Mittwoch, 29. Mai 2024
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Warum “Aber das hätte er doch als Geschichtslehrer wissen müssen!” Unfug ist

Warum “Aber das hätte er doch als Geschichtslehrer wissen müssen!” Unfug ist

Mythen zum Geschichtsstudium erzeugen falsche Vorstellungen (Symbolbild:Pixabay)

Was muss ein Historiker oder Geschichtslehrer wissen? Die Frage ist gerade angesichts des derzeitigen Prozesses gegen Björn Höcke hochaktuell. Dabei geistern seltsame Vorstellungen über das Studium der Geschichte in den Köpfen der Menschen herum, die fest überzeugt sind, ein solches Studium bestünde nur aus dem Büffeln von Zahlen und Zitaten. “Warum studiert man das? Das steht doch alles in Büchern!”, war die naivste Frage, die ich zu hören bekam. Das tut fast körperlich weh. Auch wenn ich mangels einer Universitätsstelle immer in anderen Berufen tätig war, denke ich gern an das Studium zurück. Mit der Vorstellung, es stünde doch alles in Büchern, fällt man im ersten Semester freilich erst einmal kräftig auf die Nase: Ein Mitstudent etwa verkündete stolz im Referat sein Wissen über das Geburtsjahr Julius Caesars, als der Dozent schon einhakte: “Woher wissen Sie das? Haben Sie damals bei der Geburt geholfen?” Was er damit sagen wollte: Es geht eben nicht darum, einfach Dinge auswendig zu lernen, sondern sich selbst das Wissen anhand zeitgenössischer Quellen zu erschließen.

Die Zeit der Universalgelehrten in der Historikerzunft, wie es zuletzt Theodor Mommsen einer war, ist dabei längst vorbei; dazu gibt es mittlerweile zu viele Unterbereiche des Studiums, etwa Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Zu meiner Zeit kam gerade das Fachgebiet “Klimageschichte” auf, das ich manchem Öko-Aktivisten sehr ans Herz legen möchte: Dabei geht es nämlich um die Klimaveränderungen in den letzten zwei Jahrtausenden und ihre Auswirkung auf das Leben der Menschen etwa in der Landwirtschaft. Man kann das alles unmöglich in die Regelstudienzeit packen, also legt man sich spätestens im Hauptstudium ein Fachgebiet zu. Dennoch geht es uns manchmal wie Ärzten, denen die Besucher einer Party unaufgefordert ihr marodes Knie mit Bitte um Abhilfe zeigen, auch wenn der Mediziner eigentlich auf Urologie spezialisiert ist. Man hat anscheinend “Google” auf der Stirn stehen, prompte Antwort wird erwartet. Wenn ich also schon den Satz höre: “Das hätte er als Historiker wissen müssen”, platzt mir schon im Eigeninteresse der Kragen. Nein, wir sind keine Massenspeicher der Weltgeschichte!

Blitz der Erkenntnis

Auf einer Familienfeier, für die ein Festsaal in einem Restaurant angemietet worden war, schleppte mich einer meiner entfernten Onkel zu einem riesigen Ölschinken an der Wand und forderte Aufklärung über das Sujet des Werkes. “Du hast doch Geschichte studiert, du weißt das bestimmt!” Man muss dazu wissen, dass unsere Familie zur “armen Verwandtschaft” gehörte, daher wäre ich nach Ansicht des Clans besser dazu angehalten worden, etwas “Anständiges” zu lernen. Also warf ich, wie gefordert, einen Blick auf das Bild, innerlich in blanker Panik, den verarmten Lübke-Zweig der Sippe tödlich zu blamieren, als mich plötzlich der Blitz der Erkenntnis traf: Es handelte sich um eine Darstellung der Durchsetzung der Bartsteuer im Russland Peters des Großen; man sah widerborstige Bauern, die sich der Verwestlichung ihres Gesichtes entgegengestellt hatten. Auf großen Hackklötzen wurden ihnen nun öffentlich die Bärte abgehackt. Zum Glück nicht der Kopf. Das schmückte ich dann noch ein bisschen mit ein paar netten Geschichten bunt aus. Mein Onkel nickte zufrieden: Auch die arme Verwandtschaft war also durchaus in der Lage, sich etwas Wissen anzueignen!

Die Geschichte von den zwangsgeschorenen russischen Bauern kannte ich allerdings gar nicht aus dem Studium, sondern noch aus der Schule, aus einer Fernsehserie und von den Erzählungen meiner geschichtsinteressierten Oma – nicht alles an der Uni zu lernen, bedeutet schließlich nicht, sich außerhalb des Hörsaals nicht für Geschichtliches zu interessieren. Die meisten Menschen meinen es noch nicht einmal böse, wenn sie einen “ausquetschen”; “Was Sie schon immer über Ritter wissen wollten, aber nie zu fragen wagten”, kann da schonmal ebenso das Motiv sein. Da habe ich dann Glück gehabt: Mittelalter, das ist mein Ding! Über Missverständnisse in Bezug auf Rüstungen kann ich einiges erzählen. Viele Ritter besaßen nämlich keine vollständige Ausstattung; die war viel zu schwer und zu teuer. Es war eher sowas wie der Lamborghini unter den Rittersachen, der auch mal im Pfandhaus landete. Dies war zum Beispiel Thema eines jüdischen Rechtsgutachtens, mit dem ich mich einst für meine Magisterarbeit beschäftigte.

Nicht zu emotional ans Thema herangehen

Übrigens ist es möglich – wenn man denn möchte –, dem Bereich Nationalsozialismus im Studium komplett aus dem Weg gehen. Seine Leistungsnachweise im Bereich “Neuzeit” kann man ebenso gut über den Dreißigjährigen Krieg, den deutschen Vormärz oder – wie ich – über das Wirken der Jesuiten in Paraguay erwerben. Das soll nun keine Aufforderung sein, sich nicht mit dem Nationalsozialismus zu beschäftigen; im Gegenteil. Doch es empfiehlt sich, nicht allzu emotional an die Sache heranzugehen, was – zugegebenermaßen – aufgrund der gut dokumentierten Grausamkeiten dieser Zeit schwerfällt. Gerade dann, wenn die eigene Familie involviert war. Eine Bekannte mokierte sich darüber, dass ich ein Seminar zur Wirtschaftsgeschichte des Dritten Reiches besuchte. Das war ihr nicht moralisch genug. Es lieferte dafür aber einige hervorragende Argumente, um Hitlers angebliches Wirtschaftswunder zu entzaubern, nebst einiger Anekdoten zum Umgang britischer Kampfpiloten mit dem Kreiselkompass der V1. “Richtige” Nazis – nicht die heute herbeiimaginierten – widerlegt man nämlich nicht durch Moral, sondern durch die Kenntnis der von ihnen aufgebauten Strukturen. Diese sind denen linker Diktaturen übrigens oft zum Verwechseln ähnlich – weshalb sich Linke auch so gern auf die Moral verlegen. Da wird dann gern bei Historikern etwas Nichtwissen verlangt.

Alle Katzen sind blau.
Paul ist eine Katze.
Paul ist blau.

Das ist formallogisch vollkommen richtig, entspricht aber eben nicht der Realität, weil – wie wir wissen – es auch Katzen in anderen Farben gibt. Die Prämisse ist für das reale Leben falsch. Auch der Satz “Höcke ist Geschichtslehrer, er hätte es wissen müssen”, baut eine Kette auf, die für viele Bürger erst einmal überzeugend klingt. Obwohl auch hier die Prämisse vollkommen an der Realität eines Geschichtsstudiums vorbeiläuft. Auch wenn man sie, wie die Medien, dutzendfach pro Tag wiederholt, wird die Aussage nicht richtiger. Denn auch das kann man übrigens im Geschichtsstudium lernen: Sich nicht von Propaganda überrumpeln zu lassen. Die gab es in der Politik seit Anbeginn der Geschichtsschreibung; aber die Menschen sind diesbezüglich noch nicht schlauer geworden.

Modernes “Geschichtsstudium” (Symbolbild:Netzfund)

17 Antworten

  1. Das ein normaler Satz, die Zuneigung zu unserem Land
    durch irrationale justiziable Verfolgung kriminalisiert,
    ist und bleibt eine Frechheit und ist absolut untragbar !

    Die Meinungsfreiheit beginnt auch mit der Freiheit
    von der deutschen Sprache benutzbaren Worten.

    Einfach lächerlich, was ./. Herrn Höcke und andere sich
    der Herrschaftsstaat ./. die Freiheit des Wortes erlaubt !

    Na ja, wenn Staatsanwaltschaften immer noch politisch
    durch die Justizministerium gelenkt, gesteuert und instrumentalisiert werden, dann ist das weder einer Demokratie würdig, noch angemessen und absolut unverhältnismäßig.

    Statt sich um linke und islamistische Gewalt, deren Einflussnahme zu kümmern, will man einen Vorzeigedemokraten durch solch einen Unsinn fertig machen, fertig machen und für was eigentlich?

    Glaubt ihr auch an die sich bald ergebende politische große Zukunft des Herrn Höcke?
    Die AfD und u.a. Herr Höcke haben es im Sinne von Demokratie, Recht, Ordnung und Normalität halt drauf und das gute wird sich mit der Zeit durchsetzen !!!

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    1. Muss ich jetzt aufpassen, dass ich nicht auch eine beanstandende Aussage von Herrn Höcke wiederhole, da ich mich bislang immer als Scharfdenker aufspiele?
      “Was muss ein Historiker oder Geschichtslehrer wissen?” – Was müssten denn unsere Politiker wissen? Da feiert die gänzliche und breitgestreuteste Welt- und Wissenschaftsfremdheit nie geahnte Höchstwerte und niemand nimmt daran Anstoss!

      Eine dummdreiste Schein-Aufklärung und Schein-Fragestellung! So einen alltäglichen Satz wie den “beanstandeten” sollte sogar jeder Deutsche zumindest als verständlich ansehen. Und wie gesagt: Die Dreistigkeit fängt bei der Bevormundung über “Sagbares” und “Unsagbares” an. Und “Unsagbares” oder “Unausrufbares” (!) gibt es dagegen zuhauf, ohne dass da irgendjemand Anstoss daran nimmt.
      Kafka würde staunen, wenn er diese demenzdebilen Fragestellungen bzw. Unterstellungen zur Kenntnis nehmen könnte … Um jemandem “Nicht-Wissen” vorzuwerfen, dazu gehört schon etwas. Jemandem “Wissen” vorzuwerfen ist etwas anderes – und müsste vor allem erst einmal überzeugend einschließlich des Motivs und der Absicht bewiesen werden.

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  2. Mein Sohn traf kürzlich eine Frau die ihren Doktor der Geschichte machen möchte. Thema: Genderismus in Zeiten der DDR. Ich wette die Quellen dafür haben arbeitslose Geschichtsabsolventen schon in den 90igern geschrieben. Es gab da mal be nette Doku über ein Pharaonengrab das sich nachweislich als Fälschung herausstellte. Auch mein Interesse für Namen und Zahlen hält sich eher in Grenzen, mir geht es eher um die Kernaussage. Demnach hat ein Privatgelehrter eine Menge Ruhm eingeheimst für ein Grab das von einem Authistischen Künstler in seinem Auftrag angepinselt wurde und eigentlich ne Abstellkammer war. Will sagen: Warum sollte man den Quellen trauen?
    Es ist immer nur vertrauensvollen Nachplappern. Und mit der KI braucht man auch keinem Beweisvideo mehr glauben. Also bleibt nur noch das eigene Erleben, was ich für sehr gesund halte.

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  3. Ihre Ausführungen entsprechen dem, was Björn Höcke in seinem kürzlichen Gespräch mit Roger Köppel äußerte: er habe zwar Geschichte studiert, jedoch betraf sein Interessenschwerpunkt das 19. Jahrhundert mit seiner damaligen Freiheitsbewegung und der damit einhergehenden Frage, was “das Deutsche” ausmacht.

    Ansonsten wie immer amüsant geschrieben.

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  4. Damit so ein Spruch, wie von Höcke’s Gegnern behauptet, als Provokation eingesetzt werden kann (oder zur Wählergewinnung bei den vielleicht 1000 verbliebenen echten Nazis in Deutschland, was sowieso keinen Sinn macht), dann müsste ja nicht nur Höcke selbst, sondern auch seine Zuschauer die SA-Geschichte des Spruches gekannt haben. Das ist aber noch weiter hergeholt als die Behauptung, dass Höcke diese gekannt hat.
    Damals war kein Mensch in der Lage, diesen Spruch der SA zuzuordnen außer denen, die von früh bis abends nichts anderes zu tun haben – meist auf Kosten der Steuerzahler – als die AfD zu bekämpfen und Futter für die paranoide Furcht vor einem neuen Nazideutschland zu liefern.

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    1. Solch ein Gesetz, was ganz normale Sätze, die auch heute noch Gang und Gebe sind zu kriminalisieren, das hat schon was an Faschismus und solch ein Gesetz muss fallen bzw.
      dem jetzigen gesellschaftlichen System angepasst werden.

      Herr Höcke hätte gar nicht angeklagt werden müssen und wenn jetzt doch, erwarte ich einen Freispruch mit der Auflage an den Gesetzgeber das Gesetz mit den sog. verbotenen “Natsschisprüchen” zu überarbeiten.

      Denke, das Herr Höcke sich eine Verurteilung und mögl. Aberkennung seiner Grundrechte von diesem Gericht nicht gefallen lassen wird und den Rechtsweg bis zum höchsten Gericht , dem Verfassungsgericht gehen wird.
      Hoffe, das auch ein mögl. unangemessener Urteilsspruch aufschiebende Wirkung haben wird bis zur Ausschöpfung des Rechtsweges !
      Das kann lange dauern und Herr Höcke wird mit überragender Mehrheit Ministerpräsident von Thüringen
      und kann dann wieder für Normalität sorgen !

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  5. Einen Oppositionspolitiker wegen solch einer Banalität anzuklagen, die nicht nur in Deutschland von verschiedenen Institutionen wortgleich oder sinngleich verwendet wurden undin anderen Ländern von Patrioten in derselben Struktur ebenso verwendet wird, ist absurd. Zumal keinem Menschen, außer vielleicht denen mit Nazi-Tourette, die auch USA als “Unser Seliger Adolf” deuten, aufgefallen ist, dass diese Losung eine seinerzeit von der SA verwendete ist. Was bedeutet denn der Amtseid, den Bundeskanzler und Minister schwören?

    „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, Verfassung und Recht wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe. “ Ist das nicht auch eine Version von “Alles für mein Land”? Und verlangen wir Bürger das nicht sogar von unserer Regierung?

    Noch absurder wird es, wenn andererseits über dem Landgericht Halle, in dem der Prozess gegen Höcke stattfindet, die Losung “Jedem das Seine” steht. Diese Losung ist allerdings breit als zynischer Nazi-Spruch bekannt und kontaminiert, der über dem Tor des KZs Buchenwald zu lesen war. Trotzdem wurde dieser Spruch bei der Fassadenrenovierung nicht entfernt, sondern belassen. Merkwürdig, nicht wahr? Was sagt das über die Justiz in unserem Land aus? Mit dieser Frage adressiere ich beide Fakten, den Prozess gegen Höcke genauso wie die Fassadeninschrift des Landgerichts.

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  6. zu Ihrem Artikel: “Warum «Aber das hätte er doch als Geschichtslehrer wissen müssen!» Unfug ist”.
    Im großen und Ganzen kann man dem nur zustimmen. Zudem ist das menschliche Gedächtnis nicht nur ziemlich selektiv bei der Aufnahme, sondern auch “porös” beim Behalten, soll heißen, vieles verschwindet im Laufe der Zeit, auch wenn man es mal gewußt hat. Fragen Sie doch beispielsweise einen Arzt, ob er noch weiß, was er zum Vorphysikum gepaukt und memoriert hat; es ist höchstwahrscheinlich nichts mehr da. Auch für andere Zweige gilt das Gleiche.
    Bei der Sache mit der Logik bedarf es aber einer Korrektur. Formallogisch ist ALLES, was man aus einer falschen Prämisse ableitet, richtig. Was Sie beschreiben ist ein Syllogismus, dessen berühmtester wohl lautet: “Alle Kreter sind Lügner. A ist Kreter. Also lügt A”. Wenn A nun eine Wahrheit ausgesprochen hat, dann lügt er demzufolge. Hat er gelogen, wäre also wahr (doppelte Negation), was er sagte.
    Das entspricht allerdings recht selten der Realität.
    Deswegen sollten Sie auch hinterfragen, ob das, was Sie im (gesteuerten) Geschichtsstudium gelernt haben über die “Leistungen Hitlers in der Wirtschaft” so auch stimmt.
    Der Chefpropandagandist der Briten, Sefton Delmer, gab selbst zu, daß mit Geschichts-klitterung die Deutschen so lange “indoktriniert” wurden und weiter würden, bis — ja bis das eintrete, was man heute an Irrsinn beobachten kann.
    Im übrigen hat der ehemalige Senator Fulbright, der ebenfalls die Wirtschaftspolitik Hitlers mit Roosevelts new deal eingehend studierte, in mehreren veröffentlichten Studien festgestellt, daß wegen der damaligen Entkoppelung des Bankwesens in Deutschland von der gobalistischen Mafia diese Politik sehr erfolgreich gewesen sei, während die der USA kläglich gescheitert sei. Auch der wirtschaftlich Erfolg Rußlands unter Putin, der sicher auch seinen Anteil an seiner Wiederwahl hatte, beweist dies, obwohl die globalistisch gesteuerten Medien alles tun, um Hörern und Lesern das Gegenteil zu suggerieren. Auch die weiteren Länder, die sich weigern, Ihre Banken von den USA kontrollieren zu lassen (erstaunen da die Maßnahmen gegen Libyen, den Iran, Nordkorea, Rußland etc., die sich dem widersetzen?) werden aus diesem Grund ja von dem Oberbulli USA verfolgt und bekriegt.
    In DER SPIEGEL 13/92 findet man übrigens (wollten Sie nicht Quellen recherchieren?) die folgende Aussage des ehemaligen Außenministers der USA, James Baker III, einem auch heute noch aktiven Globalisten:
    “Wir machten aus Hitler ein Monstrum, einen Teufel. Deshalb konnten wir nach dem Krieg auch nicht mehr davon abrücken. Hatten wir doch die Massen gegen den Teufel persönlich mobilisiert. Also waren wir nach dem Krieg gezwungen, in diesem Teufelsszenario mitzuspielen. Wir hätten unmöglich unseren Menschen klarmachen können, daß der Krieg eigentlich nur eine wirtschaftliche Präventivmaßnahme war”.
    In amerikanischen Zeitungen, die kurz nach 1945 erschienen, brüsteten sich die Amerikaner noch offen, sie hätten “trillions of Dollars” Beute gemacht durch die Niederwerfung Deutschlands. Und es ist auch nachlesbar, daß die USA vor dem Krieg wieder einmal pleite waren…(so wie jetzt)

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  7. Die Lehrer, die Eltern, die Älteren, sie sollen alles wissen und können, da deren Nachwuchs nichts mehr kann und nichts mehr weiss. Schuld sind sie allerdings selbst daran. Sie suggerieren, dass Erwachsene stark sind, immer einen Ausweg wissen, so wird das Menschenbild schief geprägt. Menschen, die alles wissen und können, gibt es nicht und wird es nie geben.

  8. Ich bin pensionierte Oberstudienrätin für das Gymnasium in den Fächern Germanistik und Geschichte. Mein Staatsexamen habe ich mit sehr gut abgeschlossen. Dabei spielte inhaltlich auch der Nationalsozialismus eine wichtige Rolle und ich habe den Unterricht in diesem Bereich immer sehr ernst genommen. Dass “Alles für Deutschland” eine Parole der SA war, wusste ich aber trotzdem bis heute nicht. Ich denke auch, dass es wichtigere Themen zu besprechen gab. Allerdings weiß ich, dass der Eingang des Gerichtsgebäudes, in dem der Höcke-Prozess stattfindet, mit der Parole “Jedem das Seine”, in Stein gemeißelt, versehen ist. Diese Parole hat die SS verwandt um den Eingang ihrer Vernichtungslager damit auszustatten. Auch wenn das Zitat ursprünglich lateinisch ist, bleibt der Bezug zum NS durchaus in Gedächtnis.

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  9. Max hat morgen seine mündliche Abiturprüfung im Fach „Geschichte“ und hat nicht die Spur einer Ahnung. Er bittet seinen Opa um Rat. Dieser empfiehlt ihm, auf jede beliebige Frage mit „Sechs Millionen“ zu antworten.
    Was passiert?
    Max besteht die Prüfung.
    Ob das Verfahren auch in anderen Abi-Fächern funktioniert, ist unsicher, aber nicht auszuschließen.

  10. In seinem Interview mit der Weltwoche hat Höcke eigentlich schon das meiste zum Thema gesagt. Was hier noch nicht erwähnt wurde: Höcke hat sich im Studium und später als Geschichtslehrer schwerpunktmäßig mit dem 19. Jahrhundert beschäftigt und nicht mit der Nazizeit, wie viele zu glauben scheinen. Deshalb ist es umso absurder vorauszusetzen, dass er die Mottos aller Naziorganisationen kennt, zumal er nicht Historiker ist sondern Lehrer für Sport und Geschichte.

  11. Nur in Deutschland sind solche blödsinnigen und infantilen Denkweisen möglich., einen Spruch zu verurteilen, nur weil er von einem beschränkten Mob -SA gleich -Antifa – gebraucht wurde.
    Die Deutschen sind willige Empfänger der von der angesächsichen und jüdischen Maffia auferlegten geschichtlichen Selbstbestrafung.

  12. Welchen Satz wer hätte einordnen können, wer welchen Satz zuerst gesagt und “erfunden”, also mit einer gewissen Bedeutung belegt hat, wer wiederum dies auch noch hätte wissen müssen usw., muss meiner Einschätzung nach nicht genau analysiert werden. Das führt hier nicht weiter. Aufgrund des Zusammenhanges der Rede von Björn Höcke ist jedem, der zuhört, klar, wie es gemeint war. Dass natürlich ein grüner Denunziant, also ein politischer Gegner, dem die Felle davon schwimmen, die Höcke-Aussage mit voller Absicht (wohl bewusst entgegen dem eigenen Sprachgefühl) auf einen Satz skelettiert, diesen Satz mit der von ihm erwünschen Bedeutung auflädt und dann zur Staatsanwaltschaft rennt, geht über einen demokratischen Parteienwettbewerb weit hinaus. Noch viel gravierender ist das Verhalten der Staatsanwaltschaft zu beurteilen: Man will dem Dienstherren gefallen und bläst das Ganze richtig fett auf, anstatt dem Denunzianten mitzuteilen, dass er offensichtlich die Höcke-Rede missverstanden haben müsse, Einstellung des Verfahrens, fertig. Die politische Ausrichtung der Justiz wird besonders deutlich, wenn man die Wahl des Zeitpunktes für den Prozess in Relation zu den kommenden Landtagswahlen setzt, während der Fall mehr als zwei Jahre zurückliegt, also längst schon verhandelt sein könnte. Fazit: Eine komplett durchgeplante Schmutzkampagne gegen die AfD aufgrund einer konstruierten Anschuldigung bei vollem Bewusstsein des Denunzianten, wie die Rede von Höcke reell gemeint war und unter der Gewissheit, dass die Rede von allen Umstehenden auch sicher so verstanden wurde. Fazit:
    Der Denunziant: widerlich, voll unter der Gürtellinie.
    Die Justiz wahrscheinlich komplett rückgratlos bis zur letzten Richterrobe. alles andere wäre eine Überraschung.

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  13. Aus recht verlässlicher Quelle ist bekannt, dass Hitler mehr als einnmal (!) morgens beim Auftauchen von Eva Braun am Frühstückstisch den schrecklichen Satz geäußert haben soll: “Guten Morgen mein Schatz!” Damit ist klar, dass ca. 50% aller deutschen Männer, die selbiges schon einmal in ihrem Leben geäußert haben, eindeutig Nazi sind. Insofern ist die lockere Haltung, die hier im Forum zu der unsäglichen Äußerung des Herrn Höcke herrscht, durchaus nachvollziehbar.