantrieb, während die Demokraten über 100 Jahre lang vor allem in den Südstaaten dominierten („solid south”) und dort für Segregation und rassistische Jim-Crow-Politik standen – bis sich dann, seit Kennedy und Johnson, ihr Paradigma wandelte.

Heute zeichnen ihre Politiker ein Bild der USA, als würden dort Schwarze nicht viel besser leben als zu Zeiten der Sklaverei. Und ihre assoziierten Brüder im Geister in Europa, die gesamten linken und sozialistischen Parteien mit ihren zeitgeistlichen Ausblühungen der „Identitätspolitik”, machen munter mit – durch ihre bemühten Versuche und Verrenkungen, die BLM-Rassismusdebatte irgendwie selbst in die europäische  Länder zu übertragen, wo diese bislang mangels relevanter schwarzer Bevölkerungsanteile ins Leere läuft. Hier liegt denn auch der Hauptgrund, warum die Medien krampfhaft „Buntheit“ propagieren und warum vor allem die Werbung ein unrealistisches Zerrbild der angeblichen Bevölkerungszusammensetzung durch überproportionale Präsenz von „persons of color“ oder Menschen mit möglichst sichtbar dunkler Hautfarbe zeichnet, während die Politik vom „strukturellen Rassismus“ fabuliert. Man will im großen antirassistischen Endkampf nicht zurückstehen, deshalb ist jeder Schwarze und optische Migrant ein willkommenes Testimonial für Vielfalt und Unterdrückung zugleich, in jedem Fall ein Opfer schuldhafter weißer Handlungen.

Von Kindheit an eingetrichterte Rollen

Damit wird die Degradierung von Schwarzen (und „Exoten”) zwar fortgesetzt und ihre gesellschaftliche Einordnung und Ausgrenzung nur auf eine andere Ebene gehievt, doch das fällt den scheinsensibilisierten „Antirassisten“ schon gar nicht mehr auf. Vielen Schwarzen allerdings schon: Denn dass sie es aus eigener Kraft zu etwas bringen könnten, wird für nahezu unmöglich erklärt – weil finstere weiße Kräfte sie systematisch daran hindern würden. Nur ein Opfer-Schwarzer ist ein richtiger Schwarzer. Dies wird ihnen von Kindheit an eingetrichtert, auch und gerade von den linken weißen Moralisten, die in ihrer pseudomoralischen Rolle als ungebetene Anwälte einer angeblich bedrängten Minderheit völlig aufgehen.

Besonders infam: Wer es dann als Schwarzer wagt, aus diesem rigiden Korsett auszubrechen und darauf besteht, sein Leben selbst in die Hans zu nehmen, ohne sich von diesen selbsternannten „Rettern” indoktrinieren zu lassen, wird von diesen und ihrer politischen Lobby in den USA oftmals als „Onkel Tom“ beschimpft, eine pejorative bis offen abwertende Kränkung, die auf dem Roman „Onkel Toms Hütte“ von Harriet Beecher Stowe von 1852 zurückgeht. Gerne werden sie auch mal als „Hausneger“ bezeichnet, die sich aus Dummheit, Faulheit oder Opportunismus ihren angeblichen weißen Unterdrückern freiwillig unterwerfen, um ein bequemes Leben zu führen. Diese despektierlichen Begriffe werden dabei sowohl von Schwarzen als auch von den weißen „Antirassisten“, die sich ihrer Sache vermeintlich annehmen und dabei nur die eigene Weltsicht samt aller Vorurteile reproduzieren, verwendet.

Rassismus gegen die falschen Schwarzen durch die „echten“

So wurde etwa dem führenden schwarzen Neurochirurgen und republikanischem Politiker Ben Carson von dem weißen Late-Night-Show-Moderator Trevor Noah vorgeworfen, den „Schwarzen-Test“ nicht bestanden zu haben. Aus Sicht dieses linken weißen Establishments ist Carson – der von den Medien angebetet würde, wäre er Demokrat oder zumindest Biden/Harris-Anhänger – gleich doppelt schuldig: Nicht nur ist er Republikaner, sondern er war auch noch Mitglied der Trump-Regierung. Dies ist der schlimmstdenkbare Sündenfall im transatlantischen BLM-Wokistan; so schlimm, dass in diesem Fall sogar übelster Rassismus gegen ihn verzeihlich wird. „Uncle Tom. An Oral History of the American Black Conservative” stellt diesen und viele weitere Fälle dabei ohne Groll, mit geradezu dokumentarischer Präzision nüchtern dar und entlarvt so die scheinheilige Doppelmoral eines politischen Milieus, für das Hautfarbe und holzschnittartige kulturelle Stereotypen eine mindestens ebenso große Rolle spielen wie für den Klu-Klux-Klan, die NSDAP oder die Burenmilizen im südafrikanischen Apartheidregime.

Produzent des Films ist der konservativ-liberale schwarze Anwalt, Politiker und Radiomoderator Larry Elder, der selbst bereits allen Ernstes als das „schwarze Gesicht der weißen Vorherrschaft“ beschimpft wurde. Von solchen Anfeindungen unbeeindruckt, beschäftigt sich Elder seit langem mit den tatsächlichen Hintergründen der unbestreitbar prekären sozialen Lage vieler Schwarzer in den USA.

Soziale, nicht rassische Konflikte ursächlich

Für diese sucht er allerdings weniger in Feindbildern und Stanzen der – tatsächlich weitgehend überwundenen – rassistischen US-Geschichte die Ursachen, sondern erkennt diese vielmehr in einer stetigen Expansion des Sozialstaates seit den 1960er Jahren, die die Marginalisierung sozialer Schichten hautfarbenunabhängig zur Folge hatte (wer sich etwa die Suburbs von Detroit anschaut und die Herausbildung des White-Trash-Milieus seit den 1980er Jahren, erkennt unverleugbare Parallelen zu den Schwarzenslums in vielen US-Großstädten). Es handelt sich bei den gesellschaftlichen Zerwürfnissen für Elder also mehr um eine soziale Frage als eine der Hautfarbe und Abstammung. Hier sieht er auch Wurzeln der oftmals prekären Situation vor allem vieler schwarzer Frauen.

Doch solche differenzierteren Ansätze werden in Zeiten des George-Floyd-Wahns und der globalen Wiederauferstehung des Positivrassismus, der Affirmative Action als politisches Leitmotiv der meisten westlichen Staaten, natürlich verteufelt – oder besser gleich ganz ignoriert. Unnötig zu erwähnen, dass Elders Film natürlich von keinem großen Studio vertrieben und von den meisten Medien zur Gänze ignoriert wurde – natürlich auch vom deutschen Feuilleton. In der deutschsprachigen Wikipedia findet sich bisher kein Eintrag zu dem Streifen. Wenigstens ist er nun im Netz einem weltweiten Publikum zugänglich. Noch, jedenfalls – bis das Scherbengericht der Zensoren YouTube, Microsoft, iTunes, Amazon & Co.  „zum Handeln” zwingt – und er wieder offline genommen wird.

3 Kommentare

  1. Dummheit ist Gott sei Dank ziemlich gleichmäßig über alle Rassen und Ethnien verteilt. Niemand hat das Monopol. Alle Afroamerikaner sind auch keine Opfer, sie sind Teil der Gesellschaft und begreifen sich auch so. Sie sind in allen Schichten und Berufen vertreten, sie jammern nicht, weil sie wissen, dass auch Weissen und anderen Ethnien gerade in Amerika nichts geschenkt wird und die sich durchbeissen und durchgebissen haben.

  2. „Von Kindheit an eingetrichterte Rollen“

    Amen und Halleluja!!
    Genau das, was frauenrechler nicht grundlos aufbrechen versuchten und aufbrauchen, wird „Themenübergreifend“ ad absurdum geführt!!!

    Falls es vorher nicht kracht: Wartet nur ab bis Generation BLM, FfF, Corona, Gender, No human is illegal & Co „erwachsen“ ist!!
    Man sieht den Wahnsinn schon heute, wenn das ganze ungestört weitergehen sollte…

  3. „Von Kindheit an eingetrichterte Rollen“

    Amen und Halleluja!!
    Genau das, was frauenrechler nicht grundlos aufbrechen versuchten und aufbrauchen, wird „Themenübergreifend“ ad absurdum geführt!!!

    Falls es vorher nicht kracht: Wartet nur ab bis Generation BLM, FfF, Corona, Gender, No human is illegal & Co „erwachsen“ ist!!
    Man sieht den Wahnsinn schon heute, wenn das ganze ungestört weitergehen sollte…

    Selbst so wie es heute ist – Alptraum!!

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